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Delstammer Alsfeld

1.

Februar 1903

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6. Bestellung von Bostaufträgen mit dem Bermert Sofort zurüd". Die Kammer beschloß, entsprechend einer Eingabe aus Interessentenfreisen, bei der Bostverwaltung zu beantragen, daß Postaufträge mit dem Bermert Sofort zurück" bei erfolgloser Bestellung bis zum Schalterschluß des betr. Tages von der Post zurückbehalten werden, damit dem Bezogenen der vielleicht abwesend war oder aus einem anderen Grunde die Zahlung nicht leisten konnte Gelegenheit gegeben ist, die Einlösung rechtzeitig vorzunehmen.

-

b) Bulaffung der Berufung gegen Entscheidungen des Kaufmannsgerichts bei Streitigkeiten über 300 Mark( Ent­wurf: 100 mt.); dagegen Zulassung der Berufung gegen alle Entscheidungen über Streitigkeiten auf Grund der Kon­furrenzflausel, ohne Rücksicht auf die Höhe des Streit objekte;

c) Herabsetzung der Mindestzahl des Beisizes auf 2 ( ein selbständiger Kaufmann, ein Angestellter), gegenüber 4 des Entwurfs;

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7) Bostanweisungsumschläge: Von der Han­dels- und Gewerbekammer Augsburg ist angeregt worden, die Bostanweisung Umschlagsformulare, die im württem­bergischen Berkehr schon seit 1867 bestehen, auch für das ganze Reichsgebiet einzuführen, da diese Einrichtung- in den Umschlagsformularen fönnen Briefe usw. bis zu 250 g Gewicht eingelegt werden- für das Publikum, insbeson­dere die Geschäftswelt, erhebliche Vorteile bietet. Die hiesige Rammer befürwortete ebenfalls die Einführung von Bostan­weisungsumschlägen für das Reichsgebiet.

8) Berechnung der Fracht für Stüdgut: Nach§ 1 des deutschen Eisenbahn- Gütertarifs Bl. I. Abt. B. werden Sendungen unter 20 kg für 20 kg, das darüber hinausgehende Gewicht wird mit 10 kg steigend so berechnet, daß je angefangene 10 kg für voll gelten. Die Handels­

fammer Brandenburg beantragte wegen der hierin liegenden Unbilligte' t, bei Stückgütern, die mehr als 20 kg wiegen, für die Frachtberechnung das wirkliche Gewicht zu Grunde zu legen und nur die Geldbeträge auf volle 10 Pfennig nach oben abzurunden. Dieser Antrag fand auch die Unter­stügung der hiesigen Kammer.

9. Erlaß eines Warenhaus steuergesezes in Hessen: Von mehreren Abgeordneten ist im Landtage eine Anfrage an die Regierung gerichtet worden, ob die Erhebungen betr. Einführung der Warenhaussteuer in Hessen abgeschlossen seien und ob die Regierung demnächst eine dies­bezügliche Vorlage den Ständen unterbreiten würde. Die Rammer hielt die Einführung einer Warenhaus steuer nicht für ein geeignetes Mittel, um die Konkurrenzfähigkeit der Kleinhändler gegenüber den Warenhäusern zu heben und erflärte mit Rücksicht auf die Erfahrungen in antern Staaten gegen den Erlaß einer derartigen Sonderbesteuerung. 10) Bu einer Revision des Börsengefeßes, angeregt von der Berliner Kaufmannschaft, erklärt sich die Kammer einverstanden.

11) Sigungen der Handelskammer: Ein Antrag, in Zukunft die Sizungen der Kammer öffentlich abzuhalten, wurde abgelehnt.

12. Unter den Eingängen sind u. a. folgende zu erwähnen:

a) Statistisches Handbuch für das Großh. Hessen 1903. b) Denkschrift der Handelskammer Mainz betr. Erricht ung einer Reichsbanthauptstelle in Hessen.

c) Eingabe der Handelstammer Göttingen betreffend Dividendenver bot der Konsumvereine.

d) Fortbildungsschulzwang für jugendliche weibliche Handlungsg hilfen und Lehrlinge.

Die Jahresberichte der Firmen sind bis jetzt nur in geringer Zeit eingegangen. Um bei der Ab­fassung des Jahresberichts nicht länger be­hindert zu sein, ersucht die Handelskammer die mit der Beantwortung des Fragebogens rückständigen Firmen dringend ihre Berichte tunlichst bald einzusenden.

Bekanntmachung.

Betr.: Das Beschneiden der Hecken. Das Polizeireglement vom 24. Februar 1882, 10­nach die Garten- und Feldbesizer an den ihren Grundbesitz

Giesener Cagesneuigkeiten.

= Der ordentl. Professor der flassischen Philologie in Basel, Prof. Dr. Erich Bethe hat einen Ruf an die Universität Gießen als Nachfolger des nach Heidelberg über siedelnden Prof. A. Dieterich erhalten und wie uns eben telegraphisch gemeldet wird, angenommen. Prof. Bethe ist geborener Stettiner und steht im 40. Lebensjahr( geb. 2. Mai 1863). Er studierte in Bonn, Greifswald und Göt­tingen Philologie und Kunstgeschichte, wurde an der letztge nannten Universität im Jahre 1887 zum Dr. phil. promo­viert. Von 1891 bis 1893 war er als Privatdozent in Bonn tätig, wurde 1893 als Extraordinarius nach Rostock und 1897 als Ordinarius nach Basel berufen, wo er seither wirft. Von den Schriften Bethe's sind zu nennen außer der Dissertation: Quaestiones Diodoriae mythographae", die 1891 erschienenen Thebanischen Heldenlieder"," Prole­gomena zur Geschichte des Theaters im klassischen Altertume" ( 1896), Polluxi Onomasticon"( 1900), Homer und die Heldensage"( 1902). Außerdem hat Bethe die Ergebnisse seiner Studien in zahlreichen Aufsägen in verschiedenen Zeit­schriften niedergelegt.

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** Herrn Pfarrer Volp zu Schwarz( Kreis Alsfeld) ist dieser Tage von der philosophischen Fakultät der Univer­fität Erlangen die Doktorwürde verliehen worden. tions- Präsident Thomé mit mehreren Mitgliedern der ** Vorgestern besichtigten Herr Eisenbahndirek Eisenbahndirektion und dem Generaldirektor der badischen Staatse senbahnen die hiesigen Wohlfahrtseinrichtungen für Beamte und Arbeiter. Die Herren sprachen sich sehr lobend über das Gesehene aus, besonders über die Enrichtung des hiesigen Eisenbahnkonsumvereins und über die Anlagen der Arbeiterwohnungen nach Kleinlinden zu.

** Am 31. Januar wurde der Direktor an dem Schul­lehrerseminar zu Friedberg Dr. Friedrich Quentel auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 16. April 1903 an, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand versetzt und ihm die krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

Bur Vervollständigung unserer Notiz vom gestrigen Tage, Herrn Direktor Steingötter betreffend, be­merken wir, daß Herr St. in Frankfurt a. M. im Winter 96/97 am Voltstheater als Regisseur und Schauspieler tätig war. Herr St. gehörte seit 1893 folgenden Bühnen an: Würzburg, Gera, Frankfurt a. M.( Volkstheater), Hanau, Guben, Zwickau, Erfurt; an den leßten fünf auch als Regisseur.

** Die Kommission zur Hebung des Fremdesverkehrs zu Mainz hat zur Erlangung eines Platates von Mainz, welches in Bahnhöfen, Restaurationen, Hotels c. ausgehängt werden soll, einen Wettbewerb für hessische Künst­ler im In- und Auslande ausgeschrieben. Es sind Preise im Betrage von 200 Mt. und 100 Mt. ausgesetzt. Außer= dem wurde in Aussicht genommen, weitere Entwürfe zum Preise von 50 Mt. anzukaufen.

= Weckdieb. Ach wie bleibt aber heute die Brödchen­frau wieder so lang", wird manche Köchin und Hausfrau in der Steinstraße ausgerufen haben? Ja, ja, die war schon lange da, aber ein anderer hat das Säckchen bereits geleert. Nicht aus Vergnügen, sondern Frechheit und Gemeinheit hat einen Langfinger dazu verleitet. Hoffentlich gelingt es, der sogleich aufmerksam gemachten Polizei den Buben zu fangen und gebührend zu strafen.

Aus Hessen und nachbargebieten.

* Lang- Göns. Dieser Tage wurde ein hiesiges Ehepaar mit Drillingen beschenkt. Der Orts- und Kirchenvorstand hat die Anschaffung eines Leichenwagens in Erwägung ge­zogen; ebenso soll auf dem Friedhof ein Leichenhalle erbaut

werden.

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auf 1,25 m Höhe und 0,50 m Breite zurückzuschneiden Rube bew. mittl. Stock per haben, wird mit dem Anfügen wiederholt zur öffentlichen 1. April zu vermi. Kenntnis gebracht, daß Zuwiderhandlungen auf Grund des Art. 31 des Feldstrafgesetzes mit Geldstrafe von 1 bis 10 Mart bestraft werden.

Gießen, am 2. Februar 1903.

Der Oberbürgermeister. Mecum.

Verdingung.

Die für die Errichtung eines Glasabschlusses, sowie für sonstige baulichen Herstellungen in der Wohnung des städtischen Straßenmeisters erforderlichen

Schreiner- und Weißbinderarbeiten sollen Samstag, den 14 1. Mts., Vorm. 10 Uhr öffentlich berdungen werden.

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Gießen, den 6. Februar 1903.

Städtisches Hochbauamt.

J. V. Gerbel.

Bekanntmachung.

Große Mühlgasse 38, IL Schön möbl. Zimmer zu vermieten.

Damnistr. 44, I. Städtisches

** Klein- Felda. Bor Kurzem tam eine Kommission von Bleidenrod nach hier zum Herrn Konrad Geiß, um ihm für die Gemeinde einen Bullen abzukaufen. Sie wurden aber nicht einig, da G. 550 Mark haben wollte. Am andern Tag kam in der Dämmerung, abermals eine Kom­mission und wollte für die Gemeinde Burggemünden einen Bullen faufen. Herr Geiß führte den Bullen aus dem Stall damit sie denselben richtig ansehen konnten. Auf dem Hof stand nun noch ein anderer Herr, den man in der Dunkelheit nicht erkennen sollte. G. bekam beim Anblick des­selben den Gedanken, ob das nicht der Bürgermeister von Bleidenrod wohl sei. Der Bulle fam wieder in seinen Stall, in der Stube wurde eine Lampe angesteckt und ge­fragt was der Bulle kosten sollte; Jezt erkannte unser Slein­Feldaer den Dritten im Bunde genau und die Antwort war: Wäret Ihr von Bleidenrod gewesen, so hätte der Bulle 550 Mart gekostet, da Ihr Jaber angabt von Burg­gemünden zu sein, dann kostet er jetzt 603 Mark. Die Kommission machte lange Gesichter und verschwand so schnell

**

Somberg a. d. O. Der hiesige Ortsgewerbeverein beabsichtigt, die diesjährige Gesellenprüfung im März abzuhalten und erläßt daher eine Aufforderung an die jungen Handwerker zur Beteiligung an derfelben. Zu seinem Prüfungsbezirk gehören die Orte: Ober- Ofleiden, Lehrbach, Gleimenhain, Arnshain, Kirtorf. Ober- Gleen, Ehringshausen, Otterbach, Burg- und Nieder- Gemünden, Bernsfeld, Weiters. hain, Schadenbach und Deckenbach.

* Lauterbach. Im benachbarten Angersbach hat ein Kaufmann seinen Konfurs angemeldet. Einer Schuldenlast von etwa 60000 Mr. soll fast gar nichts gegenüberstehen, da die Gebäulichkeiten noch hypothefarisch den Geschwistern gehören soll. Wir finden das schon mehr wie Fr..... t.

** Aus Oberhessen. Im Grüninger Markwald fostete

prima Bertholz: 1 Fm. Eichenholz 70-80 Mt., Buchenholz

30-35 Mf., Tannenholz 25-30 Mt. In Hatten­dorf und Ettingshausen herrscht noch immer Erregung über die plößliche Abberufung des beliebten Pfarres Römheld. Nachspiel haben. Eine darüber entstandene Schlägerei wird ein gerichtliches

* Grebenhain. Dem Landtags- Abgeordneten Herrn Bürgermeister Schmalbach soll die Kandidatur als Reichstage­Abgeordneter für den Kreis Gießen angeboten worden sein.

(? D. Red.)

*** Marburg. Dr. Karl Justi, Assistent an der Uni­verfirätsklinik, Sohn des hiesiger Geh. Rats Prof. Juſti, wird demnächst als Arzt an die deutsche Kolonie in Hongkong in China übersiedeln.

** Aus dem östlichen Odenwalde. In unseren Gebirgs­dörfern wird gegenwärtig von fremden Händlern sogenannter Gebirgskräutertee zum Preise von 1 Mark vro Packet an­geboten. Der Tee besteht aus wohlriechenden Heufräutern und Sennisblättern und der wirkliche Wert des Packets ist höchstens 20 ẞfennig. In einem Dorfe verkaufte ein Händler 75 solcher Packete.

* Neustadt( M.-W. B.) Die hiesigen Stadtverordneten Treyfa- Hersfeld. Bei der ist festgelegten Linie sollen entwickeln eine eifrige Thätigkeit in der Eisenbahnfrage sich Schwierigkeiten herausgestellt haben und der Bau auf 3 Jahre zurückgeschoben ſein.

Jede Unregelmäßigkeit beim Zustellen der Zeitungen bitten wir sofort direkt uns melden zu wollen. Die Expedition.

Druck und Verlag der Gießener Verlagsbrudersi, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerci( gegr. 1783);

für die Redaktion verantwortlich: Albin ein, Gießen.

Todes- Anzeige.

Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, dass unsere liebe Mutter, Tante, Grossmutter und Urgrossmutter

Frau Christine Faber

geb. Naumann

heute Morgen 10 Uhr selig im Herrn entschlafen ist.

Die trauernden Hinterbliebenen.

Giessen, den 6. Februar 1903.

Die Beerdigung findet Samstag den 8. Februar, nachmittags 41/2 Uhr vom Sterbehause, Bahnhofstrasse 57 aus statt.

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Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird Schlachthaus Möblierte Bimmer zu ver

der Schiffenbergerweg zwischen Licher- und Bergstraße

Heute und morgen

von Samstag, den 7. d. Mis. ab bis auf Weiteres für den Fuhrwerksverkehr, Radfahrer und Reiter gesperrt. Ochsenfleisch 56 Pig.

Gießen, den 6. Februar 1903.

Großherzogl. Polizeiamt Gießen. Hechler.

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Rheumatismus­

u. Gicht- Kranten teile ich aus Danfbarkeit unentgeltlich mit, was meiner lieben Mutter nach jahrelangen gräßlichen Schmer= zen sofort Linderung, und nach furzer Zeit vollständige Heilung brachte.

bermittelt das Stück 10 Pfg. Marie Grünauer, Köchin, Beiche Beirat Bureau Krämer, Leipzig Brüderft.6.Auskunft gegen 30 Bfg zu haben in der Expedition.

München, Buttermilcherstr.11/ 1 r.

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