Ausgabe 
5.9.1903 Erstes Blatt
 
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Ravallerie- Division A mit einer Eskorte des Kurasster- Regt­ments von Seydlitz( Magdeburgisches) Nr. 7 und begrüßten auf dem Wege zur Parade die Kriegervereine. Die Parade tommandierte General von Beneckendorff und von Hinden­burg; derselben wohnten die zu den Manövern geladenen Fürstlichkeiten, darunter der König von Sachsen und der Herzog von Aosta bei. Der Kaiser übergab die neuen Fahnen an die Regimenter, ritt mit den Fürstlichkeiten die Front ab und nahm einen zweimaligen Vorbeimarsch ab. Bei dem ersten Vorbeimarsch führte König Georg sein Ulanen- Regiment Hennigs von Treffenfeld( Altmärkisches) Nr. 16 vor. Der Kaiser ritt an der Spize der Fahnen und Standarten nach Merseburg zurück.

* 600 Häuser niedergebrannt. Aus Serajewo wird telegraphiert: Gestern Nachmittag brach in Trawnik ein Brand aus, der die ganze Stadt ergriff. Erst nachts 2 Uhr wurde das Feuer gelöscht. Sechshundert Häuser sind nieder­gebrannt, darunter sieben Moscheen und die Synagoge.

Bunte Chronik. Die Zahl der Auswanderer über Bremen betrug im August 11 242 gegen 8354 im Vorjahre. Bis Ende August wanderten 120 713 Personen gegen 99 064 im gleichen Zeitraum des Jahres 1902 aus.

-In einem Dorfe bei Freystadt in Westpreußen wurde dieser Tage das alte Schulhaus nebst Wirtschaftsgebäude und Lehrerwohnung meistbietend zum Abbruch verkauft. Der Erfolg dieser Auktion war überraschend, der Zuschlag wurde mit drei Mark erteilt!

Der weit über die Grenzen Deutschlands bekannte Generalmusikdirektor Zumpe in München ist gestern früh an einem Schlaganfall gestorben.

In den Kreisen Duderstadt und Northeim ging gestern ein furchtbares Hagelwetter nieder. Zwei Drittel der Tabaks­ernte sind vernichtet.

- In Kopenhagen sind Nachrichten eingetroffen, wonach in Reykjavik auf Island starkes unterirdisches Getöse wahr­genommen wurde. Man hält dort einen Ausbruch des Bulkans Hekla für bevorstehend.

Baron Henri Rothschild in Paris ist zum zweiten Male wegen Ueberschreitung der gesetzlichen Fahrgeschwindigkeit für Automobile vom Gericht zu einem Tage Gefängnis und 10 Fr. Geldstrafe verurteilt worden. Es ist wahrscheinlich, daß Rothschild diesmal seine Strafe wird absigen müssen.

Fünfhundert Hafenarbeiter in Nizza haben die Arbeit niedergelegt: fie verlangen eine Lohnerhöhung. Zehn im Hafen liegende Dampfer können nicht löschen.

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Serbien kommend, Berlin durchfuhren, um über Paris nach Spanien auszuwandern. Der Umstand, daß Männer, Weiber und Kinder reichen Gold- und Silberschmuck trugen, wenngleich auch die Kinder nicht sonderlich gut gekleidet waren, gab davon Zeugnis, daß die Truppe großen Reich­tum besitzt. Bei der Fahrt durch die Stadt waren natürlich sämtliche Fenster der Abteile durch die braunen Kinder der Bußta besetzt, welche sich offenbar an den im Fluge erhaschten Schönheiten der deutschen Reichshauptstadt nicht genug satt sehen konnten.

Die Hinrichtung des zum Tode verurteilten Raub­mörders Detrois hat gestern( Freitag) früh Uhr auf dem kleinen Hofe des Provinzialarresthauses in Mainz statt­gefunden; die mittels Fallbeils erfolgte Erefution vollzog der Scharfrichter Brandt aus Gotha. Detrois hatte, wie noch erinnerlich sein dürfte, anfangs April cr. seine 72jährige Tante, die ihn gastlich aufgenommen, ermordet und beraubt. Nachdem er das erbeutete Geld mit Dirnen verpraẞt hatte, wurde er in Frankfurt a. M. ergriffen. Hätte Detrois die scheußliche Tat zwei Wochen früher verübt, so konnte, da er dann noch nicht 18 Jahre alt war, gegen ihn nur auf die Höchststrafe von fünfzehn Jahren Gefängnis erkannt werden.

Ein mysteriöser Mord beschäftigt zur Zeit die öster­reichischen Gerichte. Wie bekannt, war seinerzeit der Schuh­macher Bratuscha in Marburg a. d. D. wegen Mordes seiner Tochter zum Tode verurteilt, dann aber zu lebenslänglichem Kerter begnadigt worden. Nach seinem eigenen Geständnis hatte er Stücke der Leiche seiner Tochter gebraten und ver­zehrt. Jetzt ist diese angeblich ermordete Tochter plötzlich in Krain aufgetaucht, wo sie wegen Diebstahls aufgegriffen wurde. Durch Gegenüberstellung mit ihrer wegen Mit­wisserschaft des Mordes zu mehrjähriger Kerkerhaft verur­teilten Mutter ist jeder Zweifel beseitigt worden, daß man es hier mit der wirklichen Tochter des Bratuscha zu tun hat. Andererseits wurden seinerzeit im Hause des Bratuscha tat­sächlich halbverkohlte Menschenknochen gefunden. Bisher ist es noch nicht gelungen, zu ermitteln, was den Bratuscha zu der falschen Selbstbezichtigung bewogen hat. Doch nimmt man an, daß der arbeitsscheue und verkommene Mensch sich in der Strafanstalt eine sorgenlose Lebenslängliche Ver­pflegung verschaffen wollte.

Dreyfus gibt nicht nach. Der frühere Kapitän Alfred Dreyfus weilt jetzt in Genf. Er bewohnt dort eine Villa am See im Dorfe Cologny. Die Villa wurde ihm für einen Monat von einem Genfer Freunde zur Verfügung gestellt. Es heißt, Dreyfus werde dort in aller Stille gewisse Doku mente für seine Rehabilitation bearbeiten.

In Langer traf vom Kap Juby der franzöſiſche Kreuzer** Die Rückgabe falsch bestellter Briefe betrifft eine Be­

, Galilée" ein, der die fünf befreiten Gefangenen der Lebaudy­Expedition an Bord hatte. Der Kreuzer setzte alsbald seine Reise nach Toulon fort.

Der deutsche Kronprinz als Truppenführer. Für den Kronprinzen, welcher mit dem 1. Garde- Regiment 3. F. von Potsdam aus mittels Militär- Sonderzuges ins Manöver­gelände des Gardekorps bei Frankfurt a. D. ausgerückt ist, wird die große Herbstübung ein Prüfstein seiner militärischen Kenntnisse sein. Wie wir erfahren, tritt der Thronfolger zunächst in die Front ein, um bei seiner Kompagnie als Oberleutnant den gewöhnlichen Dienst zu tun. Der Kaiser hat indessen angeordnet, daß der Kronprinz gelegentlich des Manövers zeitweilig die Führung der Kompagnie zu über­nehmen hat. Dabei ist auf den Kronprinzen als solchen feinerlei Rücksicht zu nehmen. Dienst ist Dienst, und deshalb hat der Kronprinz wie jeder andere Führer seine Truppe zu leiten und die ihm erteilten Aufträge zu erledigen. Nach Beendigung des Manövers hat der Kronprinz über die selb­ständige Führung der Kompagnie im Gefecht einen Bericht auszuarbeiten, welcher dem Kaiser zu übermitteln ist. Es scheint, als ob von dem Ausgang dieser ersten größeren selb­ständigen Truppenführung durch den Kronprinzen des letz­teren Aussichten auf Beförderung zum Haupt­mann abhängen. Bekanntlich hat der Kaiser vor Jahren einmal geäußert, daß für die Beförderung der königlichen Prinzen und ganz besonders seiner Söhne ihm nur deren Militärkenntnisse maßgebend seien.

Der Handelsminister Möller weilte, auf der Fahrt nach Sylt begriffen, in Harburg, wo er mehrere industrielle An­lagen besichtigte. Bei der Besichtigung der Thörlschen Del­fabrik machte der Minister die interessante Mitteilung, daß er vor ca. 50 Jahren im Woermannschen Geschäft angestellt war, welches die ersten Palmferne von Afrika nach Hamburg exportierte und in Harburg verarbeiten ließ.

A Das finanzielle Ergebnis der deutschen Städte- Aus­stellung. Die deutsche Städte- Ausstellung wird nicht, wie so viele ähnliche Unternehmungen, mit einem Defizit, sondern mit einem erheblichen Ueberschuß abschließen. Bis zum 30. Auguſt waren 300 000 Einzelfarten und 19 826 Dauer­farten verkauft, die eine Einnahme von 302 855 Mark er­gaben, während der Voranschlag nur 175 000 Mark Ein­trittsgelder vorgesehen hatte. Wie Oberbürgermeister Beutler bekannt gibt, ist auf einen Ueberschuß von 160 000 bis 170 000 Mark am Schlusse der Ausstellung zu rechnen.

Ein weiblicher Naturmensch", dessen Kleidung dem Anschein nach nur aus einem langen Kittel und einem Haarband bestand, erregte gestern in Berlin Aufsehen. Bei der großen Hize, die an diesem Tage herrschte, empfand mancher fast so etwas wie Neid angesichts der luftigen Be­kleidung jener wunderlichen Heiligen.

Sterblichkeitsstatistik. In der Woche vom 16. bis 22. August sind nach den Veröffentlichungen des kaiserlichen Gesundheitsamts von je 1000 Einwohnern, auf das Jahr berechnet, als gestorben gemeldet in: Aachen 17,9, Altona 20,4, Barmen 11,1, Berlin 16,5, Braunschweig 27,7, Bremen 15,7, Breslau 23,5, Charlottenburg 15,5, Chemnitz 22,4, Danzig 29,4, Dortmund 17,7, Dresden 19,1, Düssel­dorf 22,5, Elberfeld 18,2, Essen 18,7, Frankfurt a. M. 17,7, Halle 26,3, Hamburg 16,9, Hannover 17,1, Karls­rube 21,5, Kassel 14,1, Riel 13,5, Köln 25,1, Königsberg 23,9, Krefeld 17,2, Leipzig 26,6, Magdeburg 22,5, München 17,7, Nürnberg 21,0, Posen 23,4, Schöneberg 15,6, Stettin 27,8, Straßburg 26,1, Stuttgart 14,4, London 14,3, Paris 17,5, Wien 15,8.

fanntmachung der Postbehörde. Es wird darauf hingewiesen, daß Briefe und Postkarten, welche irrtümlich bestellt oder in Drucksachen vorgefunden worden sind, nur dann eine weitere freie Beförderung erfahren, wenn sie einem Brief­träger zurückgegeben werden. Falls die Sendungen indessen, was oftmals geschieht, einfach in einen Briefkasten gesteckt werden, so unterliegen sie von neuem der postalischen Beför­derung und werden als unfrankiert" behandelt.

Beim Brigadeexerzieren tödlich verunglückt. Aus Landstuhl wird gemeldet: Beim Ererzieren der 3. Feld­artillerie- Brigade scheute das Pferd des Leutnants Hartmann, der unter ein Geschüß geriet und tödlich verletzt wurde. Ueber dieses Geschütz stürzte ein anderes, wodurch mehrere Kano­niere verlegt wurden, darunter drei schwer. Leutnant Hart­mann starb am Nachmittag im hiesigen Krankenhause.

Ein starker Zigeunertrupp passierte auf der Stadt­bahn die Reichshauptstadt. Die Truppe bestand aus über 200 Personen, welche in drei Wagen vierter Klasse, aus

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Lokales.

Gießen, 5. September 1903.

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Der Großherzog hat den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Lauterbach, Amtsgerichtsrat Ferd. Frey zum Oberamtsrichter bei diesem Amtsgericht ernannt.

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* Der Großherzog hat dem Großh. Bademeister Franz Kissel zu Bad Nauheim die Genehmigung zur Annahme und zum Tragen des ihm vom Fürsten von Reuß j. L. verliehenen Ehrenkreuzes 4. Klasse erteilt.

* Der Großherzog hat dem evang. Pfarrer Hrch. Brüning zu Hähnlein, Dekanat Zwingenberg, auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste, mit Wirkung vom 1. Oftober 1. J. an, in den Ruhestand verseßt.

Durchgerissene und wieder zusammengeklebte Reichs­faffenscheine zu 5, 20 und 50 Mart gelangten bisher bei allen öffentlichen Kassen zur Einlösung und blieben deshalb auch im Geschäftsverkehr unbeanstandet. Neuerdings ist eine Aenderung insofern eingetreten, als die öffentlichen Rassen solche geklebte Scheine anzunehmen sich weigern, wenn nicht ein zusammenhängendes, nicht geklebtes Stück mehr als die Hälfte des Scheines ausmacht. Andere Scheine müssen bei der Reichsschuldenverwaltung in Berlin, Oranienstraße 92, umgetauscht werden.

** Das Verordnungsblatt für die evangelische Landeskirche des Großherzogtums Hessen teilt einen bom erweiterten Oberkonsistorium gebilligten der Landes­synobe vorzulegenden Gefeßentwurf betreffend die Erhöhung der Organistengehalte mit. Der§ 1 besagt im Entwurf: Vom 1. April 1904 an erhält jeder Organist einer evang. Kirche für seine firchliche Tätigkeit bei einmaligem Gottes­dienst an Sonn- und Feiertagen den jährlichen Mindest­gehalt von 150 Mt., bei zweimaligem den von 200 Mt. In anderen als den vorgesehenen Fällen wird die ent. sprechende Vergütung unter Berücksichtigung der vorliegenden besonderen Verhältnisse des Einzelfalles festgeseßt. Die Festsetzung erfolgt durch das Oberkonsistorium.§ 2. Die hierdurch eintretende Gehaltserhöhuna hat, soweit nicht ein Rechtsanspruch auf anderweite Deckung besteht, die betr. Kirchengemeinde zu tragen.§ 3. Den Kirchengemeinden, die wegen Bedürftigkeit die ihnen durch dies Gesetz er­wachsende Last nicht zu tragen vermögen, kann Beihilfe aus dem Zentralfirchenfonds geleistet werden. Hierüber beschließt das erweiterte Oberkonsistorium innerhalb des Rahmes des hierfür von der Landessynode bewilligten Betrags.

Ein seltsamer Unglücksfall ereignete sich auf der Chaussee nach dem Pariser Vorort Jemappe. Der Boden spaltete sich an einer Stelle in der Breite von 7 und in der Länge von 2 Metern, wobei ein Wagen samt Pferd in der Deffnung versant. Glücklicherweise befand sich der Kut­scher nicht auf dem Siz. Eine Viertelstunde später ertönten bier Explosionen, begleitet von einer Feuergarbe, und zwei Platten, welche die elektrischen Leitungen schließen, flogen in die Luft. Die Ursache des Vorkommnisses dürfte in einer Gasentwickelung oder in Kurzschluß zu suchen sein. Die Untersuchung ist eingeleitet. Beamte halten die Strecke ge­sperrt, da aus dem Spalt aufsteigende Rauchwolfen weitere Explosionen befürchten lassen.

Hus dem Gerichtsfaal.

§ Ob einem tanben Angeklagten die Zeugenaussagen schriftlich vorzulegen sind, darüber hatte jüngst das Reichs­gericht zu entscheiden. Ein Kaufmann war von dem Land­gericht Dresden wegen Aufforderung zur Begehung eines Verbrechens zu 1 Jahr 8 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Da der Angeklagte taub war, erfolgte die Verständi­gung mit ihm auf schriftlichem Wege. Dagegen wurden ihm die Zeugenaussagen nicht übermittelt, weswegen der An­geklagte Revision einlegte. Der Reichsanwalt trat der An­sicht des Angeklagten bei. Sämtliche Teilnehmer an der Verhandlung müßten sich gegenseitig verstehen, und mit Tauben müsse entweder schriftlich oder durch Dolmetscher verkehrt werden. Das Reichsgericht hob Semgemäß das Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück.

Der Landwirt.

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** Die Verkaufszeit für das Handel 8- gewerbe ist aus Anlaß der landwirtschaftlichen Aus­stellung am Sonntag, den 13. Sept., auf die Stunden von 11 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends ausgedehnt.

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* Verhaftet wurde wegen Hochstablerei der Pharmazeut C. Schmidt. Sch., der zuletzt in Großen­Buseck beschäftigt war, hat eine ganze Reihe Betrügereien und Diebstähle ausgeführt. Geschäftsleute sind hauptsächlich die Opfer des Schwindlers geworden.

** Der Vorsitzende des Grunberger Verkehrs­verein, Herr 2. Moll, ist aus Gesundheitsrücksichten zurückgetreten, an seine Stelle wurde der Fabrikant Herr Hrch. Schmidt I gewählt.

tt Feitag abend fand in Grünberg eine Gemeinde­rats- und Kirchenvorstandssitung statt. Tages­ordnung: Endgültige Beschlußfassung über die Aufstellung der Kirchenheizung.

mn. Ungünstige Ernteaussichten in Mecklenburg. Aus dem Wittenburger Kreise wird berichtet: Seit Menschen­gedenken ist in hiesiger Gegend ein ähnlicher Notstand in der Erntezeit wie in diesem Jahre nicht dagewesen, nament­lich; auf den nördlich von Wittenburg belegenen Feldmarken. Nach voraufgegangener langer Trockenheit wurde das Korn so früh reif, daß bereits gleich nach Mitte Juli mit dem Mähen des Roggens begonnen werden mußte. Um dieselbe Zeit begann es zu regnen und hat den ganzen Augustmonat über damit angedauert, so daß auch jetzt mit Beginn des Septembers noch vieler Roggen auf dem Felde steht, selbst. redend in nahezu unbrauchbar gewordenem Zustand. Weizen ist erst wenig geborgen und vom Hafer ist bereits ein großer Teil verdorben.- Tritt jetzt fein Wandel ein, so steht der Landmann vor einer in dieser Weise hier kaum jemals er­lebten Salamität. Roggen und Weizen hatten ohnehin durch Auswinterung stark gelitten, so daß ein großer Teil um­geadert werden mußte. Das Sommerforn war dagegen außergewöhnlich gut bestanden, ist aber jetzt durch Nässe der­maßen geschädigt, daß man mancher Orten auf Ankauf von Futterkorn wird Bedacht nehmen müssen. Auf mehreren Feldmarken hat das Korn auch durch Hagelschaden gelitten.

tt Die Wetterstation Grünberg signalisierte Donnerstag nachmittag an die Wetterstation Gießen " Ferngewitter" in Aussicht. Freitag früh vier Uhr aber war schon ein Nahgewitter". Ein Augenzeuge erzählt uns, daß bei Reinhardshain von dem niedergegangenen Hagelwetter zahlreiche Schwalben und Staare erschlagen am Wege lagen. Am Obst, Gemüse usw. ist erheblicher Schaden

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durch das Unwetter zum Abfahren nach Grünberg eine furze Zeit verhindert wurden. In Grünberg hat man einen föstlichen Regen gebabt. Derselbe hat nichts ver­dorben, sondern nur die Herbsternte erquickt.- Ueber die vier Gewitter, ihren Zug usw.. können wir vielleicht in nächster Nummer zum Nußen der Landwirte etwas Näheres mitteilen.

× Von dem neuen Winterfahrplan der Kgl. Eisenbahndirektion Kassel ist wohl am bemerkenswertesten, daß die beiden neuen Schnellzüge Berlin- Frankfurt bezw. Frankfurt- Berlin, die ursprünglich nur als Sommerzüge ge­dacht und daher im vorigen Winter ausgefallen waren, auch vom 1. Dft. ab gefahren werden. Es sind große Anstreng­ungen gemacht worden zur Erhaltung dieser Züge.

Der Schüßenverein Alsfeld veranstaltete

übergeben werden der Kommunalber feld, Staufebach, felheim, Kleinsee

thal ganz vorzüg gegend werden A Wetzlar

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Von Stat

am vergangenen Sonntag sein diesjähriges Hauptpreis- und Anschluß an de Ritterschießen, an welchem auch eine Anzahl Grünberger hr bormittag Schüßen teilnahmen und schöne Erfolge erzielten". Feld Alsfeld 9.10 11 scheibe( 300 Meter) Wilhelm Bock 4. Preis, Standscheibe mittags, mit ( 175 Meter) Hrch. Schmidt 1. Preis, Meisterscheibe( 100 angerichteten Meter) Hrch. Schmidt 1. Peis, Herm. Kreuder 10. Preis welchen ich d und Gg. Stammler 15. Preis, Zentrumscheibe( 100 Meter) aufmerksam m einen 4., 7. und 29. Preis. Gg. Stammler 14. Preis. angesehen wer

Hrch. Schmidt einen 1., 20. und 34. Preis. Chr. Wagner

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Den wackeren Schüßen auch fernerhin ein Gut Ziel". *** Die Notiz im gestrigen Blatt betr. Stendalsche Baumdruckmaschine bedarf iusofern einer Ergänzung, indem dieselbe schon längere Zeit im Besitz des Herrn L. Reiß, Westanlage, ist. Der Preis für eine solche Maschine beträgt auch nicht 60 Mt. sondern 85 Mt. Dieselbe wird auf der Landwirtschaftlichen Ausstellung zu Gießen mit ausgestellt.

** Den teilweise in den Aus st and getretenen Frankfurter Maurern wurde ihre Forderung nun­mehr seitens der Arbeitgeber bewilligt; dieselben beschränkten sich hauptsächlich auf Erhöhung der bisherigen Stundenlöhne von 48 auf 50 Pfg. und die vollständige Durchführung der zehnstündigen Arbeitszeit. Die Wiederaufnahme der Arbeit wird am Montag endgiltig erfolgen.

Schrotmühlen. Auf der landwirtschaft­lichen Ausstellung zu Gießen wird u. a. auch die Firma Fried. Krupp Aktiengesellschaft Grusonwert, Magde­burg- Buckau, in einem besonderen Bavillon mit Erzeugnissen, die den Zwecken der Landwirtschaft dienen, vertreten sin. Es sind dies die bekannten Excelsior- Schrotmühlen, die zur Zerkleinerung aller Arten Futterstoffe verwendet werden und in der Landwirtschaft große Verbreitung gefunden haben. Die Mülen haben bis jetzt über 80 Auszeichnungen auf Ausstellungen erhalten, darunter viele erste Preise, sicher der

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