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den Bassisten, denen das bekanntlich die Stimme nach unten verlängern soll, sondern auch von den, zarten" Tenoristen. Man könnte vor ihren Leistungen nicht nur Respekt, sondern manchmal schier Angst bekommen. Auch Wein fehlt natürlich auf dem Festplatz nicht, doch ist die Devise, unter der er verzapft wird, eigentlich recht wenig glücklich gewählt. Das Restaurant heißt nämlich zum ,, Aegir", und bei dem Namen dieses Beherrschers des wässerigen Elements taucht manchem wackeren Sän­ger und Zecher die geheime Furcht auf, als könnte fener mit seinen Wasserfiuten auch den Wein verlängert haben. Doch soll diese Angst, nach altem, was man hört, unbegründet set.

Hus dem Gerichtsfaal.

§ Der umgekehrte Fall Hüssener. Das Marinekriegs­richt zu Kiel verurteilte gestern den Matrosen Messer­schmidt wegen Körperverlegung des Fähnrichs z. E. v. Abel zu 18 Monaten Gefängnis. Der Anklage lag fol­gender Tatbestand zugrunde. Am Sonnabend, den 2. Mai, machte Fähnrich z. E. v. Abel in Gemeinschaft mit dem Fähnrich z. E. Saalwächter einen Spaziergang nach Friedrichsort. Auf dem Wege nach Pries kam ihnen ein Trupp betrunkener Marinematrosen entgegen. Die beiden Fähnriche wichen den Betrunkenen aus. Allein trozden beschimpften die Matrosen die Fähnriche, sobald sie in deren Nähe kamen. Die Fähnriche versuchten die Matrosen in Güte zu beruhigen und machten sie darauf aufmerksam, daß sie es doch mit Vorgeseßten zu tun hätten. Da aber dies nicht half, seßten die Fähnriche, um Ausschreitungen vorzubeugen, ihren Weg fort. Nach= sie eine Strecke Wegs gegangen waren, kam ihnen ein unbekannter Matrose nachgelaufen. Dieser schlug den Fähnrich v. Abel ohne weiteres ins Genick und lief dar­auf eiligst davon. Dieser Ueberfall hatte die Fähnriche so überrascht, daß, obwohl die Fähnriche sogleich die Verfolgung aufnahmen, es dem Matrosen gelang, uner­fannt zu entkommen. Die Vorgesezten des mißhandelten Fähnrichs suchten diesen zu trösten und bedeuteten ihn, daß sein Verhalten keineswegs zu einem Tadel Anlaß gäbe. Troßdem nahm sich v. Abel die ihm durch den Ueberfall zugefügte Kränkung derartig zu Herzen, daß er sich am folgenden Tage, Sonntag, 3. Mai, das Leben nahm. Die energisch aufgenommene Untersuchung des Falles ergab schwere Verdachtsgründe gegen Messer­schmidt, der jedoch hartnäckig leugnete, der Täter zu sein. Die Anflage gegen ihn lautete ursprünglich auf tätlichen Angriff, wurde aber im Laufe der Verhandlung abgeändert, wie oben angegeben. Ms Zeugen wurden bernommen der Fähnrich zur See Saalwächter und der Matrose Jänide,

Nab und fern.

(*) Das Schicksal der Prinzessin Luise von Toskana hat jetzt eine, wie es scheint, endgiltige Wendung er fahren. Nach monatelangen Verhandlungen zwischen den Höfen von Wien, Dresden und Salzburg hat man sich bahin geeinigt, daß die Prinzessin Mitte dieses Monats Lindau verlassen und ihre ständige Wohnung auf Schloß Ronno in Frankreich( Departement Rhone) nehmen wird. Das Schloß gehört der Gräfin Mathilde Saint Victor, der Witwe eines früheren Kammernherrn des verstorbenen Grafen von Chambord. Gräfin Saint Victor wird die Prinzessin auf der Fahrt von Lindau nach Ronno be­gleiten. Das jüngstgeborene Töchterchen wird seiner Mut­ter einstweilen belassen, ob später für immer, steht noch nicht fest. Kurz vor ihrer Abreise erhält die Prin­zessin in Lindau den Besuch ihres Vaters, des Großher­zogs von Toskana Zwischen der Prinzessin und dem Sprachlehrer Giron bestehen, wie zuverlässig aus Brüssel gemeldet wird, schon seit längerer Zeit keinerlei Bezie­hungen mehr. Giron befindet sich zur Zeit in seiner Heimat in sicherer Stellung und hat seit Monaten eine Annäherung an die Prinzessin Luise weder direkt noch durch Zwischenpersonen in die Wege zu leiten versucht.

$ Zur Behandlung des Prinzen Prosper v. Arenberg Im Gerichtsgefängnis zu Hannover wird noch offiziós mit­geteilt, die Disziplinaruntersuchung habe ergeben, daß in einigen wenigen Fällen Unterbeamte dem Prinzen nachts für kurze Zeit auf dem Korridor hatten umhergehen lassen und ihn von ihrem eigenen, für den Nachtdienst mitgebrachten Schnaps geringfügige Mengen hätten trin­ten lassen. Unwahr seien nach dem Ergebnis der Unter­suchung die Behauptungen, Prinz Arenberg habe im Ge­fängnis nächtliche Gelage abgehalten, Karten gespielt und sich mit einem Aufseher geduzt. Ebenso unwahr seien die Angaben, daß Prinz Arenberg im heimlichen Scheck­berkehr mit einer Bank in Hannover gestanden und sogar eines Nachts eine Frauensperson in seiner Zelle gehabt habe.

Bunte Chronik. In einem Leihhause zu Neapel brach ein großer Brand aus, durch den auch ein anstoßender Glockenturm und mehrere benachbarte Gebäude in Mit­leidenschaft gezogen wurden. Bei den Löscharbeiten wur­den mehrere Personen verlegt. Der Schaden beträgt 11 Millionen Lire.

Wie aus Trier gemeldet wird, erkrankten in Neun­firchen und Umgegend 20 Personen unter Vergiftungser­scheinungen nach dem Genuß von verdorbenem Pferde­fleisch, das von auswärts eingeführt war. Drei Perso­nen sind bereiis gestorben.

Der Seepräfekt von Breft, Admiral Gourdon, hat ben Matrosen und Echiffsjungen des Schulschiffes ,, Bre­tagne seine Befriedigung über den Eifer ausgesprochen, mit dem sie dem deutschen Kreuzer Amazone" Hilfe geleistet haben.

In einer Schlucht bei Bregenz wurden die Leichen des Studenten Hans Pagel und seiner Geliebten Fräu­lein Scheller, die er, wie erinnerlich, aus München ent­führt hatte, aufgefunden. Es liegt vermutlich Doppel­selbstmord vor.

-Während des Pfingstgottesdienstes schlug in Alten­dorf( Mähren) der Blizz in die Kirche ein und traf den Hochaltar. Ein Kind wurde durch den Blizschlag getötet und 12 Personen betäubt.

Wie aus Valparaiso berichtet wird, ist während eines Sturmes die britische Bark Foyledale" gescheitert. Zwölf Personen büßten hierbei das Leben ein.

4. Sigung der Großh. Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach.

Protokoll Auszug.

V

Gießen, 3. Juni 1903. Anwesend waren die Herren: Kommerzienrat Koch, Vor­fißender, Kommerzienrat Heichelheim, Grünewald, Thring, Kaz, Nowack, Röhr, Schirmer, Steinecke, Burbuch. 1) Aus dem Geschäftsbericht ist Folgendes mit­zuteilen:

a

a. Die Hanseatischen Handelskammern hatten in einer Eingabe an den Staatssekretär des Reichspoftamts sich gegen die geplante obligatorische Einführung des vom Berner Internationalen Bureau der Telegraphen- Verwal­tungen herausgegebenen amtlichen Wörterverzeichnisses für die Abfassung von Telegrammen in verabredeter Sprache ausgesprochen, da die vorhandenen Privattodes sich als zweckmäßig erwiesen hätten und der Entwurf des amtlichen Wörterverzeichnisses erhebliche Mängel aufweise. Die Rammer hat nach einer Umfrage bei den interessierten Firmen des Bezirks von einer Unterstüßung jener Eingabe abgesehen und sich prinzipiell für die Einführung eines amt­lichen internationalen Wörterverzeichnisses erklärt, voraus ge­seßt, daß die dem Entwurf noch anhaftenden Mängel bes seitigt werden.

b. Den vielfach an die Kammer herangetretenen Wünschen entsprechend, ist bei der Kgl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. nochmals die Einlegung eines Spätzuges Gießen- Lich- Hungen beantragt und das Großh. Ministe­rium der Finanzen um Unterstüßung dieses Antrages ge­beten worden.

c. Der Vertreter der Handelskammer hat den Bezirks­Eisenbahnrat Frankfurt a. M. in Gemeinschaft mit dem Abgeordneten Macco Siegen die Einlegung eines Schnell zuges Gießen Köln und zurück beantragt.

d. Auch die weiteren Wünsche oberhessischer Verkehrs­interessenten sind von dem Vertreter der Kammer im Be­zirks- Eisenbahnrat geltend gemacht worden, doch emp fiehlt es sich, der Handelstammer geeignete Anträge für den kommenden Winterfahrplan tunlichst bald zu überreichen.

e. Dem Zentral- Verband des deutschen Bank- und Bantiergewerbes ist eine statistische Uebersicht über die Wir­fungen der Börsengeseßgebung auf das Bankgeschäft in dem Handelskammerbezirke übermittelt worden.

f) Da die Polizeiverordnung vom 5. März 1903 über das Ausmelken der Kühe vor dem Auftrieb auf den Vieh­markt oder dem Antreiben zu Handelszwecken für die Gießener Viehmärkte durchaus undurchführbar ist, den Handel und die auf dem Markt verkehrenden Landwirte schwer schädigt und ferner eine ernstliche Gefahr für das Fortbestehen der hiesigen Viehmärkte bedeutet, hat die Kammer auf Grund einer Umfrage sich für die Aufhebung, bezw. die Beschreibung der Verordnung dahin ausgesprochen, daß das Ausmelten am Abend vor dem Markte zu erfolgen hat. Stellt sich auf dem Markte oder dem Auftrieb starke Span­nung des Euters ein, dann soll der anwesende Tierarzt an­ordnen können, daß die Tiere innerhalb einer halben Stunde auszumelken sind.

g) Dem Reichskanzler und dem Großh. Ministerium des Innern sind die Münsche des Huthandels und der Haarhutindustrie des Kammerbezirks bezüglich der neuen Bollfäße von Desterreich- Ungarn und der Schweiz mitgeteilt worden.

2) Auf Grund der Bestimmungen der Gewerbeordnung sind von Behörden den Handlungsagenten Legitt­mationsfarten verweigert und ihnen nur Wanderge. werbescheine erteilt worden. Die Kammer beschloß daher eine Eingabe des Centralverbandes Deutscher Hand­lungsagenten an den Reichskanzler, daß durch eine Aender­ung der Gewerbeordnung den Handlungsagenten der An­spruch auf Erteilung von Legitimationskarten zugestanden werde, zu unterstügen.

3) Seit einiger Zeit ist die Beförderung von Postpacketen mit Schnellzügen eingeschränkt worden. Da diese Maßregel schon jetzt empfindliche Be­nachteiligungen für eine große Anzahl von Geschäftsbetrieben herbeigeführt hat und geeignet ist, fortgesezt den geschäftlichen Verkehr auf's Schwerste zu schädigen, beschloß die Kammer ihre Aufhebung zu beantragen. Wenn es sich rechtfertigt, Vorkehrungen zu treffen, daß der Gang der Schnellzüge nicht gestört werde, so liegt doch ein nicht zu verkennendes eminentes Verkehrsinteresse vor, nach gegebener Möglichkeit, wie es der fahrplanmäßige Aufenthalt der betr. Züge zuläßt, die Uebergabe der Postpackete zu bewerkstelligen. In diesem Sinne wird die Kammer vorstellig werden.

4) Die Großherzogliche Regierung hat im Anschluß an mehrere Anfragen im Landtage Erhebungen über die Frage der Warenhausbesteuerung in Hessen veranstaltet und die Ergebnisse in einer Denkschrift niedergelegt. Die Erhebungen haben ergeben, daß im Großerzogtum wahrscheinlich nur ein Betrieb vorhanden ist, der unter die Bestimmungen des Preußischen Warenhaussteuergesetzes( 400,000 Mt. Jahres­umsaß, Führung mehrerer Warengruppen) fallen würde. Ferner ist den Feststellungen zu entnehmen, daß Warenhäuser erheblicheren Umfanges, das einen Umsatz von 250,000 Mt. und darüber vermuten läßt, nur 3 vorhanden sind. Die Wirkung der Warenhäuser auf die Zahl und das Einkommen der Detailgeschäfte konnte statistisch nicht sicher ersetzt werden, doch hat in einigen Städten mit warenhausähnlichen Be­trieben die Zahl dieser Geschäfte und auch das Einfommen erheblich zugenommen. Festgestellt wurde, daß die jeßige Gewerbesteuergesetzgebung in Hessen vollkommen veraltet ist und die größeren Betriebe oft prozentual geringer belastet als die kleineren Geschäfte.

Die Handelskammer war der Ansicht, daß die hessische Gewerbesteuergesetzgebung dringend einer Umänderung nach der Richtung hin erfordere, daß die einzelnen Betriebe ent­

sprechend ihrer Leistungsfähigkeit herangezogen würden. Von einer endgültigen Stellungnahme gegenüber der Frage der Warenhausbesteuerung in Hessen wurde noch Abstand ge nommen, bis die von der Kammer eingeleiteten Erhebungen abgeschlossen sind.

5) Nach einem Bericht über die Versammlung der In teressenten der Lahnkanalisation, die am 17. Mai in Lim burg stattgefunden hat, beschloß die Kammer dem neuge gründeten Lahnkanalverein als Mitglied beizutreten.

6 Der Jahresbericht der Handelskammer für 1902 liegt zum Teil gedruckt vor. Die Einleitung wurde ver. Lesen und genehmigt. Der Bericht wird im Laufe dieses Monats an alle Firmen, die hierzu Beiträge geliefert haben, versandt werden.

7. Eingänge:

a. Jahresberichte des Vereins Deutscher Kaufleute in Berlin, des Verbandes reisender Kaufleute Deutschlands in Leipzig, des Vereins für Handlungs- Commis von 1858 in Hamburg, des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken, des Ernst Ludwig- Vereins( Hessischer Centralverein für Er­richtung billiger Wohnungen).

b) Erstes Heft über Belgische Bolltarifforderungen, herausgegeben von der Deutschen Handelskammer in Brüssel. c) Denkschrift des Vereins Deutscher Gerber zu den Handelsverträgen.

d) Das neue russische Zolltarifsystem, hrsg. von der Firma Gerhard u. Heyse in Leipzig.

e) Antwort der Handelskammer Mainz auf die Dent schrift der Handelskammer Darmstadt, betr. die Errichtung einer Retchsbanthauptstelle in Hessen.

f) Wettbewerbe- Ausschreibung des K. K. Handels. ministeriums in Wien für ein Kanal- Schiffs- Hebewerk im Donau- Oder- Kanal.

g) Der amerikanische Tabaktrust, Japanische Konkurrenz in Ronftantinopel. Alogen über Warenlieferungen und Waren­verpackungen nach Südafrika, Absatz deutscher Kartoffeln in Süd- und Ostafrika, Absatzgelegenheit für Bergwerksma schinen in Japan.

Die Eingänge fönnen während der üblichen Geschäfts­zeit im Sekretariat der Handelskammer eingesehen werden.

Die erste Wählerversammlung für die Kandidatur des Herrn Kommerzienrat Heyligen. staedt fand gestern Donnerstag Abend auf Einladung des liberalen Wahlausschusses im Neuen Saalbau zu Gießen statt. Wer den großen Saal fennt, weiß, daß eine zahl­reiche Menschenmenge drinnen Plaß hat und zur großen Freude darüber, daß das politische Leben doch noch existiert unter den Bürgern, fann fonstatiert werden, daß der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt war und die Leßten, die da kamen, an den Thüren und in den Fensternischen mit Stehplaß sich begnügen mußten. Herr Kommerzienrat Georgt eröffnete und leitete die Versammlung, stellte derselben den Kandidaten Heyligenstaedt vor und dieser entwickelte dann als erster Redner in ruhiger aber bestimmter Weise sein Programm. Herr Kommerzienrat Heyligenstaedt sagte unter Anderem, daß er ein entschiedener Freund und Förderer eines solchen Zolltarifs sei, der unserer Landwirt­schaft eine gewisse Garantie gebe, aber auf der anderen Seite es ermögliche, daß für Deutschland günstige lang­fristige Handelsverträge geschaffen werden. Dem Arbeiter weitere schwere Lasten aufzuerlegen, müsse sehr in Erwägung gezogen werden. Die neue Gewerbeordnung babe ja recht günstige Resultate aezeitigt, aber ist es möglich oder kann gesetzgeberisch dem Handwerk eine erforderliche Verbesserung geschaffen werden, so stehe er warm dafür ein; schon well er seit Jahrzehnten mit dem Handwerkerftande besonders unseres Kreises sehr eng verknüpft sei. Die Reich& finanz­lage hat sich seit 1898 wesentlich verschlechtert und not­wendig ist es deshalb, wenn in der nächsten Zeit die Reich 8 finanzreform durchgeführt werde. Es müssen dem Reiche Einnahme geschaffen werden, die dem Volke das geben, was es nötig hat. Darüber wird der nächste Reichs­tag mit entscheiden und hoffen wir darum, daß dessen Zu­sammensetzung eine solche wird, die dies auch dermag. Großer Beifall ward dem Herrn Kommerzienrat Heyligen­staedt am Schlusse seiner Ree. Herr Schloß macher, Handelskammersyndikus aus Offenbach a. M., sprach hierauf über die gegenwärtige politische Lage und betonte zu Ein­gang seiner Rede, daß es entgegen den gegnerischen Be­hauptungen wohl eine Wahlparole gäbe, und diese Wahl­parole heiße Abschluß langjähriger Handelsverträge. Die gegenwärtigen Handelsverträge laufen in absehbarer Zeit ab, sie werden dann in Ermangelung neuer nur von einem Jahr zum andern laufen und es wird eine solche Ungewiß heit eintreten, die unseren Export sehr ins Sinten bringen

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Die Zolltariffrage zu lösen, ist die vornehmste und schwierigste Aufgabe unseres Reichstages. Es werden sich im Innern wie nach außen hin Schwierigkeiten ergeben, von denen die aus dem agrarischen und sozialdemokratischen Lager die größten sind. Deutschland, das eine hochentwidelte Industrie und Landwirtschaft hat, braucht etne dritte Person, die da kauft, und das fann Niemand anders sein infolge unserer wirtschaftlichen Entwickelung als das Aus­land. In den beiden letzten Jahren hat uns Nord- Amerika im Export weit überholt und erst wenn wir in der Lage wieder sind, daß wir mehr verkaufen als kaufen, dann hebt sich auch unser Nationalwohlstand wieder. Unsere gegen wärtige Handelsbilanz ist passiv, aber unsere Auslands. interessen sind in hohem Maße aktiv. Das Verkehrswesen, die Schifffahrt, Tausende von Kaufleute und Ingenieure sind in fremden Diensten, verdienen ihr Geld vom Auslande, und nicht zu vergessen, die von deutschen Kapitalien erworbenen Schuldverschreibungen. Diese angeführten Interessenten haben die Berechtigung, daß die Zahlungsbilanz eine attive bleibe und nur durch diese ist es möglich gewesen, daß der Volkswohlstand nicht zurückgegangen ist eher zugenommen hat bis in die Arbeiterkreise hinein. Deutschland hat also an der Weltwirtschaft einen guten Anteil, wir müssen darum

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