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Der Apparat

Fellner an den angefchloffen.

Lokales.

Gießen, 4. September 1903.

Der Großherzog hat zum 3. d. M. dem Dom­Gin bei fapitular und Geiflichen Rat Prälat Dr. Friedr. Schneider

Bublifum auf

beträchtlich mehr als zwei Drittel, für die Schulen der seit herigen Art ausgesprochen, während für die Reformanstalten zusammen nur 33 Schüler in Aussicht gestellt wurden, in die sich Gymnasium und Realgymnasium zu teilen hätten. Unter diesen Umständen kann von einem dringenden Bedürf­

| Jäger die Mitteilung gemacht, daß der Großherzog von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch mache und seine Hinrichtung um 6/2 Uhr morgen früh stattfinde. D. nahm die Nachricht weinend, aber ziemlich gefaßt auf. Nachdem er heute morgen gebeichtet, empfing er nach 8 Uhr die hlg. aus Gotha.

er Opernhaus in Mainz die Goldene Verdienstmedaille für Wissenschaft, nis nach grundsäßlicher Umgestaltung der höheren Schulen Kommunion. Die Hinrichtung vollzieht Scharfrichter Brandt Der römische Kunst, Industrie und Landwirtschaft und dem Privatdozenten in der fraglichen Richtung wohl nicht mehr die Rede sein.

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an der Technischen Hochschule zu Darmstadt Adolf Beller bie Silberne Verdienstmedaille für Wissenschaft, Kunst, In­dustrie und Landwirtschaft verliehen.

Das Großh. Ministerium des Innern hat demgemäß be­schlossen, daß von der Gründung sogenannter Reformgymnasien oder Reformrealgymnasien bis auf weiteres abzusehen ist.

* Der Großherzog empfing u. a. den Provinzialdirektor* Die Strafkammer in Schweinfurt verurteilte Dr. Breidert von Gießen, den Beigeordneten Cursch- den Schäfer Valentin Benkert von Eltingshausen, r die Bujam mann von Gießen, den Stationsassistenten a. D. Pfanne der dem dortigen Bürgermeister 11 junge Obstbäumchen im riadhe ergrün müller, den israelitischen Lehrer Wertheimer von Heldenbergen Werte von 100 Mt. durch Beilhiebe zerstört hatte, wegen Pferdeschwanz und den Leutnant der Landwehr- Kavallerie 1. Aufgebots Sachbeschädigung zu 6 Monaten Gefängnis. has edle Rog Wenzel, tommandiert beim Infanterie- Regiment Kaiser Wilhelm

Bürde ledig( 2. Großh. Hess.) Nr. 116.

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* Der Großherzog hat mittelst Allerhöchster Ent­schließung geruht, dem Hauptmann und Kompagniechef Biegler im Infanterie- Regiment Herzog von Holstein( Hol­steinisches) Nr. 85, seither im Infanterie- Regiment Kaiser Wilhelm( 2. Großh. Hess.) Nr. 116, das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen. * Ernannt wurde Pfarrvifar Repp zu Alsfeld zum Pfaraverwalter in Wolfsheim, Dekanat Wölstein.

*

Beförderung. Der Königl. Stationsassistent eil überfallen. Neuhaus von Gießen ist unter Beförderung zum Güter­ar eine Ueber- expedienten vom 1. September ab nach Schwintochłowiß, nachdem sie Direktionsbezirk Breslau, versetzt.

Wohnungen iegsschauplay" ** Zur Wiederbeseßung werden ausgeschrieben: ern, so ist die die evang. Pfarrstelle zu Sprendlingen, Dekanat Offenbach; so bedenkliche, die evang. Pfarrstelle zu Lißberg, Defanat Büdingen; die sdepartements evang. Pfarrstelle an der Markusgemeinde zu Gießen vielen Fällen( bekanntlich wird Pfarrer Scheunemann Gießen verlassen); schwerem Ge die 2. evang. Pfarrstelle zu Großen Linden( die durch das Ableben des Pfarrer Schönhals vakant geworden ist); die evang. Pfarrstelle zu Groß- Felda, Dekanat Alsfeld; die evang. Pfarrstelle zu Brauerschwend, Dekanat

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Band aus dem haben die Ver efängnisbeamte per mancherlei n Aufenthaltes Dienſtvorschrift streng berpont rwiesen. Gegen ilfsauffeher if Strafverfahren

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Der Großherzogl. Forst wart Stendal in Weick arts hain hat, wie ein Bild der letzten Woche" zeigt, bei der letzten deutschen Forstversammlung in Kiel, wo auch Geheimrat Prof. He ß aus Gießen zugegen war, Gelegenheit gehabt, die von ihm erfundene ,, Baumdruck­maschine" in Tätigkeit vorzuführen. Gegenüber anderen früheren ähnlichen Erfindungen hat dieselbe den Vorteil der Verwendung bei unebenem Boden. Der Erfinder hat sich eine neue Verbesserung, wonach dieselbe nicht, wie früher, von sechs Mann, sondern nur von zwei Mann bedient zu werden braucht, vom deutschen Reitsamt patentieren lassen. Die Maschine, deren Preis sich auf 60 Mt. beläuft, ist bereits in mehr als hundert Exemplaren in hauptsächlich hessischen und benachbarten Oberförstereien in Gebrauch. Es steht nunmehr zu hoffen, daß dieselbe, bei deren Anwendung jeder Unfall vermieden wird, auch im weitern deutschen Vaterlande in Verwendung kommt.

** Rittershaus- Konzert. Wir können unseren Musitfreunden die sie gewiß interessierende Mitteilung machen, daß der königliche Hofopernsänger Alfred Rittershaus in dieser Saison wieder ein Konzert veranstalten wird und zwar einen Wagner- und Balladen Abend. Das Programm ist ein völlig neues. Den Tag des Konzerts

werden wir demnächst mitteilen.

Ein schweres Gewitter zog heute früh in der Richtung von Gießen nach Alsfeld und richtete viel Unheil an. In Launsbach schlug der Blitz in einen Stall des Landwirts Ludw. Will und tötete ein Rind. Ein anderer Blißstrahl ging in einen Telegraphendraht, der ab= geschmolzen wurde. Strichweise war der in Strömen nieder­gehende Regen von Hagel begleitet; so waren die Felder zwischen Saasen und Göbelnrod vollständig mit Hagel, der teilweise die Dicke von Taubeneiern hatte, be­deckt, sodaß die Flur den Eindruck eines Wintermorgens machte. An den Obstbäumen ist viel Schaden angerichtet. An der Lahn bei Gießen wurde eine große Pappel vom Bliz zersplittert.

A Die Zahl der in dem Großherzogtum Hessen be­stehenden Ortsgererbevereinen beträgt 116 mit zu­sammen 10 688 Mitgliedern; davon kommen auf Starken burg 71 Vereine mit 5526 Mitgliedern, Oberhessen 26 Ver­eine mit 2485 Mitgliedern und Rheinhessen 19 Vereine mit 2633 Mitgliedern. Die Anzahl der Kunstgewerbe, Gewerbe­und Fachschulen in Hessen verteilt sich auf 16 Städte; diese Schulen werden von 1737 Schülern besucht, darunter be­finden sich 1087 Bauhandwerker, 565 Nicht- Bauhandwerker und 85 ohne Beruf. Der Unterricht in diesen Schulen wird von 164 Lehrern und einer Lehrerin geleitet. In 109 Städten und Ortschaften sind Handwerker- Sonntags- Zeichenschulen mit 7769 Schülern, darunter 5395 Bauhandwerfer, 2202 Nicht- Bauhandwerker und 172 ohne Beruf; diese Schüler werden unterrichtet von 253 Lehrern. An den 42 gewerb lichen Fortbildungsschulen werden 2381 Schüler in 109 Ab­teilungen unterrichtet von 93 Fachlehrern. Mit der Großh. Zentralstelle in Darmstadt sind verbunden 167 gewerbliche Unterrichtsanstalten mit 510 Lehrkräften und 11 887 Schülern. Die Gesamtausgaben für die gewerblichen Unterrichtsan­stalten betragen 443 361 Mt. gegen 427 177 Mt. im Vor­den sind. m jahr; darunter 294 878 Mt. Gehälter für die Lehrer.

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Die oberste Schulbehörde hat an die Eltern der gegenwärtig die ersten Ober- Vorschulklassen in Darm­stadt besuchenden Schüler die Anfrage gerichtet, ob rückenden Söhne einer nach den sog. Frankfurter Lehrplänen

*

In der Landwirtschaftlichen Abteilung der Weltausstellung in St. Louis 1904 wird sich eine Unterab­teilung für wissenschaftliche Landwirtschaft" befinden, welche den Beweis erbringen soll, daß es nicht allein die Praktiker waren, welche die Landwirtschaft Ameritas auf ihre jezige Höhe und zu ihrer riesenhaften Leistungsfähigkeit gebracht baben. In dieser Abteilung werden 65 höhere Landwirt­Schaftliche Lehranstalten mit 200 Lehrern und 20000 Studenten ve treten sein. 60 Experimentierstationen mit mehr als 700 Fachgelehrten und Assistenten, 2500 Farmers schulen mit 800 000 Besuchern werden in Bildern, Truck­der theoretische Unterricht in Nordamerika erteilt wird, wo sachen und Arbeiten ihrer Schüler zeigen, in welcher Weise mehr als 40 000 000 Menschen an der Landwirtschaft be­teiligt sind. Eine eigentümliche Einrichtung sind die Sekundär­Landwirtschaftsschulen. Diese sind eigentlich Klubs von jungen Leuten, die in gewissen Zentren der Ackerbau trei­benden Staaten zusammenkommen, um Vorträge von Gelehrten an den höheren Lehranstalten und von praktischen Acker­landwirtschaftliche Bibliotheken verbunden. deren Bücher bauern zu hören. Mit diesen Sekundärschulen sind große werden. Die Teilnehmer an diesen sekundären landwirtschaft­über weite Strecken an Interessenten zum Studium versandt lichen Schulen belaufen sich weit über eine Million Menschen, und mit Stolz weisen die amerikanischen landwirtschaftlichen Praktiker darauf hin, daß das Bestreben sich fortzubilden, das man besonders bei den jungen Farmern selbst in den entferntesten Ackerbau treibenden Gebieten findet, haup säch­schaftlichen Wetterfolgen zu verhelfen. lich dazu beigetragen hat, Nordamerika zu seinen landwirt­

| Kinzenbach, 3. Sept. Gestern und heute machte sich bereits ein reges Geschäft im Zwetschenhandel hierselbst bemerkbar. Händler vom Rhein kauften die Zwetschen pro Bentner 3,20 Mt. Sie verpacken dieselben alle in Körbe und gehen dieselben per Bahn direkt nach Rotterdam, von Wie hoch mag wo sie nach England eingeschifft werden. erst der Zentner in England bezahlt werden, wenn man be­denkt, daß die Bahnfracht sich allein auf 1,10 Mt. à Bentner stellt. Für uns en Bedarf sind die Zwetschen noch nicht verwendbar, gewiß gelangen dieselben auf dem weiten Trans­port zur vollkommenen Reife.

Krofdorf, 3. Sept. Der nächste Sonntag, als der erste Sonntag im September ist der Tag, an welchem all­jährlich die Kirchweihfeſte für die gesamte Bürgermeisteret ab­gehalten werden. Gewaltig sind natürlich auch die Zu­rüstungen für diese Festtage, wenn man bedenkt, daß 12 Ge­meinden einer Bürgermeisterei ihre Kirmes abhalten. Gewaltig ist auch das Gebläse das man an diesem Tage zu hören be= kommt und oft sind nicht genug Musikanten aufzutreiben, die an diesem Tage zum Tanz aufspielen sollen. Wie wir er­fahren, so halten die Orte Kinzenbach, Dutenhofen, Azbach, überhaupt die Gemeinden, welche ehemals die Bürgermeisterei Azbach bildeten in Anbetracht der Einquartierung ihre Kirmes vierzehn Tage später.

*

** Lollar. Die Königliche Eisenbahndirektion Frank­furt a. M. hat unserem Altbürgermeister Nies auf ein von ihm eingereichtes Gesuch vom 25. Mat d. I. am 28. August mitgeteilt, daß der jetzt von Fulda in Gießen um 2.41 Uhr antommende Zug 526 und der von Köln jetzt um 2.40 in Gießen ankommende Zug 634 vom 1. Oktober Anschluß an den jezt um 2.40 Uhr von Gießen nach Lollar- Londorf abfahrenden Zug 1040 erhält.

Lang- Göns, 2. Sept. Unter Leitung des Herrn Provinzialdirektor Dr. Breidert- Gießen fand gestern eine Besichtigung des hiesigen Bahnhofsviadukt statt. Es wurde ein Beschluß dahin gehend gefaßt, mit der Kgl. Eisenbahn­direktion Frankfurt a. M. ein Abkommen zu treffen, wonach die Eis nbahndirektion den alten Viadukt bis zur Scheitel­höhe erweitert und den neuen Viadukt in Eisenkonstruktion herstellt. Als Gegenleistung verlegt der Kreis Gießen bezw. die Gemeinde Lang- Göns de Kreisstraße Lang- Göns Neuhof in der Weise, daß dieselbe nicht mehr längst der Bahn herunterführt, sondern in vorteilhafter Weise durch das Feld führt. Der Kreisausschuß, der Gemeinderat, die Oberbahnbehörde sowie Schuchhardt- Neuhof waren zugegen.

* Schotten, 1. Sept. Kreisstraßenmeister Hohenadel ist mit dem heutigen Tage in den Ruhestand getreten. Nahezu 35 Jahre ſtand er im Dienſte des Kreiſes. Den Rest seines Lebens gedenkt er bei seinem Sohne( Uhrmacher Hohenadel) in Vilbel zu verbringen.

|| Geisenheim, 2. Sept. Das benachbarte Kloster Notgottes ist für 165,000 Mt. von der Familie des Frei­herrn v. Zwirlein an eine protestantische Dame verkauft stalt, verbunden mit einem Diakonissenheim, einzurichten be­absichtigt.

Sie das Bec fie geneigt seien, ihre zu Ostern 1904 in die Sexta auf worden, welche in dem früheren Kloster eine Erziehungsan­nen. Sie haben umgestalteten Anstalt zuzuführen, oder ob sie dem Gymnasium

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und dem Realgymnasium in ihrer dermaligen Form den Vorzug geben. Von der Beantwortung dieser Frage sollte es abhängig gemacht werden, ob zu Beginn des Schuljahres 1904/05 der Versuch der Gründung von Reformanstalten zu machen sei oder nicht. Die Abstimmung hat inzwischen stattgefunden und ist zu ungunsten der Reformschulen ausgefallen. Von 118 Abstimmenden haben sich 85, also

XFrizlar, 2. Sept. Die hiesige 1. reitende Batterie hat vom Kaser gelegentlich der diesjährigen Schießübung bei Wesel den Kaiserpreis verliehen bekommen.

+ Mainz, 3. Sept. Dem jugendlichen Mörder Detroits wurde heute früh 612 Uhr von Herrn Staatsanwalt Dr. Friedrich im Beisein des Gefängnisgeistlichen Herrn Pfarrer

|

Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde.

13. Sonntag nach Trinitatis, Sonntag, den 6. September. Kirchliche Feier des Sedanfestes. Kollefte zum Besten der Kaiser Wilhelm- Stiftung für deutsche Invaliden. Gottesdienst.

In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr Pfarrer Schlosser. Bugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde.

Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Scheunemann. Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäus und Markusgemeinde im Hauptgottesdienst statt. Anmeldungen dazu werden bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In der Johanneskirche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Bugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde.

Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Euler. Batholische Gemeinde.

Samstag, den 5. September. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegen­heit zur heil. Beichte. Sonntag, den 6. September( 14. Sonntag nach Pfingsten.) Schußengel fest. Vormittags von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Ur: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion.

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um 8 Uhr: Die zweite hl. Messe. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 21 Uhr: Andacht.

Methodistengemeinde, Asterweg 16. Sonntag 6 September, abends 8 Uhr: Predigt. Mittwoch den 9. September, abends 812 Uhr: Bibel­

stunde.

Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Sabathfeier am 5. September 1903

Freitag abend 6 35 Uhr. Samstag vormittag 8 Uhr. Nachmittags 4 Uhr.

Sabathausgang 7.50 Uhr.

Wochengottesdienst: Morg. 6.30 Uhr. Ab. 6.30 Uhr.

Markt.

Marburg, 3. Sept. Es wac zwar auf heute ein Rindvieh- und Schweinemarkt angesetzt, allein ersteres war nicht aufgetrieben, sondern nur Schweine, und zwar 1035 Stück. Bei ziemlich gewichenen Preisen herrschte ein starker Berkauf. Es fosteten das Paar 5-8 Wochen alte Ferkeln 15-20-24 Mt, ½½ Jahr alte Läufer 40-55 Mt. je nach Qualität, 5-6 Monat alte Schweine das Paar 65-70-80-90 Mt., Fette Schweine das Stück 65-70

Mart.

Hamburger Futtermittelmarkt. Originalbericht von G.& D. Lüders, Futtermittelgroß­handlung, Reis- und Delfuchenmühle, Hamburg. Mit dem Anfang des Monats September ist hier endlich das ersehnte trockene sonnige Wetter eingetreten, daß zur Förderung der verzögerten Erntearbeiten so dringend erforderlich war.

Der Futtermittelabsaß war in dieser Berichtswoche recht schwach bei schwankenden Preisen. Reisfuttermehl steigt im Preise; nament­lich die besseren Qualitäten. Von Rangoon sind in diesem Jahre bis Anfang August nur 30,279 Tons Reisfuttermehl nach Europa verschifft gegen 64,360 Tons im gleichen Zeitraume des Vorjahres. Tendenz: ruhig.

Reisfuttermehl 24-28 Proz. Fett und Protein 430-450 Mt. per 50 Kilo ab Hamburg, 4.35-4 50 ab Magdeburg, ohne Gehalts­garantie 3.75-4 30 ab Hamburg. Reiskleie 2.- bis 3.50, Weizen­fleie, grobe 4.15-440, Roggentleie 4.20-4.30, Gerſtefleie 4.50 bis 5.50, Eidnußklete( gemahlene Erdnußschalen) 2. bis 2.20, Erd­nußfuchen und Erdnußmehl 52-54 Proz. 6.25-6.50, 53-58 Proz. 6.50-6.90, Baumwollfaattuchen und Baumwollsaatmehl 52-58% 6.40-6.55, 56-62 Proz. 6.50-6.75, Cocusnußkuchen und-Mehl 28-31 Pro. Fett und Protein, 5.40-6.20, Palmfernkuchen und -Mehl 22-26 Proz. do. 5.00-5.25, Rapsfuchen u.-Mehl 38-44 Prozent 4.40-4.75, Leinfuchen und Mehl 38-42 Proz. 6.25-6.75, Maisölkuchen und Mehl 18-24 Proz. 5.70-6.-, Getrocknete Schlempe 40-45 Proz. 5.25-5.60, Getrodnete Treber 24-30 Proz. 4.70-5.-, Malzkeime 4.404.90, alles per 50 Kilo ab Hamburg. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen

männliche weibliche

Zusammen

Monat August 1903.

Nachfrage Offene Stellen Besetzte Stellen

147

129

46

73

193

202

221

im vorigen Monat. 231

38

9

47 90

Auch im Monat August machte sich der allgemein herrschende Dienstboten mangel start bemerkbar. Immerhin war es möglich 8 Nachfragen nach Dienstboten zu erledigen. Der Rückgang gegen den Vormonat hat im wesentlichen in der verminderten Nachfrage nach Lauf-, Buz- und Waschfrauen seinen Grund.

Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil bin klein far bas Botale, ben Gerichts-" und Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Dumb Berlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen

Städtisches Schlachthans. Faselochs 35 Pfg.

Heute und morgen.