Sesveter österreichischen und vayrischen Bodens unterjagt. Ein Teil der Dresdener Presse will jetzt, nachdem solchergestalt die unerquickliche Affäre zu einem halbwegs erfprießlichen Ende geführt ist, eine neue Sensation auftischen. Danach soll der bekannte amerikanische Zahnarzt O'Brian den polizeilichen Befehl erhalten haben, das Königreich Sachsen und im besonderen Dresden jofort zu verlassen. Die Gattin O'Brians habe dem König Georg Briefe übermittelt, aus denen zur Evidenz hervorgehe, daß ihr Gatte zur früheren Kronprinzessin von Sachsen intime Beziehungen unterhalten hat.
!!! Eine Raubmörderin. Die 74 Jahre alte Rentnerin Witwe Marie Josephson zu Weißensee bei Berlin murde das Opfer eines schändlichen Raubmordversuches. Eine Frau, die sich Etruck nannte und angab, die Tochter eines der alten Dame wohlbekannten Friedhofsarbeiters zu sein, wußte sich Einlaß zu dieser zu verschaffen, während sie allein in der Wohnung beim Abendbrot saß. Die Besucherin gab vor, sie wolle in Dienst gehen und suche eine Stelle. Die gutmütige Josephson versprach ihr, sie einer Nichte zu empfehlen, da sie wohl ebenso brab sein werde, wie ihr Vater. Als die Frau gegessen hatte, erbot sie sich, beim Abräumen zu helfen. Während dann aber die alte Dame die Speisekammer öffnete, um die Reste der Mahlzeit hineinzubringen, blies ihr Besuch plötzlich die Lampe aus und packte die alte Dame mit beiden Händen, drückte ihr die Kehle zu, versetzte ihr mehrere Schläge auf den Mund, warf sie hin und preßte ihr mit den drohenden Worten: ,, Gibst du dein Weld her, sonst steche ich dich tot!" die Faust in den Mund; mit der freien Hand schlag sie ununterbrochen auf die schwächliche Greisin ein und würgte sie, bis sie besinmungs- und regungslos liegen blieb. Nun schleppte die kräftige Person ihr Opfer, das sie für tot hielt, in die Speisekammer und warf die Tür zu. Dann öffnete sie mit den Schlüsseln, die sie auf dem Tische fand, sämtliche Behälter und durchwühlte sie. Sie erbeutete nur ein Cortemonnaie mit 11 Mart, außerdem nahm sie ein kleines Nippestischchen, eine Schmuckpalme und einen großen Teppich mit, den sie zusammenvollte. Erst um 11 Uhr kam die furchtbar mißhandelte Greisin wieder zur Besinnung, schleppte sich mühsam zur Wohnung des Verwalters hinauf, vor dessen Tür sie wieder zusammenbrach, nachdem sie angeflopft hatte. Der Verwalter fand jie mit blutigem Gesicht und geschwollenem Halse daliegen. Die Schuldige, die wirklich die Tochter des Arbeiters Strud, aber mit einem gewissen Raden verheiratet ist, wurde in ihrer Wohnung verhaftet. Sie feugnet zwar, doch gilt sie als vollkommen überführt.
::: Ueberschwemmung in Havre. Der heftige Sturm, der durch den Aermelkanal tabte und in England so schweres Unheil anrichtete, hat auch Frankreichs Küsten nicht verschont. Die Seinehafenstadt Le Havre murde zur Zeit der Flut zum großen Teil unter Wasser gesetzt. Der Sturm hielt 2 Stunden an, dann trat Windstille ein. Mit Eintritt der Ebbe wich das Wasser langsam aus den Etraßen. Von verunglückten englischen Dampfern kommen noch immer weitere Nachrichten. Der in Ham burg angekommene englische Dampfer Clavering" rettete auf hoher See einen in einem Boot befindlichen Mann. Der Gerettete, welcher 24 Stunden in dem Boot herumgetrieben war, sagte aus, daß er der Zimmermann des von Liverpool gekommenen englischen Schiffes ,, Cambrian Prince" sei, das am Tage vorher im Sturm gekentert sei. Die übrige Besagung sei wahrscheinlich ertrunken. Der deutsche Dampfer ,, Lehe" der Fischereigesellschaft ,, Nordsee" traf in der Nordsee den englischen Dampfer ,, Birkdale" bei orfanartigem Sturm hilfLos treibend und schleppte ihn, nach viertägigem harten Kampf mit den empörten Elementen, in Geeftemünde ein. Bunte Chron. Unter dem Militär der Gnesener Garnison, sowie in der Frrenanstalt Dzikanta bei Gnesen ist eine Typhusepidemie ausgebrochen. Auch zahlreiche andere Bewohner der Stadt Gnesen sind an Typhus erfrankt.
-- Wegen Sittlichkeitsvergehen ist der Handelsmann Hans Koppe in Berlin von der Kriminalpolizei verhaftet worden. Koppe, der mit Briefpapier in den Häusern zu hausieren pflegte, hat bei dieser Gelegenheit sehr oft auf den Treppen minderjährige Mädchen unsittlich angefaßt; desgleichen hat sich der Unhold an den vier Kindern seiner Wirtin in schamloser Weise vergangen.
Das Gemeindearmenhaus in Corsenz( Schlesien) sowie ein Nachbargebäude wurden vom Feuer zerstört. Vier Frauen kamen in den Flammen um.
Zwischen zwei Studierenden der Karlsruher Technischen Hochschule, Stanislaus Goldberg aus Warschau und Viktor Schwarz aus Kattowiß, fand infolge Streits in einer Liebesaffäre ein Pistolenduell statt, wobei Goldberg seinen Gegner durch einen Schuß durch den rechten Arm und die Brust schwer verwundete. Goldberg ist flüchtig und wird polizeilich verfolgt.
Durch Feuers- und Wassersnot stürzten in Korea nicht weniger als 4000 Häuser ein, wobei, soweit bis jetzt feststeht, 186 Menschen ums Leben kamen.
Ganz Westpennsylvanien ist von Hochwasser heimgesucht, da der Ohiostrom und seine beiden Quellflüsse Alleghany und Monongahela ausgetreten sind. Hunderte von Personen mußten ihre Häus r verlassen oder nach höher gelegenen Stockwerten flüchten.
Kurzes Allerlei. Die Zahl der Geisteskranken in den Jrrenanstalten Preußens belief sich im Jahre 1900 auf 76 342, während im Jahre 1875 nur 18 761 Fälle von Geistesfrankheit in den Irrenanstalten zur Behandlung gelangten.
Wieviel Postbeamte gibt es auf der Erde? Nach einer soeben erschienenen Statistik sind im Jahre 1900 in den Weltpostvereinsländern zusammen nicht ganz eine Million Beamte und Unterbeamte tätig gewesen. Ihnen treten noch rund 30 000 Postillone und 50-60 000 Pofthalter und sonstige im Dienste der Post stehende Fuhrunternehmer hinzu.
Eine Tropfsteinhöhle ist in Tapolcza( Komitat Bala) beim Graben eines Brunnens entdeckt worden. Eine Kleinere, mit Tropfsteinen förmlich ausgelegte Höhle führt in eine größere Höhle und diese zu einem See, in welchem kleine Fische schwimmen. Das Wasser des Sees ist warm und die Bevölkerung hat auch schon barin gebadet.
Vermischtes.
[ Ein Berein der„ Entlobten"] ist in dem Berliner Vororte Zehlendorf gegründet worden. Eingelaben zu der konstituirenden Versammlung waren nicht nur die Entlobten, sondern auch alle, die es werden wollen". Tatsache ist es, daß in dem vergnügungslustigen Vorort in legter Zeit auffallend viele Verlobungen wieder aufgehoben worden sind und daß diese Epidemie der Entlobungen etwas ernüchternd auf die männliche und weibliche Jugend gewirkt hat. Ob der neue Verein lange lebensfähig sein wird, ist allerdings eine andere Frage.
[ Die Reformtracht ist nicht hoffähig!] In den ,, Braunschw. Neuest. Nachr." erklärt eine Dame der Hofgesellschaft das Reform- oder Empirekostüm, in dem unlängst zwei Damen auf dem Hofballe erschienen sein sollen, für etikettewidrig. Sie bestreitet, daß diese Mode auf dem letzten Hofball in Berlin und Braunschweig Eingang gefunden und betont, daß von der maßgebenden Stelle nach wie vor für Hofbälle Toilette mit geradem Ausschnitt, kurzen Aermeln, die nicht durch Bändern über die Schultern ersezt oder ergänzt werden dürfen", vorgeschrieben sei.
)[ Die Abstinenzbewegung in Schweden.] Noch vor wenigen Jahrzehnten war in Schweden die Trunksucht so berbreitet wie faum in einem anderen Lande der Welt, und heute ist man, wie ,, Politiken" mitteilt, dort auf dem besten Wege, es den anderen Ländern an Nüchternheit zuvorzutun. Der Verbrauch an reinem Alkohol betrug im Jahre 1830 noch 23 Liter auf den Kopf der Bevölkerung, jezt keine 4 Liter, während in Deutschland 11,2 Liter Alkohol auf den Kopf treffen. Freilich gibt es in Schweden auch 36 berufsmäßige Abstinenzprediger, 30 Männer und 6 Frauen, die nichts anderes tun, als im Lande Vorträge halten, und im Reichstage siẞt eine Abstinenzpartei von 50 Mitgliedern.
( Ein unangenehmer Irrtnm. Eine amüsante Geschichte wird gegenwärtig in der Londoner Gesellschaft viei belacht. Ein reicher Amerikaner, hatte sich von einem in den Londoner ,, Drawingrooms" wohlbekannten Manne einführen lassen und erhielt u. a. auch eine Ein. Yabung zu einem zwanglosen Tee in einem Hause in Portman Square. Als er die Treppe hinauskam, grüßte er die ihm bisher unbekannte Gastgeberin mit Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit, aber er konnte nicht umhin, über die starke Reserve zu erstaunen, die sie ihm gegenüber beobachtete. Während er, über die ,, verdammte englische Gefühllosigkeit" innerlich schimpfend, weiterging und sich unter die übrigen Gäste mischte, fiel es ihm auf, daß bie ganze Veranstaltung doch feierlicher war, als er erwartet hatte. Er war froh, als er schließlich einen Beer bemerkte, mit dem er gut bekannt war, und beklagte sich bei ihm sofort darüber, daß die Gastgeberin sich geberdete, als sei sie eine Prinzessin. Selbstverständlich," Yautete die Antwort des Peers, worauf der Yankee entrüstet zurückfragte: ,, Was meinen Sie damit? Mrs. X. ist keine Prinzessin!" ,, Nein!" erwiderte ihm sein vornehmer Freund belehrend. ,, Aber Sie befinden sich augenscheinlich in einem Irrtum. In Portland Square sind heute abend zwei Gesellschaften. Mrs. X. wohnt auf der gegenüberliegenden Seite, und unsere Gastgeberin ist die Herzogin von Fife, die älteste Tochter des Königs." Der Yankee var sprachlos vor Entseßen; das war selbst für sein republikanisches Gemüt zu viel. ,, Gerechter Himmel!" rief er aus. Und ich habe ihre Hand geschüttelt wie einen Bumpenschwengel!"
Lokales.
Gedenktafel für den 3. März.
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1152. Friedrich I., Barbarossa, zum deutschen Kaiser wählt. 1813. Die Franzosen räumen Berlin, Einzug der Russen. 1849. Erlaß der österreichischen Reichsberfassung. 1872. Gründung der Marine in Kiel. 1901. Mac Kinley zum zweiten Mal Präsident der Vereinigten Staaten.
Mangel an protestantischen Geistlichen. )-( Der Zudrang zu den gelehrten Berufen weist, nach den preußischen Universitätsfakultäten zu schließen, sehr bemerkenswerte Ungleichheiten auf. Während im verflossenen Jahrzehnt die Zahl der Juristen und Mediziner erheblich zugenommen hat, ist die Neigung zum Studium der Philologie und der protestantischen Theologie beständig geringer geworden, zu lezterer derart, daß die Zahl der Theologie- Studenten seit 1890 vn 4536 auf 2286, also auf die Hälfte herabgegangen ist. Gymnasien, welche früher Jahr für Jahr einen bestimmten, erheblichen Zuschuß zu den späteren Theslogen lieferten, entlassen jetzt zum Studium der Theologie kaum noch einen Schüler. Dieser Zustand wird in absehbarer Zeit zu einem sehr fühlbaren Mangel an Nachwuchs für die protestantischen Pfarrstellen führen. Die Gründe dieser Erscheinung sind mannigfach. Zunächst werden sie in dem vorwiegend dem Erwerbsleben zugewandten, den Idealen abholden Zuge der Zeit zu suchen sein. Sodann kommt die geringe Bewertung der pastoralen Tätigkeit. Daß ein Pfarrer ernstlich arbeitet, wollen die Wenigsten anerkennen. Am schwersten aber fällt die im allgemeinen noch immer ganz unzulängliche und unangemessene Besoldung ins Gewicht. Das Pfarrerbesoldungsgesetz hat daran wenig gebessert. Gerade der Geistliche aber ist mit allerlei Nebenausgaben belastet, welche Angehörige der anderen Stände entweder garnicht oder doch nicht entfernt in dem Maße kennen wie jener. Kein Stand zum Beispiel wird so stark zu Beiträgen für wohltätige und gemeinnüßige Zwecke herangezogen, wie der geistliche. Den Nebenausgaben entsprechen aber feineswegs die Nebeneinnahmen, auf die mm gerne, aber mit großem Unrecht, hinweist. Namentlich wird die Nebeneinnahme aus Privatunterricht und schriftstellerischen Arbeiten weit geringer sein, als man glaubt. Leider ist wenig Aussicht vorhanden, daß in den Besoldungsverhältnissen so bald Wandel geschaffen wird. Ist nun schon der Pfarrer, so lange er noch ledig ist, nicht auf Rosen gebettet, so wird die Lage des verheirateten, mit Rindern gesegneten Geistlichen oft eine drückende. Sie wird es umsomehr, je mehr die Kinder heranwachsen und je größere Anforderungen ihre Erziehung an das Fa milienoberhaupt stellt. Nach all dem begreift es sich sollkommen, daß der Kreis der Eltern, welche ihre Söhne bem Studium der Theologie auführen, immer Deiner Rich
** Bom Amtsblatt Großh. Minifteriums der Justiz enthalten: Nr. 2 vom 17. Februar ein Ausschreiben an fämtliche Justizbehörden, worin diesen ein Erlaß Großh. Ministeriums des Innern vom 9. Februar d. J. an die Großh. Kretsämter betr. Stellung unter Polizeiaufsicht zur Kenntnisnahme mitgeteilt wird; Nr. 3 vom 18. Februar ein Ausschreiben an sämtliche Justizbehörden, betr. die Stempelermäßigung für die Umwandelung fündbarer hypothefarischer Darleben in unfünt bare hypothefarische Amortisationsdarlehen; Nr. 4 ein Ausschreiben an dieselben Behörden in der Angelegenheit der Fesselung von Gefangenen und vorzuführenden Personen auf dem Transport.
** Die 16. Sigung der zweiten Rammer findet morgen, Dienstag, 3. März, vormittags 10 Uhr beginnend, statt und folgende Tagesordnung ist dafür aufgeftelt. I. Regierungsvorlagen, den Hauptvoranschlag der StaatsEinnahmen und-Ausgaben für das Etatsjahr 1903/04 betreffend, sowie Nachträge und Berichtigungen hierzu. Insbesondere:
1. Teil. Für die Verwaltung. VIII. Hauptabteilung: Ministerium des Innern.[ Kapitel 41-74.]( Berichterstatter über Rapitel 41-52 Abg. Dr. Heidenreich; über Kapitel 53-69 Abg. Ulrich; über Rapitel 70 Abg. Möllinger; über Rapitel 71-75 Abq. Dr. Heidenreich.) Kapitel 75. Förderung einzelner Zweige der Landwirtschaft. Titel 3. Förderung der Tierzucht. I. Pferdezucht. Hiers bei: Vorstellung des Pferdezuchtvereins in Groß- Felda, die Errichtung einer Beschälstation daselbst betreffend.( Berichterstatter Abg. Dr. Heidenreich.) VIII. Hauptabteilung: Ministerium des Innern.[ Rapitel 76-87.]( Berichter flatter Abg. Häusel.) IX. Hauptabteilung: Ministerium der Justiz. Kapitel 88-97.]( Berichterstatter Abg. Dr. Gutfleisch.)
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** In der letzten geheimen Sigung der Stadtverordneten Versammlung wurde der Vertrag zwischen Gießen und Marburg und dem neugewählten Theaterbirektor Steingötter in der Sache der Führung des Vereinigten Thaters Gießen Marburg genehmigt. Der Bertrag hat folgenden Wortlaut:
§ 1. Die Städte Gießen und Marburg verpflichten sich zur Unterstützung eines gemeinschaftlichen Theaterunternehmens( Städteburdtheaters) vom 1. Oftober 1903 ab zunächst für die Dauer eines Jahres. Der Vertrag gilt stillschweigend als jedesmal für ein weiteres Jahr verlängert, wenn nicht bis zum 1. Dezember eine Ründigung erfolgt ist. Im ersten Jahre ist die Ründigung noch bis zum 1. Februar zulässig. Wird einer der zwischen beiden Städten und dem Theaterunternehmer abgeschlossenen Verträge von diesem rechtzeitig gekündigt, so gilt dies als rechtzeitige Ründigung auch dieses Vertrags; von einer derartigen Kündigung hat jede Stadt der andern unverzüglich Mitteilung zu machen. Die beiden Städte verpflichten sich, die zwischen ihnen und dem Theaterunternehmer abgeschlossenen Verträge nur in gegenseitigem Einverständnis zu fündigen.
§ 2. Die Stadt Gieken gewährt dem Theaterunternehmer einen Jahreszuschuß bon 3000 mt., die Stadt Marburg einen solchen von 1500 Mt. Die Ver wendung dieser Zuschüsse regelt jede Stadt selbständig. Im übrigen wird das Verhältnis der vertragschließenden Städte zu dem Theaterunternehmer durch Sonderverträge näher bestimmt.
§ 3. Die bertragschließenden Städte verpflichten sich, während der Dauer dieses Vertrags keine andere gewerbsmäßige Theaterunternehmung durch Gewährung von Zuschüssen zu unterstützen, noch einseitig mit anderen Städten Verträge zum Zweck der Begründung: oder Unterstügung eines gemeinschaftlichen Theaterunternehmens abzuschließen.
§ 4. Der Sitz des gemeinschaftlichen Theaters ist Gießen; die Spielzeit dauert vom 1. Oftober bis 31. März. Als regelmäßige Spieltage werden an Wochentagen für Gießen Dienstag und Freitag, für Marburg Donnerstag feftgesetzt. Von je drei Sonntagen ist an zweien in Gießen, an einem in Marburg zu spielen.
§ 5. Die zur Ausführung dieses Vertrages etwa erforderlichen weiteren Vereinbarungen werden durch die Theaterkommissionen beider Städte getroffen.
** Schwurgericht.( 1. Fall). Gestern verhandelte das Schwurgericht gegen den 19 Jahre alten wegen Körperberlegung vorbestraften Arbeiter Wilhelm Pfeil von NiederOfleiden wegen Jagdvergehen und Totschlagsversuch. Es handelte sich um einen Angriff auf den Gemeindeforstwart Jäger von Homberg a. d. D. Troß des Leugnens des Angeklagten famen die Geschworenen zu einem Schuldig und wurde der Angeklagte, da die Jury auch die Frage nach mildernden Umständen bejaht hat, zu 3 Jahre 9 Monate Gefängnis verurteilt."
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* Aus der öffentlichen Lesehalle wurden im Februar 2311 Bände ausgeliehen, davon 98 Bände an auswärtige Leser.
** Bei dem am 24. und 25. Februar hier stattgefundenen Markte waren aufgetrieben 1518 Rindvieb, 647 Schweine. Der nächste Markt findet am 10. und 11. März statt, am lesteren Tage auch Krämermarkt.
** Gin ganz geriebener Fahrraddieb muß es gewesen sein, der am Donnerstag bend gegen 7 1hr ein Rad aus dem Hof einer Wirtschaft im Neuenweg gestohlen hat. Sturios ist an dem Diebstahl, daß das Rad von dem Eigentümer nur auf ganz wenige Minuten an das Haus gelehnt von zwei hiefigen Beamten, die als Eigentümer einen Freund bermuteten und demselben das Rad gerade vor Dieb stahl sichern wollten, nach dem Hof verbracht wurde. Gleich danach muß es gestohlen worden sein.
-P. Bei der am vergangenen Sonntag in der neu erbauten Turnhalle der Turngemeinde Hana u stattgehabten Zusammenkunft der freien Bereinigung der Vorturner des Mittelrheintreises waren die beiden hiesigen Turnvereine mit je einer Musterriege am Barren vertreten. Bei der Kritik erhielten für ihre Leistungen der Turnverein die Rote vorzüglich, der Männerturuvereiu bie Rote gut.
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