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Josef sind die üblichen Trinksprüche geredet worden. Ver Toast des alten österreichischen Kaisers ist recht warm ge­halten gewesen. Er sprach von der Herzlichkeit" des gegen­seitigen Verhältnisses, die schon wiederholt wohltätige Wirkungen" ausgeübt habe, von der vollkommenen Ueber­einstimmung" insbesondere auch in Bezug auf den Balkan, wo die gemeinsame Aktion im Interesse des europäischen Friedens durchgeführt werde. Der Kaiser trank auf das Wohl seines lieben und treuen Freundes". Der Toast des Zaren gab diese Freundschaftsausdrücke zurück und schloß mit dem Trintspruch auf meinen lieben und verehrten Freund". Natürlich haben es sich die slavischen Sozial­demokraten Wiens bei dieser Gelegenheit nicht nehmen lassen, gegen den Zaren und für die russische Arbeiterschaft zu demonstrieren. Ein ebenso unschuldiges wie billiges Ver­gnügen!

Nach Barabas' beschwichtigender Erklärung im unga­rischen Abgeordnetenhause haben Graf Andrassy und Desider Perczel ihre beleidigenden Aeußerungen zurückgenommen. Damit ist die Affäre beigelegt, und Europa darf wieder ruhig sein. Die Krisis selbst besteht natürlich in alter Schärfe weiter. Da man nicht weiß, was geschehen wird, geht Frau Fama geschäftig um. Etliche munkeln, der König werde in Person nach Budapest zu seinen lieben Ungarn kommen und ihnen einen Ministerpräsidenten als Cadeau mitbringen; bielleicht Apponyi, vielleicht auch Szell; auch Andrassy wäre möglich, und Weckerle ist nicht ausgeschlossen.

Neuerdings wird von Wien aus die Nachricht ver­breitet, daß dort in nächster Zeit König Victor Emanuel von Italien und der König der Belgier bei Kaiser Franz Josef zum Besuch eintreffen würden. Diese Meldung ist mit Vorsicht zu genießen. Käme der König von Italien wirklich, so ließe das auf eine Verständigung des österreichischen Kaisers mit dem Vatikan schließen, die erfreuliche Ausblicke auf die friedliche Politik des neuen Papstes eröffnen würde. Würde König Leopold in der Hofburg empfangen werden, so würde das eine Aussöhnung zwischen den beiden Herrschern bedeuten, die bekanntlich seit der Wiedervermählung der Kronprinzessin Stefanie jeden Verkehr abgebrochen hatten. Die wiederholten vergeblichen Versuche König Leopolds, eine Einigung zu erzielen, wäre also endlich von Erfolg begleitet gewesen.

Die abgegangenen englischen Minister fühlen das Be­dürfnis, die Gründe für ihre Demission zu veröffentlichen. So der Finanzminister Ritchie und der Staatssekretär für Indien, Lord Hamilton. Der letztere erklärt noch besonders, daß er völlig unabhängig von Chamberlain demissioniert habe. Jedenfalls geht aus den Erklärungen zur Evidenz hervor, daß Balfour die Demission Chamberlains in dem denkwürdigen Ministerrate in der Tasche hatte, sie aber nicht mitteilte. Eine Tatsache, die unerhört ist. Chamberlain füllt indessen seine neugewonnene Zeit da­mit aus, weiterhin seine fiskalischen Ideen publizistisch zu berbreiten, so jezt in einer besonderen Broschüre, die ein englisches Blatt aus Zeitungsartikeln zusammengestellt hat. Die Oppositionspresse macht sich lustig darüber, daß Cham­berlain das in 400 000 Exemplaren gedruckte Flugblatt in billigen Briefumschlägen deutschen Fabrikats versenden läßt.

In Serbien, wo die Fusion der beiden radikalen Fraktionen gute Fortschritte macht und das gemeinſame" Ministerium Gruitsch so gut wie gesichert ist, bereitete man dem scheidenden Kabinett Avakumowitsch die letzte Ehre durch ein Hofdiner im Konak- eine Institution, um die das Land zu beneiden ist.

Zum Ueberflusse erklärt jezt auch der spanische Mi­nisterpräsident Villaverde, daß das angebliche Abkommen zwischen Frankreich, England, Italien und Spanien über die marokkanische Frage nicht eriſtiere. Auch der Kaid Maclean, ein Schotte, der seit Jahren der Vertraute des Sultans ist, und sich zur Zeit in London aufhält, beſtätigte das einem Interviewer gegenüber. Er meinte, Frankreich stüße den Sultan nur moralisch( und die Anleihe? D. Red.), und betonte, daß dieser vollständig Herr der Situation wäre und große Reformen plane, die er zum Segen seines Landes unbedingt durchführen würde. Insonderheit handelt es sich dabei um die Einfeßung einer regelrechten Regierung und Steuerreform, ein Gebiet, das durch die Willkürherrschaft der Kaids seither völlig im Argen lag. Der Prätendent sei nur noch von verschwindend wenig Anhängern umgeben und hätte als Machtfaktor völlig ausgespielt. Fez sei voll­ständig ruhig und werde seit der Statuierung der lezten Erempel nicht die geringste Lust haben, dem Sultan Schwie­rigkeiten zu bereiten.

Hof und Gesellschaft.

Die Kaiserin ist von Grünholz über Plön nach Potsdam zurückgekehrt. Prinz Adalbert, sowie dessen neuer militärischer Begleiter Freiherr v. Schimmelmann beglei­tete fie.

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Vom Jagdbesuch des Zaren in Mürzsteg wird gemeldet, daß die gestrige erste Sagd auf Gemsen bei pracht­vollem Wetter erfolgreich verlief. Die Absperrungsmaß­regeln in Mürzsteg sind äußerst streng. Verschiedene Vor­wißige, die sich zu dicht an den kaiserlichen Jagdwagen heran­zudrängen versuchten, wurden verhaftet.

Heer und flotte.

Deutsche Studienreise rumänischer Artillerieoffiziere. Eine Kommission rumänischer Artillerieoffiziere unter Führung des Generals Koanda vom Kriegsministerium ist nach Deutsch­land abgereist, um dort die neuesten Fortschritte auf dem Gebiet des Artilleriewesens, insbesondere das Kruppsche System für die Umwandlung des deutschen Feldgeschützes in ein Rohrrücklaufgeschütz, zu studieren.

Nab und fern.

Zur Eröffnung der Ostseefähre Warnemünde- Gjedser ist noch nachzutragen, daß die Fahrt zwischen den beiden Orten hin und zurück vortrefflich verlief und die Vorzüge des neuen Beförderungsmittels ins beste Licht setzte. Der greise dänische König, der sehr frisch aussah, begrüßte in Gjedser die deutschen Gäste aufs herzlichste. In der ge­schmackvoll hergerichteten Fährenhalle fand ein prächtiges Frühstück statt. Der König erklärte, nachdem er die Be­deutung der neuen Linie stark hervorgehoben und hoch und niedrig, die zum Gelingen des großen Werkes beigetragen, in warmen Worten erwähnt hatte, die neue Verbindung für eröffnet. Großherzog Friedrich Franz brachte ein warm und tief empfundenes Hoch für König Christian aus. Nach dem Kaffee gingen die fürstlichen Herrschaften mit Gefolge an Bord der dänischen Fähre" Prinz Christian" und segelten bei strahlendem Sonnenschein unter Kanonenſalut und den Hurrarufen einer zahlreichen Menschenmenge, begleitet von der Königsjacht Danebrog", der Kreuzerkorvette Geyser" und der Fähre Friedrich Franz", die alle, wie auch die Stadt Gjedser, reichen dänischen und mecklenburgischen Flaggenschmud trugen, nach Warnemünde, wo die Anlagen besichtigt wurden. Ein Sonderzug führte darauf die Feſt­teilnehmer nach Rostock, wo der Großherzog ein Prunk­mahl gab, bei dem die beiden Fürsten in längeren Reden die handelspolitische Bedeutung der neuen Fähre hervor­hoben und auf die enge Verbindung zwischen beiden Län­dern toasteten. Gestern besuchten der Großherzog, Prinz Heinrich der Niederlande und Herzog Adolf Friedrich die Rostocker Neptunwerft. Um 12 Uhr mittags fand im groß­herzoglichen Palais Frühstück zu 25 Gedecken statt, an welchem außer den mecklenburgischen Herrschaften der König und der Kronprinz von Dänemark und die dänischen Fürst­lichkeiten nebst Gefolge teilnahmen. Um Uhr ging der ,, Danebrog" wieder in See.

Die vierten Bataillone in Frankreich sollten nach Blätter­meldungen vom 1. Oktober an aufgehoben werden. Dem­gegenüber erklärt das Militärfachblatt France militaire", daß in den Regimentern der Armeekorps der Ostgrenze die vierten Bataillone vollständig aufrecht erhalten bleiben. Es werden nur 68 Kompagnieen der bisher noch nicht vollständig formierten vierten Bataillone vom 1. Oktober an aufgehoben werden.

Aus dem Gerichtsfaal.

§ Im zweiten Laurahütter Wahlkrawall wurden der Haupt­angeflagte Gumy zu 6 Jahren Zuchthaus, 6 Jahren Ehr­berlust und Stellung unter Polizeiaufsicht, der zweite Haupt­angeklagte Graitzaret zu 5 Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust, die übrigen Angeklagten zu zwei bis vier Jahren Gefängnis und entsprechenden Nebenstrafen verurteilt.

Die Belästigung des Kaisers durch Bittsteller hat jetzt auch in Rominten Eingang gefunden. Trotz der umfang­reichsten Absperrungsmaßnahmen, durch welche das kaiser­liche Jagdrevier während der Anwesenheit des Monarchen daselbst von der Außenwelt isoliert wird, gelang es dieser Tage einigen Bittstellern doch, ihre Gesuche dem Kaiser per­sönlich zu überreichen. So gelang dies unter anderen auch einer Frau P. aus Königsberg i. Pr. Die Dame hatte sich der Begrüßungsschar vor dem Kinderheim in Rominten an­geschlossen, und als der Monarch nach erfolgter Besichtigung dieser sozialpolitischen Schöpfung nach dem Jagdschlosse zurückkehren wollte, eilte die Dame plötzlich auf den Kaiser zu und hielt ihm ein großes Schriftstück entgegen. Der Monarch nahm dasselbe dankend entgegen und übergab es jeinem Flügeladjutanten, Major v. Friedeburg, worauf er den Oberhofmarschall Grafen zu Eulenburg beauftragte, für die Beruhigung der höchst aufgeregten Bittstellerin Sorge zu tragen. Auch der Hegemeister Schulze aus Zirke bei Bojen hatte das Glück, dem Kaiser persönlich eine Bittschrift überreichen zu können, und zwar gelegentlich eines Spazier­ganges des Monarchen im Jagdrevier. Der Kaiser fragte leutselig nach dem Inhalt der Schrift und erfuhr, daß des Hegemeisters Sohn, ein junger Forstbeflissener, infolge einer leichten Verstümmelung des linken Zeigefingers bei der Ge­stellung zum Heeresdienst als dienstunbrauchbar zurück­gewiesen und zur Disposition der Ersatzbehörden gestellt worden sei. Der Kaiser versprach, sein möglichstes tim zu wollen und anzuordnen, daß der junge Mann probeweise in eine Truppe eingestellt werde.

Ein mysteriöses Liebesdrama hat sich in Hamburg ab. gespielt. In einem dortigen Hotel wurde ein junger Mann mit einer schweren Schußwunde in der Brust aufgefunden. Im Hospital weigerte er sich, seinen richtigen Namen anzu­geben. Er gestand, daß er mit seiner Braut nach Hamburg gefonummen sei, um dort gemeinsam in den Tod zu gehen. Seine Braut habe sich ertränkt. Wo dies geschehen ist und wie die Unglückliche hieß, meigert er sich ebenfalls anzu­gehen.

Eine gefährliche Diebesbande wurde zu Paris im Keller eines dem Verleger des Rappel" gehörenden Hauses ent­deckt und festgenommen. Sie waren alle mit Messern und Revolvern bewaffnet. In ihren Wohnungen fand

man mehr als 3000 Francs bares Geld und ge­stohlene Waren in großen Mengen. Das Haupt der Bande, ein gewisser Hoornaher, genannt Morbec, erklärte, daß er und seine Freunde in den letzten Wochen 23 000 Fr. gestohlen hätten. Mit Stolz gab er an, der Adjutant" des be­rühmten" Einbrechers Bicot de Montparno" gewesen zu sein. Die Mitglieder der Vande hatten sich gegenseitig durch einen besonderen Vertrag zu gemeinsamer Arbeit" verpflichtet. Ein Paragraph verbietet bei Strafe bis zu 5000 Francs das Ausplaudern von Geschäftsgeheimnissen", speziell der Art der Arbeit, auch Freunden gegenüber.

* Der Sungertos zweier Dentscher in London macht in der dortigen deutschen Kolonie trauriges Aufsehen. Der eine, namens Franz Tiefenbacher, war ein Mann von 60 Jahren, der früher gute Tage gesehen hatte und in

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Hamburg reiche Verwandte besitzt. Der andere, ein pieder jagdbar.

[ Die feindlichen Brüder".] Der Pariser Matin" macht in einem längeren Artikel auf die bekannte Tatsache aufmerksam, daß im deutschen Heere sich eine ganze Menge von Trägern französischer Adelsnamen befinden, die von protestantischen Refugiésfamilien stammen. Der Matin" beklagt bitter, daß die Aufhebung des Edifts von Nantes diese tapferen Soldaten ihrem heimischen Boden abspenſtig gemacht habe. Bei dieser Gelegenheit erzählt er ein eigen­artiges Abenteuer, das dem französischen General de Co­Lomb im Januar 1871 passierte. Der General hatte sein Hauptquartier im Schloß Fouillour, in der Nähe des Lagers von Conlie. Eines Tages bringen ihm seine Plänkler zwei Männer, die sie gefangen genommen hatten. Es sind zwei preußische Husaren, und einer von ihnen spricht sehr gut Französisch. Der General forscht sie, wie es im Kriege Brauch ist, aus, um aus ihnen irgend welche Mitteilungen von Wichtigkeit herauszulocken. Als sie das Schloß ver­lassen, sagt der Gebildetere von den beiden zu den Sol­daten, die ihn wegführen:" Es ist doch merkwürdig, wie Euer General unserem ähnlich ist! Wie heißt er denn?"

Schneider namens Schwarz, war vor zwei Jahren nach London gekommen, um Arbeit zu suchen. Der Vorsitzende der Leichenschaukommission bezeichnete Schwarz als eins der bielen Opfer der kontinentalen Illusion, daß es leicht sei, in London Arbeit zu erhalten".

A Die Hundertjahrfeier der Stadt Chikago wird in dieser Woche festlich begangen. Prinz Heinrich von Preußen über. mittelte telegraphisch seinen Glückwunsch und seinen Dant

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für die an ihn ergangene Einladung. Bürgermeister Harri. Umfaz nur zu er son sprach umgehend telegraphisch den Dank der Stadt für haft aus den be die Aufmerksamkeit des Prinzen aus. Der Anfang der Markt in Gießer

General de Colomb." Was! Unserer heißt ja auch so!" Man erzählt das dem Kommandierenden, der sofort die Gefangenen zurückrufen läßt. Sie bestätigen ihre An­gaben. Ihr Chef ist in der Tat der General de Colomb, oder vielmehr von Colomb, Abkömmling eines Ur- Groß­onkels des französischen Generals; dieser Ur- Großonkel hieß Henri de Colomb und hatte unter Louis XIV. Frankreich verlassen, um sich zuerst in Dänemark, dann in Deutschland niederzulassen. Nach dem Friedensschlusse schrieb der fran­zösische General an seinen Vetter von Colomb, der ihm so­fort antwortete. Es entspann sich ein freundlicher Brief­wechsel zwischen den beiden Feinden von ehedem, und der Franzose erfuhr, daß das deutsche Heer nicht weniger als fieben Offiziere seines Namens zählte.

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Stadt soll ein Fort gewesen sein, das die Truppen der Verben, aber aud einigten Staaten im Jahre 1803 bauten. Unter allen Städten der Welt steht Chikago jeßt, in Bezug auf Bevölke rung und Reichtum an vierter Stelle, und es hat eine größere Verschiedenheit der Rassen aufzuweisen als jede Deutsche, 125 000 Polen, 100 000 Schweden und viele An­gehörige anderer Nationalitäten in kleinerer Anzahl.

andere Stadt. Zu seinen Einwohnern gehören 500 000 wanig vorhanden

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Der Kälbermarkt

Bunte Chronik. Den Beschluß der Ulmer Generalver. Frontfurt, auch d

sammlung des Evangelischen Bundes bildete nach einem Fest­mahl, an dem nahezu 500 Personen teilnahmen, ein Ge­sangsgottesdienst im Münster; viele tausende Personen waren bei demselben anwesend. Im Anschluß hieran fand eine glänzende Beleuchtung des Münsters statt.

- Der Budapester Kutscherausstand ist durch Einigung mit den Arbeitgebern beendet. 87 Kutscher, die die Polizei angegriffen hatten, wurden verhaftet.

An der spanischen Küste kam es zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen den Fischern von San Sebastian und Bermeo; zwölf Personen wurden schwer verwundet.

Lokales.

Gießen, 2. Oftober 1003. ** Der Großherzog hat am 30. September dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Gießen Friz Zimmer mann den Charakter als Amtsgerichtsrat erteilt.

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Erledigte Stellen. Die Stelle des Ober­försters der Oberförsterei Münster, Beerfelden und Dornberg. Ernannt wurden die Lehramtsatzessisten Heinr. Michel zu Friedberg, Otfried Prätorius zu Friedberg, Dr. Joh. Schröder zu Gießen, Dr. Reinh. Strecker zu Buzbach, Wilhelm Wagner zu Lauterbach und Ludwig Weisbart zu Laubach zu Lehramtsassessoren.

** Betreffs der Friedhofsweihe in Gießen Sonn­tag nachm. 4 Uhr, machen wir darauf aufmerksam, daß der diensttuende Geistliche, sowie die beiden Kirchenchorschulen, auch die Mitglieder des Kirchenvorstands und der Gemeindever­tretung an der Treppe, die zur Sakristei der Friedhofs­fapelle führt, Aufstellung nehmen werden.

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** Auf dem Kreuz und in den angrenzenden Straßen herrschte heute Vormittag großer Wassermangel. Das Wasserrohr auf den Kreuz wurde verlegt und darum war es nötig, daß auf einige Stunden das Hauptrohr für diese Strecke abgestellt werden mußte. Hierbei bemerken wir gegenüber unseren verehrl. Abonnenten, daß die vom Städt. Gas- und Wasserwerk erlassene diesbezügliche Bekanntmachung durch Versehen in der Druckerei gestern nicht zur Publikation gelangte.

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Der Winterfahrplan für den diesseitigen Direktionsbezirk liegt der heutigen Nummer bei.

** Dem Bericht der letzten Sitzung der Handels­fammer in Wiesbaden entnehmen wir: In der Frage betr. Erbauung einer Eisenbahn von Wezlar nach Usingen spricht sich die Kammer für die Linie Wetzlar- Brandoberndorf- Ufingen anstatt der Linie Wez­lar- Butzbach- Brandoberndorf- Unsingen aus. Da die Entscheidung des Ministers noch aussteht, hofft sie auf Berücksichtigung dieses Wunsches.

*** Nächsten Sonntag, den 4. Oftober, findet vorm. 1/211 Uhr in Gießen im Saale des Café Leib die feierliche Ueberreichung der Meisterbriefe an diejenigen Handwerker statt, welche sich in diesem Jahre der Meister­prüfung unterzogen und bestanden haben. Aus ganz Ober­hessen werben sich die Beteiligten einfinden und dem feier­lichen Akte beiwohnen.

*. Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Dienstknecht David Kraft aus Angersbach wegen Unterschlagung, Kaufmann Friedrich Max Witte aus Hannover wegen Betrugs und Andreas Rausch aus Romrod wegen Strafvollstreckung vom Großh. Staatsanwalt und Großh. Amtsgericht Gießen.

** Stadttheater Gießen. Nochmals sei in letzter Stunde auf die heutige Premiere von Stobigers liebens­würdigem Lustspiel Lieselott" mit Frl. Hohl in der Titel­rolle hingewiesen. Am Sonntag geht zum ersten Male Der blinde Passagier", Lustspiel von Blumenthal und Kadelburg, in Szene. Der Verfasser von Im weißen Rößl" hat mit dieser Novität wieder ein Stück geschaffen, daß überall einen durchschlagenden Heiterfeitserfolg erzielt hat, schon durch das orginelle Milieu.

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** Lollar welches anfänglic in llegter Stunde abgesagt wurde, tag ben 4. Ofto Turnfache sind konzert statt. Bellersh

Soiree Fly und Slade. Das bekannte Künstlerpaar Fly und Slade, das mit seinen hochinteressanten, fast an das Unmögliche grenzenden geheimnisvollen Demon strationen schon in früheren Jahren in Berlin in Kroll's Theater in 40 Borstellungen mit außerordentlichem Erfolge auftrat, tommt nach mehrjähriger Abwesenheit wieder nach Frankfurt a. M. und wird Gelgenheit nehmen auch in Gießen am 8. Oktober im Neuen Saalbau"( Steins Garten) etne e in malige Vorstellung mit sensationellen Neu­heiten auf dem Gebiete des Dikultismus, Sonnambulismus, psychologischer Studien veranstalten. Es set jedoch schon heute ganz ausdrücklich bemerkt, daß es sich bei Fly und Slade's eleganten Soireén nicht um solche Darbietungen handelt, wobei Personen in einen willenlosen Zustand vers sezt werden, also feine Experimente auf dem Gebiete der Sypnose oder Suggestion, sie haben vielmehr ihren eigenen

de Bierhändler fallen. Die St gehommen; der Bunde in die F der Tätern.

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