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Burger.

Beleidigungsklage Schädel contra Klein.

Gießen, 30. Juni 1903.

Vor den Schranken der Straffammer hiesigen Landge­richts stand heute Herr Dr. med. Karl Klein von hier, an­getlagt wegen Beleidigung eines Beamten, des Großh. Gymnasial direktors Herrn Geb. Schulrats Schädel. Die Beleidig­ung wird in 2 Briefen gefunden, in denen der Angeklagte sich gegen die seinem Sohn Hans im Maturitätszeugnis er­teilte tadelnde Betragen snote beschwerte. Insbesondere be­spricht einer der Briefe einen Vorfall, bei dem Hans Klein von dem Direktor mit förperlicher Gewalt aus dem Schul­zimmer entfernt werden sollte, weil er nicht nachschrieb und bei dem er sich wierseßte. Der Angeklagte bezeichnet in dem Briefe das Verhalten des Direktors als pädagogisch falsch, die körperliche Berührung eines achtzehnjähriger ehren haften jungen Mannes als eine Dreistigkeit, die einen em= pfindlichen Denkzettel verdient hätte.

In der Voruntersuchung hatte der Angeklagte auch angegeben, daß ihm mitgeteilt worden set, der Direktor sei nicht unparteiisch, er bevorzuge die Söhne von Professoren, andererseits habe er den Sohn des Dr. Röse schlecht behan­delt, weil er letteren im Verdacht gehabt habe, er habe die Kranzspende- Artikel in der Frankfurter Zeitung geschrieben. Es fand eine umfangreiche Beweisaufnahme statt, in deren Verlauf Herr Direktor Schädel mit Herrn Geh. Hof­rat Netto in einen Widerspruch gertet, während Dr. Köse feine Ueberzeugung, daß sein Sohn aus dem angegebenen Grunde schlecht behandelt worden sei, bestätigte. Es wurde indessen bestätigt, daß die schlechte Betragensnote des Hans Alein nicht auf eine Einwirkung des Direktors zurückzu­führen sei und daß die Lehrerschaft correft verfahren habe.

Der Staatsanwalt beantragte wegen beider Briefe 300 Mt. Geldstrafe, der Verteidiger hob hervor, daß sein Client in gutem Glauben gehandelt habe und in seinem Vatergefühl tief verlegt gewesen sei, besonders auch durch den Be­richt des Herrn Direktor Schädel an das Ministerium. Zweimal habe Herr Direktor Schädel den jungen Klein, einen Menschen in einem Alter, in dem das Ehrge­fühl am empfindlichsten ist, förperlich angefaßt, er sei auf ihn gestürzt und habe ihn ohne Grund des Zimmers berwiesen. Daß Herr Direktor Schädel auch gegen ihn, den Verteidiger, heftig losgefahren set, zeige, daß er sich nicht zu beherrschen verstehe. Der Angeklagte habe bet Abfaffung beider Briefe in Wahrnehmung berechtigter In­Herr R.-A. tereffen gehandelt, er beantragt Freisprechung. Dr. Spohr, als Vertreter des Herrn Geh. Schulrats Schädel betonte, daß in den Fällen Netto u. Röse nichts gegen Herrn Dr. Schädel erwiesen sei, der junge Röse sei nervös und hierauf sei seine Annahme, er werde schlecht behandelt, zu­rückzuführen. Die Ausführungen des Verteidigers seten sophistis he. Richtig sei, daß der junge Klein ein gut­mütiger liebenswürdiger Mensch sei und daß man die Tat­sachen, auf Grund welcher man seine schlechte Betragensnote formuliert hatte, wohl Lappalien nennen fönnte, Schnitzeln an einem Tisch, Werfen mit Pfeffermünzkügelchen und dergl. mehr, aber für das Gymnasium, das sittiich reife, ernste Männer heranbilden sollte, seten diese Dinge teine kleinig feiten. Das Urteil lautete unter Freisprechung bezüglich des ersten Briefes wegen der Annahme einer Wahrung be= rechtigter Interessen auf 150 Mt. Geldstrafe. Das Gericht erklärte das Verhalten der Lehrerschaft einschließlich des Direktors für forreft; auch bei dem Vorfall vom Juli 1902 set Herr Geh. Schulrat Schädel im Recht gewesen.

Lokales.

Gießen, den 1. Juli 1903.

* Durch Entschließen Großb. Ministeriums des Innern wurde der Großh Regierungsassessor August Seß in Gießen mit Aushilfeleistung bei dem Großh. Kreisamt Mainz beauftragt.

*

In den Ruhestand wurde verseßt der Bahn­wärter in der Hessisch- Preußischen Eisenbahngemeinschaft Martin Schmelzer zu Heidesheim mit Wirkung vom 1. Juli 1903 an.

* Jahresfest der Universität. Seinen üblichen Verlauf nahm heute vormittag das Jahres­fest der Universität. Die Aula war schön geschmückt und vollständig von Geladenen, dem akad. Gesangverein, den Lehrkörper und den Chargierten besetzt. Mit dem Krönungsmarsch a. d. Op. Der Prophet" von Meyer­beer wurde die Feier von der Regimentskapelle ein­geleitet, dem sich das vom akademischen Gesangverein borgetragene Tandum ergo bon Schubert anschloß. Die sich daran anschließende Festrede hielt Se. Mag. der Rektor Prof. Dr. Krüger. Nach der Festrede gab der Herr Professor die Chronik des verflossenen Jahres, teilte die Namen der für die vorigjährigen Preisaufgaben mit Preisen bedachten Studierenden mit, gab die Preisa ifgaben für das nächste Jahr bekannt, gedachte der Geschenkgeber an die Universität und teilte mit, daß die Universität gegen­wärtig von 1092 Studenten besucht werde. Der Schluß­chor aus dem Oratorium Josua" von Händel: Dem Gott Johova alle Dankgesang", schloß sich den Worten des Herrn Reftors an. Mit dem Armee- Marsch Nr. 10 fand die würdige Feier ihren Abschluß. Heute Nachmittag um 4 Uhr findet in Steins Garten Konzert statt und um Uhr schließt sich dem ein Kommers an.

** Hessische Landeslotterie. Nächsten Sams­tag und Montag ist die Ziehung der 3. Klasse; die Lose find gegen Vorzeigung der 1. Klasse schnellstens bei den Kollekteuren in Empfang zu nehmen.

* Ein Gerücht. G. stern zirkulierte inGießen das Gerücht, Dr. Becker von Sprendlingen, der neugewählte Reichstags­abgeordnete der nationalliberalen Partei in Offenbach sei nachts bei einem Krantenbesuche durch mehrere Dolchstiche ermordet worden, dies bestät gt sich glücklicher Weise nicht. Es handelt sich allem Anschein nach um den Fall, der sich am 25. Juni vor dem Schüßenhof" in Offenbach zutrug. Dr. Becker wurde damals mit einem Stock über den Kopf ge­

schlagen; das ganze Gerücht dürfte auf die Rohheit vom 25. zurückzuführen sein. Der Wahlausschuß sezt eine Belohnung bon 100 Mt. aus für die Ermittelung desjenigen, der da­mals Dr. Becker den Schlag auf den Kopf versette.

* Die Studentenverbindung, Winfrida" in Göttingen hat ein Grundstück erworben um ein eigenes Heim zu erbauen.

* Militär- Konzert. Der Freundschaft Worte haben oft gelogen, es täuscht die Liebe durch Beredsamfeit, Musik allein hat nie ein Herz betrogen, doch viele tausend Herzen hoch erfreut!"- Und tausenden freudbedürftiger Herzen wäre der Genuß zu gönnen gewesen, den leider nur einer sehr geringen Besucherzahl gestern in Steins Garten das Trompeter- Korps des 1. Oberels. Feldartillerie- Reg. Nr. 15 unter Mitwirkung des Kammervirtuosen Herrn L. Kümmel vom Großh. Hoftheater in Darmstadt bereitet hat. Das waren für die Gäste nicht nur Stunden angenehmer Unter­haltung, sondern solche von hohem fünstlerischen Wert, die ihren Platz in Erinnerung behaupten werden. In vollendet schöner Wiedergabe bot uns der Stabstrompeter Herr Karl Viz die große Fantasie a. d. Op. Cavallerie Rusticana" von dem bekannten Italienischen Meister Mascagni. Im zweiten Teile trat Herr Kümmel auf und wurde mit leb­haftem Beifall begrüßt. In der Bilio Air Variè Nr. 7 hatte Herr Kümmel das Solo für Kornet à Piston über­nommen. Mit gespannter Aufmerksamkeit lauschte das Publi­fum den schmeichelnden Weisen des Künstlers, die sich dem Bläserkorps anschmiegten und wie aus einem Stück gegossen, ein großartiges Busammenspiel boten, martig u. voll quollen dem Künstler die Töne aus dem Instrument. Nicht enden wollens der Beifall wurde dem Künstler zu Teil nach diesem Vor­trag, gern hätte das Publikum eine Zugabe dantend quittiert, doch wie es scheint, ist Herr Kümmel dazu nicht so leicht zu gewinnen. Bei dem zweiten Auftritt des Künstlers, einer eigenen Schöpfung des Herrn Kümmel, fonnte er sich einer Zugabe aber nicht entziehen, denn der Beifallssturm war zu groß. das Publikum zu sehr von dem Meisterhaften Spiel des Künstlers überwältigt. Wenn ja ein Künstler sein Instrument beherrscht, so fann sich Herr Kümmel mit ihm messen. Aber auch das Bläserkorps des Feldart. Reg. steht auf der Höhe; wir haben es in dem Korps mit einer vorzüglichen Kapelle zu tun, die mehr als beachten wert ist. Wir wünschen dem Trompeterkorps ferneren Erfolg und Herrn Kümmel sagen wir im Namen der Konzertbesucher für seine Darbietung n den besten Dank und rufen ihm aus vollem Herzen ein auf Wiedersehen" nach.

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** Rad- Rennen. Die Direktion der Radrennbahn Sportplaß a. d. Hard beabsichtigt ein großes internationales Rennen für Berufsfahrer zu veranstalten. Das Programm wird ein Sensationelles werden.

§ Die Jagd auf Wildenten, Kibize, Trappen, Brach­vögel und Schnepfenarten ist von heute ab wieder offen.

*** Ein offenes Wort! In der deutschen Ge­schichte des Mittelalters und der vormittelalterlichen Zeit nehmen unsere hessischen Lande einen hervoragenden Rang ein. Hier an dem Ufer des Rheins spielt die Nibelungs­sage. Zwar sind viele stolze Burgen im Laufe des Jahr­hunderts zerstört worden, namentlich durch die französischen Einfälle unter dem Sonnenkönig Ludwig XIV. aber auch in den Ruinen lassen sie ihre ehemalige Schönheit erkennen. Daß dies der Fall ist, ist ausschließlich dem Umstand zuzu­schreiben, das das Material, aus denen diese Bauten er­richtet worden sind, echt war und nicht aus Stoffen bestand, die ein anderes Material vortäuschen. Es wäre dies nicht möglich, wenn Bußmörtel zur Herstellung der architektonischen Gliederungen genommen wäre. Die glänzende baugeschichts liche Vergangenheit, welche gerade dieser gesegnete Landstrich des deutschen Reiches aufweißt, sollte Grund für die heutigen Architekten sein, auch die neuen Bauten in undergänglichem Material auszuführen, um späteren Geschlechtern zu zeigen, daß auch unsere neue Zeit, die Zeit der ersten deutschen Raiser aus dem Hohenzollernhause es versteht, Bauten aus­zuführen, die sich d'm würdig an die Seite stellen, was unter den berühmtesten deutschen Kaisern geschaffen worden ist. Man sollte dies namentlich für solche Bauten erwarten, welche für reichsfistalische Zwecke errichtet werden. Doch ist dies leider nicht der Fall. Ja Wiesbaden wird ein Postgebäude, in Mainz eine Infanterie Kaserne errichtet, denen durchweg mit Hilfe von Kalkpuz das architektorische Gepräge erteilt werden wird. Daß solche Beispiele, welche die Bauverwaltung des Reiches giebt, Private nicht ermuntern fönnen, ihre Bauten aus echtem Material zu errichten, ist einleuchtend, daß aber auch die Großherzogliche Bauverwal tung dem Lande nicht mit gutem Beispiel vorangeht, wo im Lande selbst vorzügliche natürliche Baumaterialien vorhanden siud, bezw. künstliche Baumaterialien in vorzüglicher Be­schaffenheit erzeugt werden, ist tief bedauerlich. Die Bauten die ihrer Bestimmung gemäß auch erzieherish auf diejenigen einwirken sollen, die genötigt stad, dieselben zu besuchen, follten in allererster Line in echtem Material zur Ausfüh­rung gelangen. Viel bedauerliches ist es, das ein neues Schulhaus, dessen Bau in Mainz geplant ist, ebenfalls in Buz zur Ausführung kommen soll. Soll dies vielleicht die Schüler dazu erziehen, sich selbst und andere zu belügen, wie dies die Bauverwaltung beabsichtigt, welche der Außen­welt vortäuschen will, daß das Schulhaus aus mächtigen Hausteinquadern gebaut ist, während nur ein dünnes Mörtel­häutchen durch dessen baldigen Abfall das nackte Mauerwerk zum Vorschein kommen wird, die Architektur vorgaufelt? Da der Mörtelpuz nach einer ziemlich kurzen Zeit wieder erneuert werden muß, wenn das mit solchem geschmückte" Haus nicht als eine Ruine wirken soll, so werden die Unterhaltungskosten erhebliche, und sollte dies allein schon ein Grund sein, anstelle falschen Mörtelpußes echtes Bau­material anzuwenden.

* Lollar, 30. Juni. Zum Beigeordneten wurde bei der gestrigen Stichwahl Herr Heinrich Schmidt IV. mit 106 Stimmen gewählt.

[!] Saasen. Zwischen Saasen und Winnrod stürzte ein Radfahrer so unglücklich, daß er bewußtlos liegen blieb. Ein vorbeifahrender Wagen nahm den jungen Mann auf.

Geiß- Nidda, 30. Juni. Die Arbeiten für die neue Wasserleitung schreitenrüftig vorwärts; eine Teilstrecke ist bereits fertig und in Betrieb.

(§) Burkhardsfelden. Bei einem Fall vom Wagen zer­splitterte sich ein Arbeiter den Knöchel des Fußes.

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Hoherodskopf. Seit voriger Woche ist eine neue Wegmarkierung( blaues Dreieck) nach Blankenan über Jlberg­hausen- Schl chtenwegen fertiggestellt. Damit ist eine von Touristen sehr gewünschte Verbindung zwischen Rhön und Vogelsberg geschaffen.

() Butzbach. Auf 40 Jahre seines Bestehens blickt der Vorschußverein G. m. u. H. zurück.

Buzbach, 27. Juni. Der Feier des 50. Feldberg­festes wurde her in erhebender Weise gedacht. Am Sams tag Abend, durch starken Regen zwar etwas verspätet, wurde um 12 11 Uhr am Bismarckstein ein mächtiges Freudenfeuer abgebrannt. Am Sonntag Morgen fanden sich trotz Regen­wetters beinahe 70 Personen zur Turnfahrt auf den Feld­berg ein, Mitglieder der Männer-, Frauen- und Schüler­abteilungen. Mit dem Trommler- und Pfeifferkorps der Schüler an der Spize bestiegen die Turnfahrer den Feldberg von Homburg aus. Sie wurden zwar enttäuscht durch das Ausfallen des Wetturnens, aber wiederum auch reichlich belohnt durch einen prächtigen Marsch herunter nach der Saalburg und Homburg, von wo aus die Rückfahrt an getreten wurde. Am 23 August wird die Turnfahrt wieder­holt werden.

* Hochborn, 1. Juli. Hier ist eine Telegraph nanstalt mit Unfallmeldedienst und öffentlicher Fernsprechstelle in Wirksamkeit getreten.

*** Aus Starkenburg wird allerlei Ergötzliches von der Reichstagswahl berichtet:" Die neue Bestimmung, die Stimm­zettel in einem besonderen amtlichen Kuvert abzugeben, fam manchem deutschen Reichsbürger recht mekwürdig vor und war die Veranlassung zu den mannigfachsten Zwischen­fällen. So geschah es mehrfach in Rodgau, daß Leute ihren Stimmzettel in die Schublade des im N benzimmer aufge­stellten Tishes legten und erhobenen Hanptes wieder das Lotal verlassen wollten, ohne einen Stimmzettel in die Wahlurne zu werfen Ein anderer Wähler verlangte sogar Tinte und F der, um auf das Kuvert die Adresse seines Kandidaten zu sßen und dieses dann in den Kasten zu werfen. Auch die droll gsten Verwechs lungen von Stimm zetteln wurden gemeldt So gab ein Verzigjähriger einen ganz faftigen Schuldschein in der Hiz des Gefechtes ab statt des Stimmzettels, während ein anderer sogar von zwei gegnerischen Wahlzetteln gerade denjenigen in den Kasten warf, den er partout zum Kuckuck wünschte. Der Betreffende äußerte noch in einem Wirtshause:" Guckt, do han se mer aah an von dene Bentralmensche"( Zentrum) ihrene Bettel in die Hand gedrückt, eich hun awer den fein in mei Weste gesteckt und den von unsere Partei( Sozialdemokratie) hin­eingeworfe. Guckt, do kennt er dem Zentralmensch" sein noch sehe." Und er zog den Zettel hervor, aber nicht den­jenigen des Zentralm nschen," denn dieser lag im Kasten, sondern denjenigen sines Erforenen.

Aus dem Gerichtssaal.

Straffammer.

Gießen, den 30. Junt 1903.

Das hiesige Schöffengericht verurteilte s. 8t. den Küfer Philipp Weigand von Großen- Linden wegen einer an dem 70jährigen Georg Menges von dorten verübten Körperver­letzung zu 2 Monaten Gefängnis. Die von dem Angeklagten ingelegte Berufung wird heute fostenpfl chtig zurückgewiesen.

Sodann

Leo Schreiber von Bergen, welcher vom Polizeidiener Kunz zu Niedererlenbach wegen Uebertretung angezeigt werden sollte, versuchte diesen unter Versprechung eines Geschenks, von seiner Pfl cht abzuhalten. Wegen Bestechungsversuch und Uebertretung erhielt er 5 X 2 Mt. Geldstrafe. wird Wilhelm Bitschko von Großenhain wegen verbotenen Glückspiels in eine Geldstrafe von 25 Mt. genommen. Unter großem Andrang des Publikums wird zum Schlusse gegen den prakt. Arzt Dr. Klein zu Gießen wegen Beleidigung des hiesigen Gymnasial­direktors Geh. Schulrat Prof. Dr. Schädel ver­handelt. A. ist angeklagt, brieflich den Sch. beleidigt zu haben. Das Urteil lautet auf 150 Mt. Geldstrafe.

Geschäftliches.

Das Joeal einer tüchtigen Hausfrau ist während der Sommerszeit ein Spiritustocher, der, ohne im Kochraum eine übermäßige Hiße zu verbreiten, ganz dazu geeignet ist, schnell eine Mahlzeit zu bereiten. Dabei sind die Spiritus­focher auch noch sparsamer als Heizöfen, da sofort beim Anzünden die benötigte Heizkraft sich entwickelt. Infolge dieser Vorzüge der sofortigen Bereitschaft, der Billigkeit, der Bequemliche und Sicherheit gehört der Epiritusfocher schon in tausenden und abertausenden von Haushaltungen zu den beliebtesten und notwendigsten Requisiten der Hausfrau. Ge­rade in Sommertagen, wenn die Hiße des Kochherdes er­schlafft und ermüdet, wird der Spirituskocher zu einem Segen für jede Wirtschaft. Der dazu nötige Spiritus ist heute überall erhältlich in Stadt und Land. Dies beweist der unserer heutigen Auflage beiliegende Prospekt der Centrale, der einen Einblick in die großartige Organisation sowohl für den Spiritus- wie Apparate- Verkauf dieses Instituts giebt.

Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckeret, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1873) für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen.

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