Handelsgut zu betrachten seien. Die erhobene Reviston beim Oberverwaltungsgericht hatte zur Folge, daß die Sache noch mals an die Vorinstanz zurückverwiesen wurde, da nach Ansicht dieses Gerichts der Bezirksausschuß dem Bahnhof die Bezeichnung„ Gehöft" im Sinne der Einzellagerung mit Unrecht abgesprochen habe. Unten Gehöft seien nicht nur die zu einem Ackerhof gehörigen Gebäude zu verstehen. Ferner habe der Bezirksausschuß auch der Begriff Warenvorräte" zu eng gefaßt, es genüge, daß überhaupt Warenvorräte in Frage stehen, wenn auch die dem Eisenbahnfiskus gehörigen Baumaterialien als solche nicht zu betrachten seien. Es bleibe daher nur die Frage der Unentbehrlichkeit zu prüfen. Der Bezirksausschuß beschloß in seiner neuen Sigung nunmehr Ortsbesichtigung über die Lage und Sicherheit des Bahnhofs und der Transportgüter sowie über die thatsächliche Verwendung des Hundes als Wächterhund. Jetzt wird also Phylax in Ausübung seiner amtlichen Thätigkeit beobachtet werden. Hoffentlich versteht er die Sache nicht falsch und benimmt sich gegen die Kommissionsbesucher zart und rücksichtsvoll. Aber wenn er, falls die Herren sein Arbeitsfeld in der Nacht besuchen, nicht gegen sie vorgeht, wird er dann überhaupt als wachsamer Hund angesehen werden? Eine verzwickte Frage!
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Der Ausschuß der Deutschen Turnerschaft hielt in Nürnberg seine geschäftliche Sigung ab. Der Deutschen Turnnerschaft gehörten am 1. Januar an 6915 Vereine in Deutschland und Desterreich mit 590 000 Mitgliedern 105 000 3öglingen im Alter von 14 bis 18 Jahren, 28 000 Turnerinnen, 33 000 Knaben und 10 000 Mädchen an. Der Ausschuß hat sich als ,, Berein" eintragen lassen, um die Turnerschaft rechtlich bertreten zu können. Die Notwendigkeit, wegen des diesjährigen deutschen Sängerfestes in Graz das deutsche Turnfest in Nürnberg auf 1903 zu verschieben, veranlaßte den Ausschuß, den deutschen Turnertag auf 1904 zu verlegen. An den Reichskanzler wurde eine Eingabe um Unterstüßung der deutschen Turnvereine in den Ostmarken zur Förderung des Deutschtums gegenüber den polnischen Bestrebungen gerichtet. Eine namhafte, einem Vereine dort gewährte Unterstützung darf als Erfolg der Eingabe betrachtet werden. Das Vermögen der Deutschen Turnerschaft beträgt rund 42000 Mt.; die Abgeordneten- und Kampfrichterkasse besitzt 19 000 Mark und die Stiftung zur Errichtung deutscher Turnstätten 42 000 Mt.
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* Damenstudium an preußischen Universitäten. Der Erlaß des preußischen Cultusministers vom 23. Juni, betr. die Zulassung von russischen Damen zum Hospitiren an preußischen Universitäten ist in dem Sinne aufgefaßt worden, als ob durch ihn die Zulassungsbedingungen für die Russinnen anders, und zwar schwerer gestaltet seien, als für sonstige ausländische und für inländische Hospitantinnen. Diese Auffassung wird jetzt durch die Nordd. Allg. Zeitung" für irrig erklärt. Es ist nicht darauf abgeschen, die Russinnen ungünstiger zu behandeln als andere Ausländerinnen. Vielmehr gilt für alle Ausländerinnen ohne Unterschied der Grundsatz, daß sie unter denselben Bedingungen zuzulassen find wie die Inländerinnen. Bezüglich der Russinnen lag nur die besondere Frage vor, wie die Reisezeugnisse der russischen Mädchengymnasien im Vergleich zu unseren Lehrerinnenzeugnissen zu bewerthen sind. Lediglich auf diese Frage darf der Erlaß bezogen werden.- Hierzu bemerkt die„ Voss. 3tg.":" Die offiziöse Kundgebung ist in einer Hinsicht erfreulich. Es war verbreitet worden, die russischen Studentinnen hätten sich in ihrem sittlichen Verhalten Etwas zu Schulden kommen lassen und deswillen bemüht sich die Unterrichtsverwaltung, durch die Erschwerung der Zulassungsbedingungen sie von den preußischen Hochschulen fern zu halten. Die Darlegung der Nordd. Aug. 3tg." lehrt, daß jene Beschuldigung der Russinnen durchaus zu Unrecht erhoben wurde. Die Frage, ob das Reifezeugnis eines russischen Mädchengymnasiums dem deutschen Lehrerinnendiplom gleichwertig ist, haben wir offen gelassen. Nach den Erörterungen in der Presse gehen die Meinungen darüber auseinander. Aber warum unterzieht die preußische Unterrichtsverwaltung nur die Bestimmungen über weibliche Studirende einer Durchsicht. Nicht minder dringlich ist die Abänderung derjenigen Paragraphen der Universitäts- Sagungen, die sich auf die Einschreibung männlicher ausländischer Studirender beziehen. Auch hiec muß der Sag gelten, daß an die Ausländer zum mindesten dieselben Anforderungen ge
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* Newyork, 29. Juli. Auf den Eisenbahnen der Vereinigten Staaten sind im 1. Vierteljahr 1902 faut amtlicher Statistit bei Busammenstößen und anderen Unfällen 53 Passagier getötet und 1259 verlegt worden. Der„ Newyork'r Herald" weist demgegenüber dar uf hin, daß auf den Eisenbahnen Großbritanniens im Jahre 1901 nicht ein einziger(?) Reisender getötet wurde.
stellt werden, wie an die Inländer. Erst dann wird| Karl Halter bei dem Versuch, eine auf dem Schießder Mißbrauch beseitigt sein, daß z. B. Amerikaner mit plaz gefundene Bombe zu öffnen, in Stücke gerissen. Tertianerbildung Berliner Doktoren der Medizin werden". Fleischteile des Unglücklichen waren bis auf eine Strecke Das sechste deutsche Sängerbundesfest in Graz. von etwa 100 Meter zu finden. Dienstag Nachmittag fand, wie der„ Frff. 8tg." gemeldet wird, in Gegenwart der Komponisten Theodor Poobertsky und Hugo Jüngst die zweite Hauptaufführung des Sängerbundfestes statt. Am Tage vorher wurde ein herzliches Verbrüderungsfest zwischen den Sachsen und Grazern gefeiert, wobei die österreichische und die deutsche Hymne unter endlosen Heilrufen gefungen wurde. Gestern Vormittag fand ein Frühschoppen der Burschenschaften statt, zu dem sich außer den Grazern besonders zahlreich die Jenenser, Königsberger, Gießener, Nürnberger und Münchener Burschenschaften einfanden. Dr. Kaiser( Graz) sagte in seiner Ansprache: Wenn auch seit dem Jahre 1866 die Burschenschaften in Desterreich und Deutschland nicht mehr in reger Fühlung mit einander stehen, umschlinge doch alle ein festes Band, nämlich der gemeinsame nationale Gedanke. So mögen Sie denn, schloß der Redner, die Empfindung haben, hier in einem deutschen Lande auf deutschem Heimatsboden zu stehen. Nach Absingung des Gaudeamus hielt der Schriftsteller Heinrich Wastian eine von nationaler Begeisterung erfüllte Nede, die stürmische Zustimmung fand. Als Ehrengäste waren anwesend: Statthalter Graf Clary, Landeshauptmann Graf Attems und der Bürgermeister von Graz, Dr. Graf.
Ein Gaunerstreich. Em niedliches Geschichtchen wird der Franff. 8tg." von einer deutschen Hochschule berichtet: Wirkt da seit Kurzem, sehr wider den Willen der Universität und deshalb völlig isolirt, ein junger Professor. Seine politische Stellung und manche Andere trägt daran die Schuld, daß es ihm nicht gelungen ist, in irgend welchem gesellschaftlichen Verkehr mit den Kollegen zu treten. stürzlich klopft nun ein verbummelter Student an seine Thür mit der Bitte, ihm eine Unterstüßung zu gewähren und ihn gefälligst weiter zu empfehlen. Rasch besonnen seßt sich der jugendliche Ordinarius hin und empfiehlt den Buttsteller dem Wohlwollen einiger seiner Kollegen aufs Wärmste. Was dem Herren Professor selten gelungen, erreicht nun sein Schüßling. Dieser tritt im Universitätsviertel ſiegreich seine Wanderung von Haus zu Haus an, natürlich Gehrock, elegant und würdig, wird liebenswürdig empfangen, richtet da und dort die herzlichsten Grüße" von dem Herrn Professor N. N. aus und erhalt sofort von jedem der verblüffien P.ofessoren die erbetene Unterstüßung. Nur einer meinte, Das sei„ nai" von dem Herrn Prosessor N. N., aber nichtsdestoweniger spendete er wacker mit, ohne zu ahnen, daß der Gauner- und ein solcher war der Petent doch nur auf das Feingefühl der Professoren seinen fühnen Plan gebaut hatte; denn selbstverständlich war er nicht allen lieben Kollegen" empfohlen worden. Die Ernte muß übrigens sehr ergiebig gewesen sein; denn Einer, der ihm Vorschuß und eme Abschreibe- Arbeit gegeben hatte, soll schon am nächsten Morgen sein völlig unabgeschriebenes Manuskript wieder vorgefunden haben, freilich ohne den Vorschuß.
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* Ein Denkmal für die Verunglückten des Primus" soll auf dem Friedhofe zu Oylsdorf in der Mitte Primus" soll auf dem Friedhofe zu Oylsdorf in der Mitte des als Ruhestätte für die Verunglückten bestimmten Plages errichtet werden. Der Kaiser hat aus seiner Privatschatulle einen Betrag von 500 Mt. gestiftet.
* Von Bienen getötet wurden am Sonntag in Reichenbach bei Ettlingen 2 Pferde; der Fuhrmann wurde so bes denklich zugerichtet, daß sein Leben sehr gefährdet erscheint. Ein Fuhrmann hatte eine Anzahl Bienenstocke nach Reichenbach verbracht. Beim Abladen warde an einen Stock gestoßen, er fiel um, infolgedessen wurden die Bienen wild und stürzten sich auf Fuhrmann und Pferde, die natürlich nach allen Seiten hinausschlugen, den ganzen Wagen mit 20 Stöcken umwarfen und das Bienenvolf dadurch erst recht aufregten. In ganzen Klumpen hängten sich die Bienen an die Pferde, die noch eingespannt waren und dadurch nicht flüchten konnten; von Wenschen wagte sich längere Zeit auch niemand in die Nähe, um die Tiere los zu binden, und dem Fuhrmann saßen die Bienen wie ein dichter Bart an Backen und Hals. Schließlich gelang es dem Eigentümer der Bienen, die Pferde los zu machen, aber es war schon zu spät. Sie rannten zwar noch davon, wälzten sich vor Schmerz auf dem Boden, allein eines verendete alsbald auf dem Plaze und das andere Pferd turz darauf im Stall, während der Fuhrmann in einem entschlichen Zustand ins Spital verbracht wurde.
* In Schirrheim bei Straßburg wurde der 20jähr.
* Wer hat Lust? Die Stadt Saloniki in Macedonien sucht zum 10. September d. Js. einen deutschen Lehrer, der die Befähigung hat zur Erteilung des Religionsunterrichts und der Stenographie, System Gabelsberg. Anfangsgehalt 84 türkische Goldliren= 1560 mt, ein möbliertes Zimmer, freie Hinreise und nach mindestens dreijähriger Dienstzeit auch freie Rückfahrt. Man scheint auf eine hübsche Erscheinung zu reflektiren; denn die Einsendung der Photographie ist erwünscht. Also auf nach Salonifi!
* Wieder ein großes Schiffsunglüd. Aus Singapore wird telegraphiert, daß bei einer Kollision der Dampfer Brince Alerander" und" Bau- Hen- Guin" der erstere fank. Der letztere wurde schwer beschädigt nach Singapore geschleppt. Vom„ Prince Alexander" sind 40 Mann ertrunken.
* Für Auswanderer. Nach einem neuerdings veröff: ntlichten Edikt müssen alle Passagiere, die auf portugiesischem Gebiet zu landen wünschen, 20 Pfund Sterling hinterlegen und sich nach 8 Tagen melden. Wenn sie nach dieser Frist feine Arbeit gefunden haben ohne die nötigen Subsistenzmittel zu besißen, werden sie ausgewiesen.
* Aus dem inneren Afrika kommt die Nachricht, daß der Kommandant der Eingeborenen Miliz im französischen Kongo- Gebiet, d'Anglais, von Beduins bei Libreville ermordet worden sei. *( Im Eramen.) Professor: Wie bestimmt man die Größe eines Cylinders?" Kandidat: „ Nach der Kopfweite!"
*( Boshaftes Mißberständnis.) Junge Dame:„ Ich machte einst mit einer Freundin und zwei Bekannten eine Ruderpartie auf dem Rhein. Ich sang ein Lied und plötzlich fiel einer der Herren ins Wasser!"- Herr:„ Ja, weshalb sangen Sie?"
Hochschulnachrichten.
Erlangen. Den ordentlichen Professoren Dr. Conrad Hellwig und Dr. Ludwig Ihmels wurde die erbetene Guthebung von ihren Stellen bewilligt. Göttingen. Die von der Gesellschaft der Wissenschaften vollzogenen Wahlen der ordentlichen Professoren in der philosophischen Fakultät unserer Untversität, Dr. Wackernagel, Dr. Morsbach und Dr. Schwarz zu ordentlichen Mitgliedern ihrer philologisch- historischen Klasse sind bestätigt worden. Heidelberg. Durch die Berufung Professor Hensel's nach Erlangen ist die zweite philosophische Professur, die zur Entlastung Kuno Fischer's geschaffen wurde, in Erledigung gekommen. Es entspräche dem Wunsche des greifen Gelehrten, sie mit einem seiner bedeutendsten Schüler, der dem Meister auch sonst nahesteht, mit Professor Windelband aus Straßburg, besezt zu sehen. Das erfordert freilich ein bedeutendes pekuniäres Opfer, da Professor Windelband's Stelle in Straßburg sehr gut dotict ist. Aber die Gewinnung einer so bedeutenden Kraft wäre damit nicht zu teuer erkauft. Tübingen. Sicherem Vernehmen nach ist als Nachfolger des im April verstorbenen Prof. Dr. Pfleidner Prof. Dr. Heinrich Maier in Zürich in Aussicht ge
nommen.
Gestorbene.
Am 29. Juli. Elise Weber, 79 Jahre 4 Monate alt, ohne Beruf dahier.
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in den bekannten feineren Cafés und Restaurationen in Gießen und Umgebung im Ausschank: Beide Hochfeine Biere sind vielfach mit höchsten Auszeichnungen prämiirt.
Durch allwöchentlich einlaufende Eiswagen ist fortwährend ein feiner Stoff bei coulanter Bedienung gewährleistet durch die Biergrosshandlung und Eiskellerei
von
Emil Schmall, Hessischer Hof.
Gebinde von 20-100 Liter.
( 933)
Telephon 83.
RAS
Nr. 175
Oberhessische Familienzeitung.
Wafferfluten gegebenen Signale bemerkt und den Train unter dem großen Gaachdem nun der Herr Vorsteher zum Stehen bringt.
der Passagiere mit einer
bewunderungswürdigen Schnelligkeit
* Das Höchste bleibt ein freier Wille,
Seite 4.
Der, unverwirrt von Fleisch und Blut, Fest und getreu in Sturm und Stille Das Gute, mail
72
175.
Donnerstag, den 31
Juli
1902.
Oberbeflische Familienzeitung.


