Ausgabe 
29.10.1902 Zweites Blatt
 
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hoch im Preise; 100 Pfund Landgewicht wurden mit 45 bis 48 Mt. bezahlt. Das Angebot übersteigt im Emsland sowie in den angrenzenden ostfriesischen Bezirken bei weitem die Nachfrage."

r. Kein strenger Winter. Die Bevölkerung auf dem Lande will, wie uns geschrieben wird, an die Prophezeihungen von einem harten Winter nicht recht glauben. Sie hat da­für ihre lang erprobten Anzeichen und Beobachtungen, die nicht auf eine Bestätigung der düsteren Prophezeihungen hindeuten. Bis jetzt sind beispielsweise die Schneegänse noch nicht einmal noch Süden gezogen, sondern bewohnen noch ihre Standquartiere; die Bienen, in deren Instinkt es liegt, bei bevorstehenden falten Wintern die Fluglöcher zu ver­engen, um sich vor Kälte zu schützen, haben diese in der­selben Breite wie seither offen gelassen. Die Winterschlaf­pflegenden Amphibien, auch Insektenlarven, die bei strengen Wintern tiefer in die Erde gehen, werden nicht tiefer ange­troffen, als bei gelind verlaufenden Wintern. Lehrer- Witwen- und Waisenkassen sind keine Versicherungsunternehmung. Vom Kaiserlichen Aufsichtsamt für Privatversicherungen ist folgender Rechtsgrundsatz aufgestellt worden: Die in verschiedenen höheren Schulen einer Großstadt be­stehenden Witwen- und Waisenkassen für die Mitglieder der einzelnen Lehrerkollegien sind als Versicherungs­unternehmungen nicht anzusehen, da es sich hier nur um den Zusammenschluß einer ganz geringen fest= geschlossenen Anzahl von individuell bestimmten Ver­sonen zum Zwecke gemeinsamer Tragung gewisser Ver­luste und Schäden handelt. Es fehlt das Merkmal des Betriebs" eiuer Versicherungsunternehmung.

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Denn ob ins­

L. L. Der Ankauf der meisten Aktien stellt sich fast immer als ein Glücksversuch dar. besondere ein Aktienindustrieunternehmen ebenso tüchtige als ehrliche Leiter besitzt und ob Umstände eintreten, die das Unternehmen fördern oder schädigen, alles dies ist für den Käufer mehr oder weniger Glücksache. Die Vorkommnisse der letzten Zeit haben dies nur zu deutlich erkennen laffen. Gewiß der Mensch ist in seinen Funktionen sehr wesentlich mit auf das Glück angewiesen. Man sollte jedoch das Glück nicht mit fostspieligen Anlagen an der Börse suchen; wer sein anlagebedürftiges Kapital in solidester Weise sicher an­legt und dem Glücke in Gestalt eines Lotterieloses nur ein beschränktes Risiko envertraut, handelt unzweifel­haft mehr zu seinem Vorteile. Wie gegenüber allen anderen Botterien insbesondere aber gegenüber der bei hoher Hinterziehungsstrafe im deutschen Reiche streng berbotenen ungarischen Lotterie unsere Hessisch Thüringische( Mitteldeutsche) Staatslotterie bei weitem die besten Gewinnaussichten bietet, ist schon früher nach­gewiesen worden. Von Interesse dürfte aber noch der Vergleich mit der bisherigen Thüringisch- Anhaltischen Staatslotterie sein:

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Aus Hessen und nachbargebieten.

** Frankfurt a. M., 28. Oktober. Beim Aufziehen von Balken an einem Neubau in der Nordendstraße stürzte ein Balfen aus dem zweiten Stock herab auf den unten stehenden 25jähr. Zimmermann Johann Beil drhier. Im Heiliggeisthospital stellte man einen Brnch des Schulterblattes und der Rückenwirbel­säule fest.

** Weilburg. Eine Bohrgesellschaft Hessen- Nassau m. b. H. ist am Amtsgericht in Gießen eingetragen worden. Die Gesellschaft beabsichtigt, Bohrungen nach Mineralwasser und Kohlensäure in Nassau und Hessen auszuführen. In dem Kohlensäure- Becken bei Löhn= berg ist bereits unter Leitung des Herrn Wilh. Schüz eine sehr ergiebige Kohlensäure- Quelle erbohrt. Die Herren Vorstände des Wirtevereins Weilburg und Um­gegend haben dieselbe schon besichtigt und waren von dem schönen Vorkommen sehr befriedigt.

*** An der Marburger Universität werden auch im laufenden Semester auf drei verschiedenen Gebieten, dem der Hygiene, dem der deutschen Litteratur und dem der Kulturgeschichte, Vorlesungen für solche Hörer, welche die Hochschule nicht besuchen. Professor Dr. Bon­hoff liest vom Freitag, den 31. Oktober an, nachm. 6 bis 7 Uhr jeweils Freitag und Dienstag im Hörsaal des Hygienischen Instituts( Pilgrimstein 2) über Hygiene der Nahrungsmittel und Verhütung übertragbarer Krankheiten, ein Thema, welches nicht nur theoretisch durch Erweiterung der Kenntnisse auf hygienischem Gebiet interessant ist, sondern auch von unmittelbar praktischem Wert nicht zum mindestens gerade auch für Hausfrauen und Mütter ist. Prof. Dr. Elster, der im vorigen Jahre hierher berufene Litteraturprofessor, der durch seinen fesselnden Vortrag über die Tannhäuser­sage und dann durch seine Mitwirkung bei der Wallen­steinaufführung auch über die akademischen Streise hinaus bekannt geworden ist, wird vom Freitag, den 31. Of­tober an( 11 bis 12 Uhr im Saale des Herrn Seebode, Reitgasse 5 I) und dann fortan Dienstags und Freitags von 11 bis 12 Uhr das so oft schon behandelte und doch immer wieder neue und anregende Thema: Goethes Leben und Werke bis zur italienischen Reise behandeln. Eben dort, in Seebodes Saal, gedenkt Professor Dr. Freiherr von der Ropp dom Donnerstag, den 30. Oftober, 11 bis 12 Uhr, dann regelmäßig Montag und Donnerstag zu dieser Stunde über Deutsche Kultur im Mittelalter vorzutragen, ein Thema, heute zeitgemäßer als je, wo das Verständnis für die Wichtigkeit der Kulturgeschichte mehr und mehr erwacht ist und jeder, der gebildet sein will und sich in seiner Bildung vervollkommnen möchte, gerade Kultur­geschichte kennen muß.

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ihm aufgetragenen

und hatte er die für ihn nicht, Schularbeiten ergaben wirklich einmal ausgeführt, fonnte man sicher sein, daß es eine Kaprize gewesen, die ihn azu getrieben, ſeine Schuldigkeit zu the

AUS DEM REICHE

DES

WISSENS

Nr. 251.

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Mittwoch, 29. Oktober.

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