Ausgabe 
27.8.1902 Erstes Blatt
 
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** Guntersblum, 25. Aug. Ein hiesiges Dienstmädchen gewann ein Achtel von 40,000 mt.

** Ober- Hambach, 24. Auguft. Schon lange hat man sich mit der Aufgabe befaßt, eine Lungenheil­anstalt für weibliche Personen in Hessen zu errichten. Der Heilstätten- Verein f. d. G. H. hat in dieser Angelegenheit Suche nach einem geeigneten Plazze gehalten und waren Winterkasten und Ober- Hambach ausersehen. Diese Woche iſt nun der Plaz hier in 40 Morgen Gelände, angekauft Ober- Hambach, ca. worden. Der Preis stellt sich pro Morgen durchschnitt­lich auf 800 mt. Wie man hört, soll die Invaliden­Versicherungsanstalt ein bedeutendes Kapital zu­schießen, und sich für ihre Kranken 50 Betten vorbe­halten haben. Die Anstalt soll zu 120 Betten gebaut werden.

** Erbach bei Camberg, 22. August. Ein franzö­fischer Luftballon kleinen stalibers ging gestern in der Nähe unseres Dorfes nieder. Es ist ein Ballon, wie sie zu wissenschaftlichen Zwecken von meteorologischen Instituten aufgelassen werden, versehen mit einem Störbchen, in welchem sich selbstthätige Aufzeichnungs­apparate und eine Kontrolluhr befanden, sowie ein Be­gleitschreiben in französischer Sprache. In derselben wird der Finder des Ballons gebeten, die kleine Gondel loszulassen ohne an den Registrirapparaten etwas zu ändern, dann alles in einem Holzkasten vorsichtig zu berpacken und an das Observatorium in Trappes bei Bersailles zu schicken. Der Finder erhält eine Beloh­nung von 10 Francs.

Neueste Nachrichten.

( Privattelegramm der Gießener Neuesten Nachrichten".) München, 26. Aug. Bei dem Einsturz des rechten Pfeilers der Corneliusbrücke wurden 6 Personen schwer und 18 leicht verlegt. Eine Person blieb sogleich tot. Nach einer anderrn Mel­bung sollen 30 verunglückt sein.

6, 15797, 16185, 820, 36 763, 39 448, 8, 5682, 7093, 7920, 1048, 21 283, 22 984, 5825, 37 347, 38 030, 8379, 49 681, 50 656 berts Erben am Ende gutem Bernehmen nach, mmler übergegangen. err Regierungs- Affeffor unsere Stadt; er wird nt eines befoldeten Elberfeld übernehmen. dort eine segensreiche Derrn Schloffer, Herr ritt dann gleich am ffeffor in unserer städ­Absicht, Herrn Kurich­zeit als Beigeordneten das gestern Abend Dr. med. Reine vielfach falsche Ge­ gütig, uns den uhr in einem Ab­Buges mit einem ffizier sah Herrn ließlich ergriff er it. Herr Dr. R. fah or fich habe; hätte er zu fallen und sich ficher auf ihn ge richtige, was er in En ein Nachbarabteil Eisenbahnbeamten bedroht. Es stellte 1, am Verfolgungs R. für einen Ver­der ihm hier auf en wollte, hatte da jor Mocneweg, den Franke wurde darauf verbracht dabei wehrte er sich

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Zürich, 27. Aug. Auf den in Bern aufgestiegenen Militärballon, in welchem sich der Chef der schweizerischen Luftschifferabteilung. Oberst Schaeck befand, wurden in der Nähe von Freiburg in der Schweiz mehrere Flinten=

Bei der Wittwe re fremde Arbeiter zu beschäftigt. Einer d ichtiger Urfache Krawall affen. Am Abend fand Kuh im Thomasdhen geschnitten worden war ie hochträchtige Kuh. G als daß der entlassene denn auch durch die och in derselben Nacht gemacht und verhafte ug. In der hiefigen tern ein barmherziger geborenen Kindes.

uf der Cronberger Bahn Niederhöchstadt und Gi ratete Schaffner Heinri

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schüsse abgegeben. Nur durch rasches Auswerfen von Ballast fonnten sich die Luftschiffer retten. Eine strenge Untersuchung ist eingeleitet.

London, 27. Aug. Private Meldungen aus Curacao bestätigen, daß die Stadt Tiudad del Bolivar zwei Tage lang beschossen wurde und daß zahlreiche Personen getödtet worden sind. Revolutionäre wie Regierungstruppen haben sich schwere Ausschreitungen zu Schulden kommen lassen. 3000 englische Einwohner fordern zu ihrem Schuße die Entsendung eines englischen Kriegsschiffes.

Aus dem Gerichtssaal. Strafkammerfihung.

Gießen, 26. August.

Den Vorsiz führte Landgerichtsdirektor Dr. Güngerich. Otto Kretschmar und sein Freund Friedrich Gremmel­maier, beide in Gießen, bekamen in der Josef Stein schen Wirtschaft am Aſterweg Streit mit einem fremden Sattler, der mit Schimpfworten begann und mit einer solennen Keilerei endigte. Hierbei erhielt der Sattler ganz erhebliche Verlegungen, die mit einem Hausschlüssel herbeigeführt worden sein sollen. Kretschmar erhält 4 Monate 1 Woche, der Kremmelmaier 2 Monate Gefängnis. Der wegen Diebstahls, Unterschlagung und ähnlichen Delikten ſehr oft vorbestrafte Hausbursche Georg Schmidt aus Frankfurt ist wiederum des Diebstahls angeklagt. Er hat dem hiesigen Gastwirt Karle Bier entwendet und verkauft, außerdem verschiedene Beträge, die er für Karle vereinnahmt hatte, unterschlagen, sodann einem anderen Mann 3.50 Mt. unterschlagen und dem Gastwirt Karle Kleidungsstücke im Betrage von etwa 14 Mt. gestohlen. Er behauptete u. a. die Biere verantwortlich in Verwahrung gehabt zu haben; deshalb sei er nicht strafbar, sondern blos erfaßpflichtig. Eine Das Gericht erkennt auf 4 Monate Gefängnis. Berufungssache des Konrad Fischer aus Gießen, der vom Schöffengericht wegen Diebstahls verurteilt worden war, Der 13 Jahre alte Schüler Wilhelm wird verworfen. Loß ist des Diebstahls angeklagt. Er hat im Hofe des Korpshauses der Teutonia mehrere Tauben entwendet, die dem Korpsdiener Müller gehören. Der Staatsanwalts be­antragt mit Rücksicht auf die Geringfügigkeit des Objekts und die Jugend des Angeklagten 3 Tage Gefängnis.

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Das Gericht erkennt, nachdem der Vater des Angeklagten noch auf förperliche Gebrechen seines Sohnes, die eine Ver­antwortlichkeit ausschlössen, hingewiesen hatte, auf 1 Tag Gefängnis. Der Taglöhner Karl Fischer aus Fischborn ist der Gefährdung eines Eisenbahnzuges an geklagt. Er soll auf der Strecke Lauterbach- Greben­hain die Bahn durch seinen mit Kühen bespannten Wagen dadurch gefährdet zu haben, daß er den dort gehenden Bug durch Fahren auf den Schienen, noch gerade zur richtigen Beit, zum Halten brachte Der Angeklagte behauptet, gar nicht gewußt zu haben, daß in dieser Gegend eine Bahn gehe.(!) Der Staatsanwalt beantragt mit Rücksicht auf die große Steigung der Bahn, die eine eigentliche Gefährdung nicht zuläßt, Freisprechung. Das Gericht beschließt demgemäß. Der Joh. Jakob aus Reinhartshain war vom Schöffengericht Grünberg wegen Beleidigung, die er gegen Joh. Brück ausgesprochen haben soll- dieser habe Obstbäume abgeschnitten cte. freigesprochen worden. Die hiergegen eingelegte Berufung erbrachte abermals Frei­ſprechung. Zum Schluß kommt die Sache Funt gegen Bo in Fischborn zur Beratung. Das Schöffen­gericht in Lauterbach hatte den Boß, den Georg Bing und den Karl Ortstadt ebenfalls von Fischborn von der Anklage der Beleidigung freigesprochen. Sie sollten dem jungen Funk grobe Ausdrücke wie Krüppel, Judenjunge etc. an den Stopf geworfen, auch nach ihm gespieen haben. Nach längerer Beratung, wobei 20 Beugen vernommen wurden, verkündete das Gericht das Urteil. Es lautet für jeden der Angeklagten auf 1 Woche Gefängnis und zwar deshalb, weil der Beleidigte ein förperlich sehr armer Mensch ist, den zu be­leidigen, eine ungewöhnliche Rohheit ist und weil bei Er fennung auf Geldstrafe die Eltern die Strafen zu erleiden haben und nicht die eigentlichen Uebelthäter.

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Gestorbene.

Am 26. August: Marie Wallenfels, geb. Vogt, 70 Jahre alt, Witwe des Färbereibesizers August Wallenfells dahier.

Am 26. August: Karl Schwaab, 48 Jahre. alt, Kaufmann dahier.

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