Ausgabe 
26.11.1902 Zweites Blatt
 
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Litterarisches.

Wandernde Häuser sind in den Straßen Chicagos nichts seltenes. Ein- und zweistöckige Steinhäuser werden auf Rollen gesetzt und wie ein Gepäckstück wegtransportiert, wobei die Schornsteine weiter rauchen und die Wohnungen ungeräumt bleiben. Conrad Alberti schildert in der Ber­liner Illustrirten Zeitung" vom 23. November an Hand von Bildern, wie ein Advofat in Kalifornien seine 100 000 Stilo­gramm schwere Holzvilla auf ein Floß seßen und über einen See befördern ließ. Die gleiche Nummer der genannten Beitschrift enthält eine Fülle aktueller Momentbilder vom Kaiserbesuch in England, dem Parforce- Jagdrennen in Karls­horst, einem Resenfeaer in Rotterdam, Wildenbruch's neuem Drama König Laurin", einem Hoffonzert bei Carmen Sylva, der Königin von Rumänien, und anderem mehr. Der Unter­haltungsteil bringt die Fortseßung des begonnenen Romans " Rhenania sei's Panier", dessen Anfang allen neu hinzu­tretenden Abonnenten auf Wunsch im Streifband gratis nachgeliefert wird.

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wie anbringt. Tannenduft das ist schon allein ein lieber, herzlicher, anheimelnder Weihnachtsgruß!

mann.

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Der Häusliche Ratgeber" ist mein Lieblings­blatt!" so wird uns von vielen Hausfrauen versichert. Ansprechendes Feuilleton und praktische Anwendbarkeit des übrigen Gebotenen erklärt diese allgemeine Beliebt­heit. Recht sympathisch ist auch wieder der Inhalt der soeben erschienenen Nummer 47 d. Bl., in welcher des Totenfestes in Poesie und Proja gedacht wird. Dieselbe enthält: u. a. Vorüber". Gedicht von Dr. Bosse. Totensonntag", Artifel von Margarete Neu­" Ohne Mutter", Artikel von Paula Sartory. ,, Kannst Du fochen?", Artikel von Alice Kinkel. ,, Wer war es?", Fortsetzung des spannenden Romans von Henry Wood u. a. m. Im Modenteil: Hüte, Blusen, Tanzstundenkleider, Haustoiletten, Schulfleider, Eislauffostüme, Mäntel, Jupons und Wäsche, alles ge­diegen und praktisch brauchbar. Rezepte aller Art. Nützliche Winke zur Erhaltung und Renovierung von Garderobe und Hausrat, Pflege der Blumen und Haustiere 2c. Abonnementspreis vierteljährlich 1,40 Mark. Probenummern gratis und franko von dem Verlage Robert Schneeweiß Berlin W 30, Eisenacherstraße 5.

Der Wildhirt

so betitelt sich der neue Roman, welchen wir demnächst unterm Strich beginnen. Der Ort, wo sich das Ganze ab­spielt, ist die Rabenau, also aus nächster Nabe wird der Leser etwas vernehmen, was sich in früheren Jahren thatsächlich zugetragen hat. Die ganze Erzählung ist von Heimatkunde qut durchzogen und da um als Lektüre nach des Tages Last des Abends im warmen Stübchen nur zu mpf hlen. Wenn wir diese Ezählung besonders empfehlen, so geschieht's auch des Verfass rs willen.

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Das Litteraturblatt der Deutsch n Lehrerzeitung" urteilt über dessen Erzählungen: J. Becker ist ein neuer bessischer Volkes briftsteller, der neben unsere besten volfs tümlichen Erzähler Dertel, Glaubrecht und Sohnrey oestellt zu werden ve dient. Er ist der Sohn eines hessischen Schäfers, der hier die von seinem Vater gehörten Geschichten und Erlebnisse in einer echt volkstümlichen und fünstlerisch gestalteten Form wiedergi bt. Seine Dorfgeschichten sind wertvolle litte arische Denkmäler zum Studium von Land

** Das Einpaden von fleinen Geschenken. Die Weihnachtszeit rückt immer näher, und mit ihr die Gedanten, wie wir diesem und jenem Verwandten, Freunden oder lieben Bekannten eine kleine Freude machen könnten. Es braucht ja oft nur eine Kleinig­feit zu sein, mit der wir unsere Liebe und Gesinnung zu beweisen versuchen, denn ,, fleine Geschenke erhalten die Freundschaft", heißt es im Volksmund. Es giebt aber zwei oft ganze unbeachtete- Dinge, an denen wir besonders erfennen fönnen, ob die kleine Aufmerk­samkeit des Gebers von Herzen kam, oder ob sie ihm nur der Ausdruck einer fonventionellen Erledigung war. Zunächst ist es natürlich die Gabe selber, die hier mit­spricht. Bartsinnig ausgewählte, fleine leberraschungen, die genau den Geschmack oder auch die jeweiligen Be­dürfnisse berücksichtigen, sprechen ihre eigene, seine Ge­sinnungs- oder Freundschaftssprache und bereiten meistens größere Freude als überflüssige oder geschmack los ausgewählte reiche Geschenke. Dazu kommt aber noch ein zweiter Umstand, in dem sich das Wesen und die Denkart des Gebers ausspricht: Das ist die Art, wie er sein Geschenk überreicht, resp. eingepackt hat. Geschenke, denen man schon von außen ansieht, daß die gleichgültige Hand des Verkäufers sie zusammengeschnürt hat, erwecken ein Gefühl der Erkältung und machen nur halb soviel Freude als solche, die zierlich, sinnig, sozusagen ,, mit Liebe" verpackt sind. Männern nehmen wir ja jenes weniger übel, aber aus weiblicher Hand sollte ein kleines Geschenk nie anders als in hübscher, sinnreicher Weise übersandt oder überreicht werden. Es gehört dazu so wenig und es kostet nichts! Und doch macht es die Gabe viel wertvoller und anmutiger! Du kannst, liebe Mitschwester, schon das ganze Jahr über für das Weihnachtsfest sorgen und sammeln. Du gehst oft in einen Laden, wo man dir irgend einen Einkauf in ein farbiges oder blumiges Seidenpapier einwickelt, rder mit farbiger Kordel oder dito Bänd­chen versieht. Glätte alle diese hübschen Papierstücke, fallte sie zusammen und hebe sie auf, ebenso die Heimat mächtige Nahrung empfangen. So ist der Thunicht­farbigen Bändchen und Kordeln. Du hast dann am Weihnachtsfest ein recht hübsches Material zum Ver­packen von kleinen Geschenken beisammen. Auch kleine Kartons und Schachteln, die du in den Kaufläden er­hältst, sind nicht zu verachten. Stadt Kordel und bun en Bändchen kann man auch die glitzernden Lametta- Fäden zum Umschlingen verwenden. Zum Zum Schmuck eines Weihnachtsgeschenkes sollte aber niemals eines fehlen ein fleiner Tannenzweig, den man irgend

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Treue nach der Wirklichkeit gezeichnet. In der britten Rorale " Das Geldfeuerchen am Wittstrauch" geißelt Becker das frankhaften Sucht ausgeartete Lafter des Geizes und Aberglauben. Sowohl die Handlungen, als die einzeln Personen der drei Erzählungen befunden den Meister, u fann man den versprochenen weiteren Schöpfungen des ho begabten und ganz neue Wege wandelnden oberhessisc Erzählers mit den Erwartungen, die man an einen erit Volksschriftsteller stellt, entgegensehen."

Wie Gott uus naht. Am Rheine lag ich

Und sah die Wogen branderd schäumen, Der Sch ffe Masten sich stöhnend bäumen, Und nichts gewahrte ich umher. Im Walde ging ich

Und sah die Wolfen gewitterschwer Vom Sturm gejagt das Thal einher, Und nichts gewahrte ich umher.

Im Felde stand ich

Und sah die Sonne brennend heiß. Jedwedem Geschöpf entquoll der Schweiß, Und nichts gewahrte ich umher. Und wiederum am Rhein ich lag, Leifer Zephyr rauschte,

Nach des Himmels Blau ich eben sah Und Gott und Gott stand da.

L. W. Ehringshausen. Gedankensplitter.

Man halte sich nicht für einen Engel und alle anden für Tufel. Die Liebe ist die Sonne der Seele unter ihr lebt alle auf, Gift ausgenommen. LW Ehring& bausen.

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gut des Dorfes, der Held der Erzählung Der Wildhirt", ein warnendes Beispiel, wie weit schlechte Erziehung ein junges Gemüt treiben fann. Und dennoch ist in dem Miß­achteten ein guter Kern, er wird dem sich seiner Gesellschaft nicht schämenden reichen Kameraden sogar zum aufopfernden Freunde. Das Charaktergemälde des Wildhirten ist ein meisterhaftes. Auch Karthäuse sch Anndort" wird den höchsten Ansprüchen an eine Voltserzählung gerecht. Das schöne reiche Bauernmädchen ist geradezu mit photographischer

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Ich danke Ihnen nochmals für Ihr gutes Mitt 1, denn im weiß es schon, ich bin diesen Winter drei Monate trank gelegen. Ihr Wunder- Thee hat mich gesund gemacht. Ich wollte s, es möge jeder frante Mensch diesen Wunder- Thee einnehmen.

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Mittwoch 26. November.

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1902.