Ausgabe 
21.7.1902 Erstes Blatt
 
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iteuer im Kaiserlichen Oberpostdirektionsbezirk Darm­tadt betrug im Monat Juni 16 830,70 Mt., die Ein­nahme seit 1. April I. 3. beträgt 50 948,10 Mr. gegen 52 839,80 mf. im gleichen Zeitraum des Vorjahres oder 1891,70 Mf. weniger. ** Der Ueberschuß des 29. Gauturn festes zu Buz­bach soll nach der vorläufigen Feststellung annähernd 2000

Mart betragen.

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Der 19. hessische Feuerwehrtag, welcher gestern, Sonntag in Bad Nauheim stattfand, war aus allen Bezirken des Landes gut besucht. Die Ober­heffen, jene aus dem Vogelsberg, gaben brüderlich den Rheinheffen, jene von der Nahe und dem Donnersberg brüderlich die Hand und denen aus dem Lande der Eicheln und Hackeln begegnete man nicht minder herz­lich. Durch die ganze Festversammlung ging ein Zug brüderlicher Harmonie. Am stärksten resp. in corpore waren vertreten die Wehren aus Homburg, Offenbach, Mainz, Gießen, Darmstadt, Schotten, Neu­Isenburg und Zwingenberg. Gießen war durch seine beiden Corps vertreten. Am Tage vorher, dent Sams­tag, wurden die zur Tagesordnung angemeldeten Punkte beraten. Damm- Friedberg gab über die Statistik des Feuerlöschwesen im Großherzogtum Näheres bekannt. Bunft 3: Ueber Mängel im Feuerlöschwesen( Ref. Völker­Dieburg) fiel aus. Punkt 4: Antrag der Feuerwehr Nidda: Obligatorische Einführung der Kreisfeuerwehrtage in sämt­lichen Streisen" wurde angenommen. Bunft 5: Antrag Friedberg: Die Versammlung wolle bei der Regierung beantragen, daß die Gradabzeichen, Singnale 2c. der Feuerwehren einheitlich gesetzlich geregelt werde wurde ebenfalls angenommen. Es soll bei der Regierung ver­sucht werden, diesen Beschluß durchzubringen. Punkt 6: betr. ein Antrag des Oberhessischen Verbandes und Punft 7: Antrag der Feuerwehr Langgöns: sind alle Bahnstreckenarbeiter oder nur die ver­flichtigen Personen vom Feuerwehrdienste befreit und inwieweit erstreckt sich die Befreiung auf die Postaus­hilfsboten? wurden von der Tagesordnung abgesetzt. Jm letzten( 8.) Punkte war von der Feuerwehr Als­feld beantragt, den 20. Hess. Feuerwehrtag im Jahre 1904 in Alsfeld abzuhalten, gelegentlich des 50jährigen Jubiläums der dortigen Wehr. Die Versammlung entschloß sich aber, den nächsten Feuerwehrtag erst im Jahre 1906 einzuberufen und zwar, da Stackenburg an der Reihe ist, nach Gernsheim. Ueber den Ver­lauf des Festes am Sonntag zu referieren, halten wir für überflüssig. Das Publikum weiß ganz gut, daß wo Feuerwehren zu Festlichkeiten zusammenkommen, es an fröhlichen Gesichtern nie fehlt.

fanden.

Wetlar. Am Samstag blickte Herr Schleucher auf| Inlandes, sowie den ausländischen Diasporen Erwähnung eine 50jährige Thätigkeit als Lehrer zurück. Es gab dies dem Lehrerkollegium und der Kreisschul­inspektion Veranlassung zu einer Feier, zu welcher auch inspektion Veranlassung zu einer Feier, zu welcher auch die Schuljugend ihren Teil dazu beitrug. Herr Kreis­schulinspektor Pfarrer Deibel- Dutenhofen ehrte den Jubilar durch eine Ansprache und die Kollegen ließen ihm ein Bild der Königin Louise überreichen.

k. Butzbach, 21. Juli. Auf dem 19. Verbandsschießen des Mittelrhein. Schüßenbundes hat sich Herr Gustav Vogt von Mittelrhein. Schüßenbundes hat sich Herr Gustav Vogt von hier den 5. Preis auf die Standfestscheibe Neustadt erschossen. Der Preis, ein Kasten mit filb. Bested, repräsentirt den Wert von 200 Mark.

Frankfurt a. M., 20. Juli. Auf 100 Teile Milch 340 Teile Wasser ergab die Untersuchung des Beuges, welches der Milchhändler Reinhard Kaiser aus Niederursel als Milch in seiner Kanne hatte. Das hiesige Schöffengericht verur­teilte den gräulichen Pantscher zu 150 Mt. Geldstrafe. Frankfurt a. M., 20. Juli. Am Freitag starb hier nach längerem Leiden Karl Schaffner, eine in Turnerkreisen sehr bekannte Persönlichkeit.

Fünfzig Jahre Sparkassenrechner ist nun­mehr der Rechner Gg. Wittich in Neu- Isenburg. Die Kasse ehrte den Jubilar gebührend. Die Zahlen und Geldmünzen möchte man wissen, welche dem Jubilar durch den Kopf resp. durch die Hand in diesem halben Säculum gegangen sind. Wir wünschen diesem Herrn, ein Muster von Ehrlichkeit, noch lange Rüftigkeit.

Vom Main, 20. Juli. In Dettelbach schoß der 10jährige Neffe des Kaufmanns Michael Leuchsner aus Unvorsichtig feit seinem Onkel eine Kugel in die Brust. Die Lunge wurde verlegt. Der Zustand des Kranken ist besorgniserregend. Der Fabritarbeiter Klein aus Waigoldshausen wurde verhaftet, weil er seinen 11jährigen Sohn derart gezüchtigt hat, daß der Tod eintrat.

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Mainz. Am 13. Juli wurde Herr Prof. Dr. Schäfer zum Diözesanpräses der Marianischen Sodalitäten der Diözese Mainz ernannt.

Aus Nassau. Der Lehrermangel muß sich sehr fühlbar machen. Wie mitgeteilt wird, ist bei Lehrern, die seit Jahren schon in den Ruhestand getreten sind, angefragt worden, ob sie wieder in Dienst zu treten geneigt seien. Bezüglich der Abrechnung von Dienstjahren sollen annehm­bare Bedingungen gestellt worden sein.

Ueber das Jahresfest des Zweigvereins Grünberg des Gustav Adolf- Vereins, welches gestern in Allendorf a. d. L. gefeiert wurde, wird uns von einem guten Anhänger der Sache Folgendes geschrieben: Das Fest begann in der freund­

** Vom Bundestag des Deutschen Radlichen Kirche unter sehr zahlreicher Zuhörerschaft, zumeist fahrerbundes. Kassel, 21. Juli. Samstag Vormittag erfolgte die feierliche Einholung der ans allen Gauen Deutsch­lands vor den Thoren Kassels eingetroffenen Teilnehmer an der Sternwanderfahrt zum Bundestage. In festlichen Zuge ging es zum Festplatz; hierauf folgte die offizielle Eröffnung des Bundestages im Hanusch- Saale. Der Dresdener Gau übergab das Bundesbanner an den Gau Kassel, dann be­grüßte Oberbürgermeister Müller mit herzlichen Worten die Nach einer Ansprache des Bun sesvorsitzenden Gäste. Böfling begann der Bundesausschuß seine Beratungen. An dem Preiskorso gestern Sonntag beteiligten sich etwa 200 Vereine, die Marburger hatten ihre Räder am ge­schmackvollsten geschmückt. Die Nachmittags angesetz en Großen Rennen, sowie das große Volksfest im Atttenpark mußten infolge des eingetretenen starken Regens auf Montag verschoben werden. Aus dem hiesigen Bezirke beteiligten sich der Gießener Radfahr- Verein 1885, der Weglarer Radfahr­Verein und die beiden Radfahr- Vereine aus Marburg.

Aus Hessen und nachbargebieten.

§ Studentenversammlung in Marburg. Samstag Nach mittag 5 Uhr fand in der Aula der Universität zum Zweck der Besprechung des Planes einer Unfall­berſicherung für Studiererende eine all­

Dr. Niese leitete. Er brachte den von unserer Nachbar­

der Dorfbewohner, auch eine große Zahl Freunde der Sache war von auswärts erschienen. Der Gottesdienst begann um 1/2 Uhr. Als Festprediger war der Geist­liche von Heuchelheim berufen, welcher den Altardienst mit Gebet, Liturgie und Verlesung des 65. Psalms schloß. Nach dem Hauptlied, in welches die zahlreiche Zuhörer­schaft fräftig einstimmte, begann der eigentliche Gottes­dienst. Der überaus tiefen Eindruck machenden Predigt lagen die Worte aus dem Briefe St. Judä: Laſſet uns Gutes thun, zu allermeist an den Glaubensgenossen" zu Grunde. Nach Beendigung des Gottesdienstes er­stattete Herr Professor Stamm aus Gießen den Rechen­schaftsbericht der genannten Zweigvereine und hob in demselben hervor, daß in früherer Zeit, da die Verkehrs­wege noch im Argen lagen, die evangelischen Christen noch sehr isoliert waren, so daß z. B. in der Diözese Mainz, somie der in Cöln, nicht ein einziger evange­lischer Christ sich befand; erst als der Verkehr sich ge­steigert durch die zahlreichen Bahnverbindungen, wurden katholische und evangelische Christen einander näher gebracht.

Durch die Bewegungen auf konfessionellem Gebiete, besonders in Desterreich, welche hauptsächlich durch Schrift und Wort des Gustav Adolf- Vereins angeregt worden

iſt, namentlich durch seine zündenden Schriften: 203 ca. 600 Geistliche und Mönche

Viele Kirchen, Schulen und entsprechende Pfarrer­

In erster Linie des Rektors Professor D. Jülicher der Prorektor Prof. befanden, stattgefunden. der oberen Stock universität Gießen mit der Gesellschaft Nordstern in wohnungen sind durch den Gustav Adolf- Verein ent­nnende oder ver Kassel abgeschlossenen Unfallversicherungsvertrag zur standen, auch die großen Segen bringenden Schwester­n auch die rettende Verlesung. Die Versammlung faßte mit allen gegen vereine in der Krankenpflege sind Schöpfungen des ich daher in Berlin eine Stimme eine von Herrn Geheimrat Küster vor Vereins. Es wurden in dem flar abgefaßten und rech­oct in den eng geschlagene Resolution, wonach sich die Versammlung vernehmlich vorgetragenen Rechenschaftsberichte sehr intert ift in Berlin bei Unfallversicherung für Studierende einverstanden erklärt.

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Leider habe, wie ja zur Genüge bekannt, durch den Zusammenbruch der Leipziger Bank das Vereins­vermögen, welches zum teil bei dieser Bank angelegt war, eine Schädigung von 80 000 Mark erlitten, welche Summe nun wieder durch geringere Zuwendungen an bedrängte evangelische Gemeinden ersetzt werden müsse.

Heftige Propagandas gegen evangelische Christen sowie den Gustav Adolf- Verein werden jetzt von Polen inszeniert, welchen freilich mehr politische Tendenzen zu Grunde liegen.

Durch die zahlreichen Spenden, welche, wie an geführt, an evangelische Gemeinden des In- und Aus­landes zugewendet wurden, sind 200 Pfarrhäuser und 854 Schulwohnungen entstanden.

Die Kollekten nach Beendigung des Gottesdienstes brachten 44 Mark und einige Pfennige ein.

Der Nachmittagsgottesdienst begann um 2 Uhr, nach demselben fand noch eine Zusammenkunft von Gemeindeangehörigen und auswärtigen Gästen im Freien statt, welche aber leider durch eingetretenen Regen abgekürzt werden mußte. Glücklicher Weise fonnte aber der sehr zündende Vortrag des Geistlichen Kostmann von Kirchberg beendigt werden, in welchem so prägnant die Verfolgungen geschildet wurden, welche die ev. Christen früher und namentlich in Frankreich, durch die Hugenotten erlitten und welche ihren Höhepunkt in der Bartolomäusnacht 1562 durch ein furchtbares Blutbad, Pariser Bluthochzeit genannt, erreichten, so daß in einer einzigen Nacht viele Hunderte hingemordet wurden. Nach Schluß der Feier wurden von dem Orts­geistlichen Herrn Pfarrer Eckstein noch Worte des Dankes für die eingegangenen Spenden, sowie des zahlreichen Festbesuchs ausgesprochen. Ein jeder Fest­teilnehmer wird gleich mir in festlicher Stimmung zu seinem Heim zurückgekehrt sein.

Vermischtes.

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* Berlin, 21. Juli. Gestern Morgen erschoß der 32 Jahre alte aus Böhmen gebürtigte Gürtler Friedrich Stahr seine 28 jährige Frau und dann sich selbst vor den Augen ihrer beiden Kinder. Die Frau hatte sich geweigert, ihren Mann wieder bei sich aufzunehmen, da sie nicht an ein fried­liches Zusammleben glaubte.

* Die 49. Generalversammlung der Katho­lifen Deutschlands findet vom 24. bis 28. August in Mannheim statt.

Neueste Nachrichten.

* Aus Hamburg wurde uns heute früh fol­gende Trauernachricht( bereits durch Extrablatt bekannt gegeben) depeschiert: Der Hamburg­Amerikanische Packetfahrt- Dampfer Hansa", weler Passagiere nach Curhaven beförderte, überrannte um Mitternacht bei Nienstedten den von Blankenese zurückkehrenden Passagierdampfer ,, Brimus", worauf sich der Gesangverein Treue" befand. Primus wurde durchschnitten und fant aus Eilbeck Hamburg mit etwa 190 Passagieren sofort. Ueber 100 Personen ertranfen.

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- verpflichtet, die Hofraithen von der Kellersohle bis zum Dachboden zu begehen?

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