Ausgabe 
15.11.1902 Drittes Blatt
 
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mit diesem Vorgehen der Arenabesizer auch die Nach­richt zusammen, daß der berühmte spanische Stierfechter Mazzantini in diesen Tagen zum letzten Male öffent­lich auftreten wird. Mazzantini, der aus einer vorneh­men Familie stammt und sehr gebildet sein soll, will sich jezt der Politik in die Arme werfen und in Madrid als liberaler Kandidat für die Cortes kandidieren.

[ lieber die rechtliche Stellung des Frosches in Frankreich] schreibt das Journal des Débats" in einer humorvollen Plauderei: Die Frösche sind ein Rätsel. In dem Gerichtsbezirk Auch besonders sind sie das Haupt­hindernis für ein gutes Einvernehmen zwischen den staat­lichen Gewalten. Und sie haben zwischen Verwaltungs­und Gerichtsbehörde einen Konflikt hervorgerufen, dessen Ernst nicht zu verkennen ist. Die Wasser- und Forst­verwaltung schüßt, wie es ihre Pflicht ist, diese Be­wohner der Teiche. Von den Gerichten aber werden die Frösche sehr geringschäßig behandelt. Vor einigen Jah­ren schon hat der gute Präsident" Magnaud in einer berühmt gewordenen Urteilsbegründung die Sitten der Frösche scharf gegeißelt und diese schmackhaften Amphi­bien als eine zügellose Bande bezeichnet. Als nun vor furzem die Wasser- und Forstverwaltung einen Herrn X., der während der Schonzeit Frösche gefangen hatte, dem Gericht in Auch überlieferte, erklärte das Gericht, daß das Gesetz nur die Fische schüße, von den Fröschen aber sei nicht die Rede. Der Angeklagte könnte daher nur dann bestraft werden, wenn nachgewiesen werden sollte, daß auch die Frösche zu den Fischen gehören. Gegen dieses ironische Urteil legte die Wasser- und Forstverwal­tung Berufung ein, so daß sich auch das Gericht in Agen mit den Fröschen zu beschäftigen hatte. Aber das Ge­richt in Agen wollte, ebensowenig wie das Gericht in Auch, von den Fröschen etwas wissen. Die Frösche be­finden sich aber nach wie vor in einer zweideutigen und schwankenden rechtlichen Lage. Der Staat, der seine Liebe allen zuwenden muß, macht keinen Unterschied zwischen seinen Mündeln; er schützt sie alle zugleich, bringt Fische und Frösche durcheinander, assimiliert sie und macht eine einzige große Familie daraus; für ihn

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Eine Liste zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgegeben Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Baben recht bald an eine der nachbenannten Vorstandsdamen gelangen zu lassen:

Frau Rechtsanwalt Grünewald, Liebigstraße 21; Frau Johanna Haas, Dstanlage 31; Frau Rechnungsrat Kalbfleisch, Ludw gstraße 7; Frau Professor Leist, Otanlage 36; Frau Bürgermeister Mecum, Löberstraße 23; Frau Pfarrer Nau­mann, übanlage 8; Frau Luise Ottens, Bismarckstraße 11; Fran Lir a Schmall, Ostanlage 36; Fräulein Luise Wortmann,| Dammstraße 32.

Auch die Schwestern unserer Anstalt sind bereit, Gaben anzunehmen; man wolle freundlichst beachten, daß es die Klein­tinderschulschwestern sind, Diezstraße 15.

Gießen, den 10. November 1902.

Der Vorstand der Kleinkinder- Bewahranstalt. Dr. Naumann.

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Die Vereinigung findet statt an jedem Sonntag zwischen 2 und 7 Uhr nachmittage im Saale der Kletutinderschule; die Mädchen fönnen zu jeder Zeit kommen und gehen. Von 4 bis 5

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Sute, unterhaltende Bücher und Spiele sind in großer Zahl vorhanden.

Eröffnungsfeier am Sonntag, den 16. November er, nachmitta 8 4 Uhr.

Wir lad n die Mädchen zu zahlreicher Beteiligung ein, und bitten Eltern. Herrschaften und Geschäftsinhaber, ihre Mädchen auf den Sonntagsverein hinweisen und denselben die Teilnahme gestatten zu wollen.

Gießen, den 11 November 1902.

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sind die Frösche gewissermaßen adoptivfische. Die Ge richte aber weigern sich mit hartnäckiger Unabhängig­keit, diese Adoption gutzuheißen. Für die Rechtsgelahrt­heit kann eben ein Gründling niemals ein Laubfrosch werden. Den Fröschen bleibt jezt nur noch ein Mittel zur sicheren Feststellung ihrer Rechte und Pflichten im modernen Staate: sie fönnen sich an den Kassationshof wenden, der ihnen mit unfehlbarer Sicherheit sagen wird, woran sie sind.

[ Der Dank des Geretteten.] Ein russisches Blatt er zählt folgende Begebenheit: Vor einigen Tagen fiel in Moskau ein Mann ins Wasser und wurde noch im leg­ten Augenblicke von einem guten Schwimmer gerettet. Aus Dankbarkeit überreichte er seinem Lebensretter einen vollen Geldbeutel. Ich habe nur meine Pflicht getan und kann eine Geldbelohnung nicht annehmen sagte der Retter.- ,, Dann will ich Ihnen wenigstens einen guten Rat geben: Essen Sie in ihrem Leben niemals Wurst!" ,, Wie kommen Sie zu dieser sonderbaren War­nung?" Mit vor Kälte zitternder Stimme sagte der Gerettete: Ich bin Wurstmacher!"

[ Die Hundertjährigen in Preußen.] Nach einem soeben veröffentlichten Bericht über die Volkszählung vom 1. Dezember 1900 gab es im preußischen Staate nur 35 Personen im Alter von über hundert Jahren: in Ost­preußen 2 weibliche, in Westpreußen 1 männliche und 10 weibliche, in Brandenburg 2 weibliche, in Posen 2 männliche und 3 weibliche, in Schleswig- Holstein 1 männ­liche und 1 weibliche, in Hannover 2 weibliche und im Rheinland 2 weibliche. In den vorstehenden Zahlen tritt die größere Langlebigkeit der weiblichen Personen flar zu Tage. Gruppiert man die Angehörigen dieser höchsten Altersstufe weiter nach Alter und Familienstand, so ex­giebt sich, daß von den Männern 1 Junggeselle, 1 Che mann und 3 Witmer waren, von den Frauen 1 unver­Heiratet Gebliebene und 29 Witwen.

Kurzes Allerlei. Ein europäischer Portierstag oder, toie er offiziell genannt wird ,,, Hausbesorgertag" ist das Neueste auf dem Gebiete der Kongresse. Zu der für den 17, b. Mts. einberufenen Generalversammlung der Haus

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£ der blutige Abschluß eines Liebesromans erregte in Berlin das Mitgefühl der weitesten Preise. Eine 32 jährige Modistin Karoline B. aus Heilbronn hatte dort einen jungen Mann aus der Umgegend Berlins Bennen gelernt, der seiner Militärpflicht in der Neckarstadt ge nügte. Trop des großen Altersunterschiedes entspann sich ein Liebesverhältnis, das aber auf Seiten des hangen Mannes sofort erfaltete, als dieser nach seiner Heimat zurückkehrte. Die Briefe kamen immer spärlicher, unb schließlich mußte sich die Mobistin überzeugen, baß ihr Geliebter sie vergessen hatte. Sie beschloß einen legten Bersuch zu machen, ihn zu sich zurückzuführen, verkaufts ihr gut gehendes Geschäft und fuhr nach Berlin, von we fie den Ungetreuen in dem betreffenden Borort aufsuchte. In einer Unterredung mit ihm und seinen Eltern gewann sie aber die Gewißheit, daß sie ihrem Traum von Glüd entsagen müsse. Das Bonnte sie nicht überwinden. Man fand sie des Morgens darauf mit einer Schande in der Schläfe entseelt im Bette vor. Ihre ganze Barschaft im Betrage von mehreren 1000 Mart lag in einem ven siegelten, an ihren Geliebten abressierten Brief auf den Tische. Sie hatte für den Ungetreuen auch bez bat Sai hinaus forgen wollen.

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Aus Palermo kommt die Nachricht von einem Gym­nasiastenstreit. Eine große Schar durchgefallener bitu rienten zog, weil sie einen dritten Prüfungstermin nicht burchseßen tonnten, zu den verschiedenen Gymnasien unb forderte die Kameraden auf, fich mit ihnen solidarisch zu erklären und dem Unterricht fern zu bleiben. Auf ben Rat des Direktors des Garibaldi- Gymnasiums zo gen die Burschen alsdann zum Theater Politeama, ton­stituierten sich zur Protestversammlung und sandten eine Resolution an den Unterrichtsminister. Mehr kann man nicht von Schuljungen verlangen.

gnügen alle Zähne, aber Geld nehmen

von Ihnen

netn! Denn

Der Gemeindebiener bereitete Purvos Redeschwall ein

fähes Ende:

Da,

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fortkommst.

und schweig, Zigeuner! Mache, daß du

Purbo fimulierte einen Seufzer des Bedauerns, nahm

ging eilig

Hausdoctor

Nr. 267

Samstag, 15. november.

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1902.