Ausgabe 
12.11.1902 Zweites Blatt
 
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geformter und vor allem sorgfältig gepflegter Bähne zur An­sicht bringt.

Sind wir uns aller aufgeführten Thatsachen bewußt, so müssen wir unbedingt zugeben, daß die Zähne hinsichtlich des Wertes für die Verdauung, die Aussprache und Schönheit höchst wichtige Organe des menschlichen Organ& mus sind, die unbegreifliche Gleichgiltigkeit gegenüber den Zähnen somit Wunder nehmen muß.

In allen Fällen, wo es sich um Bahnschmerzen handelt, wird oft der ganze Apparat überlieferter Hausmittel in Be­wegung gefeßt, und Opfer, welche den rungligen Priesterinnen der Heilkunde und Volksbegiückern ähnlicher Art in ver­schiedener Weise dargebracht werden, sind weit größer und zahlreicher als die der wirklichen Kunst dargebrachten.

Ist nun aber alle Aussicht auf Erfolg verloren gegangen, so soll der behandelnde Arzt oder Zahnarzt helfen, ohne Schmerzen zu bereiten; ein gewiß unbilliges Verlangen.

Wir sind zwar in der heutigen Wissenschaft so weit fortgeschritten, daß wir bei weitem die größte Anzahl ven Operationen schmerzlos ausfügren können; doch giebt es Fälle, wo man nicht dazu imstande ist. Der Patient sollte daher Energie zeigen und die etwa vorzunehmende Operation, welche ihn dauernd von den Schmerzen befreien soll, standhaft ertragen. Der Schwerpunkt ist hierauf dauernd zu legen, denn was hilft es, momentan die Schmerzen zu stillen, wenn sie nach kurzer Zeit in alter heftiger Weise

weiter wüten?!

Man begebe sich daher bei beginnenden Zahnschmerzen sofort zu einem Fachmann, der stets die verlangte Hilfe bringen wird. Um alle Ronsequenzen zu vermeiden, befolge man den Grundsatz, mehrere Male im Jahr sich die Zähne untersuchen und die schadhaften mit einer Füllung versehen zu lassen. Außerdem steht es jedem Patienten frei, ob er sich den Zahn ausziehen lassen will oder nicht, sei es nun mit oder ohne Schmerzen; ob er geneigt ist, sich eine schmerz­stillende Einlage in den Zahn einlegen zu lassen oder ob er,

Bekanntmachung.

Aus der Stiftung der Ludwig Theodor Felsing

Eheleute zu Gießen sind die diesjährigen Zinsen und zwar: 171 Mt. 43 Pf. an zehn in Gießen geborene würdige Arme und 34 Mt. 29 Pfg. an fünf würdige Wittwen, zu gleichen Teilen zu vergeben.

Anmeldungen hierzu haben bis zum 10. f. Mts. dem Bureau- der unterzeichneten Behörde, Bimmer Nr. 4,

erfolgen.

Gießen, am 6. November 1902.

Die Armen- Deputation der Stadt Gießen.

Mecum.

Bekanntmachung.

auf

zu

Aus der M in na Keil- Vogt Stiftung sind für das

je nach dem vorliegenden Fall, eine Enpinselung des Bahn­fleisches an der frankhaften Stelle vornehmen lassen will. Wir haben kein einheitliches Verfahren, Zahnschmerzen zu beseitigen, ebenso wie alle Zahnschmerzen auf ein und die­selbe Ursache zurückzuführen sind.

Der betreffen e Zahnarzt wird ihm jedenfalls angeben, wie in jedem Krankheitsfalle die Behandlung des Zahnlei­dens am besten zu geschehen hat, auf feinen Fall lasse man sich aber sofort den franken Bahn ziehen, dessen Erhaltung Aussicht auf Erfolg hat.

Wir haben so vorzügliche Methoden zur Erhaltung fariöser schmerzender Zähne, daß wir selbst in vrzweifelten Fällen die Behandlung zu einem b friedigenden Abschluß führen können.

-

Darum Vertrauen!

Aus Hessen und Nachbargebieten.

** Aus dem Kreise Marburg. Der fürzlich angekündigte Bolltarife- Feldzug des Herrn v. Gerlach begann am 8. d. Mts. in Speckswinkel. Bei den meisten der in Stärte von etwa 2/3 seiner Wähler erschienenen fanden v. G.'s Ausführungen Antiang. Nur einige der größeren Bauern figurierten als Bündler. Lebhaft widersprochen wurde einem der letzteren, da er in der zunehmenden Fabrik­errichtung Schaden für die Landwirtschaft erblickt. Der Gegensatz zwischen bündlerischen Anschauungen und den nationalsozialen trat lebhaft zu Tage, doch sind die Bündler hierorts start in der Minderheit.

In Lohra sprach

Herr v. Gerlach am Sonntag und hatten sich auch aus den Nachbarorten Leute eingefunden Der bekannte Landwirt und Voltsschriftsteller Naumann assistierte Herrn v. G., doch weiche er in einigen Kleinigkeiten von den Gerlach'schen Prinzipien ab, im Grunde wolle er aber dasselbe. Herr v. G. gab nach, Sohnrey's Bestrebungen wurden h roor­gehoben, die bekanntlich in der Selbsthilfe der Landwirtschaft gipfeln. Nur im Genossenschaftswesen erblickt Redner das Heil der Agrarier und bedauere, daß Lohra feine Ra ffeisen=|

Amtlicher Teil.

Bekanntmachung.

-

fasse habe. Die weit überwiegende Mehrheit der Ver sammelten stimmte den Ausführungen Gerlach's und Nau mann's zu. Zu der am 9. d. Ms. in Niederweima abgehaltenen und von ca. 50 Personen besuchten Versamm lung des Herrn v. Gerlach war von größeren Besizern fat Niemand erschienen. Sehr anschaulich und eindrucksvol schilderte Redner die Gefahren des Zolltarifs, fo daß sich jeder den Schaden bei etwaig m Zustande fommen des Tarifs berechnen konnte. Die Ausführungen fanden überall Beifall und da kein Gegner auftrat, fam 8 Ein Arbeiter meinte, die Rede sei zu teiner Diskussion. wunderschön gewesen; schl eßlich wurde auf Herrn v. G. ein Hoch ausgebracht nachdem Letterer das Vaterland hatte leben lassen.( Hoffentlich hat Herr v. Gerlach diesesmal mehr Glück, denn 1898 befam er bei der Wahl nur eine Stimme. D. R.)

** Aus dem Vogelsberg, 9. Novbr. Während für die Kranich züge der seither spätest beobachtete Termin auf den 18. Oktober fiel, blieben dieselben bis Ende voriger Woche ganz aus; erst da zeigten fich schwach besetzte Reihen derselben. Die größere Bah scheint immer noch zurück zu sein, falls dieselben nicht Man schließt daraus auf einen Nachts gezogen sind. milden, erst spät eintretenden härteren Winter.

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Bekanntmachung.

136 Mt. Zinsen aus der Stiftung der dahier versto Aus den Zinsen der Friedrich Heyer von Rosen- benen Elisabete Schmidt sind zu gleichen Teilen an vier feldschen Stiftung sollen am Todestage des Stifters, dürftige unbescholtene lebige in Gießen I bende Dienstmä 21. Dezember, 67,20 Mt. an solche evangelische, würdige im Alter über 50 Jahre und vier arme Wittwen aus Gieß Stadtarme verteilt werden, welche selbst in Gießen geboren sind, und deren Eltern und Großeltern ebenfalls dorten zur

nach der Auswahl des Stadtvorstandes zu vergeben. A

Weit tamen und daselbst das Bürgerrecht innehaben oder meldungen zum Bezuge derselben haben bis zum 10. Dezembe batten. Anmeldungen zum Bezug dieser Zinsen sind auf dem 1902 unter Beibringung des erforderlichen Nachweises b

Armenamt bis zum 1. Dezember d. I. zu erstatten.

Gießen, 6. Dezember 1902.

Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum.

Bekanntmachung.

Jahr 1902 drei Gaben von je 70 Mt. an drei in Gießen wohn- Wir bringen hiermit zuc Kenntnis, daß die Herren hafte, würdige und bedürftige Handwerker oder deren Wittwen, Karl Euler, Wilhelm Löber VI., Heinrich Noll VII. und evang. Ronfession, zu vergeben. Bewerbungen haben bis läng- Karl Steinberger als Mitglieder des Wiesenvorstandes stens 30. November d. I bei der unterzeichneten Behörde, ernannt und verpflichtet worden sind. Bimmer Nr. 4 zu geschehen.

Gießen, 6. November.

Die Armen- Deputation der Stadt Gießen.. Mecum.

der unterzeichneten Stelle zu geschehen. Steßen, den 6. November 1902.

Die Armen- Deputation der Stadt Gießen. Mecum.

Bekanntmachung.

Das Gäßchen Auf der Bach" wird wegen Vornah) von Kanalisationsarbeiten von Montag, den 10. 1. Mts. bis auf Weiteres für jeglichen Verkehr gesperrt. Gießen, den 8. November 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler.

Für einen 18 Jahre alten

Gießen, am 29. Oftober 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum.

wird Stellung gesucht.

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