Ausgabe 
10.12.1902 Erstes Blatt
 
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2670, Düsseldorf mit 2508, Krefeld mit 2485, Barmen mit 2422, Kiel mit 2372, Altona mit 2178 und Dortmund mit 1969 Mart

[ Im Dienste des Weihnachtsmannes.] Für den Aus­hilfsdienst im Berliner Weihnachts- Bäckereiverkehr sind in diesem Jahre 1400 Hilfsarbeiter engagiert, deren Ein­stellung in Gruppen am 14., 20., 22. Dezember erfolgt. Auch Soldaten werden wieder, jedoch nur in beschränkter Anzahl, zur Verwendung gelangen und nur für den Bestell­dienst und für den Hauptabnahmedienst auf den Bahnhöfen benutzt werden. Für die Paketbestellfahrten innerhalb Berlins werden für die Zeit vom 23. bis 26. Dezember 150 Kremser, für den Dienst des Durchgangsverkehrs vom 21. Dezember ab 80 große Möbelwagen eingestellt. 20 Möbelwagen werden bereits vom 11. Dezember ab den Berkehr zwischen Hauptamt und Bahnhöfen vermitteln.

*[ Die vierte Dimension in der Schweiz.] Man kann gegenwärtig fein schweizerisches Zeitungsblatt in die Hand nehmen, ohne von Opfern des Aberglaubens in der auf­geklärten Stadt Zürich zu lesen. Unlängst weckte der Kassationsgerichtspräsident Sulzer mitten in der Nacht die friedlich schlummernden Bewohner eines Hauses, um sie vor einer von bösen Geistern prophezeiten Feuersbrunst zu retten. Wenn das ein Kassationsgerichtspräsident tut, bann muß es schlimm stehen um Zürich! Viel Aussehen erregte auch der Fall" einer vornehmen Dame, der in einer spiritistischen Gesellschaft von den Aposteln Jo­hannes und Jakobus" 5000 Franken abgeknöpft wurden. Ebensoviel erbeutete ein dunkler Ehrenmann, der den Leuten versprach, sie mit den Geheimnissen des 6. und 7. Buches Mosis bekannt zu machen. Viele Blätter sind durch diese Geschichten aus dem Jenseits und aus einer über­sinnlichen Welt so überreizt geworden, daß sie auch die wunderbare Spufgeschichte für Ernst nahmen, die ein Schalt in der Neuen Züricher Zeitung" erzählte: In einer spiritistischen Sitzung soll fein Geringerer als Gott­fried Keller erschienen sein und über seine Erfahrungen im Jenseits einen Vortrag gehalten haben. Anfangs," sagte er ,,, ging es mir sehr schlecht; man hielt mir immer vor, daß ich zu lange und zu oft in der Aepfelkammer ( eine bekannte Gastwirtschaft) saß. Jezt aber geht es mir ordentlich gut!" Die schweizerischen Blätter grübeln jezt dieser merkwürdigen Erscheinung nach und suchen das Problem zu lösen, ob sich dem echten Gottfried Keller nicht ein falscher substituiert habe.

[ Die Vorahnung Kaiserin Elisabeths.] Eine Er­innerung an das traurige Ende der Kaiserin Elisabeth von Desterreich bringt in einem Pariser Blatte ein alter Diplo mat, der die meisten europäischen Höfe aus eigener An­schauung fennt. Ich habe die unglückliche Kaiserin von Desterreich genau gekannt," erzählte er. Eines Tages hatte ich die Ehre, von ihr empfangen zu werden. Ich fand sie ganz heiter. Und als ich mich diskret nach der Ursache dieser ungewöhnlichen guten Laune erkundigte, erwiderte sie mir: ,, Das will ich Ihnen gern anvertrauen: Ich habe viel in Irland gelebt und liebe das Land sehr, so daß ich auch fast in meinem Gefühlsleben fast eine Irin geworden bin. Die Jren haben nun eine Fee, die sie benachrichtigt, wenn sie sterben sollen. Es ist die ,, banshee". Nun wohl," fügte sie hinzu, indem sie plößlich ernster wurde ,,, diese Nacht ist die ,, banshee" mir im Traum er­schienen!" Genau zwei Tage später fiel die unglückliche Kaiserin in Genf unter dem Dolche eines Mörders.

£[ Das verbesserte Gemälde.] Folgende amüsante Anekdote erzählt der Gaulois": Einer der bekanntesten französischen Künstler geht im schönsten Viertel von Non­stantinopel spazieren und sieht im Schaufenster eines Bilderhändlers ein Gemälde, das ihm sehr bekannt vor­tommt. ,, Schau! Schau!" sagte er sich, dieses Bild sollte ich doch kennen!" Er liest ,, Fontainebleau bei Sonnen aufgang." Merkwürdig," murmelte der Künstler ,,, ich habe Fontainebleau bei Mondaufgang gemalt, und hier ist es bei Sonnenaufgang! Und doch steht meine Signatur darunter!" Ohne Zeit zu verlieren, geht der Künstler zu einem Dolmetscher und beauftragt ihn, zu dem Händler zu gehen und sich nach der Herkunft des Gemäldes zu er­fundigen. Der Dolmetscher geht und erfährt, daß es sich wirklich um das in dem und dem Jahre ausgestellte Ge­mälde des Künstlers handelt, und daß man nur aus dem Mondaufgang einen Sonnenaufgang gemacht hat, weil das Mondlicht den Beschauer... melancholisch macht. Der Künstler schien aber diese Sorge um die Seelenstimmung des Beschauers nicht zu teilen, denn er verklagte den Händler. Dieser erschien am nächsten Morgen im Gerichts­gebäude und bat den Maler flehentlich, die Klage zurück­zuziehen; aber der Künstler, der sonst ein sehr liebens­würdiger Mann ist, zeigte sich unerbittlich. Es gibt doch Richter in Konstantinopel, und sie sollen entscheiden, ob es erlaubt ist, so mir nichts dir nichts aus einem Monde eine Sonne zu machen.

[ Das Recht auf Ledigbleiben.] Während man in gewissen zivilisierten Ländern( besonders in den Verein. Staaten) die Junggesellen zu besteuern sucht, teils um dem Staate neue Einnahmequellen zu öffnen, teils um eine Bermehrung der Bevölkerung herbeizuführen, hat Japan, das von den westlichen Ländern noch immer nicht für voll angesehen wird, eine wahre soziale Revolution herbeigeführt, indem es feierlich das Recht auf Ledig­bleiben proklamierte. Man muß nämlich wissen, daß ein Jahrhunderte altes Gesez, das für das ganze Gebiet des ,, Reiches der aufgehenden Sonne" Geltung hatte, bis jetzt die Japanerinnen nötigte, sich vor Erreichung des 36. Lebensjahres mit einem Gatten zu versehen. Wenn diese Frist vorüber war und Frl. Chrysanthemum noch immer nicht ihre Wahl getroffen hatte, gaben ihr die staatlichen Behörden ,, ex officio" einen Mann, entweder einen Jung­gesellen oder einen Witwer passenden Alters. Durch kaiser­liches Dekret ist jetzt diesem wahrhaft grausamen Regime ein Ende bereitet worden, nachdem die fortschrittlich ge sinnten Kreise, die in Japan bekanntlich großen Einfluß haben, schon längst auf die Uebelstände und die Unannehm lichkeiten desselben hingewiesen hatten. Von jetzt ist also in Japan die erzwungene Eheschließung abgeschafft, und jede noch so reife Jungfrau fann so lange sizen bleiben, als sie Lust und Zeit hat.

Kurzes Allerlei. Wie englische Zeitungen zu berichten wissen, wird auch in diesem Jahre der Brauch, Weihnachts­geschenke auszutauschen, zwischen den Herrscherfamilien in England und Deutschland aufrecht erhalten werden. All­jährlich um die Weihnachtszeit wandern umfangreiche Sendungen von Plumpudding und Mince Pie" nach Berlin.

Professor Lingle in Chicago hat entdeckt, daß das Sauerstoffgas für die Herztätigkeit von größter Bedeutung ist. Lingle legte die Herzkammer einer Schildkröte nach Aufhören der Herztätigkeit in eine Salzlösung und brachte sie dann in ein Gefäß mit Sauerstoffgas, in der das Herz wieder zu schlagen begann und 72 Stunden lang in Tätig feit blieb.

Bunte Chrouit. Das neue Trockendock der kaiserlichen Werft in Kiel wurde mit der Eindockung des Linienschiffes ,, Wettin" dem Betriebe übergeben.

- Die Errichtung eines Mädchengymnasiums in Schöne­berg ist von der dortigen Stadtverordnetenversammlung, allerdings nicht ohne heftigen Wortkampf, beschlossen

worden.

Im Dorse Niederklein bei Kirchbach brach nachts Feuer aus. Da infolge Wassermangels dem Feuer nicht Einhalt geboten werden konnte, brannten 13 Wohnhäuser und 9 Scheunen nieder.

Auf der Strecke Nordheim- Dorndorf entgleiste ein Personenzug. Die Maschine stürzte den Damm hinunter in die Fulda, der Lokomotivführer wurde verletzt, während die Passagiere unversehrt blieben.

Der Straßenbahnwagenführer Lerch zu Dresden wurde vom Schwurgerichte wegen Mordes, begangen an dem Fabrikwächter Pratsch, sowie wegen Meineides und Unterschlagung zum Tode und zu fünf Jahr 4 Monat Zuchthaus verurteilt. Seine Ehefrau erhielt wegen Hehlerei drei Monat Gefängnis. Lerch hatte am 6. Januar 1900 seinen Freund Pratsch ermordet, den Leichnam des Er­mordeten in einen Koffer gepadt und diesen in die Elbe geworfen.

Eine Assistentin bei der Fabrikinspektion ist jetzt auch in Reuß j. L. angestellt worden. Bisher kannte mur Baden weibliche Fabrikinspektoren.

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Björnson empfing aus Anlaß seines 70. Geburts­tages über 500 Telegramme. Eine Deputation des Stor­thing überbrachte die Glückwünsche des Storthing.

In Rupprechtsau wurden, durch Kohlenorydgas ver­giftet, die Witwe Weizmann und deren Sohn todt in den Betten aufgefunden.

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Ter amerikanische Geschäftsträger bei der Republik Liberia, Dr. Croßland, erschoß in Monrovia einen Ame­rifaner namens Faulkner. Dr. Croßland steht seit inge­fähr einem Jahre seinem Posten in Monrovia vor.

- Die wirtschaftliche Erschließung Grönlands wird jetzt in Angriff genommen. In Kopenhagen hat sich eine Ge­sellschaft zu diesem Zwecke gebildet, die vor allem einen Bergwerksbetrieb an der Südküste Grönlands anlegen und außerdem eine große Walfischfa gerstation errichten will. Biel Glück!

Deutscher R ichstag.

232. Sigung.

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CB. Berlin, 9. Dezember. Antrag Gröber angenommen. Nachdem Bebel seine Rede beschlossen, verlas der Abg. Richter namens der freisinnigen Volkspartei eine formulierte Erklärung, worin gesagt ist, der Antrag Grö­ber erweise sich, weil er die Handhabung der Geschäfts­ordnung in das freie Ermessen des Präsidenten stellt, entneder als bedeutungslos, oder er gebe zu unaus­löschlichen Einsprüchen Anlaß. Die Mehrheit habe mit dem Antrag Kardorff materiell und formell gegen die Geschäftsordnung verstoßen und kenne nun kein Halten mehr. Seine Partei werde auch gegen den Antrag Gröber stimmen. Abg. Dr. Barth erklärt, die Mehrheit wolle den Präsidenten zum ausführenden Beamten der Mehr­heit machen, während Windthorst s. 3. in ihm den Schüßer der Minderheit gesehen habe. Inzwischen ist ein Verbesse­ungsantrag redaktioneller Art eingelaufen, gleichzeitig ein Schlußantrag, über den der Präsident Graf Stolberg alstinimen ließ, obgleich Abg. Singer das Wort zur Geschäftsordnung verlangte, wobei der Antrag angenom­men wurde. Singer protestierte gegen dieses Verfahren und appellierte an die Loyalität des Präsidenten, zu­zugeben, daß er sich in der Handhabung der Geschäfte ge­irrt habe. Vor der Rede Singers herrschte tosende un­ruhe bei den Sozialdemokraten, die sich aber bald wieder legte. Der demokratische Abg. Haußmann stellte fest, daß die Mehrheit schon den Maulforb und die Peitsche gebrauche, che noch der Antrag Gröber angenommen sei. Der konservative Abgeordnete v. Kröcher gab zu, daß der Präsident sich mit seiner Geschäftshandhabung zwar mit der Praxis der anderen Präsidenten in Wider­spruch gesezt habe, aber mehr als diese dem§ 51 Abs. 2 der Geschäftsordnung entspreche. Singer protestierte nochmals gegen das Verfahren, das er einen hohn auf Anstand und Loyalität nannte. Abg. Schrader von der freisinnigen Vereinigung unterstützte ihn in seinen Ausführungen. Liebermann von Sonnenberger­flärte, daß seine Gruppe nunmehr gegen den Antrag Gröber stimmen werde, weil ihr durch den Schlußantrag das Wort entzogen worden sei, um ihren Antrag ver­ständlich zu machen. Der Präsident verlas nunmehr den Paragraphen 51 Abs. 2 der Geschäftsordnung, um zu be­neisen, daß die Verweigerung berechtigt war. Ein Antrag Singer, über den Antrag Gröber zur Tagesordnung über­zugehen, wurde in namentlicher Abstimmung mit 216 ge­gen 88 Stimmen abgelehnt, darauf wurde, nachdem der Verbesserungsantrag in einfacher Abstimmung abgelehnt norden war, der Antrag Gröber mit 176 gegen 125 Stim men angenommen.

vie zahlreichen Zuhörer auf den Tribünen kamen nicht recht auf ihre Kosten, weil es sehr stille zuging, der vorübergehende Lärm der Linken war nur von furzer Dauer. Die Energie der Obstruktion ist offenbar ge= brochen.

Im Verlaufe der weiteren Beratung verfiel der Abg. Einger zum ersten Male den neuen Bestimmungen des Paragraphen 44 der Geschäftsordnung. Er hatte sich zur Geschäftsordnung zum Worte gemeldet. Vizepräsident Bü­sing fragte, worüber er sprechen wolle. Singer lehnte Die Antwort ab. Auf die erneute Frage des Präsidenten antwortete Singer zögernd, er habe nur sagen wollen, daß seine Fraktion sich nicht wie Schulbuben behandeln ließe. Hierauf großer Lärm bei den Sozialdemokraten. zer Präsident rief den Abg. Singer zur Ordnung, weil er mit seiner Bemerkung die Geschäftsführung des Präsiden ten fritifiert habe. ( Schluß- Bericht von Seite 1.)

Der Hauptstaatsvoranschlag für das Großherzogthum Hessen.

dem

ber Wetten. weiligen Winter

führung originel

Darmstadt, 9. Dez. Dem Hauptstaatsvorans blag Gigentümlicherwe 1903/4 entnehmen wir Folgendes: Bei den Domänen de Fußiport die E Großherzoglichen Hauses ergiebt fich für das nächste Eta treten laffen. jahr eine Einnahme von 5686 386 Mt und eine Ausgah Mittag 12.15 Uh bon 4 987 484.83 Mt., somit ein Ueberschuß von 698 90 einbarter Wette Mt., was einen Ausfall von 288 781 f. gegen das lau bom Thorhaus fende Jahr bedeutet. Dieser Rüdgang entfällt vornehmli marschierte, wofo

auf die Einnahmen aus Bau-, Nuß- und Brennholz.

Laut bescheinigt

Die Staatsdomänen ergeben einen Ueberschuß von landete Herr Hub 11 063 870 t., was einen Ausfall von 211856 Mt. be fomit nur 3.19 1 deutet, der durch Rüdgang der Eisenbahneinnahme herbei ftand der Wette

geführt wird. Gefteigerte Einnahmen find für die Folg

Betrieb gesezt wird.

-

** Zu der

aus dem staatlichen Braunkohlenbergwerk Ludwigshoffnung ihreibt man uns zu erwarten, welches mit einem Rostenaufwand von 900 000 der flädtische Arb Mt neu ausgestattet wurde und demnächst vollständig i( gegen 3615 im ertrag von 1075 210 wirb ftar Die Lotterie ergiebt einen Rein Auch aus den uml Mt. Bei den direkten Steuern, indirekten Auflagen und ** Gegen di Einnahme aus verschiedenen Quellen wird eine Einnahm scheint man nu von 15 947 570 Mt. und eine Ausgabe von 1 597 507 M Bergangenen somit ein Ueberschuß von 14 350 063 Mt. erwartet, was forpsintendantur einem Mehrertrag von 279 717 Mt. entspricht. Bet de angefragt, wie b Hauptabteilung Ministerium des Innern erhöhen fich bi Mobilmachung in Ausgaben für Gendarmerie von 469 500 t. auf 530 200 feien. Die Vorta Mt., bie Beiträge zu den Polizeikosten der Gemeinde von hervorragende Fir 21000 Mt. auf 70 000 mt.

Son

lehnende Bescheide

Für die Landesuniversität und die Technische übergebene Probeat im laufenden Hauptvoranschlag. Für die Gymnasien, Real Heeres- Defonomie­Hochschule sind annähernd dieselben Zuschüsse eingestellt wie abgeben zu fönnen gymnasien, Oberreal- und Realschule 2c. ist der Staats Bedarf an Uniform Wesentlichen ist diese Erhöhung zurückzuführen auf das Aufrücken der Lehrer im Gehalt nach den Bestimmungen

des Besoldungsgesetzes.

Unter Boltsschulen werben 104 500 t. meb gefordert, der Bedarf ist im Ganzen auf 2078 100 gestiegen. Es mußten hier zunächst die Buschüsse an be dürftige Gemeinden zur Aufbringung der Lehrergehalte, Dienstzulagen 2c. dem Bedürfnis entsprechend um 70 000 Mt. erhöht werden, sodann wurde der Fonds für Unter stützung von Gemeinden in Schulhausbauten um 20 000 Mt. erhöht. Des Weiteren ist erstmals ein Dispositions fonts zur Gewährung von Bulagen an Lehrer, Schul verwalter und Schulgehilfen an besond re ungünftig gele gene Orten mit 10000 t. eingeftellt; man hofft durch Bewill gurg solcher widerruflichen, nicht pensionsfähigen, im Einzelfall den Betrag von 150 Mt. nicht übersteigenden Zulagen auch für wenig begehrte Stellen leichter als bisher tüchtige Lehrer zu gewinnen und zu erhalten und daburg den sonst naturgemäß zum Nachteil der Schule sich voll ziehenden öfteren Bechsel in der Beseßung derartiger Stelle einschränken zu fönnen.

Die Forderungen für die Landwirtschaft halt sich im Ganzen so ziemlich in den Grenzen der bi herigen Bewilligungen, 30 000 Mark Beiträge an be dürftige Gemeinden zu den Kosten für Ecbauung bon Wasserleitungen und Ausführung wasserwirtschaftliche Meliorationen, die bisher im Vermögensbudget ange fordert und bewilligt waren, sind jedoch ins Verwalt ungsbudget übertragen worden, da es sich hierbei um voraussichtlich noch auf längere Dauer erforderliche Ausgaben handelt.

Zur Hauptabteilung ,, Verhältnis zum Reich" bemerkt der Finanzminister: Dieselbe schließt in Ein nahme mit 11671 274 Mart und in Ausgabe mit 12 287084 Mr. ab: hiernach wäre an das Reich eine Herauszahlung zu leisten von 615 810 Mt. Nach den Ergebnissen der bis jetzt verstrichenen Monate des Etatsjahres 1902/03 steht indessen zu befürchten, daß die Gesamtüberweisungen an die Bundesstaaten hinter dem Etatsansatz um ein Erhebliches, mindestens aber um 10 000 000 mt., zurückbleiben werden, was für Hssen eine Verschlechterung in seinen Beziehungen zum Reichvon 200 000 Mf. bedeuten würde. Ist schon dieser Ausblick auf die Ge staltung der gesamt n Finanzlage in 1903/04 fein erfreu Icher, so wird derselbe noch weiter getrübt durch die That sache, daß das Reich für 1901/02 mit einem Fehlbetrag von rund 48 000 000 Mt. abschließt, der in 1903/04 wieder eingebracht werden muß und das Budget für dieses Jahr 1903/04 sonach gegen das laufende, in welchem nur ein Fehlbetrag aus 1900/01 von rund 16 000 000 Mt. höher belastet. Dess nungeachtet muß sich allerseits bemüht werden, den Reichsetat derart zum Abschluß zu bringen, daß die derzeitige Ueberlastung der Bundesstaaten, die an sich faft als unerträglich bezeichnet werden muß, nicht noch erhöht wird. Nur unter dieser Vorauss zung läßt der hier vor liegende Budgetentwurf noch ohne Anwendung außergewöhn licher Maßnahmen sich balanzieren."

Giessener Cagesneuigkeiten.

** Heute Vormittag 7.36 Uhr hat der Großherzog die beabsichtigte Reise nach Indien angetreten.

** Ernannt wurden die Regierungsbauführer Adolf Menges aus Gießen, Thilo Rothamel aus Neumünster, Wilhelm" Sieben aus Darmstadt, Wilhelm Thaler aus Ortenberg zu Regierungs baumeistern.

** An Stelle der erfrankten Richter beim Amtsgericht Gießen, Herren Geh. Justizrat Oberamtsrichter Langermann und Amtsgerichtsrat Gebhardt wurden mit Wahrnehmung der Dirnstverrichtungen betraut die Assessoren Weiß und Dr. Möbius.

** Eis- Konzert. Bei günstiger Witterung fonzertiert die biefige Regimentskapelle am Donnerstag Nach mittag bon halb 3-5 Uhr auf der Eisbahn. Näheres im Inseratenteil. Dieselbe ist von heute ab jeden Abend von 7-9 Uhr bei elektrischer Beleuchtung geöffnet.

-

dato i Wesentliches wieder In dankenswerter fammern diejer das tände angenomme Matburg stattg Gewerbe- Vereins Sattlermeister Deu mertstammer eine Vereins eingegangen die dem Handwerk Militär zugefügt daß solche Defono Benuzung der i und Zibilisten Ar Hilfspersonen. Aus betont, daß name förmlichen faufmä leuten Stonturren; auftragt, die Ang das Schreiben zu eventuell zur Verfüg

Aus Hellen

** Grünberg, staltete am Donners

der Kirche eine Lu ca. 20 Lichtbilder au burg, Berbrennung b darunter: Luther, M Steibehaus usw. De und Airchengridhichte Leben in einer Gemei Ronnenroth, richtung einer Baffer aus einem nördlich ift nun der Leich fa tiefer ausgegraben we wird ausgehoben, wo bis zur Wiederherste wird die hifige fit weiflaffige verwand

Solzheim, 8

1903, da eur Ranft erhielt die e m. Strebendo

hat von Samstag in feiner Wohnung

gemacht.

Engelnrad.

lobner Georg Rab erhängt. -r. Niederflei Abend gegen 8 U Einwohner zählend war in einem zufan Beit in zwei ane Bieber und Rod

Shnelligkeit um

Th

Anfang 8 Lages

Pfg. Grmäßigung.