Ausgabe 
9.7.1902 Erstes Blatt
 
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Nr.

155.

.Großer Gott", fagte er leife.

Obechessische Familienzeitung.

" O. das fagte er Ihnen auch?" But schade, weil er direkt nach Australien zurückgeben wird." Aber sie konnte ihn nicht annehmen, leider nicht, es war

verloren, aber nach drüben" bedew

schon nach drüben" abgereift ſei.

" Nach drüben", dachte Colonel Bristo, er bat feine Beit

bak Mr. Edmonstone nicht zu Hause, daß er am Nachmittag

ham Routinent.

Nr. 156.

Erstes Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg. in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel­jährlich Mt. 1.50.

Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) d Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags.

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Mittwoch, den 9. Juli 1902. arzon greate

Gießener

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11. Jahrgang.

Insertionsvreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie, ganz Oberbeffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. o sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg. disg thin

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inged odd of sild Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. di schip sd magadang sibulad sid

Neuelle Nachrichten

( Gießener Tageblatt)

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Anabhängige Tageszeitunge

spidialed childsgr ( Gießener Zeitung)

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für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.

Drud und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei,( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießer

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Was bieten die ,, Giessener Deueste Nachrichten" ibren Lesern?

Die Gießener Neueste Nachrichten" wollen zur politischen Aufklärung Jedermann beitragen und die Intereffen aller Stände, vornehmlich die In­teressen des gesamten Bürgerstandes und der wirtschaftlich Schwachen vertreten. Die Neuesten Nachrichten" dienen keiner ausgesprochen politischen Partet, aber weniger dem Interesse eines Einzelnen.

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Seite 2.

Nr. 155.

Das eitle Droschkenpferd. Kleines Feuilleton.

Oberhessische Familienzeitung.

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Seite 3.

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Die Gießener Neueste Nachrichten besprechen in zahlreichen Original- Leitartikeln und einer sorgfältig ausgearbeiteten politischen Rundschau die spolitischen und wirtschaftlichen Tages- und Zeitfragen in unabhängigem Sinne und Geiste. har ilgum& bi trid Täglich werden der Redaktion die wichtigsten Nachrichten aus aller Welt durch eins der größten Depeschen- Bureaus auf dem sichersten und schnellsten Wege übermittelt.

Zahlreiche Korrespondenten aus dem gesamten Verbreitungsgebiete unferes Blattes teilen alles Wissenswerte in volkstümlicher und ferniger Form mit, decken vorhandene Mißstände auf und geben so ein interessantes und treues Spiegelbild des ländlichen Lebens. iddalled" mi

Im lokalen Cell werden die Tagesneuigkeiten zur Kenntnis gebracht, kommunale Fragen und Wünsche besprochen, die Erscheinungen des Vereins­lebens registrirt, über die Stadtverordnetenjitzungen unterrichtet. Das fünstlerische Leben unserer Stadt: Theater, Konzert 2c. wird in eingehenden Besprechungen verfolgt.

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Vorzügliche Romane, Feuilletons aus allen Gebieten, praktische Mitteilungen verschiedenster Art, juristischer Fragekasten, allgemeiner Briefkasten bieten des Unterhaltenden und Belehrenden eine Fülle. In den Beilagen:

Oberbeffische Familienzeitung( täglich) kommen vorzügliche Romane zum Abdruck, dabei ist für unsere Kleinen eine Rätselecke mit eingefügt. Backende Gedichte werden die Leser ebenfalls darin finden. Die Giessener Seifenblasen( wöchentlich) sorgen für den nötigen Wit und Humor und in der Oberhessischen Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau( wöchentlich) finden unsere Landwirte und Gartenbesitzer reiche Anleitungen und Be­lehrungen für die Bewirtschaftung ihrer Ländereien und für die Haltung aller nützlichen Haustiere; den schädlichen Tieren wird zur passenden Zeit ein Wort für deren Vernichtung und Bekämpfung geschrieben.

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Unablässig ist die Redaktion der Gießener Neueste Nachrichten" bemüht, den Kreis des Gebotenen zu erweitern, ausgehend von dem Gedanken, daß für das Volk das Beste gut genug ist. Man abonnirt für 60 Pfg. pro Monat bei freier Zustellung( incl. der drei Beilagen) bei unsern Trägern, in der Expedition, Gießen, Neuen­weg 28, oder bei der Post. Die Redaktion der, Giessener neueste Nachrichten". DOOOGO

Was kann man gegen die Steigerung der Mietspreise thun?

Unser M- Mitarbeiter aus Frankfurt schreibt uns: Wie bekannt, werden jetzt im Anschluß an den Er­laß der preußischen Ministerien des Innern und der Finanzen in verschiedenen Städten laut höheren Auf­trags Erhebungen über die Mietspreise angestellt. Mit Recht wenden die Behörden dieser wichtigen Frage ihre volle Aufmerksamkeit zu, denn nichts ist seit den fieb­ziger Jahren so sehr im Preise gestiegen, als die Miets­wohnungen. Dabei sind diese nicht etwa in gleichem Verhältnis teurer geworden, wie sich die Durchschnitts­einnahmen des Staatsbürgers seitdem vermehrt haben. Im Gegenteil! Ehemals wurde von den untersten Er­werbsschichten in der Regel nicht mehr als ein Sechstel des Einkommens für die Wohnungen aufgewendet. Heute aber sind die Mietswohnungen so teuer geworden, daß durchschnittlich weitaus mehr zur Bestreitung der Mieten verbraucht wird. Wenn sich manche Familien diese Lasten vielleicht auch durch Weitervermieten er­leichtern, so ist das immerhin ein sehr zweifelhafter Ausgleich. Denn man weiß ja, daß das Vermieten an " möblierte Herren" und das großstädtische Schlaf­burschenwesen große Gefahren für Gesundheit und Sitt­lichkeit mancher Familien mit sich bringt.

Auf die Mietspreise hat der seit einem Menschen­alter gesunkene Geldwert, der die Bodenpreise, Zinslasten, den Aufwand für Baumaterialien und Löhne erhöhte, einen bedeutenden, aber ganz natürlichen Einfluß aus­geübt. Hierzu kommt noch, daß inzwischen in größeren Gemeinden städtische Gas- und Wasserleitungen einge­richtet wurden, die naturgemäß ebenfalls die Preise er­höhten. Die schlimmste Preiserhöhung hat die Speku­lation verschuldet. Häuser sind eine Waare geworden und gehen von Hand Das Baugelände und die fertigen zu Hand. Jeder Käufer will am Wiederverkauf ver­dienen und so steht manchmal ein Baugrund oder ein Haus in letter Hand doppelt so hoch im Preise als beim ersten Besitzwechsel. Der Mieter aber ist der Pack­esel, der alle Lasten tragen muß.

Unter diesen Umständen ist es begreiflich, daß die öffentliche Meinung und die Regierung die Frage auf­werfen, ob nicht gegen eine solche allgemeine Preis­treiberet vorgegangen werden muß. In verschiedenen

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Das Erbbaurecht

Städten ist das schon geschehen. In Frankfurt a. M. beispielsweise hat die Stadtverwaltung vor den Thoren ihren Grundbesitz durch Landankäufe erweitert und, so­bald ein Teil dieses Besizes in Baublocks umgewandelt und verkauft war, auch dementsprechend aufs Neue an­stoßendes Land angekauft. Neuerdings hat die Stadt in Aussicht genommen, auch unter Anwendung des Erb­baurechts eigene Häuser zu bauen. ist bekanntlich Errungenschaft des neuen Bürgerlichen Gesetzbuches und gestattet es, daß man auf einem für 100 Jahre gepachteten Grund und Boden eigene Häuser erbauen kann. Die Miete muß jährlich entrichtet werden; nach 100 Jahren aber fällt das Haus dem Besizer des Grundes und Bodens zu. macht aber die Bedingung, daß die einzelnen Häuser nur zum Anschaffungspreis weiter verkauft werden dürfen. Dadurch ist mit einem Schlage die Spekulation beseitigt.

Die Stadt

eigenem Grund Häuser errichtet und diese an Arbeiter Andere Städte, wie Ulm beispielsweise, haben auf Brundbuch eingetragen wurde, verkauft, daß sie die mit der Bedingung, die als sog. Servitut in das Häuser nur mit Genehmigung der Stadt und nur zu bestimmt festgesezten Preise weiter geben

dürfen.

Napoleon der III., der in Mühlhausen i. E. für die dortige Fabrikbevölkerung Mietshäuser bauen ließ, hat es versäumt, die Bedingung zu stellen, und siehe da, nach einiger Zeit war die tollste Spekulation wieder flott im Gange. Die Arbeiter wohnten teuerer

als zuvor.

Soll eine weitere Steigerung der Mietspreise ver­hütet werden, dann ist dreierlei notwendig: Der gelder niedrig und eine bequeme Tilgung der Kauf­Baugrund muß billig sein, der Zinsfuß für die Bau­summe muß ermöglicht werden. Inwieweit kleinere Städte sich die Wohnungspolitik der größeren Städte zu eigen machen sollen und können, werden wir in einem späteren Artikel darlegen.

Krönungs- Pläne.

Die Times" fündigt im ersten Leitartikel an, daß der König, wenn nichts unerwartetes dazwischen komme, im August gekrönt werde. Es spreche sehr viel

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dafür, daß der König die Krönung durchmache, ehe er zur Herstellung seiner Gesundheit sich für längere Zeit von der Arbeit zurückziehe. Wenn die Krönung im August stattfinde, müsse das glänzende Zeremoniell be­deutend verkürzt werden, doch würden dann die Sol­daten aus den Kolonien und die indischen Soldaten noch hier sein und bei dem Krönungsaufzuge verwendet werden. Der Daily Mail" zufolge spricht man da­von, daß die Krönung am 12. oder 19. August statt­finden solle. In den nächsten zwei, drei Tagen werde der König von den Aerzten genau untersucht werden, worauf eine offizielle Ankündigung betreffs der Krönung erfolgen werde. Der Standard" bringt eine offenbar bon einem Arzte geschriebene Darstellung des gegen­wärtigen Zustandes des Königs, worin es heißt: Man fönne nicht von einer baldigen Krönung sprechen, wenn die Zeremonie nicht fast ganz privater Art sein solle. Ein Mann mit einer offenen Wunde, Zeremonie durchmachen, die anstrengend sei, auch wenn die noch immer stark absondere, fönne feine öffentliche

schreibt, dem Stönige sei sehr darum zu thun, to ball

man sie noch so abkürze. Der Manchester Guardian"

wie möglich gefrönt zu werden. Er fönne die Luftveränderung und die Ruhe nicht völlig genießen, ehe die Krönung nicht stattgefunden habe. Der König werde darum, wenn alles gut gehe, gefrönt, ehe sich das Parlament im Auguſt vertage.

Politische Nachrichten.

Berlin. Der Reichs- Anzeiger veröffentlicht die Ver­leihung des Kronenordens 1. Klasse an Geheimrat Krupp und die Ernennung des bisherigen außerordentlichen Bro­feſſors an der Univerſität Tübingen Dr. Theodor Paul zum

* Graf Ballestrem soll fort, nämlich aus dem Mandate des Kreises Gleiwig i. D.-S. Die Polen stellen dem Zentrum die Wahl: Entweder erklärt sich das Centrum damit einverstanden, daß im Wahlkreise des Grafen Ballestrem ein polnischer Canditat aufge­stellt wird- oder Zentrum und Polen spalten sich und stellen ihre Sonderkanditatur auf. Darauf er­widert die Neisser 3tg.":" Was den Herrn Ballestrem betrifft, so wird sich die Sache gar nicht schwierig stellen. Das Centrum wd in Oberschlesien thun, was

Direktor des taiserlichen Gesundheitsamtes.