Ausgabe 
6.8.1902 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Beter Emridh Frankfurt, L ber, L. 62,2. den, L.-B. 62,1.

1. 40. Jakob

Anton Berg ael Kettel- Fried Friedberg, T.-B. L.- 2. 50,3. 84. F. 50,2. Ghrift. ieger eine Bunft

Mittelrheinischen reise erhalten.

Dieselben wurden im Verlaufe des Abends in der Festhalle und auf der Festwiese von Herrn Kathreiner berlesen und mit Jubel aufgenommen.

Sonderwettturnen.

An das Einzelwettturnen schloß sich am Spät nachmittag das Sonderwettturnen an. Dasselbe bestand aus drei volkstümlichen lebungen: 1. Werfen einer 5 Stilo schweren eisernen Kugel, 2. Freihochsprung und 3. Hürdenlaufen. Die Preisverteilung hat gestern Dienstag stattgefunden. Das Resultat bringen wir

morgen.

Aus Heffen und Nachbargebieten.

** Ein Gedenktag. Gestern vor 50 Jahren unter­zeichnete der Großherzog Ludwig III. von Hessen den zwischen der Großherzoglichen Staatsregierung und der Ludwigseisenbahn- Gesellschaft abgeschlossenen Vertrag wegen Erbauung der Linien Bingen- Worms, Mainz Darmstadt und Mainz- Frankfurt a. M.

nich des geschäfts Oberbürgermeister asselbe mit Worten che die verschiedenen eleistet haben. Der te der Feststadt, der Auf eine vom Huffes, dem Herrn her das gute Ein­tommen der Stadt ch das des Herrn Inf.- Regts., welcher

Cochen habe, sondern df fam. Hier habe rmee und Turnerei iment gesagt werde, ch auch der ganzen ment und dem Herrn Gut Heil".( Leb

das Wort: Ihnen für die Regiment und ter der letzteren n, daß der alte auch heute noch nen wir auch heute ein", ganz gleich, Belt oder an der ine Herren! Wenn dern soll, so thue einer Schaar von den und Gönnern ja eng verwandt 7. Das Turnen ist

cht nur, um unsere nheit zu erziehen, und uns rüstfabig reife diefe leuchten­Don Kraft strogen­en einpaffict find, tige, dann kommt solch eine Truppe man zu sagen pflegt, Stürmische Heiterfeit

er auch ins Braftijd n: Schicken Sie uns Tals Freiwillige in te, in dieser Stunde, ten Grenzen unferes unsere Heere Schulter Derfchaft zufammen

Friedensstörer von ute, vor 32 Jahren, ter durchschlagender Collen brachte. Was eise unsere Väter und heiligem Born im unseren hochfeligen

Aus Oberhessen. Der in diesem Jahre zum ersten

Male mit Fohlen- und Pferdemarkt verbundene Prämien­markt in Alefeld nahm einen sehr befriedigenden Verlauf. Das Resultat hat gezeigt, daß die Einrichtung eines Pferde­marktes in Alsfeld einem wirklichen Bedürfnis entsprach. ** Morgen Donnerstag findet in Gelnhausen

Viehmarkt statt.

** Wetzlar. Steuerinspektor Jung ist bis 31. Aug. beurlaubt.

** Braunfels. Der Ortsgewerbeverein Nidda unternimmt nächsten Sonntag einen Ausflug nach hier.

Von der Lahn wird geschrieben: Das Abernten der Getreidefelder zieht sich wegen der ungünstigen Witterung recht in die Länge. Korn, obwohl längst reif, steht noch massenhast auf dem Halme und recht langsam gehen die übrigen Halmfrüchte der Reife ent­gegen. Für die Futtergewächse, wie auch die Gemüse­pflanzen und die Kartoffeln ist das jetzige Wetter wie eigens geschaffen, denn hier ist ein üppiges Wachstum unverkennbar. Auffallend ist es, daß namentlich Stangenbohnen in ihrer Entwickelung sehr weit zurück sind, obwohl die Pflanzen durchweg ein sehr gesundes Aussehen zeigen. Einmachbohnen hat es bis jetzt noch feine gegeben. In der Natur macht sich das Heran­nahen des Herbstes bereits geltend. Die Zugvögel, die im April und Mai bei uns eintrafen, haben uns schon

wieder zum Teil verlassen.

** Frankfurt a. M., 5. Aug. Die geschiedene Groß­herzogin von Hessen reiste heute mit ihrer Tochter, der Brinzessin Elisabeth, vom hiesigen Hauptbahnhofe nach London ab, um den Krönungsfeierlichkeiten anzu­wohnen.

** Frankfurt a. M., 5. August. Heute Vormittag stürzte sich in der Allerheiligenstraße aus dem Fenster des Dachstockes der Schneider und Kriegsinvalide Fuchs, welcher heute sein 60. Lebensjahr zurückgelegt hatte. Er war sofort eine Leiche. Grund zur That: Mißliche Vermögens und Familienverhältnisse.

** Frankfurt a. M., 5. August. Der Magistrat richtete an die Stadtverordneten Versammlung eine Borlage bezüglich des Zusammenschlusses aller medi­zinischen Anstalten von Frankfurt zu einer dahier zu er­richtenden Akademie für praktische Medizin". Es sind von privater Seite bereits bedeutende Geldbe­träge hierfür der Stadt zur Verfügung gestellt worden.

* Obstbericht. Das Geschäft war, so heißt es im Bericht der Frankfurter Gentralstelle für Obstverwertung für die Vorwoche, in allen Obst­arten recht lebhaft und es fanden belangreiche Abschlüsse statt. Neue Angebote sind sehr erwünscht, da die Nach­frage immer noch sehr stark ist. Die Durchschnittspreise betrugen: Kirschen Mit. 20-28, Stachelbeeren Mt. 9 bis 10.50, Johannisbeeren Mt. 12--13, schwarze Johannis­beeren Mt. 13, Aprikosen Mr. 30-40, Pfirsiche Mk. 40, Heidelbeeren Mk. 13, Himbeeren Mf. 30, Frühbirnen Mt. 10-18, Frühäpfel Mk. 15. per Centner.

Turnverein",

I. und seinen be .! Es ist vorgestern res deutschen Bater­in jenen Tagen uns als zur Fahne eilte, anfomme, frebelhafte n. Das eigene Heim Ler Linie den Begriff igene Heim und die in ihrer Pflichttreue rgende Gattin und als eutschen Frau soll das nachtlingen foll. Die ewahre deutsche Fra ietlein fand ftürmisch­caufte ein dreifaches nd überall fonnte man a die Worte gefunden. eWacht am Rhein" Am Samstag Abend Maifer Wilhelm und Celegramme abgefandi amme liefen nun im wei Herrn Oberbürger

eftät der Kaiser und nfeft in Worms ver albigungsgruß beftens Der Beh. Kabinetsrat:

Regierungsrat

5. Aug. Ich dank

für freundlichen Gruß

Graft Ludwig

-

Vom Lande, 4. Aug. Welche lächerlichen, um nicht zu jagen, traurigen Blüthen nicht Vereinsmeierei in unserer Reit mitunter treibt, beweist folgende Thatsache. In dem kleinen ca. 300 Seelen zählenden Dörfchen R. im Kreise Offenbach bestehen zur Zeit nicht weniger als 7 Vereine. Die Namen derselben bieten Stoff genug zum Lachen und zum Nach­denten. Sie heißen: Gesellschaft Brennnessel"," Gesell­schaft Distel," ,, Käwernverein"," Friedensverein", " Turngesellschaft" und" Gesangverein" Nimmt man die Gesamtzahl aller vereinsfähigen jungen Männer" mit einem Viertel der Gesamt- Einwohnerzahl zu 75 an, so ergiebt sich, da verschiedene Vereine 20-30 mit glieder zählen, daß die meisten dieser vereinslustigen Leutchen 2, 3 und mehr Vereinen zugleich angehören. Alle Vereine erheben allsonntäglich ihre 10-20 Pfennig Beitrag, jeder Verein hat auch seine regelmäßige Sigung, mancher freilich nur zu dem blosen Zwecke, die eingegangenen Beiträge so bald als möglich wieder naß anzulegen. Ein starker Pro­zentsatz dieser Leute ist noch nicht der Fortbildungsschule entwachsen. Da in dem Dörfchen nur zwei Wirtschaften sind, so kommt es vor, daß mehrere Vereine in demselben Lotale ihre weltbewegenden Sizungen abhalten müssen. Schlimm mag es allerdings aussehen, wenn die jungen ,, Brennesseln" und" Disteln" aneinandergeraten oder die " Käwern" ins Kreuzfeuer zwischen beide kommen. Dann muß wohl unbedingt der" Fiedensverein" rasch in Aktion treten und die aufgeregten Geister beruhigen. Hier fehlt nur noch der Verein der Dummen Schinnöser". ** Wald- Michelbach, 4. August. Touristen und Ausflüglern dürfte es erwünscht sein, zu erfahren, daß von jetzt ab Sonn- und Feiertags der letzte Zug nicht mehr 7 Uhr 42 Min, sondern erst 8 Uhr 42 Min. hier abgeht. Man hat also jetzt in Mörlenbach direkten Anschluß nach Weinheim.

** Höchst a. M., 5. August. Ein 19 Jahre altes, unverheiratetes Mädchen von hier, welches gestern

Nachmittng gegen halb 5 Uhr mit dem Zuge nach Frankfurt fuhr, schenkte während der Fahrt einem kräftigen Erdenbürger das Leben. Cronberg, 5. Aug. In der hiesigen Stadtkirche fand heute früh 10.30 Uhr, als am Todestage der Kaiserin Friedrich, eine Gedächnisfeier für die Hohe Verstorbene statt. Die Erbprinzessin von Sachsen­Meiningen, Kronprinz und Kronprinzessin Friedrich Karl von Hessen wohnten der Feier an, außerdem der kommandierende General des 18. Armeekorps v. Lindequist, die Offiziere des 3. Bataillons des 80. Infanterie- Regiments( Homberg v. d. H.), ferner die staatlichen und städtischen Behörden.

** Mainz, 5. Auguſt. Am 16. August trifft der Kaiser mit dem Großherzog von Hessen hier ein. Eine Truppenschau findet statt über 20 Bataillone In­fanterie von der 21. und 25. Division. Aus dem Sauerlande, 30. Juli. Vorsicht bei dem Gebrauche von Chilisalpeter! Rittergutsbesitzer Köhne von Berlingerode hatte in einem Schuppen genannten Dungſtoff zerkleinern laſſen. Ginige Tage nachher trieb ſein Senecht eine Anzahl Rinder in den Raum, damit die Thiere vor Regen geschützt seien. Sie fingen dort gierig an zu lecken; nach kurzer Zeit verendeten fünf der schmucken Rinder unter augenfälligen Vergiftungs­erscheinungen. Allem Anschein nach werden noch mehrere der Tiere eingehen.

Vermischtes.

* Berlin, 5 Aug. Der Gabelsberger Stenographen­tag lehnte mit 2572 gegen 2153 Stimmen den zur Systemänderungsvorlage eingebrachten kompromiß­antrag ab und begann sodann die Beratung der Vorlage.

** Berlin, 5. Aug. Das Blumen- Medium Anna Rothe wurde aus der Charité, wo sie auf ihren Geistes zustand untersucht wurde, am Montag Nachmittag nach dem Untersuchungs- Gefängnis gebracht. Nach Änsicht der Aerzte ist die Frau hysterisch.

Hamburg, 5. August. Gegenüber der Mitteilung betreffend die Kubafahrt( f. 2- Blatt) teilt die Ham burg- Amerika- Packetfahrt- Aktiengesell­fchaft folgendes mit: Die Nachricht, daß sich die Hamburg- Amerika- Linie von der Kubafahrt zurückziehe, ist unbegründet. Nach einer zwischen der Hamburg­Amerika- Linie und dem Norddeutschen Lloyd getroffenen Vereinbarung wird die Fahrt nach Kuba vielmehr ge­meinsam betrieben, während der Norddeutsche Lloyd die Mericolinie aufgibt.

In Leipzig ist ein 8jähriges Mädchen ermordet in einer zugenagelten Kiste, welche auf einem Hof im Salz gäßchen schon einige Tage stand, aufgefunden worden. Jena. Daß der Studenten ulk hier trotz der Beiten Ungunst weiter blüht, konnte man dieser Tage wieder sehen, wo die Plakatsäulen folgenden Erlaß" trugen:

Wir uit LXXXVII.

von Gottes Gnaden und des Volkes Willen erwählter Kaiser vor Zwäßen, und zu allen Zeiten Mehrer des Suffs, Herzog von Löbstedt und Kuniz, Fürst von Cospeda und Closewiß, gefürsteter Graf zu Lichtenhain und Ammerbach, Beherrscher aller Länder und Meere, so Uns gehören und nicht gehören. Großmeister des goldenen Kameels,

Alleiniger Besitzer des großen Kannenordens

2C.

2C.

haben geruht, auf den 28. Tag des Brachmonds einen Hof­haben geruht, auf den 28. Tag des Brachmonds einen Hof­tag auf unserer Hof- und Stammburg Zwäßen auszuschreiben, zu welchem wir unsere getreuen Völker hiermit gnädigst laden.

So geschehen auf Unserer Hof- und Stammburg Zwäßen im Jahr Unserer Regierung im Brachmond des neun­zehnhundert und zweiten Jahres des Heils.

Mit Kaiserwetter.

Ulf LXXXVII.

Essen, 4. Aug. Der Grundbesitzer Albert von Waldthausen stiftete aus Anlaß der Centenarfeier der Stadt Essen die Summe von 100,000 Mt. zu Wohl­thätigkeitszwecken.

Homburg i. Pfalz, 4. Auguft. Heute Mittag gegen 12 Uhr fuhr auf dem hiesigen Bahnhof eine Rangiermaschine dem abfahrenden Güterzug in die Flanke. Zehn bis zwölf Wagen wurden zertrümmert. Einem Bremser wurden beide Beine überfahren.

Budapest, 4. August. Lloyddampfer Carintia" verfrachtet über Fiume 150 Eisenbahnwaggons, ungarische Erzeugung, für die Transvaalbahnen.

Prag, 5. Aug. Im Marienschachte zu Ober­leutersdorf hat ein großer Wasser- Einbruch stattgefunden. Die aus 70 Mann bestehende Belegschaft konnte nur mit Mühe gerettet werden, bis auf einen, welcher ver­mißt wird.

* Genua, 5. Aug. Gegen Mitternacht wurde hier ein drei Sekunden dauernder Erd stoß verspürt. Gleichzeitig wurde in Pisa ein schwacher von unter­irdischem Getöse begleiteter Erdstoß verspürt, welcher aber feinen Schaden anrichtete.

* Auch ein Handwerk. In einer Stadt des Reichs­landes meldete sich vor kurzem eine ältere Frau zur Auf­nahme in eine Wohlthätigkeitsanstalt. In üblicher Weise wurden dabei die Personalien festgestellt und die Frau, nach­dem sie den Namen ihres verstorbenen Ehegatten angegeben hatte, gefragt, welches Handwerk der Mann betrieben habe. " Ae Süffer war er", gab sie zur Antwort. Der Beamte nahm jedoch Anstand, dies Gewerbe in das Register einzu­tragen, und weiter ausforschend, kam er endlich zu der An­ Aber sicht, daß Tagelöhner wohl das Richtige wäre. ä Süffer war er doch", erklärte die Frau bestimmt und ließ sich von ihrer ersten Angabe nicht abbringen. Keine Schiffstaufe mehr. In der evangelischen Kreissynode Bleicherode ist fürzlich der Beschluß gefaßt worden, bei der Provinzialsynode zu beantragen, daß sie die nächste Generalsynode um Vorstellung an höchster

*

Stelle und sonst geeignete Schritte zur Abstellung der auch von amtlicher Seite befolgten Sitte bitten möge, Schiffe, Befestigungen u. dergl. zu taufen", weil dadurch ein Ausdruck, der für eine der heiligsten Handlungen im christlichen Gottesdienst feststeht, seiner Würde ent. fleidet und das Bewußtsein des Volkes von der eigent­Itchen Bedeutung der Taufe verdunkelt und verwirrt werde.

* Auch eine Beleidigung. Wernigerode, 1. Aug. Im hiesigen Intelligenzblatt" findet sich folgende Anzeige: Die gegen Frau Meyer ausgestoßene Be= leidigung, daß sie noch denselben ut trage, wie voriges Jahr, nehme ich hierdurch reue voll zurück. Frau H.

* Mordbrand in Norwegen. Der Hof Lejdal in der Nähe von Voß ist abgebrannt. Hinzukommende Leute fanden in dem verschlossenen brennenden Hause des Eigentümers Frau und Kinder mit eingeschlagenen Stöpfen, noch lebend; doch starben sie bald darauf. Nach dem Brande wurde auch die verkohlte Leiche des Beſizers unter den Trümmern aufgefunden.

Geheime Wahl. Aus St. Goarshausen berichtet

der Franks. Gen.- Anz.": Ein schon bejahrter Einwohner hiesiger Stadt wurde anläßlich der jüngst hier stattgefundenen Reichstags- Ersazwahl von verschiedenen Seiten aufgefordert, sein Wahlrecht auszuüben. Mehrmals erklärte er, sein Leb­tage noch nicht gewählt zu haben und dies auch jetzt nicht zu thun. Schließlich gab er doch dem Drängen seiner Freunde nach und ging zunächst auf das Bürgermeisteramt, wo ihm mitgeteilt wurde, daß das Wahllokal im Landrats­amte sei. Auch diesen Weg ließ er sich nicht verdrießen und ging fand aber so rasch das Lokal nicht, denn so ein Landratsamt hat der Thüren und Zimmer schon viele. Endlich sieht unser Mitbürger an einer Thür ein großes Plakat mit der Aufschrift:" Wahllokal". Vor dieser Thür aber stand ein Stuhl, der mit einer Menge Wahlzettel, der verschiedenen Kandidaten belegt war. pläßchen," sagte sich unser Freund. Er sieht sich vorsichtig Niemand ist in der Nähe. Mit prüfendem Blick hat er rasch den Zettelstoß ausgesucht, der mit dem Manne seiner Wahl gleichlautend ist. Zu diesen legt er seinen Bettel, um dann rascher und mit weniger Aufsehen zu verschwinden, als er gekommen war. Als ihm dann auf der Straße sein

um.

"

Das ist das Wahl­

Freund begegnete und dieser die Frage:" Hast Du gewählt?" an ihn richtete, sagte er begeistert: Das ist doch' ne schöne Sache um die geheime Wahl. Kein Mensch ist da! Ich hab' mein Zettel uff den Stuhl zu den vielen annern ge­legt, bin fort gegange, und fei Mensch weiß, wen ich ge­wählt hab'."

* 80 000 Mt. Entschädigung ist die Summe, die selbst Eisenbahngesellschaften nicht unbedeutend ins Ge wicht fällt, und die Entgleisung eines Zuges fommt auf diese Weise der Lancashire und Yorkshire- Eisenbahn teuer zu stehen. Der Reisende einer Schuhwarenfabrit erlitt bei einem Eisenbahnunglück eine schwere Erschütterung seines Nervensystems, die es ihm für längere Zeit un­möglich machte, seinem Berufe nachzugehen. Er ver­klagte deshalb die erwähnte Gesellschaft auf Schaden­ersatz und erhielt vom Gericht die obengenannte Summe zugesprochen.

Glüd muß man haben. Der Mustafa Alim Bey, der Sekretär des Gouverneurs von Smirna, Dort unternahm eine Vergnügungsreise nach Neapel. wurde vor einigen Tagen, während er des Nachts durch die Straßen spazierte, von einem Taschendiebe seine goldene Uhr mit Stette gestohlen. Er zeigte den Ver­lust der Polizei an, aber die Uhr bekam er natürlich nicht wieder. Gestern nun besichtigte Mustafa Alim Bey den Dom. Da näherte sich ihm ein gut gekleideter Mann und fragte ihn, ob er nicht Lust habe, eine hübsche Uhr billig zu faufen. Der junge Türke ließ sich die Uhr zeigen und erkannte in ihr zu seinem größten Erstaunen seine eigene. Er umflammerte den Verkäufer sofort mit beiden Armen, trug ihn aus dem Dom heraus und lieferte ihn den beiden Polizisten ab, die vor dem Dom stehen. Der Dieb war so verblüfft, daß er sich gar nicht wehrte. Man stellte in seiner Wohn­ung sogleich eine Haussuchung an und fand dort auch die zur Uhr gehörende goldene Kette.

-

Doppelte Abrechnung.

Bei Wörth die heiße, ruhmreiche Schlacht Haben auch die Badenser mitgemacht. Unter General Werder fochten sie brav Und verhalfen Manchem zum ewigen Schlaf. Das Raubgesindel, die wilden gälen Türkos, die könnten davon erzählen: Von allen, so viel sie auch fragten und bissen, Hieß es schließlich: Todt oder ausgerissen. Mit solch einem Kerl, im dicksten Gedränge Gerät ein Leutnant in's Handgemenge. Der Kerl, mit' nem richt'gen Wildfaßen- Blid, Biegt plötzlich sein struppiges Haupt zurück Und spuckt dem Leutnant- pitsch- in's Gesicht: G'rad' in die Augen hat der's gefriegt! Das sieht ein Gemeiner, ein Bad'ner Kind, Springt zu, padt den Sterl bei'm Halse geschwind Und würgt ihn ein bischen nur so im Steh'n- Bis diesem die Augen übergeh'n... Der Leutnant sieht's, cuft lachend ihn an: Genügt ja! Laffen Sie jetzt den Mann!" Mein Bad'ner hört's, aber dreht sich nicht um Und drischt auf den Kerl los, fest aber stumm, Von rechts nach links herüber, hinüber Zieht er ihm Watschen und Maulschellen über. So!" spricht er. Sodele! Sell isch for's Spucke, Du neinmol verzwiebelter Deiwels- Heiducke!" Dann nimmt er den Türko von Neuem her, Vermöbelt ihn nochmals die Kreuz und Quer: " Un sell- Du französischer Lause- Deck Un sell un sell isch for ,, Heidelberg!"

-

( Münchener Jugend".)