endeter Feter hielt der Kayer mit weit über den plaz schallender Stimme eine Ansprache an die Rekruten. Der Monarch ermahnte die neuen Soldaten zur Selbstzucht, zu unbedingtem Gehorsam und zu christlicher Gottesfurcht, legte ihnen die Bedeutung des Fahneneides ans Herz und forderte sie auf, treu zu sein auch im Kleinsten. Der Kaiser schloß seine Ansprache mit den Worten: ,, Nun gehet hin und thut Euren Dienst!"
* Die Arbeiten am Eimplontuunel werden neuerdings durch die rapid steigende Hiße beim Vorrücken im Berginnern arg erschwert. Man ist jetzt auf der Nordseite bei 8 Kilometer 50 Meter angelangt. Die Temperatur beträgt zwychen 53-54 Grad, der Tagesfortschritt in hartem Gneis durchschnittlich 5,5 Meter. Man rechnet nunmehr mit steigender Hize, da man sich der Mitte des Berges immer mehr nähert. Auf der Südseite ist die Temperatur von 10 Grad, die im Mai konstatiert wurde, nun auf 35 Grad gestiegen.
Duell Dion- Gerault. Wie berichtet, kam es in der französischen Deputiertenkammer zwischen dem Marquis de Dion und dem Redakteur Gerault- Richard zu Tätlichkeiten, die jetzt ein Duell zur Folge hatten. Dasselbe verlief, wie fast immer in Paris derartige Affairen, unblutig. Als Waffen hatte man Degen gewählt. GeraultRichard erhielt einen Stich in den Oberarm und damit war der Zweikampf beendet
) Eine neunfache Kindesmörderin wurde in dem russischen Dorse Potschinsk verhaftet. Eine dort ansässige 42 jährige Bäuerin hatte 18 Jahre lang ein Liebesverhältnis mit ihrem Schwager unterhalten und in dieser Zeit neun Kinder geboren, die sie sämtlich unmittelbar nach der Geburt erdrosselte und vergrub. Bei der Untersuchung fand man sechs Leichen von Kindern an einer Stelle verscharrt. Das Verbrechen brachte die eigene 20 jährige Tochter der Kindesmörderin zur Anzeige.
lich annullierten Testaments, worin ich sie zur Universalerbin meines Vermögens von 130 000 Pfund Sterling eingesetzt hatte. Ich vermache 5 Schilling meiner Nichte Margarete O'Neill, welche sich Sonntags, statt in die Kirche zu gehen, heimlich dem Trunk ergiebt. Für besagte 5 Schilling soll sie meinen Leichenzug versäumen und sich zu Hause zu meinem Gedächtnis einen antrinken. Meinem Freunde" Charles Cunnard vermache ich ein Neunauge, da ich ihm keine Schlange hinterlassen kann. Dieses Neunauge soll ihm versinnbildlichen, daß ich ihn wie eine Schlange am Busen genährt, damit er mich im Klub stets als den geizigsten Kerl ausschreien konnte. John Abbot, mein treuer Diener, erhält 6 Pence. Für dieselben soll er sich einen Strick faufen, damit er, wenn er für seine Spißbübereien gehängt werden soll und der Sheriff den Strid vergißt, wenigstens des Wartens auf zugiger Gerichtsstätte überhoben sei. Außer den aufgeführten Legaten fällt mein Vermögen an nachstehend verzeichnete wohltätige Anstalten( folgt Aufzählung derselben)."
|::| Die Liebe eines Großfürsten. Mit Staunen wurde überall die Nachricht aufgenommen, daß der jüngste Sohn Kaiser Alexanders II. von Rußland, Großfürst Paul Alexandrowitsch, mit schlichtem Abschied aus seiner Stellung als Generalleutnant und Generaladjutant des Kaisers sowie als Kommandeur des Gardekorps entlassen worden ist. Jezt wird gemeldet, daß der Grund seine heimliche Heirat mit der geschiedenen Frau seines früheren Adjutanten Bistolfow ist, mit der er schon vor deren Scheidung ein Verhältnis hatte. Dieses Verhältnis des Großfürsten Baul führte übrigens schon im vorigen Winter auf einem Ball im Winterpalais zum offnen Eflat, als die Baronin Bistolfow mit den Brillanten der verstorbenen Großfürstin Alexandra auf dem Hofball erschien. Der 3Zar, der diese Taftlosigkeit bemerkte, verlangte, daß die Baronin Bistolfow den Hofball sofort verlassen müsse, was auch geschah. Nach ihrer Scheidung von Baron Pistolkow, erflärte sich Großfürst Paul auf ihre Bitten auch bereit, sie zu heiraten. Er reiste im Juni ins Ausland, um seinen Plan auszuführen, doch schlugen ihm mehrere russische Geistliche ab, die Trauung zu vollziehen, zu der sich schließlich ein griechischer Geistlicher in Livorno bereit fand Großfürst Paul hat mit dieser geheimen Ehe eigentlich das Beispiel seines Vaters, des Zaren Alexander II., nachgeahmt, welcher sich unmittelbar nach dem Tode seiner Gattin mit der Fürstin Jurjewsky- Dolgoruky trauen ließ, um die drei Kinder zu legitimieren, welche sie ihm geboren hatte und die heute als vollgiltige Kinder des Baren angesehen und im Hofkalender auch als solche verzeichnet werden. Großfürst Paul weilt im Augenblicke in Paris. Er tritt dort nicht offiziell auf, während sein' gleichfalls in der französischen Hauptstadt weilender Bruder Großfürst Meris mit den offiziellen und gesellschaftlichen reisen verkehrt.
Die liebe Titelsucht.] or turzem tursierte ais bezeichnend für die in Deutschland, speziell in Süddeutschland grassierende Titelsucht die ultige Titulatur ,, Ochsenmaulsalatfabrikantentochter", die sich nach einem Wigblatt eine Nürnberger Schöne in einem Badeorte zugelegt haben sollte. Ms Gegenstück dazu finden sich im Anzeigenteil der Leßten Nummern eines süddeutschen Blattes neben einem Maschinenhausgehilfenkind und einem Wagenausschreibersfind außer vielen anderen noch ein Grundbuchanlegungstommissar, eine Agenturvorstandswittwe und ein Bürgerspitalrentamtmann. Ganz besonders imponiert aber eine Wurstwarengeschäftsinhabers frau und schließlich ein Wohltätigkeitsstiftungsadministrationsdiener.
Allerlei. 55 treue Dienstboten hat der Berliner Hausfrauenverein im Bürgersaale des Rathauses feierlich prämiiert; unter diesen Prämiierten befanden sich 52 Frauen und Mädchen und drei Männer. A if 49 Dienstjahre konnte eine Köchin zurückblicken, 41 Jahre eine Kinderpflegerin, ebenso eine Haushälterin, 36 Jahre ein Mädchen für alles."
Vom pfälzischen Durst wird aus Neustadt an der Haardt berichtet: Dort wurde vor einigen Tagen der von der neugegründeten Winzergenossenschaft eingerichtete Winzerfeller festlich eröffnet. Die Weinprobe fand solchen Anklang, daß nicht weniger als zwei Fuder getrunken wurden. Das will selbst in der Weinstadt Neustadt etwas heißen, schreibt dazu der Pf. Kur. Aber leider ist die Zahl der trinkbaren Männer nicht angegeben, ein Fuder ist je= doch so viel wie 1500 Liter.
Es ist bekannt, daß Dr. Sigl, der verstorbene Vater des ,, Bayr. Vaterlandes", die Preußen und alles Preußische mit Gehässigkeit bekämpfte. Jetzt wird er sich wahrscheinlich im Grabe herumdrehen, wenn er Folgendes hört: Der Nachfolger Sigls, Redakteur Otto Schoh, ist selber ein Preuße. Schoy ist nämlich in Bisingen, im preußischen Regierungsbezirk Sigmaringen, geboren. Folglich ist er Preuße. Und daran andern alle Naturalisie rungsversuche nichts. Entsehlich, ganz entseßlich!
[ Goethe und die Frankfurter.] Die dieser Tage erfolgte Einweihung des neuen Frankfurter Schauspielhauses hat den Namen des größten Frankfurters wieder glorreich hervortreten lassen. Bei Lebzeiten Goethes waren die Frankfurter keineswegs sich des Ewigkeitswertes bewußt, den der Name Goethe hat. Ein großer Teil der Bürgerschaft zürnte Goethe, weil er aus Aerger über ihm bom Frankfurter Rat gemachte Chicanen bezüglich der Steuern für ſein väterliches Haus sein Bürgerrecht aufgegeben hatte. As in Frankfurt zu einem goldenen Lorberkranz für Goethes 70. Geburtstag gesammelt wurde, sagte ein echter Frankfurter zu einem andern: ,, Für den Sauzippel zahl' ich nichts." Andererseits war der Stolz auf den berühmten Mitbürger auch zu spüren. Ms ein Frankfurter einen Freund, der ins Theater gehen wollte, fragte, was heute gegeben würde, und dieser sagte: ,, Egmont", da antwortete er auf die Frage des andern litterarisch Unwissenden, von wem das Stück sei, stolz: ,, Von ene hiesige!"
‡ Tätlichkeiten in der französischen Kammer. Dieser Tage hatte sich zu Paris der bekannte Tagesschriftsteller Gaston Pollonais vom Judentum zur katholischen Religion bekehrt. Er wurde deshalb von den republikanischen Journalisten scharf angefaßt, und unter ihnen war einer der heftigsten der bekannte Abgeordnete Gerault- Richard, der von nicht ungewöhnlichem persönlichen Mute ist. Er veröffentlichte in der Petite République" einen sarkastischen Artikel über die Taufe Pollonais. In diesem Artikel wurde der Deputierte Dioner führt den Grafentitel- persifliert. Als Gerault- Richard in der Kammer erschien, sagte ihm Dion, daß er ihm verbiete, sich mit ihm zu beschäftigen. Gerault- Richard gab eine ablehnende Antwort, worauf Graf Dion ihm den Handschuh ins Gesicht warf. Gerault- Richard antwortete, indem er dem Grafen, der von herkulischem Körperbau ist, einen Stoß versetzte. Ein Duell wird natürlich die Folge dieses Renkontres in der Kammer sein. Gerault- Richard ist nicht zum ersten Male in eine solche Kampagne verwickelt. Als einnes Tages Graf Bernis auf Jaurès zuging und ihm einen Schlag versetzte, sprang Gerault- Richard auf Graf Bernis los und versetzte ihm eine wuchtige Ohrfeige. Gerault- Richard ist übrigens als einer der besten Fechter bekannt und hat bereits eine große Anzahl von Duellen auszufechten gehabt.
[ Wem er nachartet.] Ein blasierter Jüngling so schreibt das Wigblatt ,, Answers" sank müde in einen Sessel bei einem Friseur, ließ sich mit würdiger Ergebung die Haare schneiden und unterlag zuletzt der höchst unnötigen Prozedur des Rasirens. Dieser letzte Akt machte ihn augenscheinlich sehr nachdenklich, und nachdem er eine Zeit lang sein Konterfei im Spiegel beliebäugelt hatte, wandte er sich an den Friseur: Sagen Sie' mal, glauben Sie, daß ich je einen Schnurrbart bekomme?"- Friseur( nachdem er ihn genau betrachtet): Ja, das weiß ich wirklich nicht!" Jüngling: Komisch, wie können Sie dies eigentlich bezweifeln; mein alter Herr hat doch einen geradezu phänomenalen Schnurrbart." Friseur: ,, Das fann sein, aber vielleicht arten Sie Ihrer Mutter nach, mein Herr."
[ Ein boshaftes Testament.] In dem Testament eines reichen Engländers kommen, wie eine Londoner Zeitung erzählt, folgende Stellen vor: Meiner Frau Elisabeth, welche durch meine Dummheit meine Gattin geworden und mit anzuerkennender Energie meinen guten Namen in den Schmutz getreten hat, vermache ich jährlich 5 Pfund Sterling und die Abschrift des ersten, nunmehr gericht
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ort umstellt hatten, wurde der gefürchtete sizilianische Bri gant Paolo Ferraro erschossen.
- Ein Brasilianer. Namens Silva tötete in Paris seine Ehefrau durch einen Revolverschuß. Die Ursache der Tat ist unbekannt.
In der Nähe von Dungeneß im Kanal stieß nachts ein englisches Frachtschiff mit einem spanischen Dampfer zusammen; letzterer sant, und 22 Personen fanden den Tod. Nur drei Mann von dem unglücklichen Schiff wurden ge
rettet.
- Graf Tolstoi ist nicht, wie gemeldet wurde, an Lungenentzündung, sondern an einem Stirnleiden erkranit. Sein Besinden ist nach Mitteilung seines Sohnes gut.
- Zu Madrid haben Einbrecher 80 000 Pesetas aus der Kasse der Straßenbahngesellschaft gestohlen
Wie aus Kutais gemeldet wird, stürzte dort während einer Reparatur in der Kaserne eine Wand ein; drei Per sonen wurden getötet und zwei schwer verletzt.
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Berlin, 4. November. Man hatte einen leichten Rückgang des Dezemberpreises zu verzeichnen infolge weiterer Ankünste vor inländischem Roggen. Maislieferungen sowie Weizen aller Sichten behaupteten bei vollständig leblosem Handel ihre gestrigen Preise. Mehl sehr still. Von Futterfrüchten war Hafer loco matt. Mais unverändert. Schluß für Getreide: Roggen etwas nachgebend. Rüböl war leicht erholt; Spiritus unverändert, 70er loco 42,60 Mr.
Bunte Chronit. In Lingolsheim bei Straßburg warf sich ein aus der Jrrenanstalt entlassener Mann mit seinen 3 Kindern vor den Baseler Schnellzug. Die Bahnwärterfrau konnte die 3 Kinder noch rechtzeitig zurückreißen; der Jrrsinnige wurde überfahren und sofort getötet.
Hus dem Gerichtsfaal.
§ Angriff auf einen Wachposten. Der Kieler Matrose Nost hatte am 6. Oktober Urlaub bis Mitternacht erhalten und wollte nach Zapfenstreich mit einem Kameraden die Seebataillonsfaserne verlassen. Die Urlaubskarte war ihm abhanden gekommen, und er bat den Posten vor der Kaferne, den Seesoldaten Brenner, dreimal, ihn ohne Karte passieren zu lassen. Seine Bitten blieben erfolglos; der Posten wies ihn zurück. Da schob Nost den Seesoldaten bei Seite. Nunmehr verhaftete der Posten den Matrosen und steckte ihn ins Schilderhaus. Nost suchte zu entweichen. Der Secsoldat zog sein Seitengewehr und pacte den Enteilenden am Arme. Da sprang Nost auf den Posten ein, griff ihn am Halse und würgte ihn. In diesem Augenblick tauchte der Reserveoffizier, Oberleutnant 3. S. Engisch, auf und sah, wie der Posten und der Matrose sich fest gepackt hatten. Der Seesoldat wich auf den Angriff des Nost bald zurück. Der Offizier ließ einen Ruf ertönen und der Matrose gab die Attacke auf. Nach der Tat machte der Matrose auf den Oberleutnant den Eindruck, als ob er sich der Schwere seiner Tat nicht bewußt gewesen sei. Das Kriegsgericht ließ wegen der bisherigen sehr guten Führung des Angeklagten Milde walten und erkannte auf die Mindeststrafe, ein Jahr Gefängnis.
-Bei den Abbruchsarbeiten in der Maschinenhalle der Düsseldorfer Ausstellung wurde einem Technifer aus Rheydt, der an einer Winde beschäftigt war, der Kopf zerquetscht, so daß der Tod nach kurzer Zeit eintrat. Außerdem erlitten mehrere Arbeiter leichte Verletzungen.
-In Paplitz bei Bruth i. d. M. hat sich der 42 Jahre alte Pastor Max Wagner erschossen, wie es heißt, weil er ein 17 jähriges Dienstmädchen verführt hat und nun ein öffentliches Aergernis fürchtete.
-In Görliß wurde der Arbeiter August Witschel, der Mörder der Wittwe Schäfer in Penzig, hingerichtet.
- Ein Liebespaar, ein 22jähriger junger Mann, der sich mit seiner 16jährigen Geliebten zusammengebunden hatte, stürzte sich in den Ems- Jade- Kanal und ertrank.
In die russische Kapelle bei Tegel( Berlin) wurde nachts eingebrochen und die Sammelbüchsen sowie mehrere Kostbarkeiten, unter anderem eine Bibel in schwer goldenem Einband, geraubt.
In Neustadt bei Coburg erstach der Puppenmacher Bühling im Streite seinen Schwager.
Der frühere Leiter des Chemnitzer Bankvereins in Aue, Kaufmann Küchenmeister, wurde wegen großer Defraudationen verhaftet.
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Der Briefträger Gädke aus Senzke bei Nauen, der wegen vielfacher Unterschlagungen im Amte steckbrieflich verfolgt wurde, hat sich auf dem Felde bei seinem Heimatort zu erschießen versucht. Er liegt im Krankenhause schwer darnieder.
1
95 069.
* In meter bis 1902 aus gerichts: 1. 2. Cloos,
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3. Stein, He
Wittich, Hein
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wirt in Gett
in Biklar. in Ober- Wi in Beibgesto in Eudorf. bad. 12 13. Grüne Weg, Bal
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Grnft, Lar
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Kleine Gerichtschronik. Die Breslauer Strafkammer verurteilte den Kaufmann Oskar Ziegert aus Berlin wegen betrügerischer Machenschaften hei einem ihm erteilten Auftrage, in Karlshorst bei Beclin auf das Pferd ,, Rheinsdorf" 500 Mt. zu setzen, zu sechs Monaten Gefängnis und zweijährigem Ehrverlust.
- In Lindenau bei Leipzig schoß der Einwohner Lorenz auf seine Ehefrau, von der er getrennt lebte, und beging darauf Selbstmord.
Auf der Strecke Danzig- Praust wurde dem Schranfenwärter Heinrich Meher von einem Zuge der Kopf abgefahren.
In Nizza begannen die Verhandlungen gegen Henri Vidal, dem vier Frauenmorde zur Last gelegt werden. Im Kampfe mit Carabinieri, die seinen Zufluchts
Wegen Anstiftung zum Meineid und Betrugs wurde in Berlin der Kaufmann Beckmann zu 2 Jahren Zuchthaus und 5jährigem Ehrverlust verurteilt.
Lokales.
Gedenktafel für den 6. November.
1771. Senefelder, Erfinder der Lithographie* 1793. Der Herzog von Orleans, genannt Philipp Egalité, wird enthauptet. 1870. Gefecht zwischen Belfort und Colmar.
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Ausführun
** Fremdes Eigentum. Nimmst du es wohl genau damit, lieber Leser, mit dem fremden Eigentum? ,, Himmel! dergleichen anzuzweifeln! unter gebildeten Leuten!" Leider machen sich viele gebildete und gute Menschen ganz und gar kein Gewissen daraus, Sachen unter ihren eigenen zu haben, die sie weder gekauft, noch die sie geschenkt erhalten, die andern gehören. ,, Unmöglich, sollten so viele Menschen an Kleptomanie leiden?" Nicht daran, aber an der Manie, etwas von anderen zu leihen und dasselbe, also dieses fremde Eigentum, nicht zurückzugeben. Und nun frage man sich, ist das nicht ein Vergehen gegen das Eigentum anderer? Kein geplanter, mit Absicht begangener Diebstahl, o bewahre, man hat den Gegenstand geliehen in der festen Absicht, ihn wieder zurückzugeben, baldigst schon, wie sich das auch gehört, aber Leihen und Wiedergeben! Es ist sonderbar, wie sich der beste Mensch, ja sogar der pedantischste Mensch oft darin saumselig und vergeßlich zeigt!- Eine lange Zeit verstreicht, das fremde Gut ist immer noch da. Wer nun richtig denkt, der denkt, besser spät, als garnicht, besser nachLässig, säumig erscheinen, als unehrlich: er schämt sich, bittet um Entschuldigung und giebt das Geliehene zurück. Aber so tut die Minderzahl. Gar vielen fehlt der Mut, sach so langer Zeit noch die geliehene Sache ihrem Eigentimer wiederzugeben, um so mehr, wenn sie, was auch nicht selten der Fall, sich als beschädigt erweist. Da gilt dann als einziger Ausweg, gar nicht zurückgeben баз fremde Eigentum verschweigen, behalten, oder schlagen. Und dabei bedenkt man dann garnicht, welcher häßlichen Undankbarkeit man sich noch dazu schuldig macht? Der andere half dir aus der Verlegenheit, indem er dir lieh, er war dienstfertig und gefällig, er brachte vielleicht damit ein Opfer, es war vielleicht etwas, durch dessen Fehlen er selbst nun in Verlegenheit kommt, welches er nicht in duplo Exemplaren besitzt. Das ist nun der Lohr und Dank für seine Güte, daß er sein Eigentum nicht wieder vor Augen bekommt. Warum er es nicht fordert? Dazu ist der eine zu zartfühlend eine sehr überflüssige Empfindung freilich gegenüber dieser Nachlässigkeit andere wieder vergist, wem er den fehlenden Gegenstand geliehen. Ebenso wie andererseits mancher absolut nicht weiß, daß sein Haus fremdes Eigentum birgt. Mit dem Vorsatz, das Geliebene demnächst wiederzugeben, wurde es bei Seite gelegt, aber aus den Augen, aus dem Sinn!" Nach Jahr und Tag fragt der Eigentümer vielleicht mal danach. Aber das habe ich ja längst zurüdgegeben", heißt es dann in der Meinung, es auch wirklich getan zu haben. So wird dann dem ,, Behalten" des fremden Gutes auch noch eine Lüge hinzugefügt unbewußt oder nicht, häßlich ist's doch!
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