Ausgabe 
4.8.1902 Erstes Blatt
 
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Nr. 178.

Erstes Blatt.

bun sementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., reus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel­jährlich Mt. 1.50.

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Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags.

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Montag, den 4. August 1902.11.

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11. Jahrgang.

Jusertionsvreis: Die einſvaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. fonit 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 fg. mol ref. tom Postzeitungsliste No. 3032.

Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Ferusprechanschluß Nr. 362.dgar S finsl@ gsimo imal, Safe gruffial

Neuelle Nachrichten

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( Gießener Tageblatt)

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( Gießener Zeifung) in

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.

Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei,( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen

Politische Nachrichten.

- Die Dauer der Rußlandsreise des Raisers ist verlängert worden. Die Kaiser- Flottille fährt erst am 13. oder 15. August wieder zurück.

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Minister Budde ist in Norderney zur

Stur eingetroffen. - Der Fall Löhning" wird im preußischen Abgeordnetenhause sicher zur Sprache gebracht werden, auch wenn die Regierung vorher in der offiziösen Presse das Wort ergriffen haben sollte. Die Angelegenheit verdient zwar, zum Gegenstand einer Interpellation gemacht zu werden; doch auch die Etatsdebatte bietet Gelegenheit zur Erörterung. Es dürfte in Erinnerung sein, daß Graf Bülow in seiner Einführungsrede zur großen Polenvorlage( Verstärkung des Ansiedelungsfonds) im Mai dieses Jahres als weitere Maß­regel zur Stärkung des Deutschtums die Gehaltsaufbefferung der in der Ostmarf thätigen Beamten, Lehrer usw in Aus­sicht stellte. Der preußische Finanzminister Frhr. v. Rhein­baben hatte dem Ministerpräsidenten die Etatisirung der be­treffenden Geldmittel bereits zugesagt. Bei der Beratung des Etats fommt also der preußische Finanzminister ohne Weiteres in die Lage, zum Falle Löhning sich zu äußern.

Vom Ausschuß des deutschen Flotten- Vereins gehen uns folgende Zeilen zu: Die Vermehrung unserer Auslandsflotte erscheint angesichts der Kräfteverteilung der Mächte in Ostasien nach wie vor dringend geboten. In den ostasiatischen Ge­In den ostasiatischen Ge­wässern sind die Hauptseemächte wie folgt vertreten, wobei Japan außer Betracht bleibt, da es stets in der Lage ist, seine gesamte Flotte im gelben Meere zu­ſammenzuziehen: England: 4 Linienschiffe, 1 Panzerfreuzer, 6 große geschützte Kreuzer, 2 fleine geschützte Kreuzer, 7 Torpedobootszerstörer, 4 Sloops, 9 Stanonenboote, 8 Flußkanonenboote und eine Reihe von Küstentorpedobooten. Rußland: 4 Linienschiffe, 1 großer geschüßter Kreuzer, außerdem designiert: 2 Linienschiffe, 1 Panzerfreuzer, 3 große geschützte Streuzer, 2 fleine Kreuzer, 6 Panzerkanonenboote, 2 Torpedofahrzeuge, 3 Kanonenboote, 10 Hochseetorpedo­boote. Vereinigte Staaten: 1 Linienschiff, 1 Panzerkreuzer, 2 Stüstenpanzer, 11 kleine Kreuzer Frankreich: 1 Linienschiff, 4 große geschüßte Kreuzer, 6 Kanonenboote. Deutschland: Kein Linienschiff, 1 Panzerfreuzer, 2 große geschützte Streuzer, 1 kleiner Kreuzer, 4 Kanonenboote, 1 Flußkanonenboot, 2 Torpedo­boote. Bekanntlich werden die verbündeten Re­gierungen im Jahre 1904/05 die 1900 vertagte

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In eigener Sache Richter.

Roman von L. Haidheim. ( Nachdruck verboten.)

( Fortsetzung.)

So war er neben Frau von Wazlaw die breite, herrliche Treppe hinan gestiegen, dem Lachen folgend; da hörten sie erst, daß es noch eine Treppe höher erflang; fie ffiegen weiter hinauf. Dann lag ein langer Gang vor ihnen, auf den viele Thüren mündeten und plößlich standen sie beide sekundenlang wie gelähmt.

Im hellen Sonnenlicht Geistersput? dress Zwei Damen in der Tracht längstvergangener Zeiten, ganz überflutet von Sonne und das Kleid der einen funkelnd wie eitel Gold, tamen still auf sie zu. Das Lachen hatte aufgehört. Burkard Frohberg hätte laut aufjauchzen mögen. Maria war es, Maria in einem gelben mit goldenen Blättern durch­webten Brautstaatskleide irgend einer Urahne, Lischa daneben in einer verblichenen Rokokotoilette, beider Anzug vom Einfluß der Beit aller Frische beraubt und dadurch den persönlichen Jugend­reiz unbeschreiblich schön hervorhebend. Nur flüchtig sah der Bruder auf die holde Schwester, er hatte nur Augen für Maria. Wie schön sie war! Wie das blonde haar und das fahle Gelb des Kleides harmonierte! Wie das schimmernde etwas ver­dunkelte Gold ihre Erscheinung wunderbar hob und wie sie hin­einpaßte in den reichen Rahmen. Frau von Frohberg und Graf Joseph waren in einer der Thüren erschienen und alle erzählten nun mit großer Lebhaftig­feit, wie sich die erstere der sogenannten Kleiderkammern im Oberstod erinnert hätte, wie dann die jungen Damen über den unglaublichen Reichtum aufgespeicherter, oft Jahrhunderte alter Hochzeits-, Hof- und sonstiger Festkleider jubelten.

Graf Joseph ging mit den Damen ganz auf in dem Inter­esse an den alten Moden, sie konnten sämtlich gar nicht müde werden sie zu besichtigen, in einem Nebenraume das eine oder anderen Stück anzupassen. Darüber vergaßen sie stundenlang alles. Burkard Frohberg, auf einem alten Lederkoffer sigend, hatte unterdes nur Augen für seine schöne Cousine. Er schwelgte in ihrem Anblick; wie ein Bauber war es plöglich über ihn ge­fonimen, seine ganze Seele berauschte sich an der sich ihm in dieser Art zum ersten Mal offenbarenden Frauenschöne. Ahnte Maria instinktiv den Bauber, den sie ausübte, daß fie von Zeit zu Zeit zu ihm trat und ihm heiter plaudernd Ge­legenheit gab, fich immer mehr in diesen zu verlieren? Machte fich die weibliche Gefallsucht plöslich in ihr geltend und ließ sie off couples

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Forderung der Vermehrung der Auslandsschiffe erneut den gesetzgebenden Körperschaften vorlegen, damit die darin vorgesehenen Neubauten, falls be­willigt, im Jahre 1906 begonnen werden können. ( Vergl. 1. Seite im 2. Blatt.)

Berlin. Ein Verein selbständiger polnischer Barbiere und Friseure in Berlin und Vororten soll in den nächsten Tagen ins Leben gerufen werden. Besondere polnische Ver­eine bestehen bereits für Bäcker, Schlächter und Tischler.

Der Feldarbeiter aus stand in Galizien dauert fort. Nur in vereinzelten Gemeinden ist die Arbeit wieder aufgenommen worden. In Jafiorow im Bezirk Przemyslany war ein Zusammenstoß zwischen Militär und Ausständigen, da die Aufforderung des Kommandeurs der Truppen zum Auseinandergehen von den Feinden mit Stein­würfen erwidert wurde. Der Angriff einer Husar nabteilung zerstreute die Menge, wobei ein Ausständiger schwer und ein anderer leicht verwundet wurde. Drei Bauern, die einen Husaren vom Pferde herunterzuziehen versuchten, wurden leicht verletzt. Ein Husarenleutnant erhielt einen Steinwurf auf der Hand.

Zur Kongregationsbewegung.

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Als gestern, Sonntag in Tirminy ein Polizei- Kommissar an eine flerifale Anstalt die Siegel anlegen wollte, riß ein Pfarrer die Siegel ab und erklärte, das Haus sei sein Eigen­tum. Eine Frau erging si in Schmähungen gegen den Polizei- Kommissar. Beide wurden verhaftet. Gestern Abend fand im Volkshause eine fleritale Versammlung statt, die von etwa 1000 Personen besucht war und welche Francois Coppee veranstaltet hatte. Die Polizei hatte Maßregeln ge­troffen, sodaß es nicht zu Tumulten kommen konnte. Trotz­dem hatten sich hinter dem Polizei- Kordon 3-4000 Repu­blikaner und Nationalisten eingefunden, welche die Inter­nationale sangen und Schmährufe auf die Klerikalen aus­stießen. Nachdem die Polizei zurückgezogen war begab sich eine große Anzahl Republikaner und Sozialisten vor das eine große Anzahl Republikaner und Sozialisten vor das Voltshaus, warf die Fenster ein und riß die Thüren aus den Angeln. Bei dem Handgemenge wurde ein Polizist ver­wundet.

Paris, 4. August. Heute fand hier wie an jedem 3. August ein Manifest der Sozialisten und Freidenker vor der Statue Etienne Dolet auf dem Platz Maubert statt. Die Manifestation gewann diesmal eine be­statt. Die Manifestation gewann diesmal eine be­sondere Bedeutung durch den Kampf um die Schul­schließung. Die Sozialisten und Radikalen hatten ihre Vereine und Gruppen aufgefordert, sich zahlreich einzu finden. Wie in früheren Jahren hatte der Polizeiprä­feft die Entfaltung roter Fahneu verboten. Etwa 3000

in aller unerfahrenheit gerade das thun und sagen, was nur die gewiegtefte Sofette gethan und gesagt hätte?

Er fragte sich das nicht; er dachte gar nicht über sich und fie nach in dem fiebernden Entzücken an ihr. Seine sonstige Bes Sonnenheit und flare Ruhe hatten ihn vollständig verlassen.

Bum Glück dachte sie nicht im Traum an die Macht, die sie in dieser Stunde über ihn hatte, sonst würde ihr vielleicht der Wunsch erfüllt worden sein in Klaino zu bleiben. Ihre himmlische Freude an seinem Entzücken blieb völlig harmlos, es machte ihr einfach Vergnügen ihn in sich immer mehr verliebt zu machen; das war doch eine kleine Berstreuung und es reizte sie auch Graf Joseph fühlen zu lassen, daß sie, falls nicht von ihm, so doch von Burkard bewundert wurde.

Und wenn sie ihn auch bisher mit ziemlich fritischen Blicken be trachtet und ihn nicht genug elegant gefunden hatte, so stieg er doch plöglich sehr an Wert in ihrer Meinung, weil er sie bewunderte.

Der Tag verging dem kleinen Kreise in der angenehmsten Weise. So einsam und verlassen das Schloß auch jahrelang Dagestanden, die Verwaltung war eine ausgezeichnete gewesen und wenn die Dienerschaft auch auf das kleinste Maß beschränkt worden, die wenigen Personen genügten vollkommen für die Ver­pflegung und Bedienung der Gäste.

Je weiter aber dieser Abend vorschritt, die beiden älteren Damen fonnten sich nicht genug thun in Jugenderinnerungen! um so ernster wurde die Stimmung, um so peinlicher das fich mehr oder weniger allen auf das Herz legende trübselige Gefühl, daß sie in dem eigenen Erbe rechtlose Fremdlinge waren und samt und sonders in eine dunkle ungewisse Zukunft blickten. Und das lediglich durch die Schuld dessen, der wie ein liebevoller Vater fie alle hätte versorgen fönnen, wenn er gewollt.

Selbst die sanfte Frau von Frohberg dachte heute mit einer gewissen Bitterfeit an das kleine schmucklose Gütchen, ihre Heimat, und begriff plötzlich nicht mehr, wie sie lebenslang dort in den engen Verhältnissen hatte eriſtieren fönnen, ohne Neid und Groll

Als ob eine unerklärliche geheimnisvolle Macht die Stims mung beeinflußte, so still und verärgert schaute auch Joseph Ebern darein; abwechselnd sich innerlich vor sich selbst rechtfertigend, wegen seiner Schuld, oder aber in die Selbstvorwürfe versinkend, die ihn so namenlos quälten.

Nur Burkard blieb völlig frei von all diesen Erwägungen. Er wußte ja, daß Maria nie die Seine werden konnte, aber er bildete sich thöricht genug ein, daß seine Liebe eine völlig selbst­lose sei und bleiben werde und so horchte er auf die Baubers flänge in seinem Herzen, die den Namen Maria sangen und ihn mehr und mehr bethörten, ohne daß er es ahnte. and

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Personen hatten sich Mittags eingefunden. Sie trugen rote Blumen als Abzeichen im Knopfloch und begaben sich unter den Rufen: Nieder die Pfaffen, es lebe die Republik" zum Platz Maubert. Dort defilirten bereits zahlreiche Deputationen an der Statue vorüber und legten Stränze mit antiflerifalen Aufschriften nieder. Die Polizei, sowie eine Schwadron und ein Bataillon der republikanischen Garde sorgten für die Aufrechter­haltung der Ordnung.

König Eduard wird im Laufe dieses Monats in Bordighera zum Sommer- Aufenthalt eintreffen.

Unruhen hat die Staats- Regierung verschärfte Maßregeln Petersburg, 3. Aug. Mit Rücksicht auf die Bauern­zur Erhaltung der Ruhe und Ordnung getroffen. Der Bar ordnete an, daß die ihm Jahre 1881 gegen die nihilistische Bewegung getroffenen Maßregel bis zum 14. Sept. 1908 wieder in Kraft treten und auf eine große Anzahl Städte und Bezirke ausgedehnt werden.

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Die Krankheit des Präsidenten Steijn's.

Steijn wurde Samstag früh an Bord des Dampfers Carisbrook Castle" von Fischer, Wessels und anderen Freunden aufgesucht; sie fanden Steijn in seiner auf dem oberen Deck sich befindenden Kabine, auf einem Bett liegend. Er schien frank und abgemattet und trug eine blaue Schutz­brille. Steijn ließ durch Fischer sagen, er sei nicht wohl genug, einen Vertreter der Presse zu sehen und der Arzt habe ihm verboten, mehr, als absolut nötig, zu sprechen, doch wolle er wissen lassen, daß er für die Güte, die ihm an Bord zuteil geworden, sehr dankbar sei, und er fügte hinzu, er fühle sich infolge der Reise soviel besser. Frau Steijn bemerkte noch, das Befinden ihres Gatten habe sich in jeder Weise gebessert, aber er sei noch außer Stande, sich zu erheben, da er an Armen und Beinen gelähmt sei. Dr. Pouthma vom holländischen Ambulanzkorps, der Steijn behandelt, sagte, Steijn leide an nervöser Erschöpfung. Seine Krankheit sei schwer zu verstehen und er habe nie einen derartigen Fall gesehen.

Giessener Cagesneuigkeiten.

Audienzen. Der Großherzog empfing am 2. Auguft die Oberleutnants Stieler vom Infanterie­Regiment Nr. 88, Vollmer vom Feld- Artillerie- Regiment Nr. 21, Engelien vom Eisenbahn- Regiment Nr. 1 und Garcke vom Feld- Artillerie- Regiment Nr. 52, sowie die Leutnants v. Mikusch- Buchberg vom Füsilier- Regiment Nr. 73 und v. Derzen vom Infanterie- Regiment Nr. 24, sämtlich kommandiert von der Kriegsakademie zur Dienst­leistung beim 2. Großh. Dragrner- Regiment( Leib- Dra

Sie saßen seit Wochen wieder in Krapolno; der Winter war mit aller Strenge eingezogen, Weihnachten vorüber und ein recht unfreundliches Wetter brachte statt der gehofften Eis- und Schlittenbahn immer nur Schnee und Regen zugleich. pod Und nun dies tödliche Einerlei ohne jede erfreuliche oder d anregende Abwechselung! dando? new dirt, ui noch bleat

Selbst neue Anforderungen an die Familie" zu erfinnen, vermochte Frau von Wazlaw nicht mehr, nachdem Burkard durch die großmütige Anweisung einer sehr bedeutenden Summe alle ihre Wünsche befriedigt, sogar einen Haustehrer engagiert hatte, der die drei Kinder unterrichtete. Auch Maria verging geradezu vor Langeweile, da ihr der arme Herr Tholen mit der von ihr mutwillig geweckten anbetenden Verehrung doch in seiner be­Scheidenen Art längst lästig wurde. Sie hatte weder Sinn für feine begeisterten Liebesgedichte, deren Gegenstand sie selbst war, noch für seine idealen Güter des Lebens", die sie baren Unsinn nannte. Und Lischa war nicht einmal zu Haus, sondern mit der Mutter nach Graz gereift, wie alljährlich im Winter, wo väter­liche Verwandte, in glänzenden Verhältnissen lebend, ihnen viel Angenehmes boten.

Von Burkard ging für die beiden Damen auch nicht viel Unterhaltung aus; die große Verwaltung des gräflich Ebern'schen Vermögens nahm, mehr als er sich hatte träumen lassen, alle feine Leistungsfraft in Anspruch, und da er eines Tages, ſehr bald nach dem Aufenthalt in Klaino erfannt hatte, in welche hoffnungslose Leidenschaft er sich verstricte, so gab ihm die Arbeit den Vorwand, Maria zu meiden, wenn auch mit Schmerzen und großer Selbstüberwindung. Der einzige, der sich seiner energie­lofen Natur nach in diesem öden Einerlei zufrieden fühlte, war Graf Joseph. Er hatte die lezten Jahre in Wien sich von seinen Gläubigern gehegt gesehen, wie ein Wild von der Meute; aus einer fatalen Situation war er in die andere gekommen und immer tiefer in den Sumpf, in den ſein gänzlich unbeſchäftigtes und doch immer genußsüchtiges Leben ihn hineintrieb, bis er fattisch nicht mehr aus noch ein wußte. Jest that ihm dies Aus ruhen, dieser Frieden unbeschreiblich wohl. Er fand sich verpflegt wie ein Brinz, für alle ſeine Bedürfniſſe und Wünſche zeigte Better Burkard eine wahrhaft rührende Fürsorge, niemand forderte von ihm irgend welche ihm unsympathische Leistung, bonol Arbeit war feine Rede mehr, nachdem Burkard verschiedentliche Vorschläge gemacht, furz das Drohnenleben in Wien war ab gelöst worden von dem Drohnenleben in Strapolne und wenig Klavierspiel, eine abendliche Partie Beziques, oder die Erörterungen über Modefragen mit dem neuesten Wiener Modes journal, genügten Graf Joseph vollständig. dodall sid mu bil alth( Fortsetzung im 2. Blatt) stud cod bis& produseni 8001 do mi fi fu spune sid$ 10 billedsm sid

Re. 177.

Der Nuf erweckte Ryan.

Oberheiftsche Familienzeitung.

Ja, cilt schnell ins Stadtgebiet, nach dem Stadtgebiet, bört Schnell!" rief er mit schwächerer, aber beutlicher Betonung. richtete fich mit einem Ruck in eine figende Stellung auf. Er öffnete feine Augen und

3br!"

Er zeigte durch den Negen auf die roten Dächer von Dabei bemerkte Did die Bode, die um Miles

Melnierbridge.

Finger gewickelt m

schrecklich gearbeitet hatte,

Seite 2.

Die Natur behauptete endlich ihr Necht; Elisabeth Snan förverliche Schmerzen machten sich 311 gleicher Zeit fühlbar. einstehen. Dann überfam sie plöglich eine Schwäche, und

für ihren Körper fonnte sie nicht

war kurz vor dem Umjinfen.

öffnete daffelbe ging weiter, bis sie zu einem und trat in

Gaffe, welche zu einem Farnell, cifernen Ther fam.

Sie war in eine enge, grüne führte, eingebogen; sie

Sie

Nr. 177.

Kleines

Feuilleton.

Oberhessische Familienzeitung.

Belte 3.

Jahres 1809 feierte am 20. Juli in Meran seinen 102. Ge * Der letzte Beteran der Tyroler Freiheitstämpfer bes Högger Jaggeln, dies ist der Name des Mit­

gehalten, politischsten Sinne. * Der in diesen Tagen zu Graz abgehaltene sechste burtstag. Der Geist, der in Graz herrschte, als totgefagt zu werden. " was uns eint als deutsche Brüder" im idealsten, un- den alten Glauben wieder befestigt, daß Nichts gesunder ist. deutsche Bundesfängertag hat sich von Politik gut, nun Surfers to or einiger Beit tot troßdem wirkungsvoll zu betonen gewußt, gefagt und hat nun durch das Erleben dieses seltenen Tages Deutsch( Valuera) im Basfeierthal

Der gebürtig und hat alio ichon mit alte Herr ist aus Vernün