obachtungen gemacht, die sehr interessant sind, aber bi große Schwierigkeiten geboten haben müssen. Es han Belte sich darum, in Erfahrung zu bringen, wie viel Borte( durchschnittlich) ein zwei bis dreijähriges Kini täglich sprechen kann; dann, welche Worte das Kind am häufigsten spricht; dann wie groß die Zahl der einsil bigen Worte in der Kindersprache ist, u. s. w. Gales Knaben sprachen täglich durchschnittlich 8992 bezw. 9290 und 10 507 Worte. Das ist eine ganz großartige Leistung: man denke nur an die Anstrengungen des Gehirns, des Kehlkopfs u. s. m. Der jüngste von den drei Sprößlingen bes Gelehrten heißt Samuel oder Sammy. Das Wort, bas er als zweijähriges Kind am häufigsten sprach, wai sein Kosename Sammy, den er unter 9290 Worten 1057 Mal hören ließ. Dann kam: Papa", 350 Mal täglich, während er ,, Mama" nur 193 Mal sagte. Das tam aber nur daher, weil der Vater ihn an den Untersuchungslagen" auch nicht eine Minute verließ. Die anderen Worte, die sehr häufig gesprochen wurden, waren: ,, das" 226 Mal; ,, da" 151 Mal;" nein" 292 Mal( während„ ja" nur 104 Mal gesagt wurde); ,, ich will" 204 Mal; ,, Dick" Borname des älteren Bruders) 148 Mal; ,, in" 145 Mal; au" 147 Mal.
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▲ Ein Dampfer mit 500 Leichen untergegangen. Nach einem Telegramm des ,, Daily Expreß" aus Melbourne ist der englische Dampfer ,, Ventuor" auf der Fahrt nach China bei Neu- Seeland untergegangen. Die Mannschaft wurde gerettet. Der Dampfer hatte 500 Särge mit Chinesen, die in China begraben werden sollten, an Bord, 460 Gärge waren mit je 10 Pfund Sterling versichert. Bekanntlich glaubt der fromme Chinese, daß er in fremder Erde keine Ruhe finden könne, und die Verwandten lassen deshalb, wenn irgend angängig, die Leichen teurer Toten nach dem Lande der Mitte zurücktransportieren. Jeder Chinese, der ins Ausland geht, nimmt sich ein Säckchen heimischer Erde mit, um im Fall seines Todes darauf gebettet zu werden, wohlhabende Leute führen sogar ihren Sarg mit sich. Auch der„ Sühneprinz" Tschun hatte, als er wegen der Ermordung des deutschen Gesandten von Ketteler in Berlin um Verzeihung bat, einen prachtvoll geschmüdten Sarg bei sich.
V Hallesches Universitätsjubiläum. Unter Teilnahme des Kultusministers Dr. Stadt, der akademischen Körperschaften und Behörden wurde Sonnabend die 400 jährige Gedenkfeier der Gründung des älteren Zweiges der ver einigten Friedrichs- Universitäten Halle- Wittenberg abge halten. In der Aula fand ein Festakt statt; der gegen wärtige Rektor der Universität Prof. Haupt hielt die Ge denkrede, in der er als Pflanzstätte der Geistesfreiheit die Universität Wittenberg pries. An den Festakt schloß sich die Einweihung des neu erbauten Universitätsgebäudes an. Der Kultusminister Dr. Studt verficherte in einer Ansprache die Universität der ferneren Förderung seitens des Kaisers und verkündete eine Anzahl Ordensauszeichnungen.
A Die Berhaftung des Frl. Augspurg in Weimar, die wir mitteilten, gewinnt durch eine amtliche Bekanntmachung im Inseratenteil der Weimarischen Zeitung" ein gänzlich verändertes Aussehen. Danach erklärte Frl. Augspurg u. a.:,,Eigentlich habe sie den Schußmann mit hergebracht und nicht der Schußmann sie; der Vorfall tomme ihr gerade recht, sie brauche solches Material, bamit der Paragraph( sie nannte einen Paragraph des Strafgesetzbuches) falle, sie gehe an den Reichstag, ihr Name sei kein unbekannter, ihr stünden fast alle Zeitungen zur Berfügung; wir hätten einen Fall Berlin, Köln, Münhen, Wiesbaden gehabt und nun hätten wir auch einen Beimar." So lange Frl. Augspurg nicht beweisen kann, daß dieser Bericht unwahr ist und das ist unserer Meinung nach bei dessen amtlichem Charakter ausgeschlossen
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darf sie sich über das, was ihr zugestoßen, nicht beichweren. Ihr ist nur das geworden, was sie gewollt hat. K) Der Reichskanzler im Posener Goldenen Buch. In das aus Anlaß der Kaisertage beschaffte ,, Goldene Buch der Stadt Posen" hat sich jetzt auch Graf v. Bülow mit folgenden Worten eingezeichnet: Möchten die schönen Posener Kaisertage, welche den Anlaß zu dieser Einzeichnung gegeben haben, den Ausgangspunkt einer stetig fortschreitenden, gedeihlichen Entwickelung der Stadt bilDen. Mit der Versicherung, daß es mir von hohem Wert gewesen ist, die dortigen Verhältnisse persönlich kennen zu lernen, und daß mir der Besuch in Posen immer in angenehmster Erinnerung bleiben wird, bin ich des Magistrats sehr ergebener Graf v. Bülow, Reichskanzler."
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* Ein pflichtvergessener Don Juan. Großes Auffehen erregt in allen Kreisen Agrams die Enthüllung eines dortigen Blattes über das seinerzeitige Verschwinden eines Ulanen- Oberleutnants, der in den vornehmsten Kreisen der Gesellschaft verkehrte. Der Offizier hatte sich in seiner früheren Garnison mit einem vornehmen bürgerlichen Mädchen verlobt, doch die Verlobung plößlich abgebrochen. Der Vater des Mädchens flagte nun den Offizier an wegen Bruches eines ihm in ehrenwörtlicher Form gegebenen Heiratsversprechens. Der Offizier wurde in Untersuchung gezogen, dabei ergab sich, daß der Offizier schon in zwei Fällen ähnlich gehandelt hatte. Er wurde zu einer längeren Freiheitsstrafe verurteilt. Es gelang ihm jedoch, aus der Haft zu entkommen und nach Serbien zu entfliehen. Dort trat er in die Armee ein. Dieser Tage tam nun von jenem Offizier ein flehentliches Schreiben an seine dritte verlassene Braut, worin er sie bittet, ihm zum Ehebunde die Hand zu reichen. Als Antwort erhielt er die Verlobungsanzeige der jungen Dame.-
Abgefaßte Mädchenhändler. In Temesvar wurden mehrere Personen verhaftet, welche den Export junger Mädchen nach den Balkanländern, besonders aber nach Bosnien und der Herzegovina, gewerbsmäßig betrieben hatten. Ein Polizeikorporal hörte weinende Stimmen aus einer Kammer des berüchtigten Hauses der Frau Fannh Hanacsek. Er ließ die Tür öffnen und fand in der Kammer drei junge Mädchen, welche die Hanacsek seit drei Tagen unter Schloß hielt, weil sie sich weigerten, nach Mostar zu reisen, um dort die ihnen von der Hanacsek versprochenen guten Bosten" anzutreten. Die Untersuchung stellte fest, daß die Frau und drei ihrer Helfershelfer schon mehrere Mädchen im Alter von 15 bis 18 Jahren unter dem Vorwande, ihnen gute Dienstpläge zu ver schaffen, nach Bosnien gebracht hatte.
Die Duchoborzen. Schon seit einiger Zeit hatten in Manitoba( Canada) eingewanderte Russen, die der so.
genannten Duchoborzen- Sette angehören, Anzeichen einer religiösen Wahnsinnsepidemie gezeigt. Jezt ist diese unter den sonderbaren Schwärmern zum vollen Ausbruch gekommen. Tausende von ihnen ziehen im Lande umher und predigen. An 500 wälzen sich wie heulende Derwische in religiöser Ekstase den ganzen Tag auf der Prärie herum. Sie haben ihre Frauen und Kinder im Stich gelassen und die Behörden müssen sich nun derselben annehmen. Viele Kinder sind schon gestorben. Die Duchoborzen haben die Auswanderungsagenten der Regierung gezwungen, mit ihnen zu marschieren, und die gesamte berittene Polizei bei Yorkton ist aufgeboten worden; auch Militär wird zweifellos aufgeboten werden müssen. Die Duchoborzen leisten bekanntlich weder Eid noch Kriegsdienste, verwerfen das Priestertum, Sakramente und jede äußere Kirche überhaupt und leugnen auch die Dreieinigkeit und die Gottheit Christi.
** Bunte Chronit. Im Alter von 61 Jahren ist Geh. Sanitätsrat Prof. Dr. Eugen Hahn, der bekannte Chirurg und Direktor der chirurgischen Station am Berliner städti schen Krankenhaus Friedrich hain gestorben. Ein Herzschlag hat dem Leben des weit über die Grenzen des Deutschen Reiches, bekannten Arztes ein jähes Ende bereitet.
- Auf der Tecklenborgschen Schiffswerft zu Bremen lief der 8250 Registertons große Doppelschraubendampfer des Norddeutschen Lloyd Roon" vom Stapel. Die Taufe vollzog Frau Senator Buff- Bremen.
In Kassel wurde ein großer Pretiosen- und Uhrendiebstahl in dem Uhrengeschäft von Debus durch eine Cinbrecherbande ausgeführt. Eine bedeutende Anzahl von Uhren, Schmucksachen und Juwelen wurde von den Dieben durch eine Einbrecherbande ausgeführt. Eine bedeutende Anzahl von Uhren, Schmudsachen und Juwelen wurde von den Dieben erbeutet.
Auf der Grube Glaskopf bei Daaden stürzten vier Bergleute infolge Hängenbleibens des Förderkorbes in den Schacht. Zwei sind tot, der Dritte schwer verletzt, während der Vierte mit dem Schrecken davon gekommen ist.
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In Selz im Elsaß ist die Mäuseplage so stark aufgetreten, daß sich die Schulbehörde veranlaßt sah, die Oberklasse der Knabenschule zur Mäusejagd zu beurlauben. Täglich ziehen die Knaben unter Führung des Feldhüters hinaus zur Jagd und erhalten für je 100 zur Strecke gebrachten Tiere 60 Pf. aus der Gemeindekasse vergütet. Wie behauptet wird, sei dieses ,, Waidwerk" lohnend.
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-In Wanzleben bei Magdeburg explodierte der Dampfkessel der dortigen Zuckerfabrik, wobei sieben Personen schwer und einige Personen leicht verlegt wurden. Der Schornstein ist eingestürzt. Der Sachschaden ist bedeutend.
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In Prag wurde der ehemalige Kassenbeamte der Wenzelstasse festgenommen, der für 27 000 kronen Lose versezt hatte. Der ungetreue Direktor Böhm der Sparkasse in Arad, von dessen Defraudationen wir meldeten, ist ebenfalls verhaftet worden.
Beim Bau der Infanterie kaserne in Czenstochau stürzten drei Mauern ein, während 130 Arbeiter daran beschäftigt waren. Bisher wurden 15 Tote festgestellt, 38 sind schwer verletzt, 18 Persen werden noch vermißt.
Im Frühjahr 1903 soll eine Pariser Messe zum ersten Male veranstaltet werden und alle Neuigkeiten in Pariser Industrieartikeln, sowie die modernsten Toiletten zeigen.
Infolge der Einführung neuer Kommunalstenern zog zu San Cataldo in Sizilien ein Hausen von über zehn tausend Einwohnern vor das Rathaus und schrie: ,, Nieder mit dem Gemeinderat!" Die Gendarmerie wollte den Haufen zersprengen, wurde aber mit Steinwürfen empfangen. Die Gendarmen gingen darauf mit blanker Waffe vor und verwundeten zahlreiche Demonstranten.
-Der Vorsitzende des Gesundheitsamtes in San Francisco erklärt, man brauche sich über die auch von uns gemeldeten Bestfälle nicht zu beunruhigen, es sei aber unmöglich, in der Chinesenstadt gute Gesundheitsverhältnisse herzustellen, außer, wenn man das ganze Viertel völlig niederreiße; die Chinesenstadt müßte von ihrer Bevölkerung verlassen und dann verbrannt werden.
Heinrich Rickert+.
In dem Landesdirektor Heinrich Rickert, dessen Ableben durch den Draht gemeldet wird, ist einer der ältesten Abgeordneten des Reichstages und preußischen Landtages zwar nicht an Lebensalter, aber an parlamentarischer Anciennität, heimgegangen zum ewigen Frieden. Er hat ein Alter von 69 Jahren erreicht. Geboren am 25. September 1833 zu Puzig, besuchte er das Gymnasium zu Danzig; dann studierte er in Breslau und Berlin Jura. Seine eigentliche öffentliche Wirksamkeit begann er als unbesoldeter Stadtrat in Danzig. Von dieser Stadt wurde er auch als Abgeordneter für Land- und Reichstag gewählt und zwar 1870 als Mitglied des Abgeordnetenhauses und 1874 als Reichstagsabgeordneter. Seitdem gehörte er ununterbrochen den Parlamenten an. Ursprünglich bekannte er sich zur nationalliberalen Partei. Als im Jahre 1879 Fürst Bismarck die Zollumkehr einleitete, trennte er sich von dieser und bildete mit dem Freiherrn v. Stauffenberg, v. Fordenbeck, Bamberger und anderen die Secession, die sich vier Jahre später mit der alten Fortschrittspartei zu der sogen. Deutsch- Freisinnigen Partei vereinigte. Auch von dieser trennte er sich im Jahre 1893 und bildete mit seinen Gesinnungsgenossen die Freisinnige Vereinigung, deren anerkannter Führer er war. Der Anlaß zu dieser neuen Spaltung war bekanntlich die Flottenvorlage, die er im Interesse unseres Handels befürwortete und förderte. Im Jahre 1876 wurde er zum Landesdirektor der damals noch nicht getrennten Provinz Preußen gewählt. Er legte aber 1878 sein Amt nieder, als die Provinz in Ost- und Westpreußen zerfiel und sein Wirkungskreis sich einengte.
Rickert war vielleicht nicht der beredteste Parlamentarier, aber ein reiner, ideal angelegter Charakter, dent auch diejenigen, die sich nicht zu seinen politischen Anschauungen bekennen, ein ehrendes Andenken bewahren
werden..
Gedenktafel für den 4. November.
1847. Der berühmte Komponist Felix MendelssohnBartholdy( Lieder ohne Worte) † zu Leipzig. 1850. Der schwäbische Dichter Gustav Schwab zu Stuttgart.
849 Me
Giessener Cagesneuigkeiten.
** Professor Fuhr ist, wie man schon lange voraussab, nun zur ewigen Ruhe eingegangen. Sein Tod war ein sehr schmerzlicher. Der Verstorbene hat in seinem letzten Willen hinterlassen, daß man ihn in aller Ruhe beerdigen möge. Unsere Landesuniversität hat mit ihm wohl einen seiner befähigsten Professoren verloren.
** Der Großherzog hat am 29. Oktober den Oberlehrern Dr. Ferdinand Wamser am Ludwig Georgs- Gymnasium zu Darmstadt, Dr. Jakob Klassert am Herbstgymnasium zu Mainz, Dr. Georg Greim am Realgymnasium zu Darmstadt und Dr. Karl Schnellbächer an der Realschule zu Heppenheim, den Charakter als Professor verliehen; ferner dem Maschinenmeister Wilhelm Diehlmann zu Nidda, in Diensten der Buchdruckerei von Ludwig Cloos daselbst, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift„ Für treue Arbeit“.
** Das„ Militär- Wochenblatt" bringt heute die Meldung: v. Besser, Oberstleutnant und Kommandeur des Garde- Jäger- Bataillons, ist unter Versetzung zum 1. Großh. Hess. Infanterie-( Leibgarde-) Regiment Nr. 115 mit der Führung dieses Regiments beauftragt.
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Die Beförderung bon frischge= schossenem Wild auf der Eisenbahn betrifft eine Bekanntmachung der Eisenbahnverwaltung. Nach dieser darf von den Jägern nach der Jagd gleich mitgenommenes Wild nicht als Reisegepäck angesehen werden. Es muß vielmehr dafür an den Gepäck- Abfertigungsstellen stets die volle Gepäckfracht gezahlt werden, ohne Anrechnung von Freigewicht. Einzelne leicht zu tragende Stücke Kleinwild in Jagdtaschen 2c. mit in den Wagen zu nehmen, ist den Jägern erlaubt, falls die Mitreisenden dadurch nicht belästigt werden. Das Wild muß aber unter allen Umständen gut berpackt sein; es darf noch nicht ,, riechen" und die Schußstellen müssen so gut verbunden sein, daß kein Blut aussichern fann.
** Gießener Volfsbad. Im Oktober wurden 7560 Bäder verabreicht gegen 7291 im September 1902 und 8714 im Oktober 1901 oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 261 Bäder gegen 260 im September 1902 und 300 im Oktober 1901.
Der Besuch im einzeln hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad: 3979 Männer darunter 682 zu 10 Pfg. 924 Frauen 267 10
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Wannenbäder 1. I. 240 Männer 75 Frauen 2. I. 514 367
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Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 120 Männer 19 Frauen.
Brausebäder 1123 Männer, 199 Frauen. Die Personenwage wurde von 180 Personen benugt, das Bad von 11 Personen besichtigt.
** Verschwunden. Seit Freitag ist ein Student der klassischen Philologie von hier verschwunden, wahrscheinlich in der Absicht, sich das Leben zu nehmen. Derselbe erlitt vor einiger Zeit bei einem Radsturz einen Schädelbruch. Der junge Mann fürchtete nun jedenfalls daß er früher oder später in eine Anstalt untergebracht werden müßte. Um diesem Schicksal aus dem Wege zu gehen, hat er diesen verhängnisbollen Schritt gethan. Nachforschungen sind bereits eingeleitet, jedoch ohne Erfolg.
** Zum Stiftungsfest des Männergesangvereins Weglar hatte der hiesige Gesangberein Heiterkeit" am gestrigen Sonntag auch eine Abteilung zusammengestellt und zur Teilnahme nach Wetzlar gesandt. Die dort verlebten Stunden sollen recht angenehm verlaufen sein.
Jubiläum. Am I ßten Samstag waren es 25 Jahre, seit die Herren Julius Bräutigam von hier und Wilhelm Wacker aus Wieseck, ersterer als Werkmeister, letterer als Magazinier, bei der Firma J. Rothschild hier beschäftigt find. Eine allezeit forrekte Behandlungsweise seitens des Arbeitsgebers, gewissenhafte Pflichterfüllung seitens der Arbeitnehmer haben hier ein Verhältnis geschaffen, wie es angenehmer nicht gedacht werden kann und das am Jubiläumstage eine ganz besondere Weihe in Form flingender Anerfennungen an die Jubilare erhielt.
m. Geschäftsvergnügen. Die Angestellten der Firma Adolf Baer feierten gestern Nachmittag im Restaurant Leib- Philosophenwald ihr diesjähriges Personalfest, wozu auch Freunde und Bekannte Einladungen erhalten hatten. Bei gemeinschaftlichem Kaffee, dem abwechselnd Tanz und fomische Vorträge folgten, verliefen die Stunden in sehr gemütlicher Stimmung. Die ganze Feier zeugte von einem mehr familiären Verhältnis zwischen Chef und Angestellten.
n. Fette Kälber. Zwei besonders schwere Kälber, wie sie in dem Gewicht nach Angabe der Beamten des städtischen Schlachthauses ihres Wissens noch nie in Gießen vorgekommen sind, hat der Metzgermeister Louis Schneider in der Neustadt vorige Woche geschlachtet. Die Tiere, 3-4 Wochen alte Saugfälber, hatten pro Stück 78 Kilogramm Lebendgewicht oder 65 Kilogramm Schlachtgewicht, fie entstammten einem Stalle in Reimershausen bei Gladenbach. Unsere Metzger bekommen gewöhnlich in unserer Gegend keine Kälber über 40 Kilogramm Schlachtgewicht schwer, so daß die Tiere, welche Herr Schneider heute zum Verfauf bringen wird, mit Recht die Bezeichnung Riesenfälber verdienen.
Vor dem Kollegienhause in der Ludwigstraße brennen seit einigen Abenden 2 mächtige Bogenlampen, die Freitreppe vor dem Eingang des Hauses taghell erleuchtend. Vor dem Modewaren- und Seidenhause von Nowack am Seltersweg, entlang den Geschäftsräumen sind seit gestern ebenfalls mehrere Bogenlampen angebracht, die während der abendlichen Ge
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