Spirituosen
ucht für Gießen und l gebung einen tüchtigen
. Weinhandlur. 281.
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Zweites Blatt.
Dienstag, den 2. Dezember 1902.
nement preis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., jaus gebracht 60 Bfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 1.50.
egen hohe Providbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Off. unter. Waheffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und auptpostlagernd, Frantenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich).
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tas Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags.
Gießener
11. Jahrgang.
Jufectionspreis: Die einfvaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Bfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pin
Postzeitungsliste No. 3032.
Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Ferusprechanschluß Nr. 362.
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Liebigitrake
( Gießener Tageblatt)
Anabhängige Tageszeitung
( Gießener Zeitung)
für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.
Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und solche der Großh. Provinzialdirektion von Oberhessen Die Wiege eines Kaiferreichs.
Erinnerungen aus dem Schloß Malmaison.
( Nachdruck verboten.)
event. mit Gartenanteil, Die französische Regierung hat sich soeben bereit er- zu vermieten, beziebbaart, bas Schloß Malmaison bei Versailles von dem jeziße schöne 3 Zimnan laffen, als Geschenk anzunehmen. Das Schloß, einst mit Zubehör, gut berger Lieblingsaufenthalt der Kaiserin Josephine, ist jetzt od, fof. zu vermieten.nlich unmöbliert; vorhanden sind eigentlich nur noch Näh. Neustadt 14 benaten Mauern, die ungefähr so wiederhergestellt wurZwei- Zimmer- unen, wie sie im Jahre 1814, zur Zeit von Josephines Tode, -Zimmerwohnungemaren. Vor kurzem besuchte die Erkaiserin Eugenie dieses inem Neubau, Marbu aus, das sozusagen die Wiege des Kaiserreichs war; 27, fofort au bermietes müſſen trübe Gedanten geweſen ſein, die beim An
en Besizer, Herrn Osiris, der es sorgfältig hat restaurie
G. Kalbfleid der kahlen Wände ihren Geist durchzogen, denn mob. Zimmer zugenzeugen versichern, daß sie bitterlich weinte.
Bismarfftr. 17.
Tie erste Kaiserin der Franzosen hatte keine Kinder möbl. Zimmer fofort on ihrem föniglichen Gemahl, und das war ihr Unglück. Josephine war, wie allgemein bekannt ist, kein Tugend
äter zu bermieten.
er 15.
vermieten.
ab. Martiſtraße Str. 12 ngel, aber sie war gut und edelmütig, eine sorglos in den bem füber, 2008( ag hineinlebende Kreolin, die nicht haushalten kann, e, Sonnenstraße 3), immer und überall verschwendete, sich schrankenlos dem mit Wohnung zu verm. Fuhr ihres Gatten hingegeben hatte, und für ihn vielheres bei der Bürgermeißeicht ebenso viel getan hat, als er für sie tat. Vor dem aijerreich, als er noch erster Konsul war, fühlte Naon möbl. Zimmer, 3 Trole on oft die Regungen der Eifersucht; nachdem er aber Eaijer geworden, war die Eifersucht eher bei seiner Gattin Wegsteinfrak, orhanden. Obwohl ihr der Kaiser nach der Scheidung te 3 Zimmerwon Malmaison einen kleinen Hofstaat eingerichtet hatte, he und Zubehör zu vern wohl er ihr eine Dotation von drei Millionen jährlich Bahnhofstr. 2. Latestgesezt hatte, und außerdem noch häufig ihre nicht ailnmöblites Zimmer fleinen laufenden Schulden bezahlte, obwohl er sie nicht fort eb. 15. Nov. zu elten in Malmaison besuchte, litt sie doch in der Zeit Täb. Ludwigsvlog 8 on 1810 bis 1814 ganz fürchterlich in diesem Schlosse, Ber heller Laden alles sie an ihren einem Meteor gleich auftauchenden Der ohne Wohnung in Südsstern und an ihren ebenso plöglichen Sturz ersreicher Lage per fofort ern mußte. zu vermieten.
Von der Geschichte des Schlosses Malmaison ist wenig Näh. Neustadt i sagen. Kurz vor der Revolution erbaut, wurde es zu selbst find zwei, faft Beginn des Konsulats von Josephine gekauft und durch nschränke mit Glaauwei neu angebaute Flügel vergrößert. Im Jahre 1814 Schiebthüren zu vertquiente es Prinz Eugen, der es 1820 an den schwedischen -4- Zimmerwohnung Bantier Hagermann verkauft, von dem es 1842 die KöStod, fofort zu vermieten Ligin Christine kauft. Diese läßt einige Veränderungen Näh. Marburgerir.ornehmen und u. a. eine gothische Kapelle bauen, die ereine Familienwohnung belten werden konnte, weil sie sich außerhalb des Schlosses fort zu vermieten. befindet. Es ist nicht uninteressant, daß man hier neben Näb. Tiefenweg Mr. den Erinnerungen aus der Kaiserzeit das Wappenschild mit euzplatz 6 11 Std. sch den drei Lilien der Bourbonen sieht. Im Jahre 1861 3- Zimmerwohnung aufte Napoleon III. Malmaison für den Preis von e per fof. eb. später zu 500 000 Francs, um dort die Erinnerungen an seine b. Südanlage 10 part Dutter und an seine Großmutter unterzubringen. Der räumige Mansardenwlan des Kaisers blieb jedoch unausgeführt. Der Krieg zu vermieten. Lrd die Kommune machten aus Malmaison eine Ruine.
6. Südanlage Nr. 10 Eine Gesellschaft kaufte die Herrschaft und parzellierte one Wohnung, die Herzogin von Albufera laufte das Schloß und nebst Küche, sofort zu Leben Hektar Park, und diese kleine Besizung kaufte Herr äh. Walltborstraße Nr. iris im Jahre 1896 in öffentlicher Versteigerung für eine mebl. Zim den Preis von 132 000 Francs.
ermieten.
Von den sehr interessanten Möbeln aus der Kaisermil Bender, Neuftodit waren damals fast alle schon verteilt und zerstreut. Kirchenplag 21. Chris ließ das Schloß von dem Architekten Humbert austod, 4 Simmer, mit Bern, die innere Dekoration restaurierte Jambon, der forateur der Großen Oper. Der Stil des Schlosses
Zubehör zu berm. öblirtes Zimmer
at nichts Bemerkenswertes. Josephine wollte aus dem
los, und der hübsche Marmorfamin, den Papst Pius VII. dem Kaiser gelegentlich der Krönung geschenkt hatte, ist nur noch eine Ruine. Verschwunden sind die Kameen, die Mosaiken, die Medaillons und die geschnittenen Steine, die ihn schmückten; sie sind nach und nach von den Besuchern oder ungetreuen Aufsehern entfernt worden. Es folgt der Musiksaal, wo sich eine Bühne für Talma und die anderen nach Malmaison befohlenen Schauspieler und Sänger besand. Méhul, der Komponist der Oper ,, Joseph in Aegypten", leitete die Konzerte. Endlich die Bibliothek, Napoleons Privat- Domaine. Auf einer geheimen Treppe, die noch vorhanden ist, kam er frühmorgens hinunter und ging dann von hier aus in die rechte Allee des Parkes, die ausschließlich für ihn reserviert war. Am Ende dieser Allee befindet sich noch heute ein Kiosk, wo er oft stundenlang allein verweilte. Das Zimmer der ersten Kaiserin erinnert nur an ihren Tod, der bald nach dem Einzug der Verbündeten in Paris erfolgte. Josephine war mit dem Kaiser Alexander von Rußland spazieren gefahren und soll sich während der Spazierfahrt erkältet haben: ihr Tod trat fast plößlich ein.
mieten. Kirchenpl. losse ein zweites Trianon, eine Nachahmung des idylliroß. Edla risch. Licht, per fofort bequeme Wohnung. Aber sie hatte jetzt wenigstens ein
en.
en Lieblingsaufenthaltes der unglücklichen Marie Antoinette, machen; es wurde aber nichts weiter als eine Löwengaffe autes Heim, eine Wohnung, die weniger offiziell war
bbl. Bimmer mit oder als Saint- Cloud. Sie zog Künstler, berühmte Schriftsteller Penfion zu vermieten und Politiker in ihre Nähe; sie verstand es, ihnen zu schmei
Städtisches
chlachthau
Heute und Morgen
Tindfleisch 54
Was wird nun aus Malmaison werden? Osiris, der für die Ausbesserung des Schlosses mehr als eine Million ausgegeben hat, wünscht, daß dort ein Napoleon- Museum eingerichtet wird. Die Idee ist gut, es fragt sich aber, ob der Staat die Millionen hergeben wird, die nötig waren, um die leeren Zimmer mit Möbeln und Erinnerungszeichen aus der Zeit des ersten Kaiserreiches zu füllen.
fteingabeln, und umgab sie mit einem Kranz von hübschen Frauen, die die Zusammenkunft im Salon und im Park ehr heiter gestalteten. Eine Vorhalle in Form eines Criegszeltes wurde dem Schloß- Eingang angefügt. Ob diejes Bauwerk schon zu Napoleons Zeit bestand, ist schwer jagen. Die große Vorhalle, die das Schloß in zwei Teile teilt, macht nach der Restauration einen sehr frostigen Eindruck mit ihren Stuccosäulen, die eine GranitSmitation darstellen. Rechts befindet sich ein großer Salon, der später ein Billard- Saal wurde. Dort besuchte der Kaiser nach seiner Scheidung seine erste Gemahlin, Lnd zwar nur dort, weil sich zwischen der Vorhalle und dieem Salon eine riesige Spiegelscheibe befand, durch welche die Adjutanten alles sehen konnten, um nötigen Falls der Eaijerin Marie Louise, die ob dieser Besuche des Kaisers etwas eifersüchtig war, Bericht erstatten zu können.
Orpheum
Bariete.
Gr. Dorftellung
Sinter dem großen Salon befindet sich ein viereckiger Salon, Weiß und Gold. Die Ornamente sind von Percier and Fontaine vollständig wiederhergestellt worden, aber Die aufgefrischten Medaillons sind ein wenig geschmack
Vermischtes.
zur Arbeit, auch für die Schönheiten der Kunst empfänglich sind, die dem Geiste Erholung verschaffen. Ich bin als Französin hingegangen, um die dramatische Kunst meines Landes zum Triumph zu führen, und es ist mir gelungen, ich habe gejiegt. Ich habe Phädra" gespielt. Das war ein Triumph. Man verlangte Magda" von mir. Das habe ich abgelehnt, und darin war ich unerbittlich. Ich war nach Deitschland gegangen, um nar die französische stunst zum Siege 31 führen." Die Phantasie geht der guten Sarah etwas durch, wenn sie von überschwenglichen Triumphen redet. Es war doch im allgemeinen nur ein recht fühler Achtungserfolg.
[ Wenn die Könige reisen.] Gelegentlich des Besuchs anjeres Kaisers in England schreibt ein dortiges Blatt, daß diese Reise infolge des privaten Charakters nicht fostspielig sein dürfte; aber es kommt nicht oft vor, daß Könige billig reisen. Georg IV. mußte wegen der Unfosten eine Reise nach Berlin aufgeben, und man bekommt einen Begriff von der Kostspieligkeit königlicher Reijen, wenn man hört, daß der frühere Schah von Perjien im Jahre 1878 während eines sechsmonatlichen Aufenthaltes in Europa 4 Millionen Mk. ausgegeben hat. Seines Sohnes letter Besuch in Europa soll 8 Millionen Mk. in bezahlten und unbezahlten Rechnungen gekostet haben; ein Sultan aber hat, wie erzählt wird, an einem Nachmittage in Paris 2 Millionen Mt. für Einkäufe bezahlt. Lord Lonsdale hat ein kleines Vermögen ausgegeben, als er Kaiser Wilhelm als Gast bei sich sah. Als der deutsche Kaiser 1891 Königin Viktoria besuchte, gab sie dafür 35 320 Mf. aus, und ein kurzer Besuch des Königs von Siam fostete sie 18 800 Mf. Ihre eigenen Besuche im Auslande kosteten gegen 100 000 mf., obgleich die Königin selten über Frankreich hinausging; 26 000 Mt. wurden allein von dem Oberstallmeister ausgegeben, und ein Herbstbesuch in Balmoral kostete der Königin einst über 200 000 mt. Einer der indischen Fürsten, der zur Krönungsfeier fam, verbrauchte etwa 5 Millionen Mt. Der letzte Besuch; des Zaren in Frankreich soll nicht weniger als 10 Millionen Mk. gekostet haben. Die Ausgaben der französischen Regierung betrugen allein 2480 000 Mf., und sie repräsentieren nur den geringsten Teil der Unkosten. Dünkirchen bezahlte seinen Preis für die Ehre, einen 3aren zum Frühstück zu haben, Rheims gab Zehntausende aus, und eine besondere Stener wurde in Compiègne erhoben, um die Kosten zur Bewirtung zu deden. Als Königin Viktoria Bristol besuchte, haben allein die Detorationen 120 000 Mk. gekostet, und es scheint, als ob die Jeßtzeit in solchen Dingen verschwenderischer geworden ist, als man früher war. Königin Anna besuchte Bristol vom Freitag bis zum Dienstag, und das kostete der Stadt noch nicht 1000 Mt., darin waren 82 Mt. für die Einrichtung einer Laube für die Königin zum Wassersport eingeschlossen. Cromwell besuchte die Stadt auf acht Tage und trug selbst die Unkosten, aber Karl II. und seine Gemahl kosteten Bristol 27 810 Mt. 130 Goldstücke wurden der Königin in einer Börse überreicht. Ein Besuch der Königin Katharina im Jahre 1667 fostete 8920 Mt. und der Prinz und die Prinzessin von Wales verursachten eine Rechnung von 20 000 Mt.
[ Eine Zwergenhochzeit.] Eine Hochzeit, wie man sie nicht alle Tage sieht, ist in Newhorf gefeiert worden. Zwei Pygmäen, die, aufeinandergestellt, nicht mehr als 2,20 Meter messen, haben den Bund für's Leben geschlossen. Die beiden kleinen Wesen gehören einem Wanderzirkus als Mitglieder an. Der junge Ehemann, Major Criqui, ist in Newyork geboren, und jetzt 23 Jahre alt; die Braut, ein geborenes Fräulein Robinson, stammt aus Chicago, und ihre Mutter ist in ganz Amerifa unter dem Namen ,, die starke Frau" bekannt. Braut und Bräutigam wiegen je 53 Pfund. Frau Robinson, die Mutter der jungen Frau, bricht eiserne Ketten wie Strohhalme entzwei und zertrümmert große Steine mit der Faust, zum größten Vergnügen des Publikums, das den Zirkusvorstellungen beiwohnt. Der Vater des Majors Criqui ist ein 150 Kilo- Mann. Man sieht also, daß die Sprößlinge der beiden ganz aus der Art geschlagen sind. Moderne Kriminaltechnik.
[ Die bekehrte Sarah.] Sarah Bernhardt jährt munter fort, ihre Erinnerungen an ihren deutschen Aufenthalt in Pariser Blättern auszupacken. Die einstige PreBenfresserin hat sich jetzt aber zu einer Lobrednerin der deutschen Barbaren befehrt. U. a. sagte sie in einem Artikel: Ich habe meine Ansichten über Deutschland und über die Beziehungen, die die Franzosen mit diesem Land haben können, gründlich geändert. Die Zeiten sind nicht mehr, wo man sich unerbittlich und unzugänglich zeigen durfte, und das a is verschiedenen Gründen, die sich nicht so kurz angeben lassen. Im nächsten Jahre will ich nach Deutschland zurückkehren. Ich bin erstaunt, ent zückt von dem, was ich dort gesehen habe, nach Hause gekommen. Es ist ein wunderbares, mächtiges, saft- und kraftstrogendes Land, dessen Bewohner, troß ihrer Liebe
( Nachdrud verboten.)
In Paris wurde vor kurzem, wie der Draht meldete, der Bediente eines Zahnarztes von diesem des Morgens bei Deffnung des Ateliers tot auf der Erde liegend gefunden. Die gesamten Möbelstücke waren erbrochen und beraubt, mit Ausnahme des Geldschrankes selber, an dem der Einbrecher vergeblich seine Kunst versucht hatte. Von diesem selbst fehlte anscheinend jede Spur. Ueber den Umgang des Ermordeten wußte der Zahnarzt nur ganz ungenaue Angaben zu machen, kurz, die Polizei hätte wieder einmal vor einem unlösbaren Rätsel gestanden, wenn Herr Bertillon ihr nicht aus der Not geholfen hätte.
Bertillon, der Direktor des Pariser anthropometrischen Instituts, ist bekanntlich der Erfinder der genialen, nach ihm benannten Meßmethode, die es ermöglicht, jeden Menschen nach bestimmten von ihm aufgenommenen Körpermaßen wieder zu erkennen. Das Bertillonsche Maßsystem wird von der Kriminalpolizei sämtlicher Kulturländer seit Jahren mit dem besten Erfolge benutzt. Auch diesmal half es Licht in die dunkle Affaire bringen.
Herr Bertillon nahm sich, wie immer bei so verzwickten Fällen in Paris, selber der Sache an. Für ihn bedurfte es dort, wo profane Augen nichts erblicken konnten, nur eines Fingerzeiges und zwar wörtlich genommen - um der Wahrheit auf die Spur zu kommen.
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Der Mörder hatte nämlich, um zu dem wertvollen Inhalt auf die schnellste Weise zu gelangen, einen Glasschrank einfach eingeschlagen. Dabei war ein großes Stück Glas unten derart stecken geblieben, daß es ihn am Hineinlangen hinderte. Um es zu entfernen, faßte er es zwischen Daumen und Zeigefinger und schüttelte es hin und her, ohne daß es ihm jedoch gelang, es herauszunehmen; dafür aber waren seine Finger deutlich auf der Glasscheibe abgedrückt.
Dieser Fingerzeig" genügte, wie gesagt, Herrn Bertillon. Er nahm die Platte mit nach Hause, machte verschiedene photographische Aufnahmen davon, und siehe da
es gelang ihm, aus den bloßen Fingerabdrücken sich den ganzen Menschen zu konstruieren. Die feinen Striche der Haut an den Fingerspigen sind nämlich bei den einzelnen Menschen so verschieden, daß man nach ihnen ganz genau auf die Identität einer Person schließen
fann.
Nachdem Herr Bertillon ein genaues Bild der Fingerabdrücke erzielt hatte, sah er in den Meßkarten nach, die im anthropometrischen Institut von allen Verbrechern angefertigt und aufbewahrt werden, und sand nach kur zen Vergleichen, daß kein anderer als ein gewisser Scheffer der Mörder sein könne, ein schon vielfach vorbestrafter Bursche.
Sofort spielte der Telegraph nach allen Richtungen, und es gelang, den mutmaßlichen Mörder in dem Augenblick zu fassen, als er sich gerade mit seinem Raube in Marseille an Bord eines Dampfers begeben wollte, um über das große Wasser zu flüchten. In seinem furchtbaren Schrecker hatte nach den Zeitungsmeldungen angenommen, ganz sicher zu sein- gestand er alles ein sieht jetzt seiner wohlverdienten Bestrafung entgegen. Gegenüber dieser fast zauberhaft zu nennenden Findigkeit der Wissenschaft im Dienste der Polizei muß es den Verbrechern allmählich banae werden.
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