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arbeitet durch 2 Gewehrschlisse verletzt zu haben. Eine Anzahl russischer und polnischer Arbeiter hatte »acht« versucht, die Wirtschaft des Angeklagten, der sie hinausgewiesen hatte, zu stürmen. Berg gab zwei Schüsse auf sie ab und verletzte durch sie einen anscheinend Unschuldigen. Urteil: Berufung wird verworfen — Heinrich Momber ger von Heppenheim hat gegen ein Urteil de« Schöffengerichts Vilbel, das wegen Beleidigung zu einer G-ldstrasc lautete, Berufung eingelegt, die v e rw o r s e n wird — Friedrich 3 bé aus Als- felb erhält in der Berufungsinstanz wegen Diebstahls und Zechprellerei 4 Monate 3Woch«n Gesänqni« und die Kosten.
- Joh. Phil. Schick aus Altenbuseck erhält in der Berufungsinstanz eine Woche Gefängnis wegen Diebstahl«
Der Maurergeselle Friedrich Bohner au« Arnsherm erhält wegen Sittlichkeiièverbrechen, begangen rin einem siebenjährigen Kinde, in 2 Fällen, 9 Monate Gefängnis, wovon 2 Woch n auf die Untersuchungshaft angerechnet werden. — Karl Eurich au« Ilbeshausen war vom Schöffengericht Herbstein wegen Unterschlagung zu 5 Tagen verurteilt worden. Seiner Berufung wird stattgegeben, er wird srei- ge s p r o chen. — Ein Schuhmacher Namens Paul Hocheisel wird wegen Landstreicherei in der Berufungsinstanz auf Antrag des Staatsanwalts freigesprochen.
Frankfurt a. M., 30. Juni. Am 12. April d. J. saß der Musketier Joh. Fleischmann von der 2. Komp. 117. Jnf.-Regts. (Mainz) in einer Wirtschaft der Synagogengasse. Auch mehrere 88er waren dort. Zum Schluß kamen auch noch zivei 87 er in Begleitung eines Mädchens. Das letztere machte ihnen der 117 er abspenstig. Davon waren die beiden — es waren Ipielleute — natürlich nicht sehr erbaut. Zunächst begann eine heftige Schimpfkanonade. „Blinder Heß', Du hast ja keine Nummer!" riefen die 87 er. „Ihr Stinkpreußen, was Ihr seid, bin ich noch alle Tage!", replizierte der Hesse und bewaffnete sich mit einem Stuhle. Diesen entwand ihm ein 88 er. Als ihm aber gleich darauf ein Bierseidel an der Nase vorbei- flog, zog Fleischmann vom Leder und schlug den gegen ihn anspcingenden Musketier Engemann Dom 88. Rgt. auf den Kopf, daß eine Wunde entstand. Das Kriegsgericht des Gouvernements Mainz hatte ihn dafür zu 43 Tagen Gefängnis verurteilt. Dagegen hat Fleischmann Berufung eingelegt mit der Begründung, er habe in Notwehr gehandelt, da er annchmcn mußte, Engemann wolle ihn angreifen, während dieser behauptet, er habe ihm nur die Waffe wegnchmcn wollen um lveiteres Unglück zu verhüten. Das Oberkciegs- gericht hob das erste Urteil auf und sprach den von Dr. Pagenstecher verteidigten Angeklagten frei, da er in Notwehr, allerdings irrtümlicher Weise gehandelt habe.
fiocbKhulnachrkhten.
Als Nachfolger des mit Beginn des Wintersemesters nach Berlin gehenden Professor Herrn Dr. Rothe an bet Universität Göttigen ist der Professor der deutschen Sprache und Litteratur Herr Dr. E. Schröder in Marburg berufen. Er hat den Ruf angenommen. — Der Rcgicrungs- und Baurat v. B o r r i e s in Hannover ist unter Verleihung des Charakters als Geheimer Rcgierungsrat an die Berliner technische Hochschule berufen worden. Die an der genannten Anstalt neu begründete Stelle eines Dozenten für Nationalökonomie ist dem Prof. Dr. Warschauer übertragen worden.
— An der Technischen Hochschule in Karlsruhe hat sich Dr. Paul Eitner als Privatdozent für chemische Technologie niedergelassen. — Tübingen Der Philologe Prof. Dr. E. v. Herzog an der philosophischen Fakultät, der im 68. Lebensjahr steht, tritt mit Ende des Semesters in den Ruhestand. Ihm zu Ehren veranstaltet die Studentenschaft in nächster Woche einen Fackelzug. Der Nachfolger Hasserts Prof. Dr. S a p p e r an derselben Fakultät hielt am 27. d seine Antrittsrede über die niittclamerikanische Landschaft. Dem Pcivatdozenten Dr. Günter wurde die erledigte Professur für Geschichte übertragen. — Halle. Der Althistoriker Prof. Eduard Meyer hat den Ruf an die Universität Berlin angenommen. Prof. Dr. H. Minkowski, Dozent für höhere Mathematik am Züricher- Polytechnikum hat einen Ruf an die Universität Göttingen erhalten und angenommen. — Die Leitung der pharmazeutisch chemischen Universitätsanstalt in Dahlem ist, nachdem Prof. Beckmann in Leipzig die Berufung nach Berlin abgelehnt hatte, der „Boß. Ztg." zufolge, dem a.-o. Professor der pharmazeutischen Chemie an der Universität Berlin Dr. Thoms übertragen worden. — Zum Rektor der llniversität Lausanne ist für eine zweijährige Amtsdauer der Prof, der juristischen Fakultät Louis Grenier gewählt worden.
UermHcMes.
* Reutlingen, 30. Juni. Der Redakteur und Mitinhaber des Reutlinger General-Anzeiger, Spoerer, ist gestern Abend bei einem Ausflüge mim Lichtenstein- Felsen abgcstürzt. Er trug so schwere Verletzungen davon, daß er bald darauf verstarb.
* Osnabrück, 30. Juni. Das hiesige Stahlwerk, sowie das Kupfer und Draht-Werk steht seit heute Morgen in Flammen. Das Feuer, tvelches bereits ein Gebäude vollständig eingeäschert hat, nimmt immer größere Dimensionen an. Eine Person ist ums Leben gekommen.
* Paris, 30. Juni. In Rouen verfolgten zwei junge Leute einen Dieb. Dieser sprang, um sich zu sichern, in die Seine. Seine Verfolger sprangen ihm nach, wobei einer derselben ertrank. Ein Fischer, welcher den Unglücklichen retten wollte, ertrank ebenfalls.
Neuest- Nachrichten.
Aus Elbing wird telegraphiert: In der Schule der Ortschaft Zuschkcn Kreis Berent, die ausschließlich polnische Bevölkerung hat, überfiel während des Unterrichts auf das Signal eines Schülers die ganze Schuljugend den Lehrer mit Stöcken, der sich nach Kräften wehren mußte, um den Angriff seiner Schüler abzuschlagen.
* London, 1. Juli. Wie versichert wird, kann das Datum der Krönungsfeier zwar nicht ganz genau festgesetzt werden, aber es scheint nunmehr sicher, daß die Feier im Monat September stattsinden kann. Gestern wurde der Befehl erteilt, die Westminsterabtei in ihrem gegenwärtigen Zustande zu belassen, damit die jetzige Ausschmückung noch im September verwendet werden kann. Das gestern Abend ausgegebene Bulletin über das Befinden des Königs verzeichnet weitere Fortschritte in der Genesung.
* Petersburg, 1. Juli. Nachdem alle polizeilichen und militärischen Maßnahmen behufs Unterdrückung der Baucru-Unruhen sich als tvickungslos erwiesen haben, befiehlt ein kaiserlicher Ukas dem geistlichen Consitorium zu Pultawo, durch die Geistlichkeit beim Sonn- und Fcicrtagsgottcsdicnsk, fomie bei der Vornahme sonstiger kirchlicher Akte den Gemeindcmitglicdern cinzuslößen, daß sie den von Gott und dem Zaren eingesetzten Behörden unbedingt Folge zu leisten haben und daß sie nicht auf solche Leute hören sollen, die nur beabsichtigen, ihnen Schaden zuzusugen.
* Konstantinopel, 1. Juli. Hier sind 4 Pcstfällc vorgckommeu. Der Sanitätsrat hat alle notwendigen Maßnahmen ergriffen.
Paris, 1. Juli. Der Gemeinderat hat gestern den Wunsch ausgedrückt, die Regierung möge die Vollstreckung von Todesurteilen abmatten und auf alle Fälle keine Hinrichtungen mehr in Paris vornehmen lassen.
Rom, 1. Juli. Die Wahlen 3 u m Pr 0 Vin- 3talrat in R0m sind zu Gunsten der Liberalen ausgefallen. Gewählt sind zwei Katholiken, 6 Liberale und ein Mitglied der äußersten Linken. Die Liberalen gewannen 2 Sitze. — Bei den Gcmeinderatswahlcn sind gewählt: 20 Liberale, 17 Katholiken und ein Mitglied der äußersten Linken. Es ist das erste Mal, daß die Liberalen ohne Mitwirkung der Linken den Sieg davon getragen haben.
* Ticnisiu, 1. Juli. 400 Mann französische und 200 Mann deutsche Truppen haben gestern die Stadt geräumt.
* St. Helena, 1. Juli. Eine große Anzahl Buren- Gefangener haben gestern den Eid der Treue abgelegt. Unter ihnen befindet sich auch General Cronje.
'Wo herrscht Keuchhüsün? J^»^.
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C. G. Kleinhenn, Delikat.-Handl.
Unregelmäßigkeiten beim Zustellen der Zeitungen bitten mir sofort direkt uns melden zu wollen.
Expedition
der «ießener Neueste Nachrichten.
Marktbericht.
titiehr». 1 Juli. Aus dem heutigen Wochenmarlt totteten Butter per ®fb. 0.75-0.85 Mk. Hühnereier 1 St. 4—5 Pfg., Enteneier St. 6—71W<1.. Gänseeier I St. 10—12 Pfg., Käse per St. 6—8 Psg., Erbsen per Liter 19 Psg., Linien per «Her 32 Psg , Tauben per Paar Mk. 0.80—1.00, Hühner per Stück Mk 100 1.50, Hahnen, fr Stück Mk. 0 03-1.00, guten per Stück 2.40-2.60. Gänse p Pld 0.60—0.75 Mk., Ochsenfleisch per Pfd. 66—76 Psg., Rindfleisch per Psd. 60—64 Psg. Schweinefleisch per Pfd 70—80 Psg. Schw'ine- fleisch gesalzen per Pfund 0.84 Psg. Kalbfleisch per Pfd. 66—70 Pfg., Hammelfleisch per Psd. 50—70 Pfg., Kartoffeln per Ztr. 4 00—5,00 Mk., Zwiebeln per Zt. Mk. 7.00—7.50, Miich per Liter 18 Pfg.
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Line gute und zugkräftige Aeklame.
Wir werden morgen anläßlich des Universitätsfestes eine
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herausgeben, welche geschichtliche wie humoristische Begebenheiten aus Gießen und seiner alma mater Ludoviciana enthält Mehrere gewandte Mitarbeiter, darunter Plumps und Müller und Schulze, wie auch der Alte vom Nordplatz haben dazu ihre Federn gespitzt und machen wir heute noch besonders daraus aufmerksam.
Den Herren Uauftente«, Handwerkern p. P. ist mit dieser Nummer reiche Gelegenheit geboten, in dem angefügten Inseratenteil eine zweckentsprechende Empfehlung ihrer Gcschöste zu machen. Zugedachte Aufträge für diesen Teil erbitten
wir uns bis morgen Mittwoch, spätestens 9 Uhr.
Gießener Neueste Nachrichten.
Neuenweg 28.


