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Ufer. Nur etwa fünfzig Ellen weiter war eine Senkung im Strome, ware er bis dahin getrieben, ſo hätte ihn nur ein Wunder retten konnen.
Wir wollen nicht in die Zukunft blicken und ſehen, welchen Einfluß dieſe edle That auf Margueriten's Schick— ſal ausübte. Hinweg mit Befürchtungen und Vorbedeu— tungen!— Erröthend und lächelnd nahm ſie ſeinen Dank entgegen, und als er ſie nahe bei ihrem Hauſe verließ und ihr die Hand ſo warm drückte, o, wie glücklich war ſie da!
Am nächſten Morgen ſprach das ganze Dorf von der Rettung des Herrn Denis Leverney. Man konnte nicht recht begreifen, wie Marguerite gerade in der Nähe geweſen. Die Leute ſchüttelten die Köpfe.„Es war ſehr brav, ſehr gut von ihr“— das mußten ſie zugeben. Sie waren auch ſehr erfreut darüber, daß ſie es gethan. Mit Erröthen nahm ſie die Glückwünſche an. Man fragte ſie nach den näheren Umſtänden; wie es aber gekommen, daß ſie gerade dageweſen, fragte man nicht. Die Leute ſchüttelten die Köpfe und ſahen ſich einander geheimnißvoll an.
Denis träumte dieſe Nacht von ſeiner ſchönen Ret— terin. Kaum hatte er ſie in ihrer jungfräulichen Schönheit geſehen, er träumte von ſeiner Geſpielin vor Jahren. In ſeinen Träumen ward er zurück verſetzt in die glücklichen
Tage der Kindheit. Sie ſpielten zuſammen am Ufer an der Stelle, wo ſie ihn vor wenigen Stunden gerettet hatte. Sie ließen kleine Schiffe von Papier auf dem Strome ſegeln und ſahen, wie der Strom ſie hinabtrug. Wie er ſeine Hand ausſtreckte, um ein's zu erfaſſen, ſiel erz ſie ergriff ihn, und ſie fielen Beide in's Waſſer; er erreichte das Ufer, aber nur, um zu ſehen, wie ſie fortgeriſſen wurde. Als er aus ſeinem Traume mit Thränen in den Augen erwachte, ſchien die Sonne ſchon hell in ſeine Fen⸗ ſter. Er ſtand auf, und ſchrieb den Traum lieber der falſchen Vorſtellung von dem, was vorgegangen war, zu, als daß er eine Ahnung der Zukunft darin fand, und ſuchte ihn zu vergeſſen. (Fortſetzung folgt.)
Für die Armen im Kreiſe Grünberg wurde am 3. Oſterfeiertage von einigen Herren Candidaten der Theolo— gie und anderen Kunſtfreunden ein Concert gegeben, deſſen Reinertrag 81 fl. 18 kr. war. Die Herren Concertgeber haben mich gebeten, die genannte Summe dem Comité in Grünberg zu übermitteln und den Empfang derſelben in dieſem Blatte zu beſcheinigen. Dieſem Geſuche entſprechend habe ich das Geld heute abgeſendet und bringe ſolches hier⸗ mit zur öffentlichen Kenntniß.
Fauerbach II. den 22. April 1854.
Dr. Matthias, Pfarrer.
Noran mrad 5 5 7 Betamumachungen von Be⸗ hörden.
TN CNN Oeffentliche Bekanntmachung.
(577) Cbriſtian Müller von bier iſt von Gr. Hofgericht für einen Verſchwender erklärt und als ſolcher unter Curatel geſtellt worden, was mit dem Anfügen öffentlich bekannt gemacht wird, daß fortan nur mit den beſtellten Cura— toren, Michael Jung und Karl Müller dahier, Rechtsgeſchäfte gültig abgeſchloſſen werden kön— nen und Forderungen an Chriſtian Müller bin⸗ nen 4 Wochen dabier anzuzeigen ſind, widrigen- falls dieſelben bei der Vermögensregulirung nicht berückſichtigt werden. Friedberg den 7. April 1854. Großherzogliches Landgericht Friedberg Hofmann, v. Preuſchen, Landrichter. Landgerichts⸗Aſſeſſor. Oeffentliche Aufforderung. (390 Die Erben der verlebten Wilhelm Gorr erſter Eheleute von Münzenberg wollen nachſtebende in Münzenberg gelegene Hofraithe: 1, 1006 61 U◻UKlafter ꝛc. Hofraithe an Jacob Wagner, 2%„ des alten Flurbuchs, I, 1007 103 U◻Klafter Grasgarten, ſtößt auf den Haingraben,
% des alten Flurbuchs, veranſchlagen, vermögen aber ihr Eigenthum urkundlich nicht nachzuweiſen. Etwaige Anſprüche an vorbezeichnete Liegenſchaften ſind deßhalb binnen einer Friſt von 6 Wochen bei dem un— terzeichneten Gericht ſogewiß anzumelden, als ſonſt der Anſchlags⸗Contract ohne Vorbehalt beſtätigt werden wird.
Butzbach am 12. April 1854. Großherzogliches Landgericht Butzbach Eb Holze et ei (612) Freitag den 28. d. M., des Vormit⸗ tags präcis 9 Uhr, ſoll in dem Niederros- bacher Gemeindewald, Diſtrikt J. Pfahlgraben, das nachverzeichnete Holz, als: 17 Stecken Nadel-Prügelholz, 8„ Stockholz, 5750 Wellen Bir ken-Reiſerholz, 6281„ Weiden- u. Nadel⸗Reiſerholz, 10 Läſte Allerleiholz,
gerung.
400 Stück Nadelholz-⸗Nutzgärten, 60 Gebund Weiden Nutzreiſer, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt oberhalb des ſog. Rothenſtoßes am Hühnerpfad präcis halb 9 Uhr. Niederrosbach den 19. April 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Niederrosbach Cuntz. Immobiliar-Verſteigerung. (603) Donnerſtag den 27. April d. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die nachbeſchriebenen Immobilien des hieſigen Bürgers Heinrich Bender, als: Gemarkung Friedberg: Pag. u. No.
89,71 Hofraithe mit Grund und Boden in der Vorſtadt zum Garten ſammt einer damit verbundenen Holzbe— rechtigung,
827748 9,8 Ruthen Wieſe im Ried, 827750 13,1 Ruthen desgleichen,
nochmals öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 19. April 1854. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts der Vorſteher des Großherzoglichen Ortsgerichts Ber nd r Oeffentliche Aufforderung. (631) Nach den Hppotbekenbüchern von Oſt⸗ heim entlieh unterm 19. Oktober 1799 Anna Margaretha Mohr, ledig, von da bei Konrad Steinhauer daſelbſt, ein Kapital von 120 fl. und verpfändete dagegen ihre jetzt 21/41 des Flurbuchs eingetragene Hofraithe nebſt Garten hinter der Scheuer. Der Eintrag ſteht noch offen, obgleich nach beigebrachter
Beſcheinigung von den Erben des Darleihers nichts mehr gefordert wird. Etwaige Anſprüche
aus dieſer Pfandverſchreibung ſind deßhalb bin— nen einer Friſt von vier Wochen ſoge dahier anzuzeigen und zu begründen, als ſonſt die Lö⸗ ſchung verfügt werden wird. Butzbach am 15. April 1854. Großherzogliches Landgericht Butzbach Ebel. A for de e een (632 laut Vilbeler Anzeigeblatt No. 77 v. J. für die hieſige Gemeinde mittelſt ſtattgefundener Verlooſung rückzahlbar gewordene Partial-Obligation No. 2 von dem betreffenden Inhaber bis jetzt bei der Gemeindekaſſe dahier noch nicht präſentirt und der deßfallſige Betrag
Da die
von 100 fl. noch nicht erhoben wurde, ſo wird der Inhaber hiermit nochmals aufgefordert, die⸗ ſen Betrag dahier gegen Rückgabe der quittirten Obligation und der nicht fälligen Zinscoupons im Laufe dieſes Monats in Empfang zu nehmen, wobei man ihm bemerkt, daß Zinſen nur bis
Ende December v. J. vergütet werden.
Rodheim am 20. April 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Rodheim enn
Bekanntmachung, betreff.: Brennholzverſteigerung im Großher— zoglichen Domanialwald Frauenwald,
der Oberförſterei Oberrosbach. (633) Freitag den 28. d. M. werden in dem oben genannten, bei Niedermörlen gelegenen Walddiſtricte an die Meiſtbietenden öffentlich
verſteigert: 4½ Stecken Birken⸗ und Obſtbaum⸗, 5% Stecken Aspen⸗ und Weiden⸗Prügelholz,
5% Stecken Aspen⸗Stockholz,
6266 Wellen Birken-„Obſtbaum- und Eichen⸗
1088 Wellen Aspen- und Weiden-⸗Reiſerholz.
Zuſammenkunft und Anfang der Verſteigerung: am Glockenſtück auf dem von Niedermörlen nach Nauheim führenden Fußpfad, um 8 Uhr.
Oberrosbach den 22. April 1854.
Großherzogliche Oberförſterei Oberrosbach Bingmann. Fruchtverſteigerung. (6340 Donnerſtag, den 27. d. M., Nachmit⸗ tags 2 Uhr, werden 70 Malter Waizen, 200„ Korn und 140„ Gerſte im Wirthshauſe zum Hirſch dahier an den Meiſt— bietenden verſteigert. Ockſtadt den 20. April 1854. Freiherrl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt Anz erde r. Main⸗Weſer⸗Bahn. (635) Die Verſteigerung der diesjährigen Gras- und Kleeerndte auf der Bahn findet wie folgt ſtat
Im Bezirk Butzbach⸗-Nauheim, Montag den 1. Mai, beginnt am Bahnhofe zu Butzbach des Morgens 8 Uhr.
Im Bezirk Butzbach-Langgöns, denſelben Tag, beginnt am Bahnhofe zu Butzbach des Nachmittags um 2 Uhr.
Im Bezirk Gießen-Langgöns, Dienſtag den 2. Mai, beginnt am Bahnhofe zu Gießen des Morgens um 8 Uhr.


