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rden in die Obereinnehmerei Gleßen verſetzt;— am 23. der Nene in der Centralwerkſtätte der Malu edar- Eisenbahn zu Darmſtadt, Konig aus Hirſchhorn, zum Wagenwärter bei der Eiſenbahnſtation Offenbach ernannt.— VII. Dienſtentlaſſungen: am 12. Dez. 1853 Steuerpfandmeiſter Wüſt zu Lich,— am 20. der Rentamtmann des Rentamts Gladenbach, Strecker,— am 28. Steuerpfandmeiſter Engelhardt zu Romrod.— VIII. Geſtorben: am 26. Dez. 1853 penſ. Regierungsrath Schleier macher zu Darmſtadt.
Koſackelch es.
(Aus der Sinnſtube.) (Schluß.)
Die Bauern aber gaben dem Judenmauſchel eine Karolin Zaſſeras und blieben bis tief in die Nacht beim Schöffen ſitzen, wo ſie Moſelwein oder Schnapps tranken, und es ſehr verwunderlich fanden, daß die Koſacken nicht mehr dem Schnapps zugeſprochen, da ſie doch ſonſt keine Koſtverächter ſein ſollten. 5
Am andern und in den folgenden Tagen hatten in— deſſen die Bauern noch weit mehr Urſache zum Erſtaunen; denn nirgends hatte man die drei Koſacken mehr erblickt. Kein Menſch wußte etwas von ſo viel Einquartirung; ja es zeigte ſich bald genug, daß keine Koſackenſeele um jene Zeit im ganzen Moſelthal ſich hatte ſpüren laſſen. Es lag außer allem Zweifel, daß die Geſchichte eine pfiffig angelegte Spitzbubengeſchichte war, und es war damals Schaden, daß der Zundelfrieder, der rothe Dieter und der Heiner zu Bruchſal im Zuchthaus auf neue Spitzbuben— ſtreiche ſtudirten, denn dies Stücklein hätte ihnen alle Ehre gemacht. 5
Es konnte nicht fehlen, daß ſowohl die Polizei, als auch die Gerichte von der Sache Kenntniß nehmen mußten.
Wochenlang wurden an Ort und Stelle Zeugen ver— hört, beſonders das Mauſchelche, das den Unterhändler gemacht. Er wurde ſogar eingeſteckt, da der Prokurator kuſt gehabt hätte, drauf zu ſchwören, er müſſe die Hand mit im Spiele gehabt haben; allein er wies ſich aus, daß er an dem Tage mit dem Bruder des Schöffen einen Viehhandel gemacht und rein zufällig anweſend geweſen war. Auch hatten ihm die Bauern das Zaſſeras verſpro— chen, er aber nichts gefordert. Er hatte die Spitzbuben ſo gut für leibhaftige Koſacken gehalten, wie die Bauern auch. Sie mußten ihn wieder laufen laſſen, und die Ge— ſchichte wurde vielfach Veranlaſſung zur Neckerei, wenn ſich die Bauern aus dem Dorfe irgendwo auf Märkten oder ſonſt ſehen ließen.
Der Gevatter kratzte ſich hinter den Ohren und ſagte, das iſt eine malefitzige Geſchichte! Man ſollte ſagen, es käme Niemand auf einen ſo verwetterten Einfall. Wenn ich mir aber ſo die Sache zurechtlege, möcht' ichs auch mit dem Prokurator halten. Das Mauſchelche iſt mir verdächtig!
Da der Schmiedjacob hinausgegangen war, ſo gab's in der Spinnſtube eine lange Unterredung und es bildeten ſich Parteien für und gegen das Mauſchelchen, die ziem— lich hitzig ſtritten.
Als der Schmiedjacob wieder hereinkam, rief der Nachbar Veit, der gegen den Gevatter ſtimmte. Macht fort, Schmiedjacobsvetter, und erzählt uns das Ende, denn, wenn ich der Worte gedenke, die Ihr ſo als eine Einleitung redetet, ſo iſt die Sache vor die rechte Schmiede gekommen!
Ich dachte, ſprach der Schmiedjacob, ich wollte Euch einmal den Prozeß ausfechten laſſen, ob nicht Einer von Euch, wenn wir nun auch Geſchwornengerichte kriegen, ſo ein feinnaſiger Staatsprokurator werden könnte. Der Alte lachte herzlich über die Hitze des Streites. Jede
Partei wollte wiſſen, ob ſie Recht habe; aber der Schmied⸗ jacob ſagte: Wart's ab, ſagt der Jekuf! Und fuhr dann zu erzählen fort in aller Ruhe.
Es ging mit der Geſchichte, wie hundert andere. Einige Monate wird im Winter davon geplaudert, dann werden ſie vergeſſen. Auch die Gerichte ließen nach, zu forſchen. Nur dem Prokurator lag ſie wie ein Stein im Magen. Insbeſondere ließ er das Mauſchelche ſcharf be— obachten, beſonders, ob er nicht ſeitdem mehr Geld habe; allein das arme Jüdchen blieb ein armes Jüdchen, und es wuchs Gras über die ganze Geſchichte mit Allem, was dazu gehörte. Selbſt die Bauern verſchmerzten ihr Geld.
Drei, vier, fünf Jahre gingen ins Land und Niemand gedachte mehr in irgend einer Weiſe der Koſacken und ihrer Prellerei in dem Eifeler Dorfe, da traf es ſich, daß in einem der größeren Flecken am Ufer der Moſel Krämer— und Viehmarkt war.
Ihr wißt Alle, daß, wo ſo ein Viehmarkt iſt, die Juden aus weiter Ferne zuſammenſtrömen, um ihre Hän— delchen zu machen.
Ich habe mich oftmals dran ergötzt, fuhr der Schmied— jacob fort, wenn ſo zwei oder drei Juden ſtreitig werden. Dieſe Wuth, dies Schreien, Verwünſchen und Spektakel machen, ohne daß doch Einer dem Andern ein Haar krümmt— es iſt wirklich zum Todtlachen!
Auf jenem Jahrmarkte war auch des Schöffen Sohn aus dem Orte, wo die Prellerei vorgekommen war. Damals noch ein Bub, war er jetzt ein junger Mann, der unter den Preußen gedient hatte, und gewürfelt heimgekommen war.
Er hatte ein Paar junger Ochſen gekauft, ſaß nun in der Ecke am Ofen im Wirthshaus, da es im Novem— ber und ſo naßkaltes Wetter war. Er wickelte ſich aus ſeinem Papier eine Leberwurſt und ein ordentlich Kruſtchen Brod, und trank dazu einen guten Schoppen Moſelwein, der ihm um ſo beſſer ſchmeckte, als er einen ſehr guten Handel gemacht hatte.
Die Stelle, wo er ſaß, war hinter einem weitvor— ſtehenden Kochofen, wie man ſie dort zu Lande überall hat, und man konnte ihn vornen in der Stube kaum ſehen.
Die Wirthsſtube war noch völlig leer, denn der Markt war noch erſt recht im Werden.
Plötzlich geht die Thür auf und es kommen zwei Juden herein, die ſich heftig zanken. Bald reden ſie in ihrem kauderwelſchen Judenhebräiſch, bald deutſch. Man konnte aus den einzelnen Aeußerungen entnehmen, daß der Eine den andern im wohlbegründeten Verdachte hatte, er wolle ihn bei einem gemeinſamen Handel ſtark übervortheilen.
Dem jungen Manne hinter dem Ofen machte der Streit großes Vergnügen. Er konnte ſie durch den Raum, der zwiſchen dem freiſtehenden Ofen und der Wand war, genau beſehen.
Immer hitziger wurde der Streit der Juden.
Plötzlich rief der Eine: Du machſt es immer ſo, Mordche. Mit der kann kan Menſch handele!
Was ſagſte? ruft grimmig der Andre und ballt ſeine Fauſt.
Nu— meinſte, ich ſollt mich fürchte? ruft der Erſte. Haſt du's nit ebeſo gemacht, als mer in der Eifel „Koſackelches“ geſpielt habe?— He? Haſte nit vun de fünfhundert Gulde, die de Bauern bezahlt habe, vor dich alläan zwei Hundert genomme?—
Red'ſt du dovun noch 4 Wort, ſo dreh ich der de Hals um! ruft jetzt mit fürchterlicher Wuth das Mordche.
a Der junge Menſch, dem die Koſackengeſchichte noch friſch im Andenken war, hört das Wort und ſteht ſchnell, aber ſo leiſe auf, daß es die ſtreitenden Juden gar nicht hören und ſchleicht zur Thuͤre, die in die Küche fuͤhrt,
noch immer ba Stiedensrichker Herr Ftie dieſe beiden Jus verkleidet in u fünfhundert Gu geſelen um za Eben haben ee In dieſer Mordche genan würde ihm erbt ihn ergriffen uns vertaide Beide w abgeführt. e ein, und auch Gelt, ie
Die Anderen Ju, Jbr jacob; die Sa waren bei ein, Koſacken zu r Pferde, Nacht fudenden Hoc zu machen. 1 iin, und es ſo Wurde mit gre Mugche bei Die dunzen da nung des Ann. Da ſe ale Ro bei der dend allem Tune uberall amn Als M. gehalten, un haft ausgefſ luchungehaft, richt geſtellt zundert Gul Zichthausſera Das wa Seht, ſe


