Ausgabe 
22.3.1854
 
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Geben Sie mir ihn es iſt 1 1 nicht zu ſpät, um den Verſuch noch heute Nacht zu machen!

Nin, fur heute iſt es zu ſpät! verſetzte Bäschen Johanna.Den Schlüſſel zu der Feder will ich einſtweilen behalten. Sie haben nur den Schrank wieder herbeizu ſchaffen. Oder wenn Sie mir etwa lieber die Adreſſe des täufers geben wollen....

e, nein! dieſe behalte ich einſtweilen für mich! rief der Pfandverleiher mit pfiffigem Blick.Wir wollen dann den Schrank gemeinſchaftlich unterſuchen! a

Gut denn! morgen früh um neun Uhr komme ich alſo wieder hieher, erwiderte Bäschen Johanna;es bleibt bei unſerm Abkommen. Und jetzt gute Nacht; der Himmel gebe ſeinen Segen dazu, daß wir den Schrank wieder bekommen! N l

Amen! ſagte Samuel Benſen, und die Frau huſchte ſchuell wie ein Wieſel aus dem Laden in die Kaleſche. Dummes Weib! ſprach Samuel, als er den Wagen davonrollen horte und die Ladenthür wieder von innen verſchloß;wähnt ſie denn, ich koͤnne das geheime Fach im Boden nicht ſchneller mit einem Beil öffnen, als mit ihrem Schlüſſel? Sie ſoll keinen Pfennig von den drei tauſend Thalern zu ſehen bekommen; Amen! Damit ſtieg er die Treppe wieder hinauf um ſchlafen zu gehen.

Es regnete die ganze Nacht, und Benſen hörte es auf's Dach und wider die Fenſter plätſchern, denn er konnte bis zum Morgen kein Auge ſchließen. Der Ge danke an die dreitauſend Thaler hielt ihn in einer wahr haft fieberiſchen Aufregung. Kaum graute der Morgen, ſo warf er ſich in die Kleider, und eilte durch Koth und Regen nach dem Kloſterhöfchen. Als er an dem Häus⸗ chen Nr. 2 die Klingel zog, fühlte er noch in den Taſchen nach den Thalerrollen und Goldſtücken, die er mitgenom men hatte, denn er war überzeugt, daß der Anblick des baaren Geldes den jungen Mann oder ſeine Muhme eher zum Wiederverkauf des Schrankes beſtimmen würden, als alle Bitten und Verſprechungen oder Schuldſcheine. Er ſpürte das Geld noch in ſeiner Taſche. Abermals klingelte er, doch wiederum vergebens.Iſt Frau Treuw noch nicht auf? rief er durch das Schlüſſelloch. Keine Antwort. Nach einer Weile aber ſchien ſich Jemand auf dem Hausflur zu rühren und er hörte den Schlag eines Hammers. Nun klingelte er nochmals, und ihm oͤffnete die Thüre Frau Treuw's Neffe.

Halloh, was machen Sie denn ſchon ſo frühe am Tage hier? ſagte der Neffe.

Ich komme in Geſchäften, mein lieber junger Herr! Ich habe mich geſtern geirrt; ich habe Ihrer Muhme den unrechten Schrank geſchickt. Die alte Frau iſt doch hoffent lich wohl?

Ei freilich ganz wohl! verſetzte der Angeredete. Sie ſchläft noch, weil ſie meinetwegen geſtern ſo lange aufbleiben mußte; aber ſie iſt ſeelenvergnügt über den hübſchen Schrank. Ich verſuchte ihn eben noch ein wenig auszubeſſern. Die oberſte Schublade ſperrt ſich; der Bo den ſcheint gequollen zu ſein, da hab' ich ihn mit einigen Hammerſchlägen wieder feſtgemacht!

Das Möbel iſt alt und aus dem Leim gegangen, ſagte Samuel Benſen.Thun Sie mir den Geſallen und geben Sie es mir zurück; ich will Ihnen den beſten Ar tikel in meinem Laden dafür geben?

Oho, daraus kann nichts werden! rief der junge Herr.Sie ſehen, er ſteht noch auf der Hausflur; ich habe mir noch gar nicht die Zeit genommen, ihn näher anzuſehen, und wollte ihn ſo eben erſt durchſtöbern. Ich ſagte Ihnen ja, man findet oft gar ſeltſame Dinge in ſolchen alten Familien⸗Möbeln!

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Eine lange Pauſe entſtand. Benſen ſchien ſſich die Sache noch einmal zu überlegen. Dann knüpfte er ge heimnißvoll und flüſternd eine Unterhandlung mit dem jungen Manne an, in welcher er alle ihm zu Gebote ſtehende Beredſamkeit entwickelte. Nach einer Viertelſtunde trug er den Schrank aus dem Hauſe, legte ihn auf ſeinen Karren und fuhr ihn wieder durch den regneriſchen truͤben Morgen nach ſeiner Wohnung im Salzgäßchen. Mit fie berhafter Haſt zerrte er ihn in ſeinen Laden, öffnete ihn, zog die oberſte Schublade heraus und ſtürzte ſie um ſiehe da! ſie hatte einen doppelten Boden. Hammer und Meiſel ſprengten dieſen bald los, und es kamen Papiere zum Vorſchein. Wie ein Geier ſtürzte er mit dieſen in ſein Hinterſtübchen, ſtieß den Fenſterladen auf und holte ſeine Brille. Es waren einige Blatter Makulatur und ein weißer Bogen Papier, auf welchen einige Worte ge⸗ ſchrieben waren. Samuel Benſen las, rieb ſich die Augen und putzte die Brille, las wieder, konnte aber nichts An deres herausbekommen als die Worte:

Ehrenfeſter, redlicher Benſen! wir ſind quitt! Georg Elberg.

Von den drei Banknoten à tauſend Thaler war keine Spur.

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Das Luſtſpiel iſt zu Ende, das Debüt war ein er folgreiches; dieſe Koſtüme haben ihre Schuldigkeit gethan! ſagte derſelbe junge Herr, den wir zu Anfang dieſer Ge ſchichte kennen lernten Muhme Treuw, Bäschen Jo⸗ hanna und Georg Elberg in Einer Perſon, denn er war es ſelbſt und hatte jene zwei Rollen ſelber geſpielt. Der junge Schauſpieler legte die verſchiedenen Koſtüme ſeiner Rollen eines um das andere wieder in ſeinen kleinen Koffer in der armſeligen Dachſtube in der goldenen Taube.Da iſt der alte Kittel und die Haube meiner Muhme; hier das ſchwarze Seidenkleid und der zerknitterte Hut von Bäschen Johanna und nun ſollen ſie in Vergeſſenheit be graben ſein! ſagte er;die Miethe für das kleine Haus am Kloſterpfoͤrtchen iſt bezahlt, die Zeche ebenfalls, der Wagen des Direktors iſt ſchon um Mitternacht weiter gefahren; und nun den Koffer zugeſchloſſen und nach der Poſt geeilt, wo der Eilwagen wartet! Der alte Schurke kann jetzt ſein Gewiſſen erleichtern, denn er hat mir bei Heller und Pfennig die dreihundert Thaler, die ihm einſt mein Vater borgte, ſammt den Intereſſen von neun Jahren bezahlt!

Kirchenbuchs-Auszug von Friedberg. Monat Februar.

Ge tra ute

Johann Daniel Auguſt Fritz, hieſiger Buͤrger und

Kaufmann, des verſtorbenen hieſigen Bürgers und

Kaufmanns Johannes Philipp Fritz ehelich lediger

Sohn, und Karoline Werner, des hieſigen Bürgers

und Apothekers Philipp Werner eheliche ledige Tochter.

26. Johannes Müller, hieſiger Bürger und Küfermeiſter, des verſtorbenen hieſigen Bürgers, Metzgermeiſters und Wirths Joh. Michael Müller ehelicher lediger Sohn und Margaretha Bauer, des hieſigen Bürgers und Schuhmachermeiſters Michael Bauer eheliche ledige Tochter.

26. Karl Wilhelm Chriſtoph Schneider, hieſiger Bürger und Steindeckermeiſter, des verſtorbenen hieſigen Buͤr gers und Steindeckermeiſters Lorenz Karl Schneider ehelicher lediger Sohn, und Anna Margaretha, ge borne Wagner, verwittwete Fiſcher.

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