Ausgabe 
14.1.1854
 
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weſende noch erinnern werden, denn ſein Name hatte einen guten Klang in unſerem Heere war im zweiten Monat ſeiner Ehe im Duell gefallen. Meine Muhme führte fortwährend ein ſehr freudenloſes Leben, bis ich mein neunzehntes Jahr zurückgelegt hatte, und der ſtete, ſtille, duldende Gram ihres ganzen Lebens machte einen ſo tiefen Eindruck auf mich, ich lernte die barbariſche Unſitte, welche das Leben meiner Pflegemutter zu einem ſo verfehlten, freudeleeren und trübſeligen gemacht hatte, ſo ſehr haſſen und verachten, daß es kaum das feierliche Gelöbniß, welches ſie in ihrer letzten Lebensſtunde noch mit beinahe tonloſer Stimme mir abverlangte, bedurft hätte, um mich zu dem feſten Entſchluſſe zu bewegen, nie mals und unter keinerlei Umſtänden einen Zweikampf aus⸗ zufechten. Was mein Betragen während des unglück ſeligen Brandes des Neptuns anlangt, welchem mein Freund Mr. Desmond ein ſo ſchmeichelhaftes und unver⸗ dientes Lob gezollt hat, ſo kann ich nur ſagen, daß ich bei dieſem Anlaſſe nicht mehr that, als meine einfache Schuldigkeit und Pflicht. Wir beide, er und ich, gehoren einem Stamme von Seemännern an, unter deren erſte heiligſte Grundſätze der gehört, daß der Kapitän ſtets der Letzte ſein muß, welcher ſein Schiff verläßt oder aufgibt. Zudem müßte ich der allererbärmlichſte Feigling auf Gottes Erdboden geweſen ſein, wenn ich gewankt oder den Kopf verloren hätte in Gegenwart von.... das heißt, angeſichts von.... von Umſtänden, welche.... welche that⸗ ſächlich.... das heißt.... Hier ward Kapitän Starkey gewaltig verlegen und ſchamroth, und blieb in ſeiner Rede ſtecken; er war offenbar kein gewandter Redner, allein ob es der ſchlaue bedeutſame Ausdruck in Senor Ar guellas Geſicht, das in dieſem Augenblick gerade dem Sprecher zugekehrt war, oder der Blick war, den der Ka pitän auf die Gallerie warf, wo Senora Arguellas ernſtes

Wohlwollen fuͤr ihn und Dona Antonias feurig⸗ſchüchter⸗ nes Auge und erglühende Wangen ihm begegneten, welches von Beiden es war, was ihn ſo aus der Faſſung und dem Contexte brachte, kann ich freilich nicht ſagen, genug, er ſtotterte fort und fort auf's Peinlichſte, ob ſchon ihm die ganze Tiſchgeſellſchaft mit lebhaftem Beifall und ungewöhnlich guter Laune zuklatſchte, um ihm Zeit zu laſſen, ſich wieder zu faſſen. Er konnte jedoch den verlornen Faden nicht wieder finden, und nachdem er noch einige unverſtändliche Redensarten daher geſtottert, ſetzte er ſich offenbar ſehr erhitzt, verlegen und unbeweglich, unter einem kleinen Sturm herzlichen Lachens und heitern Beifallsrufs und Vivats, wieder nieder.

Ich habe nur noch wenige Worte nachzutragen. Kapitän Starkey hat ſich nun ſchon lange in der Ha vanah niedergelaſſen und Dona Antonia iſt nun ebenſo lange ſchon Mrs. Starkey. Soviel ich weiß, hat man bisher ſchon drei kleine Starkey's zur Taufe in die Kirche getragen, und der Kapitän iſt jetzt ein reicher und glück licher Mann, und obſchon in fernem Auslande ange ſiedelt gewiß noch im Herzen ein ſo warmer Patriot

und ein ſo loyaler Unterthan ſeiner Königin, als dazu⸗

mal, wo er dem kubaniſchen Kreolen ein Weinglas in's Geſicht warf. Was aus Dupont geworden, weiß ich nicht; es liegt mir auch nicht ſehr daran. Lieutenant Arguellas hat ſich bis zum Major hinaufgearbeitet, und muß nach meinem Dafürhalten derſelbe Major Arguellas ſein, welcher laut den öffentlichen Berichten kürzlich bei dem Angriff der Buccaniere unter General Lopez auf Cuba leicht bleſſirt wurde. Mr. Desmond iſt Conſul der Vereinigten Staaten in Para am Amazonenſtrome, und ſteht fortwährend in den freundſchaftlichſten Beziehungen zu Starkey; und auch ich bin, wie Figura zeigt, gottlob noch luſtig und guter Dinge.

Bekanntmachungen von Be

Grundſtück, ohngefähr Morgen haltend, folge eingelegten Nachgebots nochmals meiſt

um 2 Uhr, werden in hieſigem Rathbauſe von dem Fruchtvorrathe des vereinigten Armenfonds

hoͤrden. NN NN NN Main⸗Weſer⸗ Bahn.

(20) Zur Erbauung von Stations- und Bahnwärterhäuſern ſollen nachbezeichnete Ar- beiten, unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, öffentlich an den Wenigſtnebmenden verakkordirt werden.

Donnerſtag den 19. Januar Vormittags 9 Uhr auf dem Bahnhofe zu Friedberg:

1) Das Brechen von 50 Klafter Mauerſteinen in dem fiiscaliſchen Bruche bei Ockſtadt.

2) Das Fahren dieſer Steine auf den Bahn hof zu Friedberg.

3) Das Graben und Durchwerfen von 35,0 Klafter Mauerſand in der Grube bei dem Dorheimer Chauſſeehauſe, mit dem Trans- port deſſelben auf den dortigen Babndamm.

4) Die Lieferung von 300,000 Backſteinen (Feldbrand). Auf Verlangen können dieſe auf dem der Bahnverwaltung gehörigen Gelände gefertigt werden.

Samſtag den 20. Januar, Vormittags 9

Uhr auf dem Bahnhofe zu Vilbel:

5) Das Brechen von 150 Klafter Mauer- ſteinen in dem fiscaliſchen Steinbruche am Rothenberg; ſowie

6) das Fahren dieſer Steine auf den Bahn⸗ hofe zu Vilbel.

Friedberg den 2. Januar 1854. Der Großh. Sections-Ingenieur der Sectionen Friedberg und Vilbel Hochgeſand. Bekanntmachung.

(47) Mittwoch den 18. Januar l. J., Mor-

gens um 11 Ubr, wird in hieſigem Rathhauſe

ein dem vereinigten Armenfond dahier gehören des, in der Gemarkung Wiſſelsheim liegendes

bietend verpachtet. Friedberg am 11. Januar 1854. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Ben de r. Fruchtverſteigerung. (48) Dienſtag den 24. l. M., Nachmittags

von der Ernte von 1853 60 Malter Korn und 20 Malter Gerſte, zweimalterweiſe meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 11. Januar 1854. Der Großberzogl. Bürgermeiſter Ben dere

Braunkohlenverkauf.

(21) Mit dem 31. Dezember d. J. ſchließt die ſeitherige Creditperiode und es wird für die vom 1. Januar bis 30. Juni 1854 gegen vorſchriftsmäßige Bürgſchaft bezogenen Braunkohlen vom hieſigen Bergwerke, Credit zur Zahlung bis Ende September 1854 geſtattet. Der Preis der Braunkohlenklötze iſt 11 Kreuzer à Centner.

Schließlich werden die Großh. Herren Bürgermeiſter erſucht, ihre Orts angehörigen bei Ausfertigung von neuen Bürgſcheinen darauf aufmerkſam machen zu wollen, daß nur dann die Einlage eines neuen Bürgſcheins ſtattfinden kann, wenn etwa früher eingelegte Bürgſcheine bezahlt ſind und daß dieſe Bezahlung jedesmal durch Quittung nachgewieſen werden muß.

Bauernheimer Bergwerk den 31. Dezember 1853.

Gräfl. S. R. Bergverwaltung .

Braunkohlenverkauf. N

(22) Für die Braunkohlen, welche vom 1. Januar bis 31. März 1854 von dem Großh. Dorheimer Braunkohlenbergwerk gegen vorſchriftsmäßige Bürgſchaft und unter den hierbei zu be e e bekannten Bedingungen bezogen werden, wird eine Zahlungsfriſt bis Ende Juni 1854 geſtattet.

Die Preiße der Braunkohlen ſind, bis Weiteres hierüber veröffentlicht wird, die ſeitherigen, nämlich für die von Haufen 11 kr. per Centner und für die aus Schoppen 12 kr. per Centner, wobei 14 Stück Klötze für einen Centner gerechnet werden.

Alle Geſchirre, welche auf dem Gr. Dorbeimer Braunkohlenbergwerk Kohlen holen, ſind bei der Kurfürſtl. Heſſ. Chauſſeegelderhebungsſtätte Nauheim und beladen auch auf allen Großh. Heff. Chauſſeen von der Entrichtung des Chauſſeegeldes befreit.

Dorheimer Bergwerk den 28. Dezember 1853. Das Großherzogl. Heſſ. Bergamt Dorheim 88 Gr. Bergmeiſter.

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