Intelligenz-Vlatt
fuͤr die
Provinz Oberheſſen
im Allgemeinen,
den Kreis
Friedberg und die angrenzenden Bezirke
im Beſonderen.
. 29.
Mittwoch den 12. April
1854.
Des Oſterfeſtes wegen erſcheint naͤchſten Mittwoch keine Nummer dieſes Blattes
*
Regierungsblatt⸗ Auszüge.
Nr. 9. vom 21. Marz: 1. Bekanntmachung Großherzog— lichen Miniſteriums der Finanzen vom 14. Narz, Prüfungen im Finanz⸗ und techniſchen Fache betr.— 11. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Gießen, die Aufſtellung der Geſchwornenliſte in der Provinz Oberheſſen für 1855 betr. Die in die Geſchwor— nenliſte für 1855 aufzunebmenden 800 Höchſtbeſteuerten ſind nach Ver— hältniß der Seelenzahl eines jeden Kreiſes wie folgt zu vertheilen Kreis Alsfeld(34,40) 89, Biedenkopf(35,4891, Budingen(18,960) 49, Friedberg(39,210) 10m, Gießen(45,369) 117, Grunberg(19,844) 52, Lauterbach(30,3 0) 79, Nidda(35,509) 91, Schotten(2,495) 56, Vilbel 22,758 59, Vöhl(6097) 16.— 111. Umlagen zur Be
ſtreitung der Communalbedürfniſſe in den Gemeinden des Kreiſes Büdingen— lv. Auf ringung der Mittel zur Beſtreitung der
Bedürfniſſe der Landjudenſchaft der Provinz Ooberheſſen fur 1854,
Rabbinat Gießen 795 fl. ehemaliges Raobinat Friedberg 285 fl.
Nr. 10. vom 31. März: J. zoglichen Miniſteriums des Hauſes und des Aeußern, vom 16. Marz, welche den weg Fortdauer des Anſchluſſes des Großherzogthums Luxemburg an das Zollſpſtem Preußens und der übrigen Staaten des Zollve uf weitere 12 Jahre(bis Ende 1865) am 26. ind 31. Dec in Berlin und Luxemburg abgeſchloſſenen und ſeitdem allſeitig ficirten und ausgewechſelten Staatsvertrag zur
Bekanntmachung Großher—
Wiſſenſchaft und Nachachtung im Großberzogthum Heſſen bringt.— Wiſſe(ach J 309 D II. Umlagen zur Beſtreitung von Communalbedürfniſſen in den Ge—
Vilbel für 1854.— 111. Au
neinden des Kre oſchlag zur Deckung
kabbinen zu Bingen für 1854— iv. Umlagen Communalbedurfniſſe in den israelitiſchen Ge— Friedberg für 1854.— V. Desgl. im Kreiſe
eichniß rechtskräftig gewordener, nach Art. 30
bekannt zu machende Strafurtheile der Ge
r Rheinheſſen, und zwar 20 von. dem Großh. Aſſiſengerichte zu Mainz, welche wegen Meineid Diebf
Schriftfalſchung, Not„ Mordverſuchs, Verlubrung 1 und
rauchs zur 1 yt, Br indſtiftung, Kindermords, Raubes Strafen don 1 Jahr Correctionshaus bis 12 Jahren Zuchthaus ꝛc. verhan en;— 19 vom Großh. Ober gerichte in Mainz, wegen Dieb— tahls, Schriftfälſchung, Landſtreicherei, Abtreibung der Leibesfrucht ꝛc. Strafen bis zu 3 Jahren Correctionshaus ꝛc. erkennend;— 20 von dem Großherzoglichen Bezirksgerichte zu Mainz, wegen Land kreicherei, Eigenthumszerſtorung, Betrügereien ꝛc. bis zu 3 Jahren
von dem Großherzoglichen Bezirks gerichte zu Al- indſtreicherei, Diebſtahls ꝛc. bis zu 15 Monaten Cor- ſectionshaus ic.— Ordensverleihungen: S. K. H. der Groß— lerzog haben allergnädigſt geruht: am 25. Januar dem Oberförſter Klöpper und am 21. Febr. dem Capitän⸗Seezeugmeiſter der vor⸗ naligen deutſchen Marine Weber das Ritterkreuz des Verdienſt⸗ irdens Philipps des Großmüthigen zu verleihen.— II. Erhebung in den Adelſtand: S. K. H. der Großberzog geruhten allergnädigſt em 2. Febr. den Rentner Friedrich Wilhelm von Humbracht zu Hießen für ſich und ſeine gegenwärtigen und zukünftigen ehelichen Nachkommen beiderlei Geſchlechts unter dem Namen Von Heim
Zuchthaus; jey, wegen
brachts“ in den Adelſtand des Großherzogthums Heſſen zu erheben. — IX. Dienſtnachrichten: am 21. Jan. wurde Briefträger Hauß zu Gießen als Poſtexpeditor zu Schlitz beſtatigt; l 5 Marz dem Dia⸗ conus Staudinger zu Gernsheim die evang! ſtelle zu Büttel— born und das damit verbundene Diaconat Groß gerau übertragen; 3. März Decan und Pfarrer Fitting zu Alzey auf die Dauer von weiteren fünf Jahren zum Decan des Decanats Alzey und ebenſo Decan und Pfarrer Muller zu Wallertheim auf die Dauer von weiteren fünf Jahren zum Decan des Decanats Wörrſtadt ernannt. — X. Characterertheilung: am 28. Febr dem Candidaten der evang. Theologie Fridolin Wagner zu Dari nſtadt als„Freiprediger“.— XI. Verſetzung in den Ruheſtand: am 4. März Poſtexpeditor Schaaf zu Romrod, auf Nachſuchen.— XII Concurrenz für: die evang. Pfarrſtelle zu Maar mit jährlich 702 fl. 22 kr.(Praſentation ſaämmt⸗ licher Riedeſel Freiherrn zu Eiſenbach); die evang. Pfarrſtelle zu Longedorf mit jahrlich 862 fl.(Praſentation des Herrn Fürſten zu Solms-Lich); die evang. Pfarrſtelle zu Geisnidda, Kr. Nidda, mit jahrlich 898 fl.
Nachträge. Zu der in Nr. 3 des Regierungsblatts unter 1. enthaltenen Concurrenzeroff fnung wird, zufolge einer weiteren Be— nachrichtigung, bemerkt, daß ar ßer der dort bereits zur Conc currenz ausgeſchriebenen katholiſchen K nſchullehrerſtelle zu Mainz noch eine zweite weitere katholiſche Knabenſchullehrerſtelle zu Mainz mit 600 fl. Gehalt erledigt iſt.— In Vezug auf die in Nr 5. des Regierungs- blatts unter 5. enthaltene Concurrenzeroffnung für die Pfarrſtelle Niedermoos, Kr Lauterbach, wird in Folge einer weiteren Mitthei—
lung, nachträglich bemerkt, daß dem jahrlichen Dienſteinkommen dieſer Stelle von 1230 fl. eine temporäre Abgabe von 300 fl. jähr-
lich ruht. Ni n dom 5. ril: 1. B ek ntmachung des Großher⸗ Hauſes und des Aeußeren dom 25. März,
mit ihrem Gebiete, jedoch zur Zeit en Städten Lubeck und Hamburg ge⸗ 8 zwiſchen mehreren
Hes B ergedorf, dem gegenſeitiger Verpflichtung zur Ueber—
nahme ve am 15. Juli 1851 zu Gotha abge ſchloſſenen sblatt Nr. 2 von 1852 verkündeten Vertrage vo an beigetreten iſt.— II. Das aus 28§§. beſtehende Reglement vom 18. März über die Erhebung und Controllirung des der Kreisſtadt Alsfeld zur Deckung ihrer Gemeindebedürfniſſe, ſowie zur allmäligen Tilgung ihrer Gemeinde—
ſchulden und zur Verminderung der Communalſteuer-Aus oͤſchlaäge von geiſtigen Getränken vom 1. Mai d. J. an geſtatteten Oetrot's(von der Ohm Wein fl., Branntwein 2 fl., Obſtwein 40 kr., Bier 20 kr.)
Monatsbericht der Blinden-Anſtalt zu Friedberg.
So iſt denn wieder ein ſorgenvoller Monat dahin und Gott bat über Bitten und Verſtehen gethan, denn unſere Einnahme betrug 458 fl.
36½ kr. und die Ausgabe 427 fl 4 kr., mithin blieb am 31. Marz ein Kaſſenvorrath von 31 fl. 32½ kr. Dieſe reiche Einnabme baben wir nächſt Gott vielen Freunden in Offenbach und Großgerau zu
danken. Auch aus dem Odenwalde gingen uns Gaben zu, von wa wir 0


