ihres Lebens und ein Obdach, und ihr wollt ihnen den Tod geben!
„Das iſt kein Platz für Dich, Madeleine!“ rief der Alte barſch.„Geh' heim, Mädel, und laß Dich nicht wieder bei Nacht außer dem Hauſe ſehen!“
„Fort, Madeleine! geh' Deiner Wege!“ riefen nun auch die Anderen zornig.
„Ich gehe nicht von der Stelle!“ rief Madeleine; „ich will hier bleiben und Euch zuſehen, wie Ihr Eure Frevelthat verübt, ich will ſie mir in mein Gedäͤchtniß und Gemüth tief einprägen, um Euch Tag und Nacht in die Ohren rufen zu können, daß Ihr Mörder ſeid.— Vater,“ fuhr ſie mit feierlichem Tone fort,—„wenn Du Deine Hand heute Nacht mit dem Blute eines einzigen Menſchen beſuldelſt, ſo bin ich Dein Kind nicht mehr. Lieber will ich dann betteln und auf Händen und Füßen durch die Welt kriechen, als noch länger das Brod des Verbrechens eſſen!“
„Nehmt das Mädel fort, ſonſt ſollt Ihr's bereuen, Pierre!“ ſagte einer der Männer, der noch wilder und roher ausſah als die Uebrigen.
„Geh', mein Kind, ich bitte Dich, geh!“ fluͤſterte Pierre ihr ſanfter zu, während die Strandräuber in einem Haufen nach dem Strande hinunter eilten, wo die Boote eben anlegen wollten.»Ich gehe nicht! ich weiche Dir nicht von der Seite!“ rief Madeleine und klammerte ſich an die Kleider ihres Vaters an.
„Laß mich los!“ rief Pierre, den Anderen nacheilend, und zerrte ſeine Tochter mit ſich.
In dieſem Augenblick unterbrach eine fürchterliche Begebenheit den Kampf zwiſchen Vater und Tochter. Ein Mann ſtand aufrecht im vorderſten Boot und leitete den Kurs deſſelben. Als die Jollen kaum noch zwei Klafter vom Strande entfernt lagen, erblickte dieſer Mann die Strandräuber, wie ſie in einem Haufen zum Meere her— unterzogen.—„Es iſt, wie ich es erwartet hatte!“ rief er mit ſeiner lauten gellenden Stimme;„gebt Feuer, und ſchießt all die Schurken nieder!“
Ein Kugelhagel aus Piſtolen, Flinten und Musketen begrüßte auf Piſtolenſchußweite den Schwarm der Strand— räuber, als ſie ſich auf ihre Beute ſtürzen wollten. Ein lauter gellender Schrei des Schreckens und Entſetzens be— kundete, wie gut dieſes Feuer getroffen hatte. Die eine Hälfte der elenden Räuber blieb ſchwer getroffen auf dem Platze, die andre Hälfte floh nach allen Seiten. Unter denen, die zur Flucht unfähig waren, befand ſich Pierre Sandeau. Madeleine kniete über ihn nieder, der, von mehreren Kugeln getroffen, zuſammengeſunken war und zuckend am Boden lag.
Haſt Recht gehabt, Mädel!“ ſtöhnte er;„ich ſehe es nun ein, wo es zu ſpaät iſt, und fühle wohl, daß ich es verdient habe.“
„Siehſt Du wohl, Vater, wie ſich die Unthat lohnt?“ rief Madeleine ſchluchzend;„aber dennoch iſt es beſſer, hier ſchwer verwundet zu liegen, als ſich die Hände im Blute eines dieſer ſo wunderbar geretteten Matroſen be— ſudelt zu haben!“
»Sprichſt Du ſo, Weib?“ fragte eine laute Stimme hinter Madeleinen;„dann gehörſt Du offenbar nicht zu der Bande. Ich kenne ſie aus alter Zeit, und auch ihre Mordhoͤhle in der Schlucht hier! darum war ich auch wohl gerüſtet zu ihrem Empfang, als mich mein Unſtern zwang, hier einzulaufen!“
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Madeleine blickte auf und ſah um ſich her mehr als fünfzig Männer, drei Frauen und einige Kinder. Der Gedanke an das entſetzliche Blutbad, welches die Strand— räuber unter dieſen armen Schiffbrüchigen angerichtet haben würden, wenn der Schiffsherr ſich nicht vorgeſehen hätte, machte ſie von Neuem ſchaudern.
„He da, gutes Mädchen,“ hub der fremde Seemann an,„wir frieren, und ſind durchnäßt und hungrig; kannſt Du uns nicht irgend ein Obdach anweiſen?“
„O ja, aber Ihr müßt dann einige von Euren Leuten hergeben, daß ſie meinen Vater tragen, der am Tode liegt!“
„Da hat er nur, was er verdient!“ verſetzte der Seemann;„indeſſen will ich mich um Deinetwillen ſeiner annehmen!“
„Allerdings habe ich geerntet, was mir gebührte; aber es hätte nicht von Deiner Hand kommen ſollen, Jacques!“ verſetzte Pierre Sandeau laut in einem ſelt— ſamen, tiefbewegten Tone.
„Gerechter Gott, was für eine Stimme iſt das!“ rief der fremde Seemann.
„Du wirſt es bald erfahren,“ war die Antwort; „thu' nur, um was Deine Schweſter Dich gebeten hat, dann können wir bald behaglicher mit einander plaudern!“
(Schluß folgt.)
A Uu fr uf.
Die evangeliſche Gemeinde Friedbergs beſitzt in ihrer Stadtkirche ſeit ihrer kunſtmäßigen Wiederherſtellung ein Denkmal deutſcher Baukunſt, deſſen erhebender Schönheit überall die gerechte Bewunderung gezollt wird.
Dieſe Kirche birgt aber in ihrem Inneren einen Schatz altdeutſcher Kunſt, der durch ſeinen dermaligen traurigen Zuſtand des Verfalls den erhabenen Eindruck des Ganzen ſtört; es iſt dies die im Chore der Kirche ſtehende Ruine des früheren Tabernakel's, welches nach dem Urtheile Sachverſtaͤndiger dem berühmten Kraft'ſchen Tabernakel in der Kirche zu St. Lorenz in Nürnberg würdig zur Seite ſteht, wenn es nicht noch durch Feinheit der Arbeit daſſelbe übertrifft. Soll nun etwa dieſes prächtige Kunſtwerk, weil es für unſern Gottesdienſt keinen Zweck und Nutzen hat, gänzlich zerſtört, oder abgebrochen und an kunſtſinnigere Fremde überlaſſen werden?— Soll es ſeinem endlichen Verfalle ruhig entgegengehen, und die Kunde ſolcher Ver— nachläſſigung durch die in die Wetterau kommenden Frem— den weithin verbreitet werden?——
Beides wird der Kunſtſinn und Patriotismus der Gemeinde nicht dulden wollen; daher bitten wir Alle, die ſich fuͤr den Gegenſtand intereſſiren, zu einer Beſprechung über Mittel und Wege der Erhaltung dieſes herrlichen Kunſtſchatzes
Sonntag den 12. Il. M., Nachmittags 3 Uhr, im Rathhausſaale
ſich einfinden zu wollen, und ſehen bei dem wohlbekannten Sinne unſerer Mitbürger für Alles, was ihre Vaterſtadt betrifft, einer recht zahlreichen Betheiligung entgegen. Friedberg den 1. Februar 1854. A. Bender. J. Falck. D. A. Fritz. C. Groß. H. Sahl. J. P. Schäfer. G. Schmidt. F. Schwabe. W. Seel. Dr. Sell. W. A. Simon. J. Stein⸗ häußer. C. Wahl. H. Waltz II.
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