Ausgabe 
4.3.1854
 
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ſchloſſen, und ſtieg nun hinauf in ſein Stübchen, wo bald ein Feuerchen im Ofen kniſterte und dieſer eine behagliche Wärme ausſtrahlte. Benſen nahm aus einem Wand ſchranke einen großen Krug Bier, ein rieſiges Schwarz⸗ brod ſammt Buttertopf und Schlackwurſt, rückte ein Tiſch chen vor den alten bequemen Großvaterſtuhl am Ofen, und verzehrte in aller Behaglichkeit ſein Abendbrod. Dann ward die lange Pfeife geſtopft, und in den Lehnſtuhl zu rückgeſchmiegt, blies der Troͤdler die blauen duftenden Wolkchen gegen die Decke der Stube, ſah ſie uber der Flamme der Kerze in wunderliche Bilder und Züge ver fließen. Nebenbei ſprach er dem Inhalt des Blerkruges wacker zu, und horchte auf das Klopfen des Waſſertopfes im kleinen Oefchen. Als endlich der Krug und die Pfeife leer waren, holte er aus demſelben Wandſchränkchen eine dort verſteckte Flaſche Rum, aus dem Ofen aber ſeinen Waſſertopf, miſchte ſich ein tüchtiges Glas Grog, ſtopfte die Pfeife abermals und blies von Neuem blaue Ringeln in die Luft.

Man ſah's dem Alten an: er befand ſich jetzt auf der höchſten Stufe der Behaglichkeit; von ſeinen Zügen war die heuchleriſche Sanftmuth und Demuth verſchwun den, und ein breites thieriſches Wohlbehagen lagerte da rauf. Wiederum blickte er in die Ringeln, aber ſeine Phantaſie war nun geſchäftig und verwandelte die Rauch wölkchen, wenn ſie ſich zertheilten, in allerlei prächtige Kommoden und Betten oder Schränke, von welchen er ungeheure Gewinne erwartete; oder ſie breiteten ſich gar zu kleinen Häuſern aus, die er ſpottwohlfeil kaufen und möbliren und dann um ſchweres Geld zu vermiethen ſich ſchmeichelte. Dann aber, als die tiefer herabgebrannte Kerze nur noch einen trüben Schein über die Stube warf, dünkte es ihn auf einmal, als ob eine große Rauchwolke, welche er ſo eben hinausgeblaſen, ſich in ein großes Himmelbett verwandelte und durch die halbgeöffneten Vor hänge wähnte er das bleiche Geſicht eines Sterbenden zu ſehen. In dieſem Augenblick machte das Feuer im Ofen ein kleines Geräuſch, weil die Kohlen auf dem Roſte zu ſammenfielen, und Meiſter Benſen kam es vor, als ſpräche der Sterbende in ſeinem Bette:Ich habe ihm das Geld angeborgt, Georg; volle dreihundert Thaler! Seinen Schuldſchein habe ich zwar verloren; aber wenn er Dich

nicht heimbezahlt, ſo iſt er ein Schurke, und wird es be reuen, bis zu der Stunde, wo er ebenfalls ſo hülflos auf dem Schragen liegt wie ich!

Erſchrocken ſprang Benſen aus dem Lehnſtuhl auf und fuhr mit der Hand über die Augen das Geſicht war verſchwunden.Unſinn! Thorheiten, Hirngeſpinnſte! murmelte der Trödler vor ſich hin, und nahm einen großen Schluck Grog;meint denn der Mann, ich müſſe Jedem das Geld wiedergeben, wenn er mir ſagt, er habe es mir angeborgt? Meint er mich mit ſeinem blaſſen Geſicht zu erſchrecken?... Aber horch! was iſt das? Ein Wagen fährt vor dem Hauſe an. Man läutet mir! Wer mag das ſein?

verriegelte. Dann ſtellte er die Kerze auf den Pult und ſah der ſpäten Beſucherin forſchend ins Geſicht. Die Frau war ſehr echauffirt und aufgeregt, ihre Augen hatten einen eigenthuͤmlichen Glanz, und ihre Lippen zitterten vor fieberiſcher Ungeduld. Die Frau war hoch und ſtäm mig gewachſen, einfach gekleidet, und offenbar in einer ganz abſonderlichen Gemüthsbewegung.

Sie ſind Herr Benſen, der auf Pfänder leiht? hub ſie an.

Zu dienen, auch handle ich mit alten Möbeln und Büchern, Glas- und Küchengeräthe, Uhren, Kleidern, Gewehren....

(Fortſetzung folgt.)

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Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

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Mobiliar-Verſteigerung.

Ausbleiben jene Publikation dennoch geſchehen, ſofort das Teſtament als anerkannt betrachtet und vollſtreckt werden wird. Friedberg den 14. Februar 1854. Großherzogl. Landgericht

Golzvberſteji gerung (284) Dienſtag den 7. März l. J., Morgens 9 Uhr, ſollen in dem Freiherrl. von Löw'ſchen Wald zu Steinfurth, Diſtrikt Södlerbergstannen:

37 Stecken grobes Kiefern-Prügelholz,

(268) Dienſtag den 7. März d. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr anfangend, werden in der Be hauſung der verſtorbenen Alexander Schmidts Eheleute dahier die zu deren Nachlaß gehören den Mobilien, beſtehend: in Bettung, Kleider, Weißzeug, Commode, Tiſche, Stühle, Schränke, eine Ziege, ſechs Hühner, circa 2 Malter Kar toffeln, ſowie ſonſtige Hausgeräthſchaften, öffent lich meiſtbietend verſteigert, wobei bemerkt wird, daß das Vieh Vormittags ausgeboten wird. Friedberg am 25. Februar 1854. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts: Der Vorſteher des Großh. Ortsgerichts Ben der.

Edietalladung.

(282) Zur Publikation des von der ledigen Katharina Schütz zu Oberwöllſtadt errichteten Teſtaments werden, da deren Erben nicht ſämmt lich bekannt ſind, alle welche deßfallſige Anſprüche zu haben glauben auf

Dienſtag den 21. März, Morgens, unter dem Präjudize vorzuladen, daß bei ihrem

Hofmann. Holzverſteigerung. Oberförſterei Düdelsheim. (283) Freitag den 10. März l. J. ſollen im Moxſtädter Markwald, Diſtrikt Forſtwald, nach

ſtehende Holzſortimente verſteigert werden: 79½ Stecken Buchen ⸗Scheitholz II. Klaſſe, 7 Eichen⸗. Buchen-Prügelholz, 10 Eichen 1 Buchen-Stockholz, 9* Eichen⸗ 1

450 Stück Buchen-Wellen,

500Eichen-

21 Stämme Eichen-Bau-, Werk- und Nutz⸗ bolz von 7-18 Zoll Dicke und von 15-40 Fuß Länge.

Gegen vorſchriftsmäßige Bürgſchaft Zahlungs- friſt bis Martini d. J.

Die Zuſammenkunft iſt auf genannten Tag, Vormittags 10 Uhr, im Diſtrikt Forſtwald beim Steinbruch.

Obermoxſtadt am 25. Februar 1854.

Der Großherzogl. Bürgermeiſter Micke l.

10 dergl. Stockholz, 1900 dergl. Wellen, 400 Weichholz-Wellen, 11 Kiefern-Stämme S 206 Cubikfuß, 22 dergl. Rüſtraldel und 1600 Stück dergl. Baumſtangen, welche zum Einfriedigen von Gärten zu benutzen ſind, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Steinfurth den 1. März 1854. Der Freiherrl. v. Löw'ſche Revierförſter Weigand. erer (285 In dem Möller'ſchen Wirthshauſe zu Erbſtadt wird Dienſtag den 7. März d. J., Vormittags 9 Uhr, verſchiedenes Buchen-Werk⸗ und Brennholz meiſtbietend verſteigert. Windecken den 27. Februar 1854. Kurfürſtl. Heſſ. Rentei daf. Deichmann.

Holz⸗Verſteigerung.

(286) Dienſtag den 7. und Mittwoch den 8. März, jedesmal Vormittags 9 Uhr anfangend,

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