Kein Militärpflichtiger kann ſich durch einen Bevoll⸗ mächtigten, welcher Art er auch ſeie, fur tauglich erklären laſſen; er muß in Selbſtperſon erſcheinen, inſofern er ſich nicht dem im Artikel 43 des Reecrutirungsgeſetzes ausge— ſprochenen Nachtheile des Erſtmarſchirens ausſetzen will.
Friedberg den 28. April 1854.
Mk
Das ſel be
an ſämmtliche Großh. Bürgermeiſter des Kreiſes.
Betreffend: Das Mitnehmen ſchulpflichtiger Kinder auf Reiſen.
Indem ich Sie nachſtehend von dem in obigem Be— treff erlaſſenen höchſten Ausſchreiben in Kenntniß ſetze, empfehle ich Ihnen zugleich, ſich nicht ſowohl ſelbſt bei den zum Behuf der Ausfertigung von Reiſelegitimationen zu erſtattenden Berichten hiernach zu bemeſſen, ſondern auch jede in dieſer Beziehung Ihnen vorkommende Contraven— tion, unter Vorfuͤhrung der betreffenden reiſenden Schau— träger ꝛc., bei mir zur Anzeige zu bringen.
Friedberg den 24. April 1854.
Mu e.
Das Großherzogliche Miniſterium des Innern an ſämmt⸗ liche Großherzogliche Kreisämter.
Da ſchulpflichtige Kinder nicht ſelten von Schau— trägern, Kleinhändlern und ähnlichen herumziehenden In⸗ dividuen durch Mitnahme auf ihren Reiſen dem Beſuche der Schulen entzogen und hierdurch nicht nur in ihrer Er— ziehung vernachlaͤſſigt, ſondern häufig auch noch an Unſitt⸗ lichkeiten und Vagabundage gewöhnt und zu Bettlern und Vaganten erzogen werden, ſo finden wir uns veranlaßt, nach dem Vorgange der deßfalls in andern Ländern ge— troffenen Vorkehrungen, worüber wir Ihnen durch Aus— ſchreiben vom 23. November und 16. December vorigen Jahres zu Nr. D. 14,938 und 16,859 Mittheilungen ge⸗ macht haben, das Mitnehmen ſchulpflichtiger Kinder auf Reiſen von Schauträgern, Kleinhändlern und ähnlichen herumziehenden Individuen, ſeien dieſe Inländer oder Ausländer, hiermit ausdrücklich zu verbieten. Wir be— auftragen Sie zu dieſem Behufe, dafür zu ſorgen, daß die Reiſelegitimationen für Individuen der bezeichneten Art nicht auch auf Kinder, welche noch im ſchulpflichtigen Alter ſtehen, ausgedehnt werden, beziehungsweiſe ſolche Legitimationen zurückzunehmen, ſowie diejenigen reiſenden Schauträger ꝛc., welche in Begleitung von ſchulpflichtigen Kindern betreten werden, ſofort in ihre Heimath zu verweiſen.
Darmſtadt den 3. April 1854.
v. Dal wi g k.
Reuling.
Verhandlungen der Aſſiſen für die Provinz Oberheſſen.
Bei den am 1. Mai, Morgens 9 Uhr, unter dem Vorfitze des Großherzoglichen Hofgerichtsraths Dr. Nöllner eröffnet werdenden Aſſiſen des II. Quartals fungiren als Haupt⸗Geſchworene: Iſaak Hinkel, Obſt⸗ weinfabrikant in Vilbel; Georg Münch J., Landwirth in Harbach; Georg Laupus, Müller in Niedereſchbach; Paul Wege, Landwirth in Buchenau; Georg Walther VI., Bürgermeiſter in Bauernheim; Friedrich Diehm II., Packtuchhändler in Lauterbach; Wilhelm Schaake, Landwirth in Vöhl; Jeremias Külb, Fruchthändler in Großkarben; Heinrich Friedrich IV., Landwirth in Heimertshauſen; Adam Hoffmann II., Bäcker in Grünberg; Feibel Schlefinger, Handelsmann in Gladenbach; Tobias Stoll, Brannt- weinbrenner in Echzell; Karl Kaufmann Worms, Goldwaarenhändler in Gießen; Karl Draudt, Landwirth in Niederweiſel; Heinrich Berntheuſel, Landwirth in Wölfersheim; Johannes Mörſchel I., Müller in Ilbenſtadt; Georg Döll VI., Landwirth in Ulfa; Dr. Hermann Kopp, Profeſſor in Gießen; Peter Heinrich, Landwirth in Bernsfeld; Heinrich Wolf, Bürgermeiſter in Düdelsheim; Hermann Bücking, Kaufmann in Als⸗ feld; Heinrich Pfeiffer, Bürgermeiſter in Geilshauſen; Johannes Dechert, Landwirth in Bauernheim; Chriſtian Löber I., Bäcker in Gießen;
134«.
Raphael Oppenheimer, Eſſigfabrikant in Langgöns; Chriſtlan Jug⸗ bardt I., Bäcker in Gießen; Eduard Thorwart, Hofgerichts⸗Advocat 15 Gießen; Conrad Reuzel II., Bürgermeiſter in Kefenrod; Johannes Michel III., Landwirth in Oberrosbach.*
Zur Verhandlung kommen die Anklagen gegen: 1) Montag den 1. Mai, Karl Sommerſchuh von Vilbel, wegen Diebſtahls; Vertheidiger Hofgerichts⸗ advocat Dornſeif.— 2) Dienſtag den 2 Mai, Georg Früh III. von Queck⸗ born, wegen Münzfälſchung; V H.⸗G.⸗A. Dr. Sames;— 3) Mittwoch den 3. Mai, Johannes Frank von Eckhardsborn, wegen Diebſtahls; V. H.⸗G.⸗A. Pfannmüller I.— 4) Donnerſtag den 4. Mai, Heinrich Mink von Ober⸗ wöllſtadt wegen Diebſtahls und Schriftfälſchung; V. H.⸗G.⸗A. Dorn⸗ ſeiff.— Freitag den 5. und Samſtag den 6. Mai, a) Johannes Schmidt von Hartenrod; V. H.⸗G. A. Pfannmüller II.; d) Jacob Hintenlang daſ., wegen Diebſtahls; V. H.⸗G.⸗A. Roſenthal.
(Fortſetzung folgt in der nächſten Nummer.)
Marguerite Devereur. Erzählung. (Fortſetzung.)
Auf des Vaters Vorſchlag gingen ſie Beide dieſen
Morgen nach dem Hauſe des alten Devereux, um der Tochter noch einmal zu danken für das, was ſie gethan. Sie fanden den Alten in der Sonne in ſeinem Garten ſitzend und die Tochter vor der Hausthür neben ihren jüngeren Schweſtern mit der Nadel beſchäftigt.
Als ſie erröthend das anhörte, was man ihr Gutes ſagte, ſah Denis, welch' eine liebliche Jungfrau ſeine Ge— ſpielin geworden. Jede Anmuth, die das Kind verſprochen, hatte ſich zur ſeltenen Schönheit entfaltet.
An dieſem Abend beſuchte Denis die Stelle ſeiner Gefahr und ſeiner Rettung wieder. War es auffallend, daß er auch Marguerite da traf? Nein, es war ihr ge— wöhnlicher Spaziergang; und konnte ſie ahnen, daß der noch kranke Denis wieder ſo weit vom Schloſſe gehen würde? Ihr kleiner Bruder war bei ihr.
„Willſt Du mich wieder in den Fluß werfen, mein kleiner Freund?“ ſagte Denis.„Ich glaube, daß ſelbſt das Vergnügen, von Deiner hübſchen Schweſter gerettet zu werden, mich nicht wieder bewegen würde, ein ſolches Bad zu nehmen.“
Der Knabe ſah ihn etwas beſtüuͤrzt uͤber ſeine geſtern bewieſene Unbeholfenheit an, und das Lob der Schönheit trieb der Schweſter das Blut in die Wangen. Denis kehrte um und ging mit ihnen bis zu ihrem Hauſe; die trauliche Unterhaltung ließ den kurzen Weg noch kürzer erſcheinen. Dann ſagten ſie ſich gute Nacht unter Ge— fühlen, die nur die Liebe kennt, in der ſtillen Hoffnung, ſich wieder zu begegnen.
Am nächſten Tage ging Denis nach ihrem Hauſe, ohne ſeinen Vater, und nach herzlicher Begrüßung des alten Richard überreichte er Marguerite'n zum Geſchenk ein ſchönes Buch, das er früher in Paris gekauft hatte, damals nicht ahnend, welchem Zwecke es dienen ſollte. Während des tiefgefühlten Dankes, den ſie ihm für das werthvolle Geſchenk ſagte, wagte Denis, ohne daß Richard es hörte, zu ſagen:„Kommen Sie dieſen Abend wieder an's Ufer.“
Sie ward roth und lächelte zuſtimmend.
Am Ufer, an der Stelle, wo ſie den vorigen Abend geweſen, trafen ſie ſich wieder. Der Bruder, der mit ihr gegangen war, lief fort und ſpielte mit ſeinen Kameraden, die ſich dort auch erluſtigten. Denis bat ſie, weiter zu gehen, und ſie genoſſen den ſchönen Spaziergang am Ufer. Sie trennten ſich, mit dem Verſprechen, ſich wieder zu finden.
Und ſo trafen ſie ſich jeden Abend, und Marguerite fand ſolche Freude in dem Zuſammenſeyn mit Denis, daß wir wohl annehmen können, daß ſie ihn liebte, obwohl ſie dieſes Gefühl nicht einmal ſich ſelbſt geſtehen mochte. Sie hatte keine Ahnung davon, daß ſie Unrecht thäte; ſie war mit Guillaume Beranger verlobt, geliebt hatte ſie ihn nie.
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