Ausgabe 
31.3.1852
 
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182

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Intelligenz-Blatt

fuͤr die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

* 808

Mittwoch den 31. März

1852.

Von den erſchienenen Regierungsblättern ſind zu publiciren: No. 7. sub. 2; No. 10.

1; No. 4.; No. 6. sub. 1. und 2.;

No. 1. sub. 1.

und 2.; No. 2. sub. 1.; No. 3. sub. sub. 1.;

No. 11. sub. 1; No. 12.; No. 13. sub. 1

Amtlicher Theil.

Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks TFrriedberg a an die Großh. Bürgermeiſter dieſes Regierungsbezirks. Vetreffend: Die nach dem Geſetze vom 8. Januar 1852 vorzuneh⸗ mende Wahl des Gemeinderaths.

Wir benachrichtigen Sie, daß einem Jeden von Ihnen morgen ein Exemplar der von Gr. Miniſterium des Innern erlaſſenen Anleitung für das bei der Vornahme der Wahl des Gemeinderaths nach dem Geſetze vom 8. Januar 1852 einzuhaltende Verfahren nebſt dazu gehörigen Formularien, zum Dienſtgebrauche zugeſendet wird.

Friedberg den 28. März 1852.

Oeuvre r.

Polizei-Taxe zu Friedberg.

Da in No. 25. des Intelligenz-Blattes für den Regie⸗ rungsbezirk Friedberg, insbeſondere in den nach Außen ver ſendten Blättern bei Feſtſtellung der Polizei-Taxe für den zeitraum vom 27. März bis 2. April d. J. ein Irrthum untergelaufen iſt, ſo wird derſelbe dahin berichtigt, daß das Ochſenfleiſch per Pfund zu 11 Kreuzer und das Schwei nenfleiſch per Pfund zu 12 Kreuzer für die angegebene Periode feſtgeſetzt wurde, was hiermit zur allgemeinen Kenntniß gebracht wird.

Friedberg den 29. März 1852.

Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ben deer

Regierungsblatt⸗Auszüge.

Nr. 1. enthält: 1) Allerhöchſtes Edict vom 21. Dec. v. I., die Ergänzung der Feldtruppen im Jahr 1852(durch 1700 Mann) betr. 2) Bekanntmachung der Miniſterien des In. u. d. Kr. v. 22. Dec., die Vertheilung des Rekrutenbedarfs von 1852 auf die Provinzen betr. (auf Starkenburg 619, Oberheſſen 656, Rheinheſſen 425 Rekruten.) 9 Verzeichniß rechtskräftig gewordener, in Gemäßheit des Art. 30 des Strafgeſetzbuchs bekannt zu machender Straferkenntniſſe der Gerichte der Jrovinz Starkenburg: 44 Fälle, darunter a. Zuchthausſtrafen: 1 lebens⸗

rens.

länglich wegen Mords, 1 von 9 Jahren, 1 von 8 J. beide w. Raubs,

w. Körperverletzung mit tödtl. Erfolge, 1 von 5 J. w. Schriftfälſchung, 1 von 4% w. Schriftfälſchung u. Betrugs, 1 von 4 J. w. verſuchten Attentats gegen die Sittſamkeit, 4 von, 3 und 2 J. w. Diebſtähle; b. Correctionshausſtrafen: 3 von und 7 von 2 Jahren wegen Diebſtähle, Betrugs, Schriftfälſchung, Blutſchande, Körperverletzung, We e Landſtreicherei u. ſ. w. 4) Geſtorben ſind: Aug. O.⸗A. u. Caſſ.⸗G.⸗Rath v. Biege⸗ leben, dahier; 17. Oct. 28555 Oberlieut. Faſſig; 19. evang. Pfarrer Schunkmann zu Hillesheim und Schullehrer Keller zu Sellnrod; 25. Decan und Pfarrer Dauber zu Waldmichelbach; 3. Nov. wirkl. Geh.⸗R. und frühere Bundestagsgeſandte Frhr. v. Gruben dahier; 16. geiſtl. Rath und emer. Pfarrer Müller zu Lampertheim; 17. penſ. Schullehrer Roth zu Endbach und penſ. Schullehrer Seim zu Klein- felda; 20. Poſtexpeditor Carl zu Gedern; 22. penſ. Schullehrer Metz ler zu Waldülversheim; 9. Dec. evang. Pfarrer und Lehrer Keim zu Hungen; 16. Landgerichtsdiener Plock zu Rödelheim; 24. penſ. Diſtriets⸗ Steuer⸗Einnehmer Lexa zu Darmſtadt.

Der Ning. Eine Erzählung von Ernſt Ritter. (Fortſetzung.)

Unterdeſſen verlangte Herr Langenwärter Aufſchluß von ihr. Kraft des Einfluſſes, den ſie von jeher auf ihn ausgeübt hatte, nahm ſie ihm das Verſprechen ab: ſeine Tochter mit Vorwürfen zu verſchonen, und erzählte ihm, was ſie ſelbſt wußte und was ſie für das einzige Mittel hielt, um den Zauber zu löſen, der ſich um das Gemüth des armen Mädchens gelegt hatte. Herr Langenwäͤrter nahm die Sache ziemlich gleichgültig, überzeugt, daß die Faſeleien eines jungen Mädchens ſeinen Plänen nie ernſt lich in den Weg treten könnten; verſprach indeſſen Els beth: in der Sache nichts ohne ihre Zuſtimmung zu thun.

Es kam endlich Antwort von dem Reiſenden. Er war außer Stande, irgend eine Auskunft zu ertheilen, nannte indeſſen drei bis vier Orte, mit denen die Trup penabtheilung, in der Robert damals diente, in Berührung gekommen war. Elsbeth ſchrieb überall hin, erhielt aber keine Antwort.

Unterdeſſen fand Herr Langenwärter, daß es an der Zeit ſei, wo auch er einen Streich auszuführen habe, und nahm eines Morgens Victorie ſelbſt in's Gebet. Er re dete Anfangs ruhig mit ihr, die ſtumme Verzweiflung in ihren Blicken bei der bloßen Berührung eines Heiraths planes regte ihm aber von Anfang die Galle auf, und