Ausgabe 
27.3.1852
 
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* heraus, und verkündigte ihr: daß ihre Hochzeit in drei ein werde.

i war in einem Grade ſcheu und furchtſam, daß, wenn es ſich darum gehandelt hätte, ihr eigenes Le⸗ ben durch eine muthige Vertheidigungsrede zu retten, ſie wahrſcheinlich ſtill geſchwiegen hätte; aber hier war nicht von ihrem Leben die Rede, ſondern ſie ſollte einen Frevel begehen, einen Meineid, denn ſie hatte ſich Robert zuge⸗ ſchworen; ſo lange er den Ring beſaß, war ſie ſein allei⸗ niges rechtmäßiges Eigenthum; hätte er ihn ihr wieder geſchickt, ſo hätte ſie dieſes Zeichen ſeiner Erkaltung un⸗ ausſprechlich gekränkt und betrübt, aber ſie hätte dann Herrn Oswald, unbekümmert ob er ſie glücklich oder elend mache, geheirathet, aus Gehorſam für ihren Vater; und Niemand hätte ihr den Zwang angemerkt; man hätte ihr ſtilles Weſen für ihr eigenthümliches gehalten, und Man cher hätte Herrn Oswald um die harmloſe 5 anſpruchsloſe Ehefrau beneidet, die zwar mit Niemand fröhlich geweſen wäre, aber auch Nimanden Aerger gemacht hätte. Jetzt aber war, was ihr Vater verlangte, eine Unmöglichkeit; eben ſo gut hätte er einer verheiratheten Frau zumuthen können, einen zweiten Ehebund zu ſchließen. Sie hatte aber eine ſolche Furcht vor der Erinnerung des rohen Ausbruches ihres Vaters gegen Robert, daß ſie nicht den Muth gewinnen konnte, ihm ihre Widerſetzlichkeit an⸗ zukündigen; ſie weinte ſtill für ſich, rang die Hände und flehte Gott und alle Heiligen um Rettung. Herr Langen wärter ward im höchſten Grade ungeduldig, brachte aber nichts aus ihr heraus, als ein Verlangen nach Baſe Els beth. Er war froh, die Scene unterbrochen zu ſehen, und nahm Hut und Stock, um ſie zu holen. g

Sie fand Victorie noch in derſelben verzweifelten Stimmung; ihrem liebevollen Zureden gelang es endlich, ihr ein unumwundenes Geſtändniß des Vorgefallenen zu entreißen. Was Elsbeth dabei erſchrecken machte, war nicht die Wichtigkeit der Begebenheit, ſondern ihre Kennt⸗ niß von Victorien's Charakter. Sie wußte, daß jedes Zureden vergebene Mühe ſein würde, und daß die Zu⸗ rückſtellung des Ringes die einzige Bedingung ſei, um Victorien's Einwilligung zu erlangen. Eigentlich lag ihr in dieſem Falle nichts an derſelben, denn Herr Oswald war nicht der Mann, dem ſie ihre Nichte wünſchte; aber ſie glaubte nicht an Robert's Treue, und ängſtigte ſich bei dem Gedanken: ihrer Adelgunde Kind einem Hirnge ſpinſte als Opfer verfallen zu ſehen. Sie beſchloß daher alles Mögliche zu thun, um den Aufenthalt Roberts aus zuforſchen, und ſchrieb zuvörderſt jenem Reiſenden, der ihnen einmal Nachrichten von dem Verſchollenen gegeben hatte.

(Fortſetzung folgt.)

Für die Hülfsbedürftigen im Vogelsberg und Odenwalde.

Zur Linderung der Noth unſerer hartbedrängten Brüder im Odenwalde und Vogelsberg find bis zum 22. d. M. weiter eingegangen und wird hiermit unter herzlichſter Dankſagung beſcheinigt.

A. An Gelddeiträgen:

Bei Hrn. Profeſſor Dr. Fertſch: von den Mitgliedern des evangeliſchen Prediger⸗Seminars zu gleichen Theilen für die Vogelsber⸗ ger und Odenwälder 21 fl.

Bei Hrn. Profeſſor Dr. Sell: von A. zu O. für die Vo⸗ gelsberger 5 fl.; N. N. desgl. 2 fl.; Frau Auditeur Pilger für dieſelben 9 fl.; den Schülerinnen des Candidaten Kärſt 5 fl. 4 kr.

Bei Hrn. Domainenrath Buß: von N. N. für die Vo⸗ gelsberger 5 fl.; für dieſelben von K. 2 fl.

Bei Hrn. Bürgermeiſter Bender: von K. H. für die Vogelsberger 1 fl.; Heinrich Hanſtein, ledig, für dieſelben 1 fl.; Profeſ⸗ ſor Roller für dieſ. 2 fl.; N. N. 18 kr.; Anton Jünger v. Rockenberg

6 kr.; N. N. zur Halfte für die Vogelsberger und zur anderen für die

Odenwälder 1 fl.

Bei Hrn. Schäfer in der Blinde nanſtalt: a) für die Vogelsberger: von Ungenannt 4 fl.; P. F. 48 kr.; den Kindern des Herrn Rahn 24 kr.; durch Herrn 1 5 Strack zu Oberrosbach von etlichen Schulmädchen 54 kr.; b) für die Odenwälder: von Ph.

Müller 36 kr.; einem Kind kr.; G. 24 kr.

Bei Hrn. Reg.⸗Sekr. Krach: von Pfr. Görtz zu Florſtadt für die Odenwälder u. Vogelsberger 6 fl.; ferner für die Vogelsberger von Reh, 1 fl. 30 kr.; Frau Depireux 1 fl.; 5 Kindern des Hrn. J. Depireux 30 kr.; H. 6 fl.; auſſerdem durch die Expedition des Intelli⸗ genzblattes von v. S. 5 fl.

Bei Hrn. Gemeinderath J. Falk: für die Vogelsberger:

von Nicolaus Engel 2 fl.; J. F. 2 fl; L. B. 12 kr.; einer Magd M.

D. 6 kr.; Ungenannt 24 kr.

Bei Hrn. F. W. Reuß: von Eduard Ruths für die Vogels⸗ berger als ein Antheil an dem Einnahmeüberſchuß von dem Mas- kenball b. Gerlach 1 fl. 45 kr.; ferner v. Ungenannt 30 kr.

Bei Hrn. Gemeinderath G. Schmidt: von F. 24 kr. Samuel Engel 18 kr. N

Bei Hrn. Cronenberg: von Actuar Hiſſerich für die Vogels⸗ berger 3 fl.; der erſten Schule zu Ockſtadt durch Hrn. Lehrer Gros ge⸗ ſammelt für die V. 4 fl. 30 kr.

Bei Hrn. Stadtrechner K. Heidt: von Gemeinderechner 1 nee in Ockſtadt für die Vogelsberger 1 fl. 24 kr.; A. zu N. 15

Bei Hrn. Joh. Steinhäußer: von W. M. 1 fl.; Fr. E. 2 fl. Bei Hrn. C. Morell: von Domainenbote Heß fur die V.

2. KN Bei Hrn. Mayer Hirſch: von Sprachlehrer Kraus 1 fl.; F. P. aus Bönſtadt für die Vogelsb. 1 fl.

B. An Naturalien und Kleidungsſtücken:

Bei Hrn. Schäfer in der Blindenanſtaltt: von J. Huber für V. 25 Pf. Hirſe; H. Falk einen Pack getragene Kleider; D. A. Fritz 50 Pf. Reis; S. 20 Pf. Reis für die V.; Ungen. 8 Mannshem⸗ den, 1 Frauenhemd, 2 Weſten und 2 Windeln für die V.; K. Klein 1 Manne voll Kartoffeln für V.; Gerber Helwig 2 Mannen voll Kar⸗ toffeln(V.); Schreiner Valentin sen. 1 Manne voll Kartoffeln(V.); Fr. X. 1 Paar wollene Strümpfe, 1 Paar bw. Ditto u. 1 Halstuch für die O.; Foucar 1 Sack Kartoffeln für V.; H. Falk 1 Sack Kartof⸗ feln für Siechenhauſen; J. ein Päckchen getr. Kleider für d. DO.; d. 0. Römheld 3 Päcke Kleider, Bettwerk, Leibwäſche, Lebensmittel NB. für Siechenhauſen iſt am vorigen Donnerſtag bereits nach Schotten ab⸗ gegangen. Ferner von H. Hahn für die V. 20 Pf. Reis; Seifen⸗ ſieder Rahn 1 Simmer Kartoffeln; J. H. ein Päckchen getr. Kleider. Bemerkt wird hierbei, daß die für die Vogelsberger eingegangenen Natu⸗ ralien nächſten Dienſtag an den Ort ihrer Beſtimmung abgehen werden.

Die vom 15. bis heute eingegangenen Geldgaben betragen: 103 fl. 40 ¼ kr. dazu die in No. 22. d. Bl. bereits angezeigten 301 46 ſonach im Ganzen 405 fl. 26 ½ kr. 10 Zur Abwehr des äuſſerſten Mangels bittet man um weitere milde

aben. Friedberg den 22. März 1852.

In Auftrag des Comités

Mayer Hirſch.

Als Beiträge zur Gründung einer Suppenanſtalt in der am meiſten bedrängten Gemeinde Siechenhauſen ſind eingegangen und bereits unter Heutigem von dem Unterzeichneten an Großh. Pfarrer zu Herchenhain abgeſandt worden: Durch Hrn. Lehrer Ramſpeck: Erlos aus einer Anzahl von Predigten von W. Baur in Darmſtadt(erſte Sendung) 6 fl; Ungenannt 3 fl. 23 kr.; von den Schülern der hie⸗ ſigen Realſchule, und zwar von Cl. I. 4 fl.; von Cl. II. 7 fl. 12 kr. von Cl. III. 4 fl. 30 kr. Summa 25 fl. 5 kr.

Friedberg den 17. März 1852.

Göxing.

Für die nothleidenden Vogelsberger

gingen bei der Abendunterhaltung des hieſigen Muſikvereins, nach Ab⸗ zug der Koſten, 43 fl. 42 kr. ein, welche alsbald an das betreffende Hülfscomité befördet wurden. Wir glauben nicht unerwähnt laſſen zu dürfen, daß Herr Gerlach für den Saal, Heizung und Beleuchtung, und Herr Wilhelmj für Inſerate nichts angerechnet haben. Friedberg den 25. März 1852. Der Vorſtand.

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