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tuͤchtig quälen ſoll, halt' nun Wacht! ſo faß! 0
Mit den Worten ging er hinaus. Der Soldat wollte auffpringen und ſein Gewehr greifen, aber Sultan knurrte, trat näher und wies ſo bedenklich die Zähne, daß der Rothe ſich ſtille duckte. Wie er ſich rührte, ſprang der Hund wüthend auf ihn zu. Ließ er nur ein Wort laut werden, ſo war's als wollte ihn der Hund zerreißen.
Nun ging aber eine andre Qnal an. Der Ofen ſprühte eine Hitze aus, daß der Soldat ſchier lebendigen Leibes verbrannte. Waſſer hatte er keins und doch quälte ihn ein entſetzlicher Durſt. Rührte er ſich oder wollte er den Mund aufthun, ſo ſprang der Hund wie raſend auf ihn zu und drohte ihn zu zerreißen.
Es blieb nichts übrig, als ſeine Wuth zu verſchlucken und ſtille die Höllenqual auszuhalten, denn kein Menſch ließ ſich ſehen, aber am Ofen wurde immer geſchürt, wenn die Hitze nachlaſſen wollte.
In dieſer wahrhaft hölliſchen Qual mußte der Sol⸗ dat von ein Uhr Mittags bis fünf Uhr Abends liegen, ohne ſich zu rühren. Er war ſchier des Todes, als end— lich der Müller eintrat.
Wie ſteht's? fragte er. Iſt's Euch nun warm und habt Ihr Euer Schläfchen gehalten?.
Hol' Euch Dieſer und Der! rief der Soldat.—
Stille, ſagte der Müller, der Hund hier verſteht deutſch. Muckt Euch, ſo hat er Euch am Kripps. Fra⸗ gen wollt' ich Euch, ob Ihr nun ordentlich ſein wollt' Ihr ſeht, der ſchlechte Schultheis hat Euch gehetzt. Wollt Ihr brav ſein, ſo ſollt Ihr's haben, wie ein Kind bei
Ruͤhrt er ſich,
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Das gelobte der Rothe und der Müller holte ſeinen Hund weg und erquickte den Soldaten, der von nun an muſterhaft höflich und manierlich war; aber gegen den
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Schultheis ſtieß er wüthende Drohungen aus. pal 1 f. 0 Bei dem Veit ging's anders. Veit war ein Mann r J pa e
von rieſiger Stärke, aber klein und unterſetzt. Als der a Die
Soldat eintrat, machte er's, wie der Rothe in der Mühle.“ einer— 1 Veit ſagte: Ich bin ſelbſt Soldat geweſen und ung l Ered
i lung.“ was einem ſolchen zukommt. Darüber wurde der Soldat fever ae
grimmig und faßte Veit bei der Kehle.* Dunn Der verſtand keinen Spaß, griff den patzigen Sol- N an
daten und walkte ihn der Art durch, daß er nach Gott digen de ſchrie. Geh' nun hin, ſagte er zu ihm, und bedanke dich 110 begahlen! bei dem Schultheis, der dich gehetzt hat! Ich weiß, 14 auer das Alles herkommt.
Das wirkte. Der Soldat nahm's ſtille hin und be⸗ trug ſich ordentlich. Veit aber hielt ihn vortrefflich.
Am andern Morgen zogen ſie ab. Jeder von den beiden Soldaten hatte aber mit dem Schultheis noch eine ö Rechnung. Sie blieben etwas zurück und ſtürmten dann af dem Beide in des Schultheiſen Haus. Der ahnete nicht wie's 125 ſtand; aber ſie ſetzten es ihm kurz auseinander, und da 0100 Aue Wa Jeder, als Gefreiter, einen Haſelſtock trug(es waren 7 Oe 10 Oeſterreicher, die den Artikel verſtehen), ſo machten ſie ſich Fit Kate!
ſeinen Eltern.
an ihn und bläueten ihn weidlich durch, daß er an der iu del
Erde kroch und heulte, richteten ihm dann freundliche 0 Die Eu
Grüße von ihren braven Wirthen aus und machten ſich e nächte Erddig
davon, der Compagnie nach. i ig 17 Als der Müller und Veit ihn, nachdem er von den
Prügeln geheilt war, wiederſahen, fragten ſie ihn freund⸗ 9175
lich, ob nicht bald wieder Einquartierung käme?— J Dienf
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
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Oeffentliche Ladung.
(1050) Anſprüche aller Art an den Schäfer Friedrich Jung von Florſtadt, über deſſen Ver⸗ mögen Concurs erkannt worden iſt, ſind
Mittwoch den 28. Juli, Vormittags 9 Uhr, bei Meidung ſtillſchweigenden Ausſchluſſes von der Maſſe dahier anzuzeigen.
Friedberg den 14. Juni 1852.
Großh. Heſſ. Landgericht J. Ay d. D.
v. Pi eu ſ ch e n. Bekanntmachung.
4019) Aus den Magazinen hieſiger Strafanſtalt können jederzeit gute Strohfeuereimer, das Stück zu 52kr., bezogen werden, worauf man nament⸗ lich die Herren Bürgermeiſter bei etwaigen Bedürfniſſen in ihren Ge⸗ meinden aufmerkſam zu machen ſich erlaubt. Marienſchloß den 14. Juni 1832. Die Gr. Heſſ. Zuchthaus⸗Receptur Keim.
Bekanntmachung,
betr.: Brenn⸗ und Nutzholzverſteigerung im Gr. Domanial Burgwald, Reviers Ober⸗ rosbach.
1052) Montag den 28. d. M. werden in dem diesjährigen Abtriebsſchlag des obengedach⸗
ten Waldes an die Meiſtbietenden öffentlich verſteigert:
74 17 1 7
Kauf, Tauſch, Schenkung oder Erbſchaft erge⸗
J Uhr, werden lortmente m
ben hat, welcher in den Flurbüchern noch nicht en 39½% Stecken geſchältes Eichen⸗Prügelholz, gewahrt if, ihre deßfalls gerichtlich beftätigten 140 5 Nadel⸗Prügelholz, Urkunden mit den Steuerzetteln der alten und 17 Eichen⸗Stockholz, a neuen Beſitzer zum Eintrag in das Tagebuhß 3% 0 9175 geſchälte eichene Reiſerholz⸗Wellen, bis längſtens 31. Juli d. J. bei dem Unterzeich⸗ 66 Stück El 13 Nadel ⸗Reiſerholzwellen, neten einzureichen, da nach dieſem Termin keine 10 6 Wagen Schlagabraumholz, Wahrung in den Flurbüchern für 1853 mehr 143„ 9 550 Stück eichene Stangen zu Baumſtützen. erfolgen kann, wodurch die alten Befitzer ver⸗ 6 Bagen 4 Die Verſteigerung beginnt präcis 8 Uhr. bunden ſind die betreffenden Steuern noch für Ockſtadt den Oberrosbach den 19. Juni 1852. das künftige Jahr fortzuenlrichten. f D Der Großh. Heſſ. Revierförſter Friedberg den 24. Mai 1852. N des Reviers Oberrosbach Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter plz v Bingmann. Bender. UN) Da n
Immobiliar⸗Verſteigerung. (1067) Dienſtag den 10. Auguſt l. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die nachverzeichneten, dem hiefigen Bürger Hein⸗ rich Bender gehörenden Immobilien, als:
Gemarkung Burg Friedberg: Pag. 89 No. 18 Hofraithe, als: Wohnhaus. Stall, Schoppen und Gärtchen, ie ſen: „ 827„ 48 9,8 Klafter= 5½ Ruthen
im Ried, „ 827„ 50 13,1 Klafter 6% Ruthen daſelbſt, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 24. Juni 1852. In Auftrag: Großh. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter
Bekanntmachung, betr.: Das Ab⸗ und Zuſchreiben über Beſitzwech⸗ ſel von Immobilien in den Gemarkungen Stadt und Burg Friedberg für 1853.
Garten⸗Verſteigerung.
(1069) Dienſtag den 10 Auguſt l. J., Vor⸗ mittags 11 Uhr, wird in dem hieſigen Rath⸗ hauſe ein dem hiefigen Bürger Emmerich Rauch gehörender Garten in der Gemarkung Burg Friedberg: Pag. 254 No. 2 155 Ruthen bei der Uſa an Heinrich Salzmann II. und Georg Friedrich Rumpf, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 24. Juni 1852. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.
Holzmacher⸗ Arbeit.
Tier u Wulge f Iten wagen Jount kimente Mawoc ½9 Uht, in d 23 ½ See 9759 Eichen 4 Wage
(1070) Dienſtag den 29. d. M., Vormit⸗(10 l;) Di. Bender. tags um 10 uhr, ſoll das Kleinmachen des bis in den e Brennholzes für das hieſige Lazareth auf die. Dauer vom 1. Auguſt 1852 bis Ende Juli Erfill a 1853 auf dem Lazareth⸗Büreau an den Wenigft⸗ lung d nehmenden veraccordirt werden. Die Bedin. ferner en gungen liegen daſelbſt zur Einſicht offen. N
(1068) Es werden hiermit alle Beſitzer von Immobilien in den rubricirten Gemarkungen aufgefordert, bei denen ſich ein Wechſel durch
Friedberg den 23. Juni 1852. In Auftrag: Hoffmann, Lieutenant.


