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leihe, ſo erwarte ihr Töchterlein ein glänzendes Loos— da er alsdann für das Kind, wie für deſſen liebenswürdige Mutter ſehr anſehnliche Leibgedinge ausſetzen werde. Ich mußte herzlich lachen, als ich ſeiner Herrlichkeit Schreiberei las, daß er plötzlich ein junger Verliebter geworden; und ich ſagte, indem ich Gabrielen die Epiſtel zurückgab:„Wie ſchade, meine Theuerſte, daß wir nicht ſolch' einen edeln Vater für unſere kleine Ella haben können!“ denn die Möglichkeit, daß Gabriele einen faſt ſiebenzigjährigen Mann heirathen könnte, brachte ich auch nicht für einen Augen⸗ blick in Anſchlag. Ich wurde daher ausnehmend über⸗ raſcht, als ſie in vollem Ernſte antwortete:„Warum kann denn Lord Treherne nicht ein Vater für mein Kind ſein, liebe Ruth?“ ö 5 f
„Weil Du, theuerſte Schweſter, ihn nicht heirathen
önnteſt— er iſt ſo alt. 8 3 1 8 die Abſicht, ihn zu heirathen, Ruth; konnteſt Du noch daran zweifeln? Hätte ich ſo fortleben können, wie ich gethan, ohne mich auf eine prophetiſche Hoffnung zu ſtützen? Meinſt Du, wenn Lord Treherne doppelt ſo alt wäre, ich würde Rang, Reichthum und Macht zurückweiſen? O Ruth, ſtände ich allein, ſo möchte die Sache ganz anders ſein.“— Sie redete in einem Tone unterdrückter Herzensangſt und leidenſchaftlicher Be⸗ kümmerniß.—„Aber blicke auf ſie, indem ſie auf den ſchlafenden Engel zeigte,„um ihretwillen würde ich mich auf jeglichem Altar zum Opfer bringen. Ihr Schickſal ſoll heiterer als das ihrer Mutter ſein— wenn anders es in der Macht der Mutter ſteht, zu erhalten und zu beglücken. Sie darf nicht verdammt ſein zur Armuth und Abhängigkeit. Nein, nein! ich gebe ihr einen Vater, wel⸗ cher in ihr den alten Ruhm unſers Stammes wiederher⸗ ſtellen kann; denn meine Ella iſt ein Sproß der ritter⸗ lichen O'Briens und der edeln de Coureys.“ 0
„Und der Erminſtouns von Erminſtoun⸗Hall,“ fügte ich ſanft hinzu, denn Gabriele war mächtig aufgeregt.
„Nenne dieſe nicht, Ruth; nenne ſie nicht, wenn Du mich lieb haſt. Ihren verhaßten Namen zu vertauſchen, was wollte ich darum nicht thun?“ 5
Ach! dachte ich, Du täuſcheſt Dich ſelbſt, arme Schweſter, über dieſe vermeintliche Darbringung Deiner ſelbſt auf einem Opferaltare; es geſchieht nicht für Dein Kind allein, wenn Du Dir's auch einbildeſt. Vielmehr ſoll Blanche Erminſtoun durch Dich in ihrer Hoffnung ge— täuſcht werden, Du wirſt Rache erlangen und reichliche Be— friedigung für Deinen Stolz, und wahrlich„das Herz iſt trügeriſcher als alles Andere!“
Herr Dacre trat gerade in's Zimmer, als Gabriele ihre Rede ſchloß, denn wir hatten ſein beſcheidenes Klopfen nicht gehört, er kam unangemeldet. Beim Anblicke des jungen Paſtors erröthete meine Schweſter über und über, und es zitterten ihre Hände bei dem vergeblichen Be— mühen, Lord Treherne's Brief wieder zuzumachen, den ſie zuletzt ganz ungeduldig zuſammendrückte. Ich hörte einen halb unterdrückten tiefen Seufzer, als ſie mit verſagender Stimme unſerm Gaſte einen„guten Abend“ bot. Ach! wenn das Herz uns weh thut und, vor Todesangſt po— chend, verborgen und unterdrückt werden muß, ſo bedarf es einer heldenmüthigen Selbſtbeherrſchung, um zu den Gemeinplätzen dieſer Alltagswelt herabzuſteigen; doch lernen Weiber ſchon frühzeitig ihre Gefühle verbergen und nie— derhalten, wenn vorzeitiger Kummer ſie von wirklichen oder eingebildeten Sympathien getrennt hat. Ich errieth meiner Schweſter Herz, ich wußte um ihr Herz, ich wußte um ihr Geheimniß, und ſprach in meinem Innern:„Ach was iſt Frauenliebe!— ſie iſt ſchon bei Seite geworfen!“
(Fortſetzung folgt.)
Kirchenbuchs⸗Auszug vom Monat Novbr. Friedberg. Getraute:
7. Ferdinand Chriſtian Damm, Bürger und Kaufmann dahier, des weiland hieſigen Bürgers und Kaufmanns Peter Damm ehelicher lediger Sohn, und Eleonore Mathilde Johanna Engel, des hieſigen Bürgers und Metzgermeiſters Joh. Heinrich Engel eheliche ledige Tochter. eee
7. Johann Georg Schneider, Bürger und Muſikus da⸗ hier, des weiland Johannes Schneider, Ortsbürgers und Leinwebers zu Raunheim, Kreiſes Großgerau, ehelicher Sohn, und Katharina Walz, des weiland Michael Walz, hieſigen Bürgers und Metzgermeiſters, eheliche Tochter.
13. Philipp Auguſt Vollmar, Großh. Quartiermeiſter zu Darmſtadt, des verſtorbenen Doktors der Medizin Gallus Philipp Vollmar zu Arheiligen hinterlaſſener ehelicher lediger Sohn, und Charlotte Storch, des Gr. Berginſpektors Auguſt Storch dahier eheliche le⸗ dige Tochter. a
20. Johann Joachim Büttner, hieſiger Buͤrger, Schuh⸗ macher und Thürmer, des verſtorbenen hieſigen Bür⸗ gers und Schuhmachermeiſters Heinrich Büttner hin⸗ terlaſſener ehelicher Sohn, und Anna Maria Katha⸗ rina Schwalm, des verſtorbenen hieſigen Bürgers und Schneidermeiſters Anton Schwalm hinterlaſſene ehe⸗ liche Tochter.
21. Johannes Becker, hieſiger Bürger und Schreiner⸗ meiſter, des hieſigen Buͤrgers und Oekonomen Chri⸗ ſtian Becker ehelicher lediger Sohn, und Johanna Maria Pfeiffer, des verſtorbenen hieſigen Bürgers und Schuhmachermeiſters Philipp Heinrich Pfeiffer hinterlaſſene eheliche ledige Tochter.
28. Ernſt Friedrich Müller, Bürger und Metzger dahier, des weiland hieſigen Bürgers, Metzgermeiſters und Wirths Joh. Michael Müller hinterlaſſener ehelicher lediger Sohn, und Maria Eliſabetha Valentin, des hieſigen Bürgers und Schreinermeiſters Karl Valentin eheliche ledige Tochter. i
Getaufte:
4. Dem hieſigen Bürger, Bäckermeiſter und Conditor Heinrich Tobias Walz ein Sohn, Georg Heinrich, geb. den 7. Oktober. 1
14. Dem hieſigen Bürger und Metzgermeiſter Emmerich Hanſtein eine Tochter, Margarethe Emilie Eliſabethe, geb. den 23. Oktober.
14. Dem hieſigen Bürger und Weißbindermeiſter Friedrich Karl Hieronimuß ein Sohn, Johann Jakob, geb. den 3. November.
19. Dem Gr. Lieutenant im 2. Bataillon des 4. Gr. Infanterieregiments Karl Auguſt Clar eine Tochter, Eleonore Louiſe Wilhelmine Suſanna, geb. den 21. Oktober.
21. Dem hieſigen Buͤrger und Schneidermeiſter Friedrich Joachim Gotthard Stein ein Sohn, Heinrich, geb. den 23. Oktober.
22. Dem hieſigen Bürger und Schneidermeiſter Auguſt Seibert ein Sohn, Wilhelm, geb. den 23. September.
28. Dem Bürger zu Wackernheim, Kreiſes Bingen, und Poſtcondukteur dahier Andreas Müller ein Sohn, Albert, geb. den 15. Oktober. b
Nachtrag zum Oktober.
24. Dem hieſigen Buͤrger und Maurer Ludwig Jakobi eine Tochter, Maria Sabine, geb. den 15. Oktober.
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