der angewandten Hetzereien und Winke, die ſie hatte fallen laſſen, nicht zu verderben. N Als Aubdre an dieſem Abend nach Hauſe kam, fragte ihn zu ſeiner Ueberraſchung Julienne nach dem Orte, wo er geweſen ſei und bat ihn, es ihr zu ſagen. Er erwi⸗ derte ihr ernſten Blickes, daß er es ihr nicht ſagen könne, und erſuchte ſie, nicht ferner einem Gegenſtande nachzu⸗ fragen, der ſie nicht im Entfernteſten beruͤhre und ſie nicht einmal überraſchen würde, wenn ſie Alles erführe. Wie gewöhnlich neckten ſich Beide wegen dieſes Geheimniſſes, und ließen dieſen Gegenſtand des Geſpräches fallen. Ma⸗ dame Margot war es zwar für dießmal nicht gelungen, die jungen Eheleute an einander zu hetzen; aber ſie hatte wenigſtens bei Fran Folitton das glühende Begehren an⸗ geregt, das Geheimniß zu ergründen. So gutmüthig Ju⸗ lienne auch war, konnte ſie doch ihre Natur nicht beſiegen und ihrer Neugier nicht Zwang anthun. i i Eines Tages überlas ſie flüchtig die Seiten einer Zeitung, welche André ſich hielt, als eine öffentliche An⸗ kündigung eigenthümlicher Art ihr in's Auge fiel. Die Ueberſchrift lautete:„Die Somnambüle,“ und die Anzeige ſelbſt meldete, daß Mademoiſelle Trompère, deren wunder⸗ bare Fähigkeiten und ausnehmender Scharfblick das größte Erſtaunen und Aufſehen erregt haben, noch immer fort⸗ fahre, an gewiſſen Tagen mesmeriſche Sitzungen zu geben. Julienne ſchlug nun das Papier um und las an⸗ dere Sachen, aber von Zeit zu Zeit kehrte ſie wieder zu jener Anzeige zurück, überlas ſie wieder, und legte endlich mit fröhlichem Lachen das Blatt nieder. Am Ende der Anzeige ward unverbrüchliche Verſchwiegenheit zugeſagt: das gefiel ihr ganz beſonders. Sie hatte ſchon gar merk⸗ würdige Geſchichten von Hellſeherinnen erzählen hören, war arglos, wenig mit der Welt bekannt und hielt es für einen trefflichen Witz, die Kraft von Mademoiſelle Trompere's Scharfblick zu erproben. Da ſie ſchon am nächſten Tage in Geſchaften nach Paris ging, beſchloß ſie, ihr Vorhaben ſogleich auszuführen; ſie freute ſich ſchon im Voraus, wenn ſie ſich die Ueberraſchung ihres Gatten vergegenwärtigte, falls ſie ihm in den nächſten Tagen zu erkennen gab, daß ſie um ſein Geheimniß wiſſe.—
Mit funkelnden Augen und einem ſchlauen Lächeln auf den friſchen Lippen wanderte die junge Frau am fol⸗ genden Tage die lange enge Rue St. Nicolas in Paris entlang. Am Hauſe der Hellſeherin angelangt, fragte ſie beim Concierge nach Mademoiſelle Trompere.
„Im vierten Stockwerke links!“ war die Antwort, und Julienne eilte die enge Treppe hinan. Auf der An— lände der vierten Treppe ſchellte ſie an der Klingel zur Linken, und erwartete mit ziemlicher Bangigkeit den Erfolg des Anläutens. Endlich ward die Thüre geöffnet, und heraus trat ein alter Mann von wahrhaft ehrwürdigem und imponirendem Aeußern. Dicke Locken eines langen Silberhaares fielen zu beiden Seiten einer hohen klaren Stirne nieder; das bleiche aber freundlich-ernſte und milde Geſicht hatte einen eigenthümlichen, faſt myſteribſen Zug. Hager und von mittlerer Größe, trug er einen dunkel— grünen Schlafrock, der ihn weit größer erſcheinen ließ, und die kleine Julienne wähnte, ihr Lebtage lang keinen ſo achtbaren Greis geſehen zu haben. Sein zerſtreutes Weſen und eine Brille mit großen Gläſern gaben ihm das Anſehen, als habe er ſich eben erſt von ſehr ernſten Stu— dien erhoben. Julienne bedauerte beinahe, ihn in dieſen Arbeiten geſtört zu haben, um ſo mehr als ja ihr eigenes Anliegen ein verhältnißmäßig ſo unbedeutendes und nichts— ſagendes war; mit bebender Stimme und einem abbitten— den Lächeln fragte ſie daher nach Mademoiſelle Trompere.
„Ach ſo! Sie wollen zu ihr?“ rief der alte Herr,
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„Und verheirathet?“ fuhr er mit einem Blick au
den Ring an ihrem Finger fort;„vermuthlich aus der
Familie Folitton in der Rue St. Lazare?“ „Nicht doch!“ verſetzte Julienne;„ich wohne zu St. Cloud, wo mein Mann Blumen- und Handelsgärtner iſt.“ „Ei freilich!“ ich kenne ihn: gar ein braver ge— ſchickter junger Mann!“ ſagt der alte Herr, und ehe ſie
ſich's verſah, fand ſich Julienne mit ihm in ein recht
freundliches und vertrauliches Geſpräch verwickelt. „Jiuulienne hätte zwar am liebſten ihr Abenteuer gar nicht unternommen oder es ſchon gerne zu Ende geführt geſehen, aber ſie fand ſich doch am nächſten Montage pünktlich wieder in Mademoiſelle Trompère's Wohnung ein, denn derartige Ausflüge nach Paris waren im Som⸗ mer etwas Gewöhnliches bei ihr, da man faſt immer et⸗ was aus den großen Magazinen der Hauptſtadt bedurfte; ihre Fahrt nach Paris erregte deßhalb daheim nicht das mindeſte Aufſehen.— Als ſie zum zweiten Male in Ma— demoiſelle Trompère's Wohnung die Klingel zog, ward ſie von einem kleinen Mädchen empfangen und in den Salon geführt. Bei'm Eintritt in denſelben ſah ſie den alten Herrn, den ſie ſchon einmal geſehen, an einem von Pa— pieren und Büchern bedeckten Tiſche ſchreiben. Ein ſchwarz— gekleidetes junges Frauenzimmer von vornehmem Aeuſſern, in deren Phyſiognomie ſich jedoch etwas Abſtoßendes, Schroffes ausſprach, ſaß am Fenſter, mit Filettſtricken be⸗ ſchäftigt; ſie erhob ſich und ging Julie entgegen.
„Ah, Sie ſind Madame Folitton?“ hub ſie an „Mein Vater hat mir ihren Beſuch gemeldet. Ich war neulich ſehr beſchäftigt, als Sie da waren, aber nun ſtehe ich ganz zu Dienſten!“ Sie rüttelte den alten Herrn, welchen ſie Vater genannt hatte, an der Schulter, aber es dauerte lange, bis er die Augen von dem Manuſcripte aufſchlug, das ſeine Aufmerkſamkeit in ſo hohem Grade zu feſſeln ſchien. Langſam drehte er ſich um, ſchob die Brille uͤber die Stirne hinauf und rieb ſich die Augen, wie Einer, der aus einem langen Traume erwacht.
„Er ſtudirt ſehr viel,“ ſagte, Mademoiſelle Trompeére gleichſam entſchuldigend zu Julienne;„er iſt immer in tiefes Sinnen verſenkt.— Sehen Sie, Papa, hier iſt Madame Folitton!“
„Ach ſo! ei das freut mich;“ entgegnete der Greis, trat halb lächelnd, halb ſeufzend der Beſucherin entgegen, und drückte ihr warm die Hand.„Madame Folitton will
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