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die Fußgänger offen, durch welches zu den herrlichen Fug⸗ gerzeiten Kaiſer Maximilian von ſeinen ſpäten Jagdſtrei⸗ fereien in die Stadt gelangen konnte, ohne die Wachen zu ſtören. Jetzt iſt die Pforte verfallen. Victorie ſchlüpfte unbemerkt hinaus, als hätte ſie ein Engel mit ſeinen Flü— geln bedeckt; eine Weile mußte ſie noch durch das freie lichte Feld gehen, vor den Landhäuſern der reichen Augs⸗ burger vorbei; Der aber hätte für einen üblen Hausvater gegolten, deſſen Haushaltung um dieſe Stunde nicht im tiefſten Schlummer gelegen hätte. Bald verſenkte ſie ſich in dichte Lindenſchatten und hörte das leiſe Rieſeln des Waſſers in der ſtillen Nacht. Es war einſam um die Quelle, nur die Unken ſchrieen und eine Rohrdommel ließ ihren eigenthümlichen Laut hören, ſie ſetzte ſich auf einen Sitz und betete, denn bei den Menſchen war kein Troſt mehr für ſie, nur bei Gott. Es fiel ihr auch nicht ein, daß etwas Unſchickliches in dem Schritte liegen konne, den ſie unternommen hatte; es lag auch für ſie nichts darin, denn nicht die Sache, ſondern der Geiſt, in dem ſie gethan wird, iſt rein oder unrein. Sie war gekommen, um den Schwur einer ewigen Treue dem Herzen darzubringen, das ſie ſich auserkoren hatte.
So fand ſie Robert, der eine Viertelſtunde nach ihr eintraf. Sie hielt ihm ſtillſchweigend die Hand hin.
„Jetzt heißt's ausharren, Geliebter,“ ſagte ſie, und ſah traurig zu ihm hinauf.
„Und handeln, um Dich zu erwerben,“ erwiderte er. „Ich bin jung und kräftig, und die Welt ſteht mir offen,
„Komm' jetzt mit mir,“ rief er aus; y ich möchte Deinem harten Vater wohl zeigen, daß er mich zwar ſchmähen kann, daß aber das Glück ſeines Kindes doch in meiner Hand liegt.“
„Und aus einem ſolchen Grunde ſollte ich mit Dir gehen?“ ſagte ſie mit ſtillem Vorwurf.„Nein, Robert; vor allen Dingen laß uns gut bleiben. Wir trennen uns jetzt und warten zu, ob ich mir des Vaters Einwilligung erflehen kann, oder ob es Dir vielleicht ſo gut geht, daß er von ſelbſt nichts mehr gegen unſere Heirath hat. Hier nimm dieſen Beutel mit zehn Dukaten, ſie ſind mein Ei⸗ genthum, meiſt Gaben zum Namenstage, und hier,(ſie langte eine Kette von ihrem Halſe) iſt der Ring, den man der Mutter vom Finger gezogen hat, als ſie im Sarge lag, es iſt mein liebſtes Kleinod auf Erden. Ich gebe ihn Dir; ſo lange Du mir den Ring nicht zurückgibſt oder ſchickſt, ſo lange harre ich Deiner, ſo lange liebſt Du mich, biſt mir treu und hoffſt auf mich, und ſo lange hoffe ich auf Dich. O Robert! ich habe ſchon vor mancher heiligen Relique geknieet, und meine Lippen auf das Glas gedrückt, das ſie umſchloß, aber nie iſt mir etwas ſo heilig geweſen, als dieſer Ring. Laß ihn Dir auch theuer ſein.“
Als ſie ihm die Kette umhing, erwachte er aus einer leichten Träumerei; ſeine Gedanken ſchwebten ſchon um die Zukunft, die hoffnungsreich und groß vor ihm aus⸗ gebreitet lag; er küßte mechaniſch die Hand, die ihm das Kettlein um den Hals befeſtigte und ſagte:„Meine Sa⸗
in drei bis vier Jahren komme ich und hole Dich.“ Sie ſagte:„Ich warte wohl zehn Jahre und län⸗ ger, und mein ganzes Leben, wenn ich nur die Hoffnung
habe, einſtmals mit Dir vereinigt zu werden.“
chen ſind ſchon alle in der Schenke in Oberhauſen; gehe nun zurück in die Stadt, meine Victorie, und denk an mich mit Zuverſicht.“
(Fortſetzung folgt.)
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
NUN MN Holzverſteigerung.
(430) Freitag den 26. März J. J., Vormit⸗ tags 9 Uhr anfangend, ſoll in dem Frhrl. von Ritter'ſchen Walde bei Hof Haſſeleck nachſtehen⸗ des Holz öffentlich an den Meiſtbietenden unter den vorher bekannt gemacht werdenden Bedin⸗ gungen verſteigert werden: 8½ Stecken Eichen- und Birken⸗Prügelholz, N Aspen⸗Prügelholz, 5813 Stück Eichen⸗ und Birken⸗Wellen, 325„ Tannen⸗-Wellen und 1150„ 7 Bohnenſtangen. Die Zuſammenkunft iſt auf dem Hof Haſſeleck. Friedberg den 15. März 1852. In Auftrag Jaatz.
Holz-⸗Verſteigerung.
(432) Montag den 22. März l. J., des Vormittags um halb 9 Uhr, ſoll im Sberros⸗ bacher Gemeindewald, Diſtrikt große Johannis⸗ hecke, nachſtehendes Holz, als: 19% Stecken Eichen⸗Scheitholz, 4% 17„ Prügelholz, 809 5 Stockholz, 1930 Wellen Eichen⸗Reißerholz, 85„ Nadel⸗ 1 72 Eichen⸗Bau⸗„ Werk- und Nutzholzſtämme von 10—45 Fuß Länge und 9— 22 Zoll Durchmeſſer, enthaltend 4128 Cubikfuß, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden.
Das Brennholz wird zuerſt und das Stamm⸗ holz zuletzt verſteigert. Die Zuſammenkunft iſt am Eingang des obengenannten Walddiſtriets.
Oberrosbach den 15. März 1852.
Der Großh. Heff. Bürgermeiſter Bleche r.
Fruchtverſteigerung. (439) Mittwoch den 24. März d. J., Nach⸗ mittags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗ hauſe von den Fruchtvorräthen des vereinigten Armenfonds 20 Malter Gerſte zweimalterweiſe, öffentlich meiſtbietend verſteigert.
Friedberg den 18. März 1852. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter een deer.
Mobiliar⸗Verſteigerung.
(440) Montag den 22. März d. J. und die darauf folgenden Tage, von Vormittags 9 Uhr an, laſſen die Erben der dahier verſtorbe⸗ nen Anton Suhradas Eheleute verſchiedene, zu deren Nachlaß gehörende Mobiliar⸗Gegenſtän⸗ de, als: 3 Kleiderſchränke, 3 Commode, 1 Sopha, mehrere Bettſtellen, Stühle, Tiſche, Bettwerk, Weißzeug, Kleidungsſtücke, Kupfer, Meſſing, Eiſen, Zinn und ſonſtige Gegenſtan⸗ de, in dem elterlichen Hauſe freiwillig an den Meiſtbietenden verſteigern.
Friedberg den 17. März 1852.
* In Auftrag Der Großh. Heſſ. Buͤrgermeiſter
Ben dee r.
(Butzbach und Darmſtadt.) Verſchiedene Lieferungen betreffend.
(AA1) Dienſtag den 23. d. M., des Vor⸗ mittags um 10 Uhr, ſoll die Lieferung von 245 Stück Kdertaſchen auf dem Verwaltungs⸗ bureau in hiefiger Reitercaſerne, ſodann an dem⸗ ſelben Tage auf demjenigen in der Reitercaſerne zu Darmſtadt und zwar:
1) um 10 Uhr Vormittags die Lieferung von 737 Paar Kettchen mit Knebeln und 737 Paar Oeſen zu den Trenſen, ſodann 153 Stück Panzerketten mit Haken,
2) um halb 11 Uhr die Lieferung von 274 Stück Ledertaſchen,
auf dem Wege der Soumiſſion an den We⸗ nigſtverlangenden in Accord gegeben werden. Die Muſter und Lieferungsbedingungen können vom 18. dieſes Monats an auf dem erwähnten Bureau eingeſehen werden. Butzbach den 15. März 1852. In Auftrag: a Cellarius, Oberquartiermeiſter. Eichenlohrinde-Verſteigerung. (442) Die in dem Gemeindewald der Ge⸗ meinde Rodheim, Diſtrikt Voderwald, nahe an der von Friedberg nach Homburg ziehenden Chauſſee, in dieſem Jahr geſchält werdenden, zu 900 Centner taxirten Lohrinden, ſollen: Montag den 22. d. M., Vormittags 11 Uhr,
an Ort und Stelle an den Meiflbietenden ver⸗ ſteigert werden.
Bemerkt wird, daß die Zuſammenkunft halb 11 Uhr bei Wirth Gottlieb Stamm zu Köppern ſtatt findet.
Rodheim den 16. März 1852.
Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Jacobi.
150 fl. Kapellenfond
(443) der Kapelle St. Georg bei Friedberg, liegen zum Ausleihen bereit bei Kirchenrechner Klein in Ockſtadt.
Holz⸗Verſſeigerung.
(A440 Künftigen Mittwoch den 24. d. M., Vormittags gegen 10 Uhr, ſollen im Oberauer Gemeindewald 30 Stämme Eichen⸗Bau⸗ und Werkholz, eirea 958 Cubikfuß enthaltend, öffent⸗ lich verſteigert werden. Oberau, am 16. März 1852. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Mei des.
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