Ausgabe 
20.3.1852
 
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fuͤr die

Intelligenz-Blatt

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

Sonnabend den 20. März

1852.

Amtlicher Theil. f Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg Mir l. 3 an ſämmtliche Gr. Bürgermeiſter resp. Beigeordneten Hafen v,. und Polizei⸗Commiſſaͤre des Regierungsbezirks.

Betreffend: Die Ableiſtung des Verfaſſungseides von neuaufgenom⸗ menen Ortsbürgern.

Die vorſchriftsmäßige Ableiſtung des Verfaſſungs⸗ eides findet

orderung, 1 fartſ 1) zu Friedberg am 6. April, e. * 37 Butzbach 1 ein e 43, Hungen 1 2. 7 5 2 jedesmal Morgens 10 Uhr auf den Rathhäuſern ſtatt. Sie öllſtadt wollen hiernach die erforderlichen Vorladungen erlaſſen und Böing die Verzeichniſſe der Eidespflichtigen rechtzeitig hierher ein⸗ 1 a ſenden; letzteres bei Meidung der Ordnungsſtrafe. ng, Friedberg den 16. März 1852.

3 O up- i e r. jerne Egge un

Netheln Die ſel be

Ze. an die Großh. Bürgermeiſter dieſes Regierungsbezirks.

a ut Betreffend: Die Entlaſſung des zweiten Aufgebots von 1849 und 1850. Wir benachrichtigen Sie hiermit, daß auf Allerhöchſten

1 l Befehl Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs nunmehr die

Entlaſſung der Mannſchaften des zweiten Aufgebots vom zeige. Jahre 1849 und desjenigen vom Jahre 1850 aus dem Mi⸗

litärdienſte in der Weiſe verfügt worden iſt, daß dieſelben angten Vo in die Verhältniſſe der Militärpflichtigen der betreffenden

enwälder Altersklaſſen zurücktreten. gel in dritt Friedberg den 13. März 1852. For Ouvrier.

21 ö 5

Lieder Dieſelbe Jahthunde, an die Gr. Bürgermeiſter resp. Beigeordneten und 2 Polizei⸗Commiſſäre, ſowie an die Gr. Gensdarmerie ſtimme des Regierungsbezirks. tung. Betreffend: Die ledige Katharina Schneider von Hainzell. 2 Sie werden angewieſen, auf die Rubrikatin, die ſich

zwecklos im hieſigen Regierungsbezirk herumtreiben ſoll, ge

nau zu invigiliren und ſie im Auffindungsfall zu arretirrn und uns zuzuführen. Friedberg den 16. März 1852. or e,

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Am 12. d. M., Abends gegen 6 Uhr, wurde aus einer Behauſung zu Homburg der unten beſchriebene Burnus entwendet.

Verdacht der Entwendung fällt auf einen Burſchen in braunem Oberrock mit dunkler Tuchmütze, von ziemlich großer und ſtämmiger Statur. Sie werden dieſerhalb ge nau nachforſchen und im Falle der Entdeckung von Spuren uns umgehend Mittheilung machen.

Friedberg den 14. März 1852.

Quvxrier. Beſchreibung des Burnus:

Derſelbe iſt von grünem Tuch, durchaus wattirt und mit ſchwarzem Orleans gefüttert, mit Band beſetzt von der Farbe des Tuchs, der Kragen von ſchwarzem Sammet, in gleicher Weiſe beſetzt, die Aermel weit aufgeſchlitzt und mit überſponnenen Knöpfen, Schnüre und Knöpfe zu beiden Seiten, der Kragen mittelſt einer Olive und einer Schlange zum Zumachen, außen zwei ſchräge Seitentaſchen, innen auf der linken Seite eine gerade tiefe Taſche, der Rock iſt weit und lang, und obgleich nicht neu, doch in gutem Stand.

Der Ring. Eine Erzählung von Ernſt Ritter. (Fortſetzung.) Zu jeder andern Zeit wäre das Mädchen vor dem Gedanken erſchrocken, allein in ſolcher Stunde vor das Thor zu gehen; jetzt fiel es ihr nicht ein; ſie warf um halb zwölf Uhr einen leichten Mantel um, und ging, un bekümmert um die Folgen, vor ihres Vaters Schlafzim mer vorbei die Treppe hinab. Sein lautes Athmen ver rieth ihr, daß er feſt ſchlief. Auf der Flur fand ſie den Hausſchlüſſel, wie gewöhnlich am Nagel neben der Thüre, und öffnete mit feſter Hand das Schloß. Die Thuͤre wich ohne Geräuſch, und eben ſo leiſe ſchloß ſie ſelbe von außen wieder zu. So ging ſie furchtlos, aber nicht ſchmerzlos durch die Gaſſen. Sie mußte einen weiten Umweg machen, denn das Klingerthor war in der Nacht geſchloſſen, und nur am Göggingerthore blieb damals ein Pförtchen für

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