Gott, mein Gott, ruft er aus, vergib mir meine Schuld! Dann küßt er das Kind, was er ſeit ſeiner Ge— in zurt nicht gethan, legt's ſachte in den Korb, und fällt
er den 0b einer Frau um den Hals.
1 n dy Willſt du, kannſt du mir verzeihen? flehte er. Ach,
Leib endlich„, ich war ein arger Menſch; ein ſchlechter Menſch; aber es
er um gang ſt vorüber! Ich ſchwör's hier unter Gottes freiem Him—
usleiden aaf Un gel, ich will keinen Branntwein mehr trinken! Ich will mit dean ordentlicher Menſch werden!
Da jubelt das arme Weib ein Hallelujah in ihres berzens Grunde, das aber nur Gott hörte; da drückt ſie hn an's Herz und ſagt: Hat dich Gott wieder mir und uneinem armen Kinde geſchenkt? Sollen die ſchönen Zei— en e wo du noch brav und gottesfürchtig parſt?—
Ja, ſo wahr mir Gott helfe! ruft er aus und reckt ie drei Finger der Rechten ſchwörend hinauf zum blauen dimmel uͤber ihm!
en. Aber nun komm', ſagte er und zog ſie zum Kinde, das arme Weib ind als ſie es aufgehoben, zog er ſie heim, und lief dann bete. Ju u dem reichen Manne, dem er arbeitete, und ſagte: ur. Kun Zott hat mein Herz umgewendet! Nun helft mir auch, nitrriche un aß ich's vollführe! Meine, Frau und mein Kind verhun⸗ leid u Brus zern daheim! Gebt mir einen Topf Milch und ein Brod. r dane ni zieht's am Lohne ab!
uſen nichts 9 Der Mann war ein Ehrenmann. Gott ſegne dir's, Doe rauft agte er, und rief ſeiner Frau. Die gab ihm Brod und
Milch, aber ſie that noch mehr, ſie kochte eine ſtärkende Geinſuppe und trägt's zur armen Frau. Aber die lächelt ſelig und ſagt: Ach, Gott hat mein flehen erhört! Er wird weiter helfen! Und er half Keine Verſuchung, keine Lockung ver⸗ nochte mehr den früheren Säufer ins Wirthshaus zu ſringen. Er war gründlich geheilt. Frau und Kind ge⸗ zaſen wieder und blüthen friſch auf. Das Glück kehrte vieder ein mit der Treue und Gottesfurcht. Freudig ar— beiteten die Ehegatten wieder und hielten's treu zu Rathe, was ſie erübrigten, und bald konnten ſie ſich ein Aecker⸗ hen nach dem andern kaufen, ein Wieschen nach dem ndern. Bald ſtand eine ſchöne milchende Kuh im Stalle und der wachſende Wohlſtand feuerte Beide zu ſteter Thä⸗ igkeit an. Ihr eheliches Gluck wurde nicht mehr getrübt. 5 Gott ſegnete ſie mit mehreren Kindern, die wie Roſen e Angeſicht zu de blühten. Mit fröhlichem, liebreichem Lächeln brachte die el das bedeuten“ Frau ihrem Mann das Eſſen auf's Feld und Heiterkeit Mienen, denn e kachte aus ihren Zügen! Da ſagte der Mann allemal: . Komm' Herr Jeſu, ſei unſer Gaſt und ſegne, was du be⸗ „Weib mit eind ſcheeret haſt! Und ſetzte dann hinzu: Herr, du haſt Großes i, was ich du an mir gethan, deß bin ich fröhlich! O thue es an Allen, babe. Im Haul die in die Stricke des Verderbens gerathen, wie ich es d iſt ſchon hal war, daß ſie gerettet werden! en nichts meh iſt ſchon verſieg biſt ja Herr un u ſeinem Jumme „dann kannſt du 8s vertrinken, wat
zu deten hatte e dnn hin et Leret haſt!— dal Thun.
prallt, wie von u dem Korbe la
Miszellen.
Ein Fräulein, die ſich immer ſehr gezierter Ausdrücke bediente, wurde von ihrem Tiſchnachbar gefragt, ob ihr nicht wohl ſei, da ſie ſo wenig eſſe.„O,“ erwiederte ſie, „mir iſt recht wohl, ich bin aber heute gar nicht appetitlich.“
Ein überaus höfliches Herrchen unterhielt eine Ge⸗ ſellſchaft auf einem Dampſchiffe auf's Beſte; unglücklicher Weiſe rannte das Schiff auf eine Sandbank und begann in Folge eines großen Lecks zu ſinken. Alles ſtürzte in die Bote und ins Waſſer. Der Höfliche ſchwamm eine Zeit⸗ lang, zog dann ſeinen auf dem Kopfe feſt ſitzenden Hut und ſagte:„Ich empfehle mich allerſeits gehorſamſt, meine Herren und Damen!“ ſank unter und wurde nicht wie⸗ der geſehen. 7
b Kiſſen mit dan tate es auf ſeiniſ
Gottes ſein Heng ammen, wie in „ der der am zing. Dann s ende Kind an un Augen hervor.
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Ein Müller und ein Förſter ſaßen i ei a l plaudern bei einem Glaſe Bier. Endlich hub der Förſter an:„Sag' mal Gevatter, Na wir mal Verſe machen?—„„Meinetwe⸗ gen, wenn du den Anfang machen willſt.““—„ 5 5 1 fang chen willſt Nun, Sag' mir, wo bleibt die brüderliche Liebe? Die ganze Welt iſt voller— Müller!“ „„So übel nicht!““ meinte der Müller,„nun werde ich auch mal einen machen: Du biſt ein braver Mann, das ſag' ich unverhohlen, Haſt unſerm gnäd'gen Herrn ſchon manchen Baum 5 ge— zogen 1 15 7751 785 44505 150 denke, wir laſſen das erſemachen doch lieber ſein, es kommt eigentli i i dabei heraus.“ 5 eee
„Ein Bauer wurde an einem Thore Berlins ange⸗ halten und von dem Viſitator gefragt:„Was hat er in dieſem Sack?“„Hafer!“ erwiederte der Bauer mit kaum hörbarer Stimme.—„Und warum ſagt er das ſo leiſe?“ fragte der Viſitator weiter.„Damit es meine Pferde nicht
hören ſollen!“ war des Bauern heimliche Antwort.—
Kirchenbuchs⸗-Auszug vom Monat Juli. Butzbach. Gef gte;
25. Ludwig Künſtler, Bürger und Bäckermeiſter dahier, und Eliſabethe Apollonia Gerhard, des hieſigen Burgers eee Chriſtoph Gerhard eheliche ledige
ochter.
Getauft e;
4. Dem hieſigen Bürger und Schuhmachermeiſter Conrad Köberer ein Sohn, Johann Chriſtoph, geb. den 24. Juni.
8. Dem hieſigen Bürger und Kaufmann Ernſt Chriſtoph Vogt eine Tochter, Sophie Caroline Louiſe, geb. den 14. Juni.
11. Dem hieſigen Bürger und Uhrmacher Friedrich Georg Brüchner ein Sohn, Conrad Heinrich, geb. den 22. Juni.
18. Dem hieſigen Bürger und Schuhmachermeiſter Chriſtoph Buß Zwillingsſöhne, Georg Ludwig und Jakob, geb. den 24. Juni.
18. Dem hieſigen Bürger und Metzgermeiſter Heinrich Weiblinger eine Tochter, Katharine Wilhelmine, geb. den 1. Juli.
25. Dem Geometer II. Claſſe und Ortsbürger zu Eichel— ſachſen Karl Chriſtian Auguſt Schäfer eine Tochter, Caroline, geb. den 2. Juli.
Beere et
5. Eine uneheliche Tochter, Anna Pauline Walpurgis, alt 7 Monate und 6 Tage.
11. Katharina Will, des Burgers und Schuhmachermeiſters Remigius Will eheliche Tochter, alt 2 Jahre, 10 Mo⸗ nate und 13 Tage.
13. Jakob Wilhelm Krämer, des Ortsbürgers zu Auer⸗ bach und Eiſenbahnarbeiters dahier Joh. Heinrich Kraͤ⸗ mer Söhnchen, alt 3 Monate und 19 Tage.
16. Karl Merz, des Wachtmeiſters im Garderegiment Chevauxlegers Heinrich Merz Sohn, alt 8 Jahre, 4 Monate und 18 Tage.
29. Karl Feldpauſch, Bürger und Häfnermeiſter dahier, alt 45 Jahre, 6 Monate und 4 Tage.
30. Anna Margarethe Koller, des hieſigen Bürgers und Steuerboten Philipp Heinrich Koller Ehefrau, geb. Repp, alt 50 Jahre.


