Ausgabe 
18.2.1852
 
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ü 0 eine eigenen Vorzüge ſiegreich widerlegen. S Pich, lieblich, ſanft, und als Herr Lan⸗ genwärter ſie zur Frau begehrte, konnte ſie nicht begrei⸗ fen, wie die Wahl eines ſo hochgeehrten Mannes auf ein jo unbedeutendes Geſchöpf habe fallen können. Sie hätte es ſich's nicht unterſtanden, einen ſolchen Freier auszu⸗ ſchlagen, obgleich ſie nichts von der Freudigkeit einer jun⸗ gen Braut empfand. Sie wußte nicht, was Glück war, und hätte auch nicht gewagt, daſſelbe für ein ſo fehler haftes Weſen wie ſie ſelbſt in Anſpruch zu nehmen. Wenn ſie ihre Pflichten erfüllte als Gattin und Hausfrau, ſo meinte ſie, ihr Beruf ſei erfüllt. Daher beſtärkte ſie ihren Herrn und Gemahl ohne Wiſſen und Willen täglich mehr in ſeiner Selbſtſucht. Wenn Elsbeth ſie antrieb, auf ihrem Recht als Hausfrau zu beſtehen, ſo antwortete ſie demü thig:ich bin geehrt genug, eines ſolchen Mannes Frau zu ſein. Dann ſagte Elsbeth:aber was iſt er denn für ein Mann! Ein wohlbeleibter Spießbürger, und das iſt Alles; dann lächelte Adelgunde und ſagte:Du redeſt doch nur im Scherze; und es war unmoglich, daß Elsbeth ſie überzeugen konnte. a

So vergingen zehen Jahre, und noch immer waren aus dieſer Ehe keine Kinder geboren. Eine Hinneigung Adelgunden's zur Bruſtſchwäche war Urſache, daß ihre Freunde ſich darüber freuten, und es mit Augſt ſahen,

als ſie unerwartet doch Hoffnung zu einer Nachkommen

aft zeigte. Herr Langenwärter war ſtolz und glücklich; Agne r e ſich ſtill zum Tode vor; doch iſt die beſtimmteſte Todesahnung noch immer mit Hoffnung verbunden, wie das Geſpräch, womit dieſe Blätter begin⸗ nen, es beweiſet. Dieſe Hoffnung bildet das Gegengewicht zu der natürlichen Scheu, die der Menſch hat, in Staub

Als Alles ſo gekommen war, wie man es befürchtet hatte, das Kind zwar ohne große Schmerzen und Gefahr zur Welt kam, die Schwindſucht der Mutter aber uner⸗ kennbare Fortſchritte machte, drückte ſie dennoch den Ring, der die Inſchrift:Hoffnung trug, mit Inbrunſt an die heißen Lippen.

Eine unerwartete Veränderung war während dieſer Krankheit mit ihr vorgegangen: der bis jetzt ſo verehrte Gemahl war ihr vollkommen läſtig geworden; ſein Ein treten verſetzte ſie in einen Zuſtand ſchmerzlicher Ungeduld und Aufregung; ein Beweis, wie ſehr die Seele von ih rem Einfluſſe über den Körper verliert, ſobald krankhafte Zuſtände ihrer Kraft entgegen arbeiten. So lange ſie geſund war, hatte ſie es in lauter Selbſtdemüthigung und frommer Ergebung dahin gebracht, daß ſie wie an einem Pharos an ihm hinauf ſah. Jetzt, wo ihre Inſtinkte zu herrſchen anfingen, war ihr das Glas Waſſer zuwider, das er ihr reichte, und ſie trank es mit Selbſtüberwindung; aber ſie trank es, und hielt ihre Stimmung für eine arge Verlockung des Teufels, die ſie ſiegreich bekämpfte. Wenn ſie ihr Leid Elsbeth klagte, ſo hatte dieſe nicht den Muth, ihr den frommen Glauben an Herrn Langenwärters Voll

kommenheit zu nehmen, und begnügte ſich, ihn auf ihre eigene Hand unleidlich zu finden, und ihr ſelbſt ihre Ge fühle gegen ihn auszuſprechen, ſobald ſie ſich nicht mehr bezwingen ließen. Ihm war dieß eine Quelle der Unter haltung; er nahm Alles für Spaß, denn nichts ungläu⸗ bigeres gibt es als einen eitlen Menſchen, den man über ſein eigenes Ich belehren will. Sanct Thomas glaubte, als ihm der Herr den Finger in die Wunde legte: der aber glaubt nie und halt die ernſteſten Wahrheiten für Neckereien, und den richtigſten Spiegel, den man ihm vor

zu zerfallen, und erhält ihn ſtandhaft bis zuletzt.

hält, für einen Vexier⸗Spaß.

(Fortſetzung folgt.)

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

dN N ν Edietalla dung.

Anſprüche aller Art an den Müller Len Wage dahier, über deſſen Ver⸗ mögen der förmliche Concurs erkannt worden iſt, find Mittwoch den 24. März d. J., Vormittags 10 Uhr, bei Meidung ſtillſchweigenden Ausſchluſſes von der Maſſe, anzumelden. 5 Gläubiger, welche nicht perſönlich oder durch gehörig bevollmächtigte Mandatare liquidiren, werden an die, im Termin gefaßt werdenden, Beſchlüſſe jeder Art für gebunden erachtet. Friedberg den 26. Januar 1852. Großh. Heſſ. Landgericht Dr. Irle. v. Preuſchen.

Ediet alla dung.

(173) Adam Krämer von Birklar und deſſen Frau Katharina, geborne Schmidt, ſind vor längeren Jahren geſtorben. Die hierorts be⸗ kannten Kinder und Enkel derſelben haben die zu deren Nachlaß gehörigen Immobilien, von welchen ein Grundſtück auf dem Namen des Georg Neubauer von Lich im Grundbuche ein⸗ getragen ſteht, verkauft, können aber das Ei⸗ genthum davon nicht überall urkundlich nach⸗ weiſen. Sodann haben ſich zwei Kinder der Adam Krämer's Eheleute, Anna Maria Krä⸗ mer und Magdalena Krämer, von Haus ent- fernt und es iſt deren Aufenthaltsort nicht zu ermitteln und endlich ſollen ein Sohn derſelben Hartmann Krämer und zwei uneheliche Kinder ihrer verſtorbenen Tochter Anna Margaretha, Kalharing Eliſabetha und Johann Georg Wil⸗ helm in ihrer Kindheit geſlorben ſein, ohne

daß dies genügend nachgewieſen werden kann. Es werden daher alle Diejenigen, welche dingliche Anſprüche an die bemerkten Immobilien, wor über Grundbuchsauszüge in der hieſigen Land gerichtsregiſtratur zur Einſicht offen liegen, auf gefordert, ſolche ſogewiß binnen 4 Wochen von heute an, hier geltend zu machen, widrigenfalls die Kaufbriefe beſtätigt werden. Binnen glei⸗ cher Friſt haben ſich Anna Eliſabetha, Magda⸗ lena und Hartmann Krämer, ſowie Katharina Eliſabetha und Johann Georg Wilhelm Krä⸗ mer oder deren Leibes- und Teſtamentserben zur Empfangnahme den ihnen an den Kauf ſchillingen ertragenden Antheil ſogewiß dahier zu melden, widrigenfalls dieſelben den aufgetre⸗ tenen Erben überwieſen werden. Hungen den 31. Januar 1852. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Brück.

Mobilien⸗Verſteigerung.

(218) Donnerſtag den 19. Februar d. J., von Morgens 9 Uhr anfangend, ſollen ſämmt⸗ liche von den verſtorbenen Karl Knußmanns Eheleuten dahier hinterlaſſene Mobilien in der Behauſung des Friedrich Merkel, gegen gleich⸗ baare Zahlung meiſtbietend unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Be⸗ dingungen verſteigert werden: 1) Holzmöbel, als: ein Tiſch, ein Kleider- ſchrank, eine Commode, ein Nähtiſchchen, eine nußbaumene Bettſtelle u. ſ. w., 2) Bettung und Weißzeug aller Art, wovon manches noch gar nicht benutzt worden iſt, 3) Kleidungsſtücke, 4) zwei goldene Ringe und mehrere Portraits, 5) verſchiedene Bücher, worunter ſich na⸗ mentlich 5 Bände, Martin der Findling von 1846 und Schillers ſämmtliche Werke befinden, 6) Zinn, Kupfer, Porzellan und ſonſtige Kü⸗ chengeräthſchaften.

Bemerkt wird, daß, falls an dieſem Tage dieſe Gegenſtände nicht alle verſteigert werden können, den folgenden Tag mit der Verſteigerung fortgefahren wird.

Oſſenheim den 11. Februar 1852.

In Auftrag': Der Vormünder Der Großh. Heſſ. Bügermeiſter Kopp.

30 0 Gulden

(228) ſind gegen Verunterpfändung liegender

Güter aus dahieſiger Kirchenkaſſe zu entleihen.

Höchſt an der Nidder den 9. Februar 1852. Der Kirchenvorſtand:

Bingmann, Pfarrer.

Edictalla dung.

(239) Der Vorſtand der unter dem Namen Kränzchen dahier beſtandenen Geſellſchaft, nahm, laut gerichtlicher Schuldverſchreibung vom 31. Auguſt 1819, gegen Verunteypfändung des Caſinogebäudes bei dem Herrn Dr. Philipp Wilh. Hoffmann dahier ein verzinsliches Kapi⸗ tal von 7500 fl. auf, welches Kapital im Reſf⸗ betrag von 6600 fl., laut producirter Original Urkunde, durch Ceſſion vom 1. Februar 1822 auf Se. Erlaucht den Herrn Grafen von Solmo Rödelheim übergangen iſt, während, nach einem Eintrag in dem hieſigen Gerichtshypothekenbuch, die Frau Hofrath Philippine Kugler dahier, durch Ceſſion vom 13. Juni 1820, Eigenthü⸗ merin der erwähnten Kapitalforderung vol 7500 fl. geworden ſein ſoll.

Auf den Grund dieſes Eintrags im Hypo thekenbuch, und da ſich die Kränzchens⸗Geſell, ſchaft inmittelſt aufgelöſt hat, ſowie in Betracht,

daß das Rechtsverhaltniß, in welchem die Theil!

haber der Geſellſchaft zu den Bauunternehmer (Actionären) ſtanden, nicht klar nachgewieſen werden konnte, ergeht hiermit, auf Antrag dei Gräflich Solms⸗Rödelheimſchen Rentkammet

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