eigen. g Nin
ie iar
* aich. Wittich. end
N Oel.
ax e
März.
2
IIe
—
ſammen.
Intelligenz-Blatt
fuͤr die
Provinz Oberheſſen
im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg
im Beſonderen.
22.
Mittwoch den 17. März
1852.
Amtlicher Theil.“
Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg an die Großh. Bürgermeiſter dieſes Regierungsbezirks. Betreffend: Den Erſatz der vom Staate geleiſteten Entſchädigungen
für aufgehobene Jagdberechtigungen.
Auf Erſuchen Gr. Ober-Forſt⸗ und Domänen-Direction weiſen wir Sie hierdurch an, alsbald und unaufge⸗ fordert den einſchlägigen Gr. Nevierförſtern Mittheilung zu machen:.
1) auf wie lange die in Folge des Geſetzes vom 26.
Juli 1848 auf Ihre Gemeinden uͤbergegangenen Jag-
den verpachtet ſind, 2) um welches jährliche Beſtandgeld. g
Wenn eine Gemarkung in mehrere Jagddiſtrikte ab⸗ getheilt iſt, ſo iſt zugleich die Größe jeden Diſtrikts, ſowie des Beſtandgeldes zu bemerken.
Sie werden ſich hiernach bemeſſen.
Friedberg den 13. März 1852.
i
Der Ning. Eine Erzählung von Ernſt Ritter. (Fortſetzung.)
Dort waren vor etlichen zwanzig Jahren ſchöne Lindenpflanzungen gemacht worden, die heut' zu Tage noch Zeugniß ablegen von der uneigennützigen Sorge der Vorfahren für kommende Geſchlechter; denn wer eine Linde pflanzt, iſt nicht beſtimmt, ihren Duft einzuathmen, der ſo ſüß und ſanft aus der grünen Blüthe quillt, als wäre er ein Lüftchen aus dem Paradieſe, und mit dem holden Namen des Baumes zuſammenzuhängen ſcheint. Die Kinder gingen zuſammen unter dem abendlichen Schatten und athmeten unwillkührlich tiefer, ſo geſund ſtroͤmte der Lufthauch auf ſie ein. Ein junges Bäumchen hatte ſeine Aeſte beinahe zu einem Kreuz verſchlungen. Robert er— griff Victorien's Strickknaul, wand eine Schnur daraus und kletterte auf den Baum, den er vollends in eine Kreuzesform bog und befeſtigte.„Die beiden Aeſte ſind Du und ich, Victorie,“ ſagte er,“ ſo feſt gehören wir zu⸗ Die Aeſte ſind ſo fort gewachſen und ſtehen
heut' zu Tage noch als freundliches Denkmal einer ju— gendlichen Liebe, die des Grabes Moss laͤngſt bedeckt hat.“
„Hat Dir die Elsbeth wieder von der Mutter er— zählt?“ fragte Robert, und als ſie es bejahte, fuhr er fort:„Du biſt ein glückliches Mädchen, daß Du ſo gute Eltern haſt, und wenn Deine Mutter auch früh geſtorben iſt, haſt Du doch ein Heil an ihr.— Wer ſpricht mir von der meinigen? Bloß der böſe Vater, wenn er auf ſie ſchimpft, weil ſie ihn verlaſſen hat; und iſt doch ſelbſt daran Schuld, denn bei dem wüſten Mann halt' es aus, wer da kann. Ich kann es nicht
Victorie ſagte ernſt:„ſprich nicht ſo ſchlimm von Deinem Vater.“
Robert erwiderte:„Warum denn nicht zu Dir? habe ich's doch nicht verſchuldet! Wenn mich Dein Herr Vater nicht aufgenommen hätte und für mich ſorgte, ſo müßte ich betteln gehen; dafür will ich Dir auch ein gu— ter Mann ſein, wenn ich groß bin.— Ich möchte es ihm lieber gleich ſagen, daß wir uns verlobt haben; denkſt Du, daß es ihn freuen wird?“
„Gewiß; nur warte bis ich ein großes Mädchen bin, vorher würden die Leute lachen, wenn ich ihnen ſagte, daß ich ſchon einen Bräutigam hätte.— Der Baſe Els— beth möchte ich's wohl erzählen, aber die iſt immer ſo böſe auf die Männer, da habe ich den Muth nicht.“
„Nun gut, Victorie, Dir zu Liebe ſchweig' ich, ob— gleich ich's der ganzen Welt erzählen möchte, daß Du mein liebes Bräutchen biſt.“
Die Kinder hielten Wort und bewahrten ihr Ge— heimniß. Ihre Liebe war die reinſte Blume. Aus dem Boden der Kindheit entſproſſen, aber ſie wuchs im Jüng— lingsalter mit gleicher Kraft fort. Niemand ahnte etwas Ern— ſtes unter dem freundlichen Verkehr der Beiden, bis Vie— torie fünfzehn Jahre zählte und Robert neunzehn. Un— terdeß war die Welt ihren gewöhnlichen Gang gegangen! Baſe Elsbeth's treue Sorge für ihre Nichte hatte nur eine Störung erlitten, als ihr unbedeutender Mann in eine Krankheit verfiel und ſtarb; dann war der Umgang mit verdoppeltem Eifer fortgeſetzt worden.
Eines Abends, drei Jahre nachdem Elsbeth Wittwe war, kam Herr Langenwärter ſehr unwirſch nach Hauſe; er hatte ſich entſchloſſen, ihr ſeine Hand anzutragen, und war zu ſeinem unausſprechlichen Erſtaunen ausgelacht und abgewieſen worden.
„Ich möchte es Ihnen nicht zu Leide thun, Herr Vetter,“ hatte ſie geſagt,„denn ich bin nicht die Adel⸗


