Reiſenden in der italieniſchen Stadt Venedig bel
ſich unter einem ſchönen Baum nieder und zündeten ſich ein Feuer an, um ſich ihre Speiſe zu bereiten und wilde Thiere, die das Feuer ſcheuen, von ſich und ihren Heerden abzuhalten. Wie ſie ſo daſaßen und ſich Geſchichten er⸗ zählten, was die Araber noch viel lieber thun, als wir Deutſche, fielen von dem Baume einzelne reife Bohnen herunter in das Feuer. Wie ſie da röſteten, gab's einen prächtigen Geruch, der den Hirten köſtlich in die Naſe ſtieg. Einer nahm ſo eine Bohne und aß ſie. Da fand er, daß ſie gar nicht übel ſchmeckte. Nun aßen Alle von den geröſteten Bohnen. Bald aber fiel es ihnen auf, daß ſie, ob gleich ſie ſehr müde waren, gar keinen Schlaf bekamen, gar keine Müdigkeit mehr ſpürten und, wenn es eben nicht Nacht und ihre Thiere ſehr müde geweſen wären, gleich wieder hätten weiter ziehen können.
Natürlich ſchrieben ſie gleich dieſe belebende, ermun— ternde Kraft den genoſſenen Bohnen des Baumes zu, un⸗ ter dem ſie geſeſſen hatten, und waren damit auch auf der rechten Fährte.„
Am Morgen ſchüttelten ſie den Baum, der ihnen eine Menge ſolcher Bohnen gab, und nahmen ſie ſich mit. Abends roͤſteten ſie ſie wieder und empfanden dieſelbe Wirkung. Als ſie wieder heimkamen, erzählten ſie ihren Landsleuten von der vortrefflichen Wirkung der geröſteten Bohnen, und, da der Baum überall im Lande wuchs, ſo begann man auch bald überall, die geröſteten Bohnen zu eſſen. Endlich kam Jemand,(ich wollte einen Batzen ver⸗ wetten, daß es eine Frau war, denn die ſind pfiffig und ſchlau wie Thorſchreiber!) darauf, die Bohnen zwiſchen Steinen zu zermalmen und zu kochen. Als ſie aber die köſtliche, braune Brühe verſuchten, da war erſt das Rechte gefunden und der Kaffe endeckt. Dieſe Art, die geröſte⸗ ten Bohnen zu gebrauchen, verbreitete ſich nun bald im ganzen Lande. Sie tranken ihn aber ohne Milch und im ganzen Morgenlande trinken ihn die Leute hente noch ſchwarz, thun auch keinen Zucker hinein, wie wir, und trinken ihn doch ebenſo gerne und noch öfter als wir.
Um das Jahr 622, nach Chriſti Geburt, ſtand in Arabien der Mohamed auf, und ſtiftete die türkiſche oder die nach ihm ſogenannte mohamedaniſche Religion. Dieſe verbot ihren Gläubigen den Geuuß des Weines und über— haupt berauſchender Getränke. Dieſer Umſtand bewirkte, daß unter allen muhamedaniſchen Völkern der Kaffe, als Erſatz für den Wein, in immer größere Aufnahme kam. So nahm der Kaffe ſeinen Weg der Verbreitung aus Arabien nach Perſien und aus Perſien nach der Türkei. Im füufzehnten und ſechszehnten Jahrhundert gab es dort ſchon Häuſer, wo man den Kaffe ausſchenkte, wie bei uns Wein, Bier und Branntwein, und von Conſtantinopel aus wurden denn auch Italiener, Engländer und Deutſche mit dem Kaffe bekannt. Im Jahre 1554 brachte das Kaffe⸗ trinken in Conſtantinopel eine ſchöne Geſchichte hervor. Die Türken lagen nämlich den ganzen Tag in den Kaffe⸗ häuſern, tranken Kaffe und ſchmauchten ihr Pfeifchen dazu und— vergaßen darüber die Stunden des Gebets in den Moſcheen(ſo viel als unſre Kirchen für uns). Die Ule⸗ ma's oder Geiſtlichen ſchlugen Lärm und beſtürmten den Sultan(türkiſchen Kaiſer), daß er der Hacke einen Stiel fände, damit nicht alle Religion durch die braune Brühe zu Grunde gehe. Der Sultan war ein Pfiffikus. Er legte auf die Kaffehäuſer eine ſchwere Abgabe. Dadurch ſtellte er die Ulema's zufrieden und führte ein ſchönes Stück Geld in ſeinen Säckel; aber das Kaffetrinken hörte damit nicht auf, ſondern kam deſto mehr in Schwung. Es iſt doch in der ganzen Welt ſo, daß das Verbotene beſſer ſchmeckt! Um das Jahr 1591 wurde der Kaffe von
länder, bis man ſich daran gewöhnt hatte und ſie gaß
Die Spanier, welche damals unter dem wilden Spinoll
Erpreſſungen, brachten den Kaffe aus den Niederlanden
Rheine niedergelaſſen hatten, und eigentlich Herren dei
00 0 kannt g. tut 0 10 macht, aber vorerſt als Arzneimittel und namentlich nog ee nicht der abgekochte Saft der Bohnen, ſondern der Bläb ter des Baumes; allein ſchnell genug lernte man auch di Brühe von den geröſteten und zerſtoßenen Bohnen kennen und trank ſie, wie die Türken des Wohlgeſchmacks wegen Anfänglich vielleicht nur aus Nachahmung der Morgen
köſtlich fand. e Um das Jahr 1620 wurde er am Rheine bekannt
die Pfalz verwüſteten durch ihren Religionsdruck und ihr
mit. Die Italiener, wie man die aus der Lombarde ſtammenden Kaufleute nannte, die ſich in den Städten an
Handels waren, ſchafften bald ſowohl für Spanier, al Rheinländer Kaffe aus Holland herbei, und förderte mächtig den Gebrauch. Im mittleren Deutſchland konnt N er erſt nach dem dreißigjährigen Krieg aufkommen uni nachdem ſich das entvölkerte und verwüſtete Land von dei 10 ccm, Leiden dieſer ſchrecklichen dreißig Jahre erholt hatte. Hier fan Vac her gelangte er auf zweien Wegen. In England kannte 1— man ihn und ſeinen Genuß auch ſchon ſeit etwa 1620 bis 1625, aber als Seltenheit. Erſt im Jahre 1652 wurde in London das erſte Kaffehaus errichtet, wo man für Gel Kaffe ausſchenkte, und zwar von einem Griechen, deiff Pasquino Giorgio Jaid hieß, in der Lombardſtraße wohnte
wurde. Von hier aus kam, eines Theils über Hamburg Arbeits- B. zur See, andern Theils über Land durch die Moldal 15 1— 10 ½ uhr,
n 5 1 0 bel, hundert Jahre früher, als in Sachſen, bekannt wurde, Acne dennoch keine Spur von Kaffehäuſern in der damaligen 0 Scrunmarbel,
0 Manirarbeit, 0) Chaufſrarbeit, 0) Seiaßr von M Butzbach den 8. Der Gt
Deſentliche Kaffe 2 Gulden 24 Kreuzer und es hieß, wie bei der(1090 d. von
der Madam än gute Kaffe!
8 Jetzt—? Welcher Unterſchied! Bedenkt einmal, daß im Jahre 1817 in Europa 160 Millionen Pfund Kafſe eingefuhrt wurden; im Jahre 1827 aber ſchon 185 Mil⸗
lionen Pfund, von denen Deutſchland allein 45 Millonen
Pfund verbrauchte, und daß im Jahre 1835 die ungeheurk
Summe von 210% Millionen Pfund in Europa verbraucht worden iſt. Da konnte denn doch manch' Täßchen getrun— ken werden, zumal wenn man bedenkt, wieviel Cichorie,(1108) befor Möhren, Gerſte, Korn und andres geſchmiertes Zeug mit nach allen drunter rutſchte! Im Vertrauen geſagt, ich trink' ihn auch Baleſugung b gerne, aber rein, ohne die genannten Schmierereien; güßeren Anzah. wer kann aber dafür, wenn Einem die Frau ſo heimlich] Gepick wird de einen ſolchen Streich ſpielt? Die Beſte macht ſich mi kümmenm.
dem Kaffe kein Gewiſſen draus. Ich glaube, ſie denken:“ 5 Es gibt als etwas mehr Brühe, und ich will nicht unteſ, 4 28 ſuchen, wem zum Vortheil! So geht's uns armen Männern! chte Sache N 1. Spinde en öriedberg ein


