Ausgabe 
13.10.1852
 
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Holla, nun iſtz en! Kommt et doch emol Zeil, ber Ordnung! Emmendinger.

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je Ladung vors Amt.

Daß der Bauer noch einmal jedes Blatt der Bibel mwendet und das ganze Haus durchſucht, iſt ebenſo ge 10 als daß er nichts findet, und ſeine dumme Anlies

9 geht er fort und Morgen kommt der Buͤttel und bringt U

on Frau hat's rein vergeſſen, was ſie in die Nebenlade Was half's, mein guter Handokes(ſoll heißen: zohann Jodocus), wie der Emmendinger mit dem Tauf amen hieß, muß vor's Amt. Der Herr Amtmann Schloſſer hört Beide ab und iſt, rotzdem, daß der Jüd hundertmal: Alles nach der Ord⸗ ung, ſagt, doch vor Gott und ſeinem Gewiſſen überzeugt, der Jüd einen Spitzbubenſtreich macht; allein, was alf's? Der Spruch lautet, wie der Izzik geſagt hat: Quittung oder Geld! Und Handokes muß bezahlen oder ſie Quittung bringen, und die iſt nirgends zu finden. Er ezahlt. So etwas wurmt einem ehrlichen Mann und er ann's gar nicht verwinden. Der Handokes ſitzt daheim nd blaͤſt Trübſal nach Noten, was aber allemal wie jefe, lange Seufzer klingt. Er kaut an den Nägeln und agt: Ich will gewiß alle Quittungen gleich einfädeln nd in dem Wandſchränkchen an einen Nagel aufhängen. o ſoll mir's nicht mehr gehen! So viel ich mich er⸗ unern kann, hab' ich ſie in der Eile in die große Baſeler Bibel gelegt! Da geht dem dummen Mareile(wie ſeine Frau hieß) ein Licht auf. Halt' mal ſtill, Handokes, ſagt ſie; Sonntags haben'mal die Buben die Bilder in der Bibel belugt, da iſt ſo ein Papier herausgefallen. Ich legt's in die Nebenlade und denk' halt, du kannſt'mal Garn drauf wickeln. Ich denk', es iſt noch zu finden!

Ach Gott, geh' eilig, Mareile, ſagt er, und lug, ob's

loch da iſt! Jieetzt ſpringt's Mareil und richtig, das Papier iſt och da, und Handokes erkennt gleich ſeine Quittung. Er teißt's dem Mareile aus der Hand und lauft ſtracks zum Herrn Amtmann Schloſſer. Er reißt die Thür auf und ruft: Herr Amtmann, da iſt ſie!

Was? ruft der Herr Amtmann, beſieht's und nun ſteigt ihm die Galle bis an den Rand der kleinen Blaſe, der Leber ſonſt ganz ruhig zu ſitzen pflegt, und thut, was ihres Amtes iſt.

Nun ſoll dich, Jüd, aber Dieſer und Der! ruft er us und läßt den Juden auf Morgen durch den Büttel vor Amt laden, ſagt aber vorher zu ihm: Geh' in den Wald und ſchneide dir eine junge Eiche, ſo etwa finger dick, ſchlank und biegſam, die ſich gut umlegt.

Der Büttel war nicht von Volksheim, wo ſie einmal einen Acker Gemeindeland mit Salz ſäeten, daß ſie ſich's ſelber zogen und nicht mehr zu kaufen brauchten; der denkt: Proficiat Izzik! Da ſoll ich dir den Staub ein Bißchen aus Rock, Buchs und Kamiſol ausklopfen! Will ſchon das Meine thun! Uebrigens konnte der Büttel Alles halten, nur das Maul nicht, läßt alſo den Jüd ſo etwas von der jungen Eiche wittern, und der Jüd denkt: Au waih, der Herr Amtmann muß Wind hawwe, wie die Gäul' im Stall ſtehn! Nu vorn ausgemacht, brennt hinten nicht! Er lauft zum Handokes und bringt ihm das Geld wieder ſammt der erſten Handſchrift und macht

elegt hat.

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ſich aus dem Staub gen Karlsruhe hin, denn er weiß, daß fünf und zwanzig extra nicht ausbleiben, ſo wenig, wie der morgende Tag, denn der Herr Amtmann Schloſſer verſtand keinenStuß,, wie der Jüd für Spaß ſagt. Er kommt, wahrend in Emmendingen wirklich dieß Urtheil gefällt wird und noch ein Halbjahr frei Koſt und Woh⸗ nung im Bruchſaler Zuchthaus dazu, nach Karlsruhe und lauft, von Thür zu Thür bei den hohen Beamten und beſchönigt prächtig ſeinen Spitzbubenſtreich. Endlich weiß er's dahin zu bringen, daß ein hoher Beamter an den Herrn Amtmann Schloſſer ſchreibt, worin er ihn erſucht, die Prügelſtrafe zu erlaſſen.

Nun meint Izzik, er ſei geborgen, kommt zurück und lauft gleich aufs Amt. Mit triumphirender Miene legt er den Brief vor den Herrn Amtmann hin, daß das große Amtsſiegel des Briefes im rothen Siegellack ihm recht in die Augen ſticht, und ſagt: Geſtrenger Herr Amt⸗ mann, ſein Se ſo gütig, un leſe Se deß Briefche do!

Alles nach der Ordnung, pflegſt du zu ſagen, ent⸗ gegnet der Herr Amtmann, und legt den Brief bei Seite, ohne ihr zu erbrechen. Erſt geurtheilt; dann bezahlt; dann die Strafe gefaßt; dann leſ' ich den Brief. Büttel!

Au waih, au waih, ſchreit der Jüd, wie laaf ich uff! Die Herren ze Karlsruhe ſtehn doch üwwer dem Herr Amtmann?

Alles nach der Ordnung! ſpricht der Amtmann. Büttel, faß' mir den Jüd!

Und der Büttel, der ſich ſchon lange drauf freut, den Bauernſchächter einmal unter ſeine Fäuſte zu kriegen, faßt ihn am Kripps, legt ihn mit Hülfe eines Schreibers auf die Bank, ſchnallt ihn feſt und mißt ihm dann fünf und zwanzigmal die Jahrlatte der Eiche da an, was man nicht gerne vor ehrlichen Leuten nennt, daß es eine Art hatte, und ſchlägt nicht einmal fehl.

Der Jüd ſchreit wie ein gefanger Buchmarder.

Als die Strafe vorüber war, ſagt der Herr Amt mann Schloſſer: Alles nach der Ordnung; Izzik, nun wollen wir den Brief leſen. Er las. Alle Blitz', ruft er aus, die Herren wollen, daß ich dir die Prügel erlaſſe; thut mir herzlich leid, daß du ſie ſchon haſt. Das iſt auch eine Handſchrift, die du behalten kannſt, dem Büttel aber darfſt du eine Quittung ausſtellen. Verliert der die, und du bringſt die Handſchrift, ſo ſoll er dir auf mein Wort, und zwar nach deinem Grundſatz, Alles nach der Ord nung, das Capital nebſt zwölf Prozent Zinſen noch ein⸗ mal zahlen von Rechtswegen. Der Jüd aber ſchwieg ſtock⸗ mäuschenſtill. Er iſt darauf nach Bruchſal abgeführt worden.

Die gute Frucht war, daß der Jüd das Schächten ließ oder es heimlicher und ſchlauer trieb.

Sagte aber Einer: Alles nach der Ordnung, ſo fuhr er ſchnell mit der Hand dahin, wohin ihm der Büttel die Handſchrift geſchrieben. Hat auch das Capital zum zweiten Mal nicht eingefordert.

In Emmendingen aber, das hat mir noch jüngſt Einer von da erzählt, hat man das Sprüchlein noch: Alles nach der Ordnung, ſagte der Amtmann Schloſſer zum Jzik, da lebt' er noch!

Für Jacob Sommer in Hochweiſel ſind ferner bei der Expedition dieſes Blattes eingegangen: Von v. B. 24 kr.

Bekanntmachungen von Be⸗

hoͤrden. zu Frankfurt a. M. heimer zu Fried N erheben.

Obligations-Verlooſung.

(1623) Bei heutiger Verlooſung der Uden⸗ heimer Gemeinde⸗Partial⸗Obligationen wurde

No. 00, 4 100 fl., gezogen und iſt der Betrag bei dem Handlungshauſe Herrn J. Lindheimer(1620) Auf den Antrag des in dem Par⸗ (vormals Simon Lind⸗ g) am 1. Januar 1853 zu Üdenheim den 27. September 1853.

Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Zaun.

Bekanntmachung.

ticular⸗Concurs über das dahier befindliche Ver⸗ mögen des Sattlermeiſters Auguſt Chriſtian Fiſcher⸗Dick zu Frankfurt a. M. beſtellten Maſſe⸗ Curators Thierarztes Peter Stoll dahier, ſollen die zur Concursmaſſe gehörigen Immobilien, nämlich: