Ausgabe 
12.5.1852
 
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f Negierungsblatt⸗Auszüge.

Nr. 14. enthält: 1) Verzeichniß rechtskräftig gewordener be⸗ kannt zu machender Strafurtheile der Gerichte der Provinz Rhein⸗ heſſen; 51 Fälle, darunter: a. Zuchthausſtrafen, 1 von 13 Jahren (in cont.) wegen Veruntreuung im Dienſte und Schriftfälſchung, 1 von 5 J. w. ausgez. Diebſtahls, 3 von 4 J. wegen Kindesmords, Verbrechens der Unſittlichkeit, Meineids(letzterer in cont.), 4 von und 3 J. wegen Attentats gegen die Sittlichkeit, ausgez. Dieb⸗ ſtahls, Schriftfälſchung, Diebſtahls mit gewaltſ. Widerſtand, 5 von 279 und 2 J. w. Diebſtahls mit Körperverletzung, Verführungen zur Un⸗ fittlichkeit, Landſtreicherei; b. Correctionshausſtrafen 3 von 3 Jahren wegen Unterdrückung rechtsgültiger notar. Urkunde, Diebſtahls, Un⸗ terſchlagung, 6 von und 2 J. w. Unterſchlagung, aus gez. Dieb⸗ ſtähle, widernat. Unſtttlichkeit, Landſtreicherei, Körperverletzung,(letz⸗ terer in cont.) 2) Desgleichen Straferkenntniſſe der Gerichte der Provinz Oberheſſen; 53 Fälle, darunter: a. Zuchthausſtrafen 1 von

16 Jahren wegen verſuchter Kindesvergiſtung, 1 von 9 w. Brande

ſtiftung, 1 von 5¼½ J. w. verſuchter und vollendeter Erpreſſungen und Körperverletzung, 5 von 4 bis J. w. Meineids und Körper⸗ verletzung, Verführ. zur Unſittlichkeit, Hammeldiebſtahls, ausgez. Diebſtähle, 5 von 3 bis J. w. ausgez. und gem Diebſtähle und Landſtreicherei, 5 von 2 J. w. verf. Nokhzucht, Diebſtähle, Landſtrei⸗ cherei; b. Correctionshausſtrafen 1 von 3 Jahren wegen Körperver⸗ letzung mit tödtl. Erfolg, 5 von 2 J. wegen Diebſtähle und Land⸗ ſtreicherei. 5 5 5.

Etinnerungen eines Londoner Polizeibeamten. Die Verfolgung.

Ich brauche dem Leſer wohl nicht erſt zu ſagen, daß ob⸗ wohl Polizeibeamte, wie andere Menſchenkinder auch, am liebſten ihre erfolgreichen Unternehmungen erzählen, ſie trotzdem auch manches ärgerliche Mißlingen ihrer ſorg⸗ ſamſt angelegten Pläne und Berufsgeſchäfte erleben. Eines dieſer mißlungenen Pläne, deſſen ärgerliches Gedächtniß mich noch wochenlang verfolgte, erinnere ich mich beſon⸗ ders. Ich hatte ſchon ſeit geraumer Zeit mir einen ganz ausbündigen Spitzbuben auf's Korn genommen, der noch jung von Jahren und durch Heirath einer ſehr acht⸗ baren Familie angehörig, ſich durch Unterſchlagung in den Beſitz einer beträchlichen Summe, die ſeinen Brod⸗ herren gehörte, geſetzt hatte. Dieſe waren ſehr angeſehene Kaufleute, die bisher ein großes Vertrauen in dieſen ihren Commis geſetzt hatten, obwohl wir ſpäter in Erfahrung brachten, daß er zu einer Betrügerbande gehörte, die etliche ganz gefährliche Burſche zu ihren Anführern und Rath⸗ gebern zählte. Mit dieſer betrügeriſch erworbenen Summe oder vielmehr mit dem Antheil, der auf ihn fiel, hoffte der Fälſcher nach. Amerika zu entkommen. Man machte hartnäckig Jagd auf. ihn, und trotz all ſeiner Kniffe und Winkelzüge und der falſchen Fährten, welche ſeine Verbün⸗ deten geſchickterweiſe in der Abſicht verbreiteten, ſein Ent⸗ kommen zu begünſtigen, machte ich doch am Ende aus fin⸗ dig, daß er in Plymouth ſteckte, obwohl ich anfangs nicht genau wußte, in was für ein Verſteck er ſich dort ver⸗ krochen. Von Geſicht kannte ich ihn gar nicht, aber in ſeiner Perſonalbeſchreibung, die man mir übergeben, waren gewiſſe unauslöſchliche Kennzeichen aufgezählt, die bei ge⸗ nauer Unterſuchung nothwendig zur Entdeckung führen mußten. Ich erfuhr, daß er die Abſicht hegte, ſich an Bord eines Barkſchiffes nach New⸗Nork einzuſchiffen, wel⸗ ches juſt am Tage nach meiner Ankunft in Plymouth dort unter Segel gehen ſollte. Da ich dieß genau wußte, ſo wollte ich ihn an Bord des Fahrzeugs verhaften. Eine halbe Stunde, bevor das Schiff auslaufen ſollte und als alle Paſſagiere ſchon am Bord und Alles zum Lichten der Anker bereit war, begab ich mich daher mit zwei Lokal⸗ polizeibeamten an Bord eines Boots, das ich mir ſchon einige Zeit zuvor beſtellt hatte, und fuhr nach dem Schiffe. Der Wind war dem Auswandererſchiffe ganz günſtig, und es blies ſo kräftig aus Nordoſt, daß es vier rüſtiger Ru⸗

ſchützen.

ſchaft vorzustellen, unter welchen wir aber leider den lockern Alle möglichen folge

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derer bedurfte, um uns durch den mn und die hac, gehende Fluth über die Brandung hinauszubringen. Die Wellen ſchlugen manchmal ganz über das Boot herein und die Männer zogen ihre Südweſterkappen tief übe die Augen, um ſie vor dem beißenden Sprützſchaum zu Wir waren bald an Bord, und der Kapitän zeigte ſich, obwohl unwirſch über die Verzögerung, doch ganz bereit, uns ſeine buntſcheckige Paſſagiere und Mann⸗

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Vogel nicht fanden, welchen wir ſuchten. und unmöglichen Verſtecke an Bord wurden genau; aber vergebens durchſucht, und wir mußten am Ende mit Wi⸗

derſtreben zugeſtehen, daß der Herr welchen wir ſuchten, er den Kapitän derColumbia nicht mit ſeinem Vertrauen

beehrt hatte.

Unmuthig kehrten wir in's Boot zurück, und kaum waren wir vom Schiffe abgeſtoßen, ſo ward der Anker. gelichtet und eingeholt, der Bug des Schiffes unter den

Wind gebracht, die Segel ſchwollen im friſchen Winde und das Barkſchiff zog ſicher und leicht ſeinen Kurs de

hin. Es war ein ſchöner und einigermaßen aufregender Anblick, und meine Gefährten und ich verfolgten mit großer Theilnahme das wohlregierte Schiff, bis eine vor⸗ ſpringende Landſpitze es unſeren Blicken entzog. Wir wandten nun unſer Auge auf Plymouth, von welchem wir, zu meiner Ueberraſchung, uns immer mehr zu ent⸗

fernen ſchienen.Schon die Fluth iſt gegen uns, geſchweige ga

denn die ſtarke Briſe! murrte der Herr des Boots, der im Vordertheile ruderte, auf eine dahinzielende Bemerkung eines der Plymouther Polizeibeamten. Derſelbe Mann hatte das Steuer geführt, als wir zurColumbia hin⸗ ausfuhren. Urplötzlich durchzuckte mich ein Verdacht. Wo iſt der andere Bootsmann, welcher mit uns hinausfuhr?, fragte ich raſch, da ich ſah, daß wir nur noch vier Boots⸗ leute bei uns hatten, anſtatt fünf. Statt mir zu ant⸗ worten, drehte ſich der alte Bootsmann nach ſeinem Jun⸗ gen um, der am Wetterbug das hintere Ruder führte und

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be Vermeidung folgenden Aube anzuzeigen und Gläubiger, ſcheinen, hahen ballmachen Ju! wird, ſie waren det deöschedeneg Friedberg

ſagte:Gemach, gemach, Billy! bring' dem Boot die

Naſe'n Bischen mehr unter'n Wind! Es entging mir nicht, daß dieß nur geſchah, um die augenblickliche Ver⸗ legenheit oder Beſtürzung zu verbergen, welche meine Frage hervorgerufen hatte freilich nur eine ſehr vorüber⸗

gehende, denn der Burſche war ein alter Linienſchiff- Ma-

troſe mit einem eiſenharten Geſicht in Folge von langem Dienſt, Unwetter und Tabackrauch. Ich wiederholte meine Frage in noch barſcherem Tone; der alte Seemann ſprützte gemächlich einen Mundvoll Tabackſaft über Bord, und verſetzte dann mit einer dummpfiffigen Miene, welche ich unmöglich in Worten beſchreiben kann, die aber trotz der angenommenen Dummdreiſtigkeit etwas Teuflich⸗Schlaues hatte:Hm, das war'n Reiſender nach'm Jankeeland ein Kerl, glaub' ich, der ſeiner G'ſundheit wegen dort hin geht! Verblüfft ſahen die Plymouther Beamten und ich einander in's Geſicht; die unverſchämte Scharfſin nigkeit des uns geſpielten Streiches erſchien uns kaum glaublich.Hihihi hoho!« lachte der alte Strolch aus ſeiner Tabackspfeife;wenn der Burſche Einer von denen war, die Ihr ſuchtet, ſo hat er ſich verflucht gut heraus, gebiſſen. Habt'r nicht geſehen, wie er in die Puttingen der Barke ſprang, als Ihr vom Schiffe herunter kamet, und uns eine Minute ſpäter vom Schiffe abſtieß? Er zog's vor, bei uns hier unten zu bleiben, während Ihr droben 's Neſt durchſuchtet hihihi! haha! 5 ö d Es war vergebens, mit dem Burſchen Worte zu wechſeln, und obwohl ich vor Zorn hätte aus der Haut fahren mögen, hatt' ich doch noch Takt genug, zu ſchwei⸗ gen.Rudert tüchtig zu! ſagte einer der Plymouther

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