Ausgabe 
11.12.1852
 
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Pzrovinz Oberheſſen

im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Vilbel und Nidda

im Beſonderen.

A 97.

Sonnabend den 11. Dezember

1852.

f Praͤmienvertheilung in der hieſigen Handwerkerſchule am Sonntag den 31. Oktober. f

Dieſe wurde, wie voraus bekannt gemacht, am ge nannten Tage nach Beendigung des Nachmittagsgottes⸗ dienſtes vorgenommen und fand eine größere Theilnahme als in früheren Jahren. Der Vorſtand hatte dabei noch die beſondere Abſicht, das Publikum über die Leiſtungen der Anſtalt und das Wirken des Vereins, welcher dieſelbe gegründet hat, aufzuklären, und verband deßhalb mit der Prämienvertheilung noch die Ausſtellung der Zeichnungen und eine Anſprache über den Zweck der Schule und des Gewerbvereins. Um aber der Theilnahme an einer ſo wichtigen Sache möglichſt Vorſchub zu leiſten, ſo möge jener kurze Vortrag hier eine Stelle finden und ganz ſo folgen, wie er gehalten wurde.

Worte des Lehrers Volk.

Meine Herrn!

Beauftragt von dem verehrten Vorſitzenden unſerer Lokalſektion und Vorſteher der Schule, Herrn Hofgerichts advokaten Trapp II., erlaube ich mir Ihre Aufmeckſam⸗ keit mit Folgendem in Anſpruch zu nehmen.

In der jetzigen Zeit des geiſtigen und materiellen Fortſchritts kann und darf der Gewerbtreibende nicht zu rückbleiben. Als Glied der großen Kette muß er dem all gemeinen Zug und Drang zur Vervollkommnung folgen, Altes ablegen und Neues annehmen, damit er ſtets bereit ſei in die Schranken zu treten mit ſeines Gleichen, ſie mögen herkommen wo ſie wollen, wenn er ſich nicht bald bei Seite geſchoben und ſeinen Ruin vor Augen ſehen will. Aber nicht allein die Concurrenz des Handwerkers, auch die der Fabriken hat er zu fürchten und eben darum mit verdoppelter Kraft zu arbeiten, daß er nicht zurück⸗ bleibt; denn manches Geſchäft, welches ſonſt einen reich⸗ lichen Erwerb gewährte, iſt durch dieſe beeinträchtigt oder gar vernichtet worden. Was uns aber in dieſer Hinſicht noch weiter bevorſteht, iſt jetzt noch nicht abzuſehen. Dieſe ernſte Mahnung legt dem Einzelnen, wie dem ganzen Stande die Pflicht auf, ſich tüchtig zu machen für die ge ſteigerten Anforderungen unſerer Zeit und für den Kampf

gegen die Vernichtung durch das große Kapital.

Dies haben alle einſichtsvollen Männer, nicht allein

des Standes der Gewerbtreibenden, ſondern auch anderer

Stände längſt erkannt und ſind darum in Vereine zu⸗ ſammengetreten, welche es ſich zur Pflicht machen, durch Belehrung, theils aus eigener Erfahrung, theils aus guten Büchern und Zeitſchriften geſchöpft, ſich gegenſeitig anzu feuern und zum Fortſchritt zu ermuntern; beſonders aber für die heranwachſende Generation des Handwerkerſtandes beſſer zu ſorgen, als dies früher geſchehen iſt.

Damit aber die Kraft vereinigt, und das vorge ſteckte Ziel um ſo ſicherer erreicht werde, hat ſich unſere weiſe Staatsregierung der Sache angenommen, ſich der Conſtituirung und Leitung eines Hauptvereins für das ganze Großherzogthum unterzogen und demſelben mit Ein⸗ willigung der Stände eine jährliche Unterſtützung aus Staatsmitteln zufließen laſſen.

Die einſchlägige, von dem Sekretär des Vereins be ſorgte, Zeitſchrift erſcheint wöchentlich, einen halben Druck bogen von 8 Seiten ſtark, und enthält alle wichtigen Er⸗ findungen im Gewerbweſen und ſonſtige Mittheilungen und Belehrungen, welche für die Betheiligten von Wich⸗ tigkeit ſind.

In den Verſammlungen der örtlichen Vereine(Lokal ſektionen) werden die Verwaltungs-Angelegenheiten be⸗ ſorgt, hauptſächlich aber Vorträge gehalten, welche meiſten theils Stoff zur allgemeinen Beſprechung darbieten.

Ein Mittel zur tüchtigen Heranbildung von Lehr lingen und Geſellen ſollen die Handwerkerſchulen ſein, welche ſich bereits an vielen Orten unſeres Großherzog thums gebildet haben. Die hieſige, ſeit Herbſt 1847 in größerer Ausdehnung beſtehend, erfrent ſich einer jährlichen Unterſtützung von dem Landesgewerbverein, eines Beitrags aus dem Mathildenſtift, ſowie von Seiten des hieſigen Hülfvereins und des freien Lokals, Lichtes und der Heizung von der Stadt Friedberg.

Aufnahmsfähig iſt jeder geſittete junge Menſch von hier und aus der Umgegend und zur Bezahlung eines monatlichen Schulgeldes nur diejenigen verpflichtet, welche kein Armuthszeugniß von ihrem Ortsvorſtande aufzuweiſen vermögen.

Unterrichtsgegenſtände in dieſer Schule ſind: Rech⸗ nen, Flächenberechnung oder Geometrie, Körperberechnung oder Stereometrie, darſtellende Geometrie, d. i. Darſtellung von Körpern und Flächen durch Zeichnung in jeder Lage, Aufſatzſchreiben, Materialkunde, Fertigung von Voran⸗ ſchlägen, Buchführung, Riſſezeichnen und Freihandzeichnen.

Die Arbeiten der Schüler haben ſich auch in dieſem Jahre des beſonderen Beifalls der Prüfungskommiſſion in