anzurof zueigen,
Intelligenz-Blatt
uͤr die
Provinz Oberheſſen
8 im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg
im Beſonderen.
. 3.
Sonnabend den 10. Januar
1852.
* inlandi⸗ Das„Intelligenz⸗Blatt für die Provinz Oberheſſen“ wird im Jahre 1852, ebenſo wie im Jahre 1851, wöchentlich zweimal
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(Mittwochs und Samſtags) ausgegeben.
—, Das„Intelligenz-Blatt“ wird nach wie vor die amtlichen Bekanntmachungen der Staats- und
Lokalbehörden mittheilen und Anzeigen und Inſerate jeglicher Zeit zur öffentlichen Kenntniß bringen.
Der Abonnementspreis, welcher ſtets bei der Beſtellung zu entrichten iſt, beträgt bei der Expedition, wie bis her,
für 1 Jahr
If. 12 kr., für ½ Jahr 40 kr.— Bei allen Fürſtl. Turn und Taxiſchen Poſtverwaltungen pr. Jahr 1 fl. 48 kr. und pr.
Semeſter 54 kr.
Die Einrückungsgebühren betragen, wie bisher, für die geſpaltene erſte Petitzeile oder deren Raum 4 kr., für die zweite 3 kr., für die dritte und jede folgende 2 kr.— Ein Beleg wird mit 2 kr. berechnet.— Alle Inſerate, welche von dem Donnerſtag Morgen bis den Sonntag Abend bei der Expedition eingehen, finden in dem Mittwochs erſcheinenden Blatte eine Aufnahme; alle Inſerate, welche von dem Montag Morgen an bis den Mittwoch Abend eingehen, werden in das Samſtags erſcheinende Blatt aufgenommen.—
Friedberg.
Die Expedition des Intelligenzblattes.
Amtlicher Theil.
Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg an die Gr. Bürgermeiſter resp. Beigeordneten und Polizei⸗Commiſſäre, ſowie an die Gr. Gensdarmerie des Regierungsbezirks.
Betreffend: In Unterſuchungsſachen gegen Georg Lenz von Effol⸗ derbach wegen Diebſtahlsverdacht.
Am 30. v. M. wurde Rubrikat zu Vilbel mit einem kupfernen Branntweinhut betreten, den er in Frank⸗ furt verwerthen wollte, über deſſen rechtlichen Beſitz er ſich aber nicht auszuweiſen vermochte. Sie werden Nachfor⸗ ſchung dieſerhalb eintreten laſſen und, im Falle der etwaige Eigenthümer ermittelt wird, alsbald Anzeige au uns erſtatten.
Friedberg den 7. Januar 1852.
Ou see er.
Die dumme Anne. Eine Erzählung aus dem Gebirge von Marie Nathuſius. (Nieritz Volkskalender.) Cortſetzung.)
Es war nun am Ende Januar an einem ſtillen kla— ten Morgen, da ging Klaus mit dem alten Jakob nach der Stadt, um noͤthige Einkäufe zu machen. Es geſchah das öfters und die beiden Annen blieben getroſt oben, die Großmutter beſorgte die Wirthſchaft, und Anne fütterte das Wild und beſuchte ihre Lieblinge, die klingenden Kühe im Stall. Heut aber ward es den Frauen ſo allein faſt bange. Um Mittag ſetzte der Brocken eine Wolken⸗Haube
auf, dieſe ſammelte immer mehr ſo mächtige graue Geſel— len um ſich, es entſtand ein Wirbeln und Drängen, der Sturm brauſte, der Schnee ſtob, ſo daß der Tag faſt zur Nacht wurde und Anne kaum den Weg zum Kuhſtall fin— den konnte. So ſtürmte es den ganzen Nachmittag und den Abend hindurch, und erſt gegen zehn Uhr ſtellten ſich einige Pauſen ein. Die Großmutter war auf dem leder— nen Armſtuhl am Ofen eigenickt und Anne ſaß über dem alten Legendenbuche. Plötzlich fuhr ſie erſchrocken zuſam⸗ men. Ein klagender Ton drang an ihr Ohr. Sie oͤffnete das Schiebfenſterchen und lauſchte in höchſter Spannung hinaus. Die Wolken hatten ſich getheilt und der Mond ſchien auf die ſtille Winterlandſchaft. Da hörte ſie den— ſelben Ton noch einmal und zwar deutlich genug, daß es weder das Schreien eines Raubvogels noch das Rufen eines Hirſches, ſondern die klagende Stimme eines Men— ſchen ſei. Sie weckte die Großmutter; die wollte nicht daran glauben. Wer ſollte ſich hierher verlaufen? Klaus und Jakob hatten ſich heute ſicherlich nicht auf den Weg gemacht. Doch Anne ließ nicht nach, ſie zog die Mutter an das Schiebfenſter, und wirklich drang derſelbe Ton, wenn auch diesmal ganz leiſe, aus dem Tannenwald her— über. Annens Entſchluß war gefaßt. Was auch die Großmutter ſorgte, ſie ſchlug den dunkelen weiten Man— tel um, knüpfte ein weißes Tuch um den Kopf und rief Wachſam, den Hofhund, zum Begleiter. Die Großmutter ſteckte ihr noch in Eile ein wenig Rum und Brod in die Taſche. Vielleicht thut's Noth, ſagte ſie vorſorglich. Dann that ſie ſelbſt ihr Mäntelchen um und ging bis zum Gat— ter um den Schritten der Enkelin ſo weit als möglich mit den Augen zu folgen. Anneus Herz ſchlug gewaltig, nicht vor Furcht, nur vor Spannung und banger Erwartung. Als ſie die Tannen erreicht hatte, begann ſie laut zu ru— fen, und Wachſam lief ſchnuppernd umher. Da hörte ſie ein Seufzen und ſah einen dunklen Gegenſtand am


