Ausgabe 
7.8.1852
 
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geworden ſein. Sie ſind Franzoſe und ein beherzter Mann, nicht war? Ich bejahte durch ſtummes Kopf⸗ nicken.Wohlan, bereiten Sie ſich heute Nacht auf etwas außergewöhnlich Schreckhaftes vor Sie brauchen ſtarke Nerven, um es anzuſehen! Während er noch ſprach, hörte ich in irgend einem entfernten Gelaß des Hauſes einen wirren Lärm von Heulen, Bellen und wil⸗ dem Gebrülle.Meine Wohnung, in welcher ich Sie herzlich willkommen heiße, Sennor, ſetzte Don Ramon hinzu,enthält einige wilde Thiere; wir können uns in dieſer entfernten Region keines ciwiliſirten Umganges rühmen.

Und doch, wandte ich ein,hörte ich Sie eines Marquis und einer Herzogin Erwähnung thun. Sind dieß Gäſte von Ihnen? f

Allerdings; wollen Sie den Marquis kennen ler⸗ nen? die Herzogin iſt ſo eben bei Tiſche, wird aber gleich auch erſcheinen! Er nahm die Lampe vom Tiſche und führte mich über einen langen Flur nach einem innern Hofe. Kaum hatten wir dieſen betreten, ſo ſtürzte ein großer grauer Bär(grizely bear) auf uns zu, ſtellte ſich auf die Hinterläufe und legte ſeine Branten(Tatzen) Don Ramon auf die Schultern. Um ihn tummelten ſich die beiden großen Hunde, deren ich ſchon gedacht habe, und zerrten und biſſen ihn an den Ohren, ohne des Bären Gleichmuth im Mindeſten zu ſtören.Dieß iſt der Marquis, ſagte Don Ramon und reichte ſeinem Liebling einen Kuchen, den er in der Taſche mitgebracht hatte und den das Thier ganz artig nahm.Sie ſehen, er iſt ſehr wohlgezogen und in ſeinen Gelüſten einigermaßen ein Epikuräer! ſagte Don Ramon, und da in dieſem Augenblick etwa ein Dutzend Hunde von der ſchon erwähnten Race(derſelben, die man unter dem NamenBluthunde früher zur Jagd der ar⸗ men Indianer benützt hatte) mit lautem Gebell in den Hof herausſprangen und ihren Herrn liebkoſend umſpran⸗ gen, fuhr Don Ramon fort:Mein Haus iſt eine wahre Menagerie, aber meine Pfleglinge ſind mir ſehr treu, ich verſichere Sie! Auf ein Wort von ihm entfernten ſich

der Bär und die Hunde nach ihreu Quartieren. Don Ra⸗

mon verriegelte das Pförtchen nach dem Hofe wieder hin ter ſich, und wir kehrten in das Zimmer zurück, das wir kaum zuvor verlaſſen hatten.Sennor, ſagte mein Wirth, in dieſen fürchterlichen Einöden haben wir keine beſſeren Vertheidiger als dieſe Thiere. Mit einer Leibwache fürchte

ich weder die Indianer, die uns mit Feuer und Schwert

überziehen, noch die Texaniſchen Räuber, welche uns be ſtändig mit Mord und Einbruch beläſtigen. Ich habe von meinem Neger Jupiter und von den Lepau-Indianern,

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Vollkommenheit gebracht haben, ganz neue und in Euro

Augen auf ſeinen Herrn gerichtet und geduldig ſeiner Lieh

welche dieſe Kunſt zu einem merkwuͤrdigen Grade vr

noch unbekannte Mittel kennen gelernt, wilde Thie bändigen und zu zähmen. Die berühmten Carter und vi Amburgh, welche aus der Neugier der Bevölkerung Eu europäiſchen Großſtädte ſo viel Geld ziehen, haben au in derſelben Schule ſtudirt, ſind aber im Vergleich u unſeren Wilden und Jupiter noch wahre Stümper ihrer Kunſt. Um des Gehorſams dieſer Thiere ganz g wiß zu ſein, muß man ſie beinahe von der Geburt 4 aufgezogen haben. Ich habe die meinigen in einem ſe 117 chen Grade von Unterwürfigkeit und Folgſamkeit, daß t n hier, von Gefahren aller Art umgeben, harmlos und oh alle Furcht leben kann. Allein laſſen Sie uns zu ſche gehen! ich ſehe, daß man uns ein frugales Abendbr hergerichtet hat!

Ich war ſehr hungrig und ließ mir die koſtlic Mahlzeit weidlich ſchmecken. Nach dem Eſſen ſagte De Ramon:Mein guter Oheim iſt doch ein trefflicher( ſchäftsmann. Da hat er mit dem Schurken Peters noch ein alten Span zu brechen, und hat ihn ohne Zweifel hieſ her gewieſen. Vaya, vaya! wie der Oheim ſagt, laßt ih kommen den Räuber. Er ahnt wohl nicht den Empfang. welchen ihm unſere Garniſon hier bereiten wird.... Wo Ruſſ len Sie nicht dieſe Oliven verſuchen, Caballero? ſie kon 2) ud ots men acht aus Sevilla. Horch, ich höre Jupiter m ſddegg dem Marquis herkommen. Geben Sie ihm ein Stück vi f dieſem Zuckerbrod, und er wird ſogleich gut Freund m aue ho Ihnen ſein! Das mächtige Thier trat ein, und ſetzſſſſabr) bei ſich ganz ernſthaft vor mir auf die Hinterbeine und de willkommte mich mit ſeiner Tatze.Was halten Sie vol Feuſt 215) bi

Di Auguſt

Die Paſ

ſeiner Artigkeit, Sennor? Ich verſichere Sie, wenige Herren in Texas ſind ſo wohlerzogen. Sennor Mat quis, wandte er ſich an den Bären,Ihre Dame wan tet draußen; öffnen Sie ihr gefälligſt die Thüre! De Ber Bär reckte die Tatze aus und ſchob den Riegel geſchichſ a8) An Se zurück. Sogleich ſprang eine ſchwarze glänzende Maſſ n s Kurhaus herein und ſetzte mit einem Sprunge auf den Tiſch, dun verborenz d welchem wir ſaßen. Es war ein wunderſchöner weibliche a ef Jaguar, der ſich nun nach Katzenart die ſammtenen Pfo 4 ten unterſchlug und auf den Tiſch ſetzte, die funkelnden An (4293) Beis

in Vilbel ſind die Hetten B einnehmet un Kirchen⸗ und erhalten.

koſungen harrend.Erlauben Sie mir, daß ich Ihnel die Herzogin vorſtelle, ſagte Don Ramon,ſie kann ſich mancher Reize rühmen und Sie werden wohl daran thun ihr ein wenig zu ſchmeicheln das verfehlt ja ſeinel Eindruck bei dieſem Geſchlechte nicht!

(Schluß folgt.)

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

MN Bekanntmachung, (1285) Die Lieferung einer größeren Quantität Frühkartoffeln, ſowie von circa 40 Fuder Roggenſtroh für hieſige Straf⸗

anſtalt ſoll Montag den 9. e l. J., Vormittags 1

in dem Directorialbüreau dahier, an den We⸗ nigſtfordernden vergeben werden. Marienſchloß den 31. Juli 1852. Die Verwaltungs⸗Commiſſion: Für die Ausfertigung Nispel, Secretär.

Zum Ausleihen.

(1286 Gegen gerichtlichen erſten Güterein⸗ ſatz können bei dem Auguſtiner Schulfond da⸗ hier bis zum 12. Oktober 1500 fl. und bis

weiſe abgegeben werden.

zum 11. November d. J. 3000 fl. darlehns⸗ Wieſen: f. 8 827 48 9,8 Klafter 2 5 Ruthel Geſche

Friedberg den 30. Juli 1852. im Ried, 295) N Der Rechner G. F. Na u.Sr 50 16,1 Klafter 6% Ruth dice. n daſelbſt, b

Kapital ⸗Geſuch. (1296) Die Gemeinde Wiſſelsheim ſucht ein Kapital von fl. 4000 zu 4% Zinſen auf⸗ zunehmen. Anmeldungen wolle man gefälligſt innerhalb 14 Tagen bei dem Unterzeichneten einreichen.

Wiſſelsheim den 5. Auguſt 1832. Der Gr. Heſſ. Beigeordnete Schmidt. Immobiliar⸗-Verſteigerung. (1067) Dienſtag den 10. Auguſt l. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die nachverzeichneten, dem hieſigen Bürger Hein⸗ rich Bender gehörenden Immobilien, als: Gemarkung Burg Friedberg: Pag. 89 No. 18 Hofraithe, als: Wohnhaus. Stall, Schoppen und Gärtchen,

öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 24. Juni 1852. f In Auftrag: Großh. Heſſ. Landgerichts

Bender.

Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſl

Verſteigerung. (1297) Donnerſtag den 9. d. M., Vol,

mittags um 10 Uhr, ſollen auf dem Büren

des Unterzeichneten verſchiedene bei Reparalur des Schulhauſes nöthigen Maurerarbeiten, ſb⸗ wie das Ausweißen des Schullocals öffentlich an den Wenigſtfordernden vergeben werden. Wiſſelsheim den 5. Auguſt 1852. Der Gr. Heſſ. Beigeordnel Schmidt.

e ergebene Anz ud Schweinenn aur geneigten Al ſcpfohlen. dtiedberg de

Ju V

(1208) en vo ſlethen Itiedberg

N 4299 Uf.* On