Ausgabe 
7.8.1852
 
Einzelbild herunterladen

uf.

N N en de Sefa ra N unkohh

2 1 1 i obengenam u 8 dis 12 un igeſehen wa,

0 Hude zu

Igehorige den Meiſtbie

1

1 ge.

ich Breiter.. Formularien füt iſter, Gemeinde nrechner, für vorſtände m. zu

de 1d Taſchentuch wurden ö hümer kann fungsgebühren bei der

oͤffnung.

A Freunden ul

zun in ein kleines Zimmer führte,

Leute? Iſt die Herzogin

ntelligenz-Blatt

fuͤr die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Vilbel und Nidda

im Beſonderen.

Sonnabend den 7. Auguſt

1852.

Amtlicher Theil.

Bekanntmachung.

Mit der theoretiſchen Prüfung der Bauhandwerker ird Montag den 9. Auguſt l. J., Vormittags um 8 Uhr, dem Rathhauſe zu Friedberg der Anfang gemacht, wo⸗ on ich die Intereſſenten hierdurch in Kennkniß ſetze. Friedberg den 30. Juli 1852.

Der Gr. Kreisbaumeiſter des Baubezirks Friedberg Stockhauſen.

Eine Vacht in Teras im Jahr 1849. (Fortſetzung.)

Seid ohne Sorgen, Sennor; wir wiſſen hier gut nit Pferden umzugehen, ſagte der Mann mit der La⸗ ſerne, welcher unter die Hausthüre getreten war und mich deſſen Boden mit fei⸗ ken peruaniſchen Matten belegt war. Eine alterthümliche paniſche Mandoline hing an der Wand, und ich bemerkte m Zimmer eine kunterbunte, aber ſchön arrangirte Samm⸗ ung von Fiſchnetzen, Angelruthen und Schnüren, Peit⸗ chen, Piſtolen, Bogen und Pfeilen, nebſt einem Laſſo von bedeutender Größe, und verſchiedenen Pferdezäumen und Sebiſſen. Die Indianer und der Mulatte entfernten ſich und der Hausherr rief dem Letzteren noch nach:Sage Venus, ſie ſolle mir Jupiter hereinſchicken! Venus war nämlich die Negerin, und Jupiter präſentirte ſich in Ge⸗ ſtalt eines der koloſſalſten Männer, die ich je geſehen; zum Unterſchied von der Mehrzahl der Afrikaner war ſein Haar nicht wollig, ſondern ſtraff und trotz der weiten Naſenlö⸗ cher und dicken Lippen hätte ſein Profil vom Scheitel bis zum Kinn doch für den Geſichtswinkel eines intelligen⸗ ten Kaukaſiers gelten können.

Jupiter, fragte der Herr;wie ſteht's um unſere lebhaft und der Marquis bei guter Laune?

Vollkommen, war die Antwort.

Haſt Du ihnen ſchon ihre Abendmahlzeit gegeben!

Nein, noch nicht.

So halte ſie knapp, Jupiter; verdirb ihnen den Appetit nicht, denn ich habe ihnen fuͤr heute Nacht noch

einen andern Braten aufgeſpart. Trag' Sorge, daß Stall⸗ und Gartenpförtchen wohl verwahrt werden, und halte mir gute Wache. Haſt Du ſchon John und Pepito in den Hinterhalt gelegt.

Sie ſind beide auf ihrem Poſten, Sennor Don Ramon, erwiderte Jupiter und verzog die breiten Lip⸗ pen zu einem ſchlauen Lächeln.Soll alſo wirklich heute Nacht der Ball ſtattfinden?

Höchſt wahrſcheinlich. Iſt Alles ſicher?

Keine Mücke konnte in's Haus herein und keine Kugel von den Elenden kann durch unſre Thüren und Laden dringen!

Wohlan, mein Burſche, ſei wachſam und horch auf Pepito's Pfeifen. Laß uns nicht von den Hallunken überrumpelt werden! g

Mein Wort darauf, Sennor Don Ramon, ſie müſſen ſehr geſchickt ſein, wenn ſie uns entkommen wollen 17

Wo iſt der Marquis?

Im Hofe.

Deſto veſſer!

Jupiter entfernte ſich und ſchloß die Thüre. Ich hätte während dieſes ſeltſamen Zweigeſprächs Zeit genug gehabt, Don Ramon de Vigueyra zu beobachten, welcher mir nun gegenüber ſaß und ein Glas köſtlichen Madeira kredenzte. Er hatte nicht die entfernteſte Aehnlichkeit mit ſeinem Oheim, dem jovialen guthmüthigen Gaſtwirthe, ſondern war ein Mann von etwa 40 Jahren, blaß, hager, mit ſanften dunklen Augen, deren gewöhnliche Schwermuth oft einen ſehr wilden Ausdruck annahm. Seine Naſe war gerade und ſchön geformt, die Augenbrauen ſchoͤn geſchwun⸗ gen; aber ſeine dünnen feſtzuſammengekniffenen Lippen und ſeine runzelvolle Stirne bezeichneten die ausdauernde Entſchloſſenheit eines Gemüths, das niemals einen Freund⸗ ſchaftsdienſt vergaß oder eine Kränkung verzieh. Nach⸗ dem wir die gewöhnlichen Artigkeiten gewechſelt, hub er an:Wir leben hier wie Wölfe, Sennor Caballero. Ich bin unvermählt und gedenke es lebenslang zu bleiben. Dieß hier, und er deutete dabei auf die Jagd⸗ und Fiſchfangs⸗Geräthe an den Wänden, ſind die Gegenſtände meiner Unterhaltung und meines Zeitvertreibs. Mit Aus⸗

nahme von Jupiter, Venus, Pepito, John, dem Marquis,

der Herzogin und meinen Hunden habe ich das ganze Jahr über ſelten andere Geſellſchaft, als die von wilden Thieren, und ich muß nach der Lehre von der Aſſimi⸗ lation, welche unſere Philoſophen aufbringen in den ſechs Jahren, ſeit ich hier ſo lebe, ſelbſt ein wildes Thier

ä

.