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unteren Laden Talglichter gruppenweiſe hangen, begegnet man der ſtattlichen Hausfrau, wie ſie, die Magd mit dem Korbe hinter ſich, ihrer Würde nichts zu vergeben meint, wenn ſie ſelbſt um Gemüſe und Enten feilſcht, ſchlägt die Thurmuhr und ein Apoſtel tritt gravitätiſch aus dem ho⸗ hen Pförtchen des Giebels heraus und wartet bis zum nächſten Schlage;— ſo kann der lang Entfernte jubelnd ausrufen:„Ich bin in der Heimath!« und wenn er mit verbundenen Augen gereiſ't wäre, ohne zu wiſſen wohin.
Nach Augsburg, einer ſolchen Stadt ächt-deutſchen Gepräges führen wir den Leſer um die Dämmerſtunde. Es war nicht das Augsburg von heute, ſondern das von ſie— benzehnhundert etliche ſechszig. Die Dunkelheit war ein⸗ gebrochen, ein läſſiger öltriefender Lampenwärter mit der Lei— ter auf der Schulter ſchlich von einer Laterne zur andern, und hatte immer ein gut Stück Weges zwiſchen je zweien zurückzulegen; er ſtellte die Leiter an, kroch hinauf und ſteckte einen übellauniſchen Docht an, dem er lange zure— den mußte, bis er die Flamme aufnahm und durch die nicht gar ſaubern Glasſcheiben leuchten ließ. In langen Entfernungen glitzerten dieſe trüben Funken wie die Jo— hanniswürmchen längſt der breiten einſamen Straße, wie ſie nach und nach angezündet wurden, bis der Lampen— wärter nach gethaner Arbeit ermüdet in ein Bierhaus ging. Unterdeſſen wurden auch die Lichter in den Häu— ſern angezündet, dort ein Paar Fenſter oben, hier unten ohne Ruͤckſicht auf Symetrie. Es ſah aus, als wäre ein Irrlichter-Tanz plotzlich verſteinert worden und die Flämm⸗ chen müßten ſtehen bleiben, wo ſie ſtanden, bis ſie erlöſ't würden. Fenſterladen giebt es in alt⸗deutſchen Städten nicht, die ſind eine welſche Erfindung gegen die Sonne. Gegen zehn Uhr verſank die ganze Stadt in tiefe Dun— kelheit. Die Laternen, die die Mägde ihren Herrſchaften
vortrugen, wenn ſie aus dem Theater oder aus einer Ge— ſellſchaft heimkehrten, waren auch verlöſcht. Die Klingeln an den Hausthüren ruhten, die Bierhäuſer waren geſchloſ— ſen, nur hin und wieder ging ein luſtiger Geſelle ſingend nach Hauſe, oder ein anderer pochte beharrlich an ein Fenſter, um die Magd zu vermögen, ihm aufzumachen, ohne daß ſein Klingeln der Herrſchaft die ſpäte Heimkehr verriethe.
In einem der ſchönſten Häuſern blieben im zweiten Stockwerke zwei Fenſter matt erleuchtet. Das Haus ge— hörte dem reichen Kaufherrn Herrn Langenwärter, und die erleuchteten Fenſter dem Schlafgemache ſeiner kranken Frau. Eine offene Thür führte von demſelben in ein Hin— terzimmer, das daran ſtieß. Dieß Zimmer enthielt eine Wiege, in der ein Kind ſchlief; neben der Wiege ſtand das Bett der Amme, in dem auch dieſe ruhig im Schlum— mer athmete. Auf einem Lehnſtuhle ſaß eine Nonne und trank Kaffee, wodurch ſie ſich gleich als Krankenwärterin zu erkennen gab. Von Zeit zu Zeit ſah ſie in das Vor⸗ derzimmer, und wenn man ihrer nicht begehrte, ging ſie wieder zu ihrem Lehnſeſſel und nickte ein.
(Fortſetzung folgt.)
Miszellen.
„Sind ſie todt?“ fragte ein junger Mann ſeine durch einen heftigen Donnerſchlag erſchreckte und ohnmächtig ge— wordene Braut.„Ach nein, ich habe nur die Sprache verloren,“ gab ſie zur Antwort.
In einer Kirche machte ein Bauer ſeinen Nachbar darauf aufmerkſam, daß er das Geſangbuch verkehrt, näm— lich das Unterſte oben, in der Hand halte. Der Bauer antwortete:„Das kommt daher, weil ich links bin.“
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. Hofraithe⸗Verſteigerung. (142) Auf freiwilligen Antrag der Kinder
fuß.
Durchmeſſer und 20— 70“ Länge, ſodann 47 Stück Nadelſtangen, zuſammen 202 Kubik⸗
II. Dienſtag, den 10. Februar l. J., Vormittags 9 Uhr anfangend, aus den obigen und andern Diſtrikten: 45½ Stecken Nadel⸗ und
genthum davon nicht überall urkundlich nach⸗ weiſen. Sodann haben ſich zwei Kinder der Adam Krämer's Eheleute, Anna Maria Krä⸗ mer und Magdalena Krämer, von Haus ent⸗ fernt und es iſt deren Aufenthaltsort nicht zu ermitteln und endlich ſollen ein Sohn derſelben Hartmann Krämer und zwei uneheliche Kinder
1 55%„ Eichen⸗Scheitholz; ihrer verſtorbenen Tochter Anna Margaretha, und 95 120 1 5 verſtorbenen Johannes„ Nadel⸗ und g Katharina Eliſabetha 120 Johann 1 Wil⸗ Schäfers Eheleute wir 3„ Eichen⸗Prügelholz; helm in ihrer Kindheit geftorben ſein, ohne
Dienſtag den 10. d. M., 5 16 Vormittags 10 Uhr,
in hiefigem Rathhauſe die von ihren Eltern her
rührende Hofraithe in hieſiger Stadt, nemlich:
Pag. 20 No. 117. Hofraithe, als: Wohnhaus,
Stallung mit Hinterbau und Hofraum, öffentlich meiſtbietend verſteigert und noch be⸗ ſonders bemerkt, daß dieſe Hofraithe auch ein beſonderes Durch⸗ und Uebergangsrecht nach der Hauptſtraße beſitzt.
Gleichzeitig und in demſelben Termin läßt der hieſige Bürger und Inſtrumentenmacher Glück ſeine kleine, ehemals Heinrich Dienſtbach'⸗ ſche Hofraithe vor dem Mainzerthore öffentlich freiwillig verſteigern mit dem Anfügen, daß bei annehmbarem Gebot dem Letztbietenden ſogleich die Genehmigung ertheilt werden ſoll.
Friedberg den 29. Januar 1852.
In Auftrag Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ben de r.
1000„ Bemerkt wird:
ſchaftliche
theilen.
„Nadel- und
1 Eichen⸗Stockholz; 6987 ½ Stück Nadel⸗ und Eichen⸗Wellen.
1) Das Stammholz wird, jedoch nur bei günſtiger Witterung, an Ort und Stelle verſteigert, und iſt die Zuſammenkunft an der Sandkaute. des Brennholzes wird im Wirths⸗ hauſe zum Hirſch dahier abgehalten.
2) Sämmtliches Holz iſt nummerirt und kann täglich eingeſehen werden.
Forſtperſonal
gewünſcht werdenden Aufſchluß zu er⸗
3) Für das Stammholz wird Zahlungsfriſt bis Ende September, für das Brennholz bis Ende Mai bewilligt.
Ockſtadt den 30. Januar 1852.
Freiherrl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt
daß dies genügend nachgewieſen werden kann. Es werden daher alle Diejenigen, welche dingliche Anſprüche an die bemerkten Immobilien, wor⸗ über Grundbuchsauszüge in der hieſigen Land⸗ gerichtsregiſtratur zur Einſicht offen liegen, auf- gefordert, ſolche ſogewiß binnen 4 Wochen von heute an, hier geltend zu machen, widrigenfalls die Kaufbriefe beſtätigt werden. Binnen glei⸗ cher Friſt haben ſich Anna Eliſabetha, Magda⸗ lena und Hartmann Krämer, ſowie Katharina Eliſabetha und Johann Georg Wilhelm Krä— mer oder deren Leibes⸗ und Teſtamentserben zur Empfangnahme den ihnen an den Kauf⸗ ſchillingen ertragenden Antheil ſogewiß dahier zu melden, widrigenfalls dieſelben den aufgetre— tenen Erben überwieſen werden. Hungen den 31. Januar 1852.
Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Brück.
diet ane du ng
Die Verſteigerung
Das herr⸗ iſt angewieſen,
Holz ⸗Verſtei gerung. (160) Das unterzeichnete Rentamt verſtei⸗ gert:
I. Montag, den 9. Februar l. J.,
Vormittags 9 Uhr anfangend, in den Diſtrikten„Kreuztanne, am Haſſel⸗ ecker Weg und„Tannenwieſe«: 8771 Kubikfuß verſchiedenes Nadel- Bau- und
Werkholz, worunter Stämme von 6—19“
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An gleir e r. Edietalla dung.
1783) Adam Krämer von Birklar und deſſen Frau Katharina, geborne Schmidt, ſind vor längeren Jahren geſtorben. Die hierorts be⸗ kannten Kinder und Enkel derſelben haben die zu deren Nachlaß gehörigen Immobilien, von
welchen ein Grundſtück auf dem Ramen des
Georg Neubauer von Lich im Grundbuche ein⸗ getragen ſteht, verkauft, können aber das Ei⸗
(174) Anſprüche aller Art an den Müller Ludwig Wagenlnecht dahier, über deſſen Ver⸗ mögen der förmliche Concurs erkannt worden
iſt, find l Mittwoch den 24. März d. J., Vormittags 10 Uhr,
bei Meidung ſtillſchweigenden Ausſchluſſes von der Maſſe, anzumelden.
Gläubiger, welche nicht perſönlich oder durch gehörig bevollmächtigte Mandatare liquidiren,
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