Ausgabe 
4.2.1852
 
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Gefahr ausſetzte, 0

0 N 8 1 ihr abſcheuliches Betragen weltkundig ürde. 8* 1

W So logen ſie denn noch zu ihrer Schandthat an Leonhard und ſagten, in Saint Croix ſei er nicht geblie⸗ ben, ſondern gleich wieder nach den franzöſiſchen Inſeln in der Nähe von Saint Croix abgereiſt. Damit war denn jede Spur abgeſchnitten. Von den Briefen, welche Leon⸗ hard heimſchrieb, war auch nicht Einer in die Hände ſeiner Eltern gekommen..

Dies beugte den Vater noch tiefer. Wie erging es dem armen Jungen? Dieſe Frage quälte ihn unablaſſig. Er hatte ihn vielleicht in die Arme des Elends geſtoßenz er war vielleicht Schuld an ſeinem Tode! Zu dieſer innern Beugung, die ſich in einer gänzlichen Umwandlung kund gab und in einem ebenſo ſanften, als liebreichen Betragen gegen Frau und Kinder, kam nur zu bald auch noch eine äußere. Walther hatte mit einem andern Kaufmann ein Handelsgeſchäft unternommen, war aber mit dieſem in einen biktern Zwiſt gerathen. Dadurch wurde der rechte Zeitpunkt verſäumt und das ganze Geſchäft ſchlug fehl und brachte ihm ſehr empfindliche Verluſte an ſeinem Ver⸗ mögen. Kaum war dieſes Unglück erduldet, ſo machte ein Handlungshaus in Altona Bankrutt, das Walthern ein höchſt beträchtliches Capital ſchuldete. So kam Ein Ver⸗ luſt auf den andern. Allmählich mußte Walther ſeinen Handel beſchränken, und nach Verlauf einer kurzen Reihe von Jahren war er ein armer Mann. Das iſt Gottes Strafgericht! ſagte er zu ſich ſelbſt. Das habe ich an meinem Kinde verdient, das ich ohne Erbarmen in die Welt hinaus ſtieß! Da nagte denn der Wurm, der nicht raſtet, und hörte nicht mehr auf. Jeder kummervolle Blick ſeiner Frau war ein Stich in ſein Herz.

Da war wieder Gottes Schule wirkſam, darinnen die harten Köpfe, die ſtolzen Herzen, der übermüthige Sinn gebeugt werden! Und hier that ſie ihre gute Wirkung. f Als er ſein Letztes zuſammenraffte, blieb kaum ſo viel, daß er mit ſeiner Familie, bei großer Einſchränkung und fleißiger Arbeit, dürftig leben konnte. Er miethete ſich ein kleines Landhäuschen mit einem Gärtchen dran, außerhalb der Stadt, und zog dahin. Er ſuchte Arbeit in einem Handlungsgeſchäfte; ſeine Frau und Tochter ver⸗ dienten zu Hauſe mit Nähen, Sticken und Stricken Geld und doch reichte es' nicht hin, die große Familie zu erhalten.

So groß auch ihre Noth war, Walther's ireffliche Frau dankte doch Gott dafür; denn ihr Mann war ja ein Anderer geworden. Er war kein Tyrann mehr im eigenen Hauſe, deſſen Heftigkeit und Jähzorn ſie Alle er⸗ ſchreckte. Er war ein ſanfter, liebevoller Gatte und Va⸗ ter geworden. Sie trug ihr Leid im Stillen und dankte Gott für dieſe Veränderung.

Hier hatte es ſich denn wieder bewährt, daß Gottes Wege durch Nacht zum Lichte führen.

Hätte nur die gute Mutter etwas von ihrem Sohne gewußt, ſie würde Gott noch herzlicher für dieſe Wendung ihres Schickſals gedankt haben. Er war der Gegenſtand ihres täglichen und ſtündlichen Gebets. Manchmal ging in ihrem Herzen ein Stern der Hoffnung auf, aber dann verdeckte ihn wieder dunkles Gewölke.

Je größer die Noth, je näher Gott! Dies herrliche Sprüchwort ſollte ſich an Walther's Familie aufs Neue beſtätigen.

5 Es war an einem ſchönen Abende, als Walther mit ſchwerem Herzen bei ſeiner Frau ſaß. Es war eine theure Zeit damals. Ihre ſechs Kinder wollten ernährt, gekleidet, unterrichtet ſein. Das koſtete mehr, als ſie bei allem

Fleiße, bei aller Sparſamkeit erübrigen konnten. Nun

daß, indem man Leonhard fände, N 0 0 f 3 und es fehlte an Geld dazu.

8 5 e. 1 2 3 1 waren zwei Vierteljahre Hauszins zu zahlen gecſtändig

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Der harte Eigenthümer des

Häuschens und Gartens drohte, ſie herauszuwerfen, wenn

ſie nicht zahlten. Und das war unmöglich! N Der Vater ſaß da mit gefalteten Händen; blickte

mit feuchtem Auge betend hinauf zum blauen Himmel, von Die

wannen allein Hülfe und Rettung kommen konnte. tiefergriffene Mutter lehnte ihr Haupt an ſeine Schulter und ihre Thränen rannen leiſe ins Gras. Die älteſte Tochter ſtand am Stamme des Baumes, unter dem ſie ſaßen, und drückte ein Tuch an ihre Augen, das ihre Thränen auffing. Die jüngeren Kinder, die das Weh ihrer Eltern noch nicht begriffen, ſpielten harmlos umher.

f Da kam Einer der Knaben gelaufen und ſagte, es ſei eben ein Wagen daher gekommen, aus dem ein Herr geſtiegen ſei, der nach dem Vater frage.

Großer Gott, rief voll freudigen Schreckens die Mutter aus, vielleicht ſendet uns Gottes Gnade rettende Hülfe! Der Fremde nahte ſchon. Es war Leonhard! Als er ſeine Eltern ſo kummervoll erblickte, verſagten ihm die Kräfte. Er taumelte, laut weinend, gegen einen Baum. Niemand erkannte ihn. ſah ſchärfer, als Alle. ohnmächtig zur Erde. 5

0 Sin * Die Tochter eilte zu der Mutter, denn ſie hatte in

ihrem Schmerz auf den Ausruf der Mutter gar nicht geachtet. Der Vater aber ſtürzte auf ſeinen Sohn zu, umfaßte ihn, ſah ihm in das Geſicht und rief dann: Leonhard! Mein Leonhord, hab' ich dich denn wieder?

Vater, ſeufzte der erſchütterte Sohn, vergibſt du mir denn? 0

O mein Kind, rief da der Vater aus, frage ſo nicht

Haſt du nicht mir meine unnatürliche Härte zu vergeben? Und nun ſielen ſie einander in die Arme und der

Bund der heiligen kindlichen und väterlichen Liebe wurde

aufs Neue für ewig geſchloſſen. Die harten Steine wa⸗

ren mürbe geworden, und Gott im Himmel hatte ſeine

Freude dran, und wußte es, daß ſie nun fortab rein mah⸗ len würden.

Erſt jetzt ſahen ſie, daß die Mutter, wie eine Todte, auf der Erde lag, hörten das Jammern der Kinder: Die Mutter iſt geſtorben!

Seid ruhig, ſprach der glückliche Vater. Die Mut⸗ terfreude bricht kein Mutterherz. Gott ſchenkt ſie uns wieder!

Sie trugen ſie nun in das Haus; aber nur mit vieler Mühe brachten ſie die fromme Dulderin wieder in das Leben. Nun lag lange in ſeliger Freude der Sohn wieder am Mutterherzen, und erſt daun konnte er die Geſchwiſter bewillkommen, die ſo ſchön herangewachſen waren, daß er ſie kaum kannte.

Im Hauſe des Kummers war die Freude eingekehrt Je größer die Noth, je näher Gott!

Nach und nach ſammelten ſie ſich, und Leonhard, der den Brief, den der Vater noch immer in ſeiner Hand ge halten, aber am Bette der Mutter doch fallen gelaſſen, aufhob und flüchtig hineinblickte, erkannte die Quelle des tiefen Leides, in den er ſie verſenkt geſehen, als er kam.

Gott ſei Preis! rief er aus, daß ich zur rechten Stunde kam, ehe größeres Weh Euch Lieben heimſuchte! Nun iſt alle Sorge vorüber! Gott hat mich, ohne daß ich es verdiente, reich geſegnet; aber Alles, was ich habe, iſt nicht mein, es iſt Euer, und die Tage der Noth ſollen nun in Tage des Glückes ſich umwandeln! 0

Der erſte Sturm der Freund ging vorüber. Als ſie ruhiger bei einander ſaßen, konnte Leonhard ihnen ſeine Schickſale erzählen, die ſie aufs Neue zum Lobe Gottes

Nur das Auge der Mutterliebe Sie rief: Mein Sohn! und ſank

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