as ſanfte Mädchen bekam mit einem Male einen Ma 15 den Klaus freien. Die Eltern tobten nicht wenig, ſo ſchnell als möglich ſollte nun ein Schwie⸗ gerſohn in's Haus; Marie aber blieb ihrer Liebe treu, und als man ſie zur Heirath zwingen wollte, floh ſie mit Klaus nach der„hohen Lies“, wo er gerade Waldwärter geworden.— Das war ein Blitz und Donnerſchlag für Frau Anne. Sie überlegte, wie es zugegangen, daß die einzige Tochter ſich von der Mutter mit Gewalt losge⸗ riſſen und einem fremden Manne gefolgt war. Da mußte ſie ſich geſtehen daß ſie ſich weit mehr um Haus und Hof und Feld, als um das einzige Kind gekümmert, und wie der liebe Gott manchmal Blitz und Donnerſchläge benutzt, Herzen zu erſchüttern, ſo fühlte Anne jetzt in ihrer De— müthigung und ihres Herzens Kummer, den Hochmuth, den Weltſinn und die Sündhaftigkeit ihres vergangenen Lebens. Sie fühlte, Hof und Gut mögen noch ſo groß ſein, der Herr kann mit einem Schlag die Freude daran zerſtören. Sie begann zu ahnen, wo ihr Friede zu fin⸗ den, und je lauter und böſer ihr Mann ward, je ſtiller
und friedlicher ward ſie, jeden Fluch, den er auf das un⸗
gerathene Kind ſchleuderte, ſuchten ihre Gebete in Segen zu verwandeln, ja als zwei Jahre vergangen waren und der Mann auf dem Krankenbette lag, hatte ſie ihn ſo weit, daß er nicht mehr fluchte und daß er es ruhig mit anhörte, als ſie ihm erzaͤhlte, wie es ſeiner Marie im Walde ging. Ein Frachtfuhrmann, der oben in einem Gebirgsſtädtchen den Klaus getroffen, brachte die Nach— richt, daß Marie ein kleines Mädchen geboren, einen rechten Engel von Schönheit, daß ſie aber ſelbſt kränkele und in Gram dahinſchwinde und bald ein Engel dort oben im Himmel ſein werde. Anne batte nun keine Ruhe mehr und nur die Todesnoth ihres Mannes hielt ſie zurück. Kaum war er dahin, da verließ ſie die Heimath und zog dem Kinde nach. Haus und Hof übergab ſie ihrem Bru— der zur Bewirthſchaftung, der ehrenhaft und tren genug dazu war. Iſt's doch wie mein eigen, ſagte er, und nach Bauer⸗Art, die gern Kinder und Höfe zuſammen bringen, fügte er hinzu: Mein Gottfried iſt jetzt zwölf Jahr alt und ſoll meinen Hof haben, der Wilhelm iſt acht Jahr und mag denn dem Engelchen unter dem Blocksberge zu— wachſen, und ſie werden ein Paar. Frau Anne hatte
nichts dagegen einzuwenden. Für jetzt packte ſie Kiſten mit Betten und Leinen um der Armuth auf der hohen Lies etwas abzuhelfen, ſteckte auch ein Beutelchen mit blinkenden Golde ein, und fuhr dem blauen Brocken— berge zu.
5(Fortſetzung folgt.)
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Miszellen.
Ein dummer Menſch ſagte zum Tauſendkünſtler D.: „Ihre Kunſtſtücke gefallen mir nicht beſonders, Bosco hat Alles viel ſchöner und ſchneller gemacht., D. darüber er— boſt, antwortete:„Ich werde Ihnen doch zeigen, daß ich etwas kann. Ich werde Ihnen eine Ohrfeige geben, und der Kellner dort an der Thüre wird dieſe Ohrfeige ſpüren. Mit dieſen Worten ſtach er ihm eine aus dem ff. und der pfiffige Kellner an der Thüre hielt ſich die Backe und ſchrie!„Auweh!“ Der Gefoppte verſetzte aber:„Das haben Sie wieder ſchlecht gemacht; die Ohrfeige hat der dort nicht allein verſpürt, ich habe ſie auch verſpürt.“
An einer Ladenthüre hing ein Zettel, worauf die Worte ſtanden:„Wenn Niemand im Laden, ſo bittet man zu klingeln. Als einſt der Inhaber auf einen Augenblick den Laden verläßt, hört er furchtbar klingeln. Er rennt herzu und fragt den vor der Thüre Stehenden nach ſeinem Begehr.„O,“ meinte dieſer,„da ich Niemand im Laden bemerkte, ſo wollte ich Ihnen den Gefallen thuen, zu klin⸗ geln, da Sie dieſen Wunſch auf dem Zettel da ausgeſpro— chen haben.“ N
Ein Schullehrer erklärte ſeinen Schülern lang und breit, daß der Menſch ſich immer auf etwas freue, ſei es ihm auch nicht klar bewußt, und daß dieſes die nöthigſte Triebfeder im menſchlichen Leben ſei.— Z. B. frug er einen derſelben:„Denke einmal reiflich nach, und ſage mir, ob du dich nicht auf irgend etwas freueſt?“ Der Knabe antwortete nach kurzem Beſinnen:„Ja, daß die Schule bald aus iſt.“
Bei einem Auſternſchmauſe ſagte ein Gourmand: „Ich kann mich wie Simſon ruͤhmen, zwar nicht Tauſende, aber doch Hunderte vernichtet zu haben.“)—„Und mit denſelben Waffen,, fügte ein Wißdold hinzu.
Bekanntmachungen von Be⸗
Holzverſteige rungen in den Doma—
b) in den Monaten: März und April:
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hoͤrden.
c π Immobiliar⸗Verſteigerung. (2049) Dienſtag den 3. Februar k. J., Vor⸗ mittags 11 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die zum Nachlaſſe des dahier verſtorbenen Joh. Gerſter gehörenden Immobilien, beſtehend in einem Viertel Wohnhaus, Stall und Gärtchen, in der Vorſtadt zum Garten gelegen, öffentlich
meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 18. Dezember 1851. In Auftrag Großh. Hef. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter 5 Been d e r. Mobilien⸗Verſteigerung. (2050) Montag den 5. Januar k. J., Vor- mittags 9 Uhr anfangend, werden in hieſigem Rathhauſe die zum Nachlaſſe des Joh. Gerſter dahier gehörenden Mobilien, beſtehend in Holz⸗ werk, Bettung, Mannskleider, Weißzeug und ſonſtige Haushaltungs⸗Gegenſtände, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 11. Dezember 1851. In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter e e
nialwaldungen des Forſtes Friedberg in dem Jahre 1852.
(1) Die Verſteigerungen der Holzerndte in den Domanialwaldungen des Forſtes Friedberg von dem Jahre 1852 werden in den bemerkten Zeiträumen ſtatt finden und ungefähr die da⸗ bei bemerkten Materialerträge liefern:
A. In dem Revier Hochweiſel: in den Monaten: März, April und Mai: 426 ſum. Stecken Brennholz und 30 ſum. Stecken Bau⸗, Werk⸗ und Nutzholz. B. In dem Revier Obe rros bach: a) in den Monaten: Januar und Februar: 495 ſum. Stecken Brennholz und 7 ſum. Stecken Bau-, Werk⸗ und Nutzholz; b) in den Monaten: März, April und Mai: 1070 ſum. Stecken Brennholz und 158 ſum. Stecken Bau-, Werk⸗ und Nutzholz— größtentheils ſehr werthvolles Eichen⸗ ſtammholz; c) in den Monaten: Juni, Juli und Auguſt: 300 ſum. Stecken Brennholz(Eichen⸗Schäl⸗ holz) und 4 ſum. Stecken Bau⸗„Werk⸗ und Nutzholz. C. In dem Revier Altenſtadt: a) in den Monaten: Januar und Februar: 487 ſum. Stecken Brennholz und 23 ſum. Stecken Bau⸗, Werk⸗ und Nutzholz;
140 fum. Stecken Brennholz und 3 ſum. Stecken Bau⸗, Werk- und Nutzholz. Die Bekanntmachungen der ſpeciellen Ver— ſteigerungstermine werden, unter Angabe der zur Verwerthung kommenden Sortimente und Holzarten, jedesmal vorher durch die Großh. Revierförſter in dem Friedberger Intelligenz⸗ blatte und durch Ausſchreiben in den einzelnen Orten erfolgen.
Rodheim den 26. Dezember 1851.
Der Großh. Heſſ. Forſtmeiſter des Forſtes Friedberg Rübſamen.
Holz⸗Verſteigerung.
(2) Künftigen Montag den 5. Januar, von Morgens 10 Uhr an, werden in dem Engel⸗ thaler Wald, am Erbſtädter Weg bei Engelthal, nachſtehende Holzſortimente öffentlich meiſtbietend gegen baare Zahlung verſteigert, als:
1) 16 Stecken eichenes Werk- und Nutzholz,
2311„ birkenes desgl.,
3) 300 Stück eichene Wellen,
4) 650„ birkene desgl. und
5) 60 Stecken birkenes langes Reisholz zu
Reifſtecken ꝛc. Engelthal am 30. Dezember 1851. Der Gräfl. Solms⸗Laubach'ſche Rentmeiſter Gruppe.
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